Windows 10: Windows Update installiert ungefragt älteren Treiber (fix)

Heute mal ein kurzer Tipp von mir: Gestern habe ich meinen Rechner aufgeräumt und meine Treiber und Software aktualisiert (wie das geht, lest ihr hier). Dabei habe ich unter anderem den neuesten Treiber für meine onboard-Grafik Intel UHD Graphics 630 (auf einem Intel Core i7-8750H) direkt von der Intel-Webseite heruntergeladen und installiert. Es handelt sich um die Treiberversion 30.0.100.9684 vom 09.07.2021.

Blöd war nur, dass Microsoft’s Windows 10 direkt nach dem Neustart angefangen hat, über Windows Update einen etwa ein Jahr älteren Treiber herunterzuladen und mir den neuen Treiber einfach ungefragt wieder überschrieben hat (eines der großen Mankos von Windows 10, man kann Updates nicht ablehnen).

Hierzu habe ich im Netz einen schnellen Registry-Trick entdeckt, der verhindert, dass Windows 10 ungefragt Treiber von Windows Update bezieht und installiert.

So geht’s: Zunächst erstellt ihr euch sicherheitshalber einen Wiederherstellungspunkt, falls es Probleme geben sollte (im Startmenü „wiederherstellung“ eingeben). Dann öffnet ihr als Administrator den Registrierungseditor („regedit“ im Startmenü eingeben und navigiert zum Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsUpdate

Dort erstellt ihr einen neuen DWORD-Wert (1) mit dem Namen

ExcludeWUDriversInQualityUpdate

Nach einem Neustart hat mir Windows Update dann angezeigt, dass mein Rechner aktuell ist, ohne wieder meinen neueren Intel-Treiber zu überschreiben. Die „optionalen Treiberupdates“ kann ich nach wie vor einsehen und auf Wunsch installieren, diese scheinen also nicht davon betroffen zu sein.

Alternativ könnt ihr die fertige Registry-Anpassung auch einfach direkt bei mir runterladen und ausführen: w10ignoreDU.reg (Rechtsklick, Ziel speichern als).

Windows 10 Taskbar anpassen – Icons zentrieren wie bei Windows 11?

Als Microsoft vor wenigen Wochen die nächste Version ihres Betriebssystems Windows 11 angekündigt hat [1], war ich persönlich doch etwas überrascht. Schließlich hatte Microsoft ja bei der Veröffentlichung von Windows 10, vor inzwischen schon 6 Jahren, angekündigt, Windows sei nun ein Produkt „as a service“ [2], würde also laufend weiterentwickelt („Feature-Updates“) und damit folglich Version 10 die „letzte Ausgabe“. Aber so kann man sich täuschen, wobei ich zugegebenermaßen die letzten Monate nicht sonderlich am Ball war, was die aktuelle Entwicklung angeht. Verabschiedet sich Microsoft nun doch wieder vom Vertriebsmodell „as a service“? [3] Die durchgesickerten Informationen scheinen darauf hinzudeuten.

Wie dem auch sei, ich habe mir in den letzten Tagen mal erste Bilder und Eindrücke dazu verschafft – eines der prägnantesten Neuerungen ist ohne Zweifel die stark überarbeitete Benutzeroberfläche, allen voran die Taskleiste mit dem zentrierten Startmenü und den Icons (ich finde es optisch ansprechend, auch wenn Windows damit etwas von der „klaren Kante“ abrückt, die das Betriebssystem bisher immer ausgemacht hat. Und hoffentlich jetzt nicht noch eine vierte Schicht von UI-Inkonsistenzen!)

Taskleiste anpassen mit TaskbarX

Über die Personalisierung von Windows 10 habe ich, abseits von den Tipps für ein Aussehen wie unter Windows 7, auf diesem Blog noch wenig gesprochen, deshalb möchte ich an dieser Stelle das kostenlose Tool TaskbarX (ehem. FalconX) vorstellen, welches eine gewisse Anpassung der Darstellung der Windows 10 Taskleiste, ähnlich wie im neuesten Windows, ermöglicht. Man beachte dabei, dass es im Microsoft Store eine kostengünstige Version ($1.39) zu kaufen gibt, auf der Homepage das Programm aber kostenlos als zip-Archiv heruntergeladen werden kann.

Nach dem Herunterladen wird das Tool einfach an einen beliebigen Ort (z.B. den Profilordner) entpackt und mit einem Klick auf TaskbarX.exe gestartet. Mit der zweiten Executable TaskbarX Configurator.exe können nun das Aussehen und die Einstellungen angepasst werden. So kann zum Beispiel die Zentrierung der Icons oder die Transparenz der Taskleiste geändert werden.

Soll das Programm beim Systemstart automatisch gestartet werden, könnt ihr unter „Startup“ einfach einen Eintrag in die Aufgabenplanung hinzufügen (vorausgesetzt, der Dienst läuft).

PS: Das Tool muss nicht installiert werden, wollt ihr TaskbarX aber nicht mehr nutzen, solltet ihr im Configurator auf „Uninstall“ klicken.

Es ist eine subtile, aber elegante Veränderung, die durchaus hübsch aussehen kann und dem neuen Design von Windows 10 schon ähnelt!

Windows 10: Skype-App richtig neu installieren

Die Videokonferenz bleibt in der Corona-Krise das Mittel der Wahl. Anbieter gibt es genug, auch ich musste ich den letzten Wochen auf Cisco WebEx, Zoom oder Skype zurückgreifen. Um so ärgerlicher, wenn die Software dann nicht richtig funktioniert.

String-Chaos

Als ich mich vor kurzem in Skype für Windows 10 anmelden wollte (die UWP-App aus dem Microsoft Store), war die, meiner Meinung nach sowieso schon etwas vernachlässigte Benutzeroberfläche, plötzlich mit kryptischen String-Reihen übersäht. Also habe ich mich mal neu angemeldet (ein Neustart soll ja bekanntlich immer helfen), dann ging allerdings gar nichts mehr.

Also habe ich die App gelöscht und über den Microsoft Store neu installiert, in der Annahme, dass es an einer beschädigten Installation liegt. Das hat allerdings nicht geholfen. Ich habe mir dann genauer angeschaut, wo die Daten für Skype, beziehungsweise für Windows-Apps aus dem Store, generell auf der Festplatte liegen, nämlich in der Regel im Verzeichnis

C:\Program Files\WindowsApps\*

Zugriff verweigert

Der Ordner ist ohne weiteres nicht auffindbar, da er nämlich als unsichtbar markiert ist. Blendet man versteckte Verzeichnisse und Dateien über die Windows Explorer – Einstellungen ein, kann man allerdings nicht darauf zugreifen. Nach einer Anpassung der Benutzer-Zugriffsrechte für dieses Verzeichnis wird ersichtlich, dass selbst nach der Deinstallation noch zwei Skype-Ordner dort übrigbleiben, die fast 200 Mb (!) in Anspruch nehmen.

Auch das Löschen von Skype über die PowerShell-Eingabe mit

Get-AppxPackage *Microsoft. SkypeApp* | Remove-AppxPackage

entfernt diese nicht. Meine Vermutung ist also, dass dort (oder woanders) in irgendeiner Form noch Dateien gelagert sind, die das Problem verursachen. Leider ist es mir trotz der angepassten Zugriffsrechte (was auch ein richtiger Quark war [1]) nicht möglich, die beiden Ordner zu löschen.

Komplett gelöscht

Nachdem ich mir durch ein paar Suchergebnisse geklickt habe, bin ich in einem Forum auf das Tool „SRTa“ gestoßen, welche die verbliebenen Skype-Daten für mich gelöscht hat (Haken bei „Skype for Windows App“ setzen und auf „Remove“ klicken). Nach erfolgtem Neustart und einer Neuinstallation durch den Microsoft-App Store hat es es dann endlich wieder funktioniert.

Weil dieses kleine Tool so viel einfacher ist als die Fummelei mit den Zugriffsrechten auf den WindowsApps-Ordner, wollte ich euch dieses hier noch verlinken: SRTa.exe

Hinweis: Das kleine Programm ist nicht digital signiert (ihr müsst die Ausführung also doppelt bestätigen), es gibt auch keine genaueren Informationen über den Urheber „pcdust.com“. Laut virustotal scheint das Tool allerdings harmlos und auch bei meinem Test hier auf dem Notebook konnte ich nichts Auffälliges feststellen, weshalb ich es nun hier weiter empfehlen möchte.

Windows 7 (oder 8, Vista, XP) in VirtualBox verschieben

Ihr habt einen alten Rechner mit Windows 8, 7, Vista oder XP von dem ihr euch nicht trennen könnt? Sei es, weil ihr auf ein altes Programm angewiesen seit, eine Backup-Möglichkeit sucht oder einfach der Erinnerung halber. Mit dieser Anleitung könnt ihr eure gesamte Windows-Installation einlesen, in eine virtuelle Festplatte konvertieren und auf einem anderen Rechner im VirtualBox-Fenster starten. Konserviert für die Ewigkeit! 🙂 Ich habe das Programm disk2vhd bereits 2015 einmal auf meinem Blog vorgestellt, es aber bisher nie ausprobiert. [1] Für diesen Beitrag habe ich mein altes Acer Aspire Notebook (ca. 2010) mit Windows 7 in eine knapp 33Gb große VHD-Datei umgewandelt.

Dazu benutzen wir das kostenlose Tool disk2vhd aus der Sysinterals-Sammlung von Microsoft [2]. Für das Ausführen später benötigt ihr das kostenlose Virtualisierungsprogramm VirtualBox. Empfehlenswert ist außerdem ein größerer externer Datenträger (z.B. eine Festplatte), auf dem ihr das Abbild speichern könnt.

etwas Vorbereitung

Damit das Einlesen („das Konservieren des Systems“) möglichst schnell geht und das Datenträger-Abbild so klein wie möglich wird, profitiert ihr davon, vor dem nächsten Schritt zunächst ungebrauchte Anwendungen und Dateien vom Rechner zu entfernen, eine Datenträgerbereinigung zu machen und das Laufwerk zu defragmentieren. Wie das geht, habe ich unter anderem in diesem Beitrag beschrieben!

disk2vhd konfigurieren

Nun starten wir das zuvor heruntergeladene Tool diskvhd. Dieses ist recht übersichtlich und es gibt nur wenig zu beachten:

  • Den Windows-Datenträger (C:) bzw. die System-Partition auswählen.
  • Der Zielort für das zu erstellende Abbild sollte nicht ebenfalls darauf liegen. Nehmt am besten ein anderes Laufwerk oder einen externen Datenträger. Stellt sicher, dass genügend Speicherplatz frei ist. Wichtig: Ein älterer USB-Stick mit FAT32 Formatierung kann maximal 4GB pro Datei speichern, bietet sich also nicht an.
  • Entfernt den Haken von „Use Vhdx“, damit das Abbild später von Oracle VirtualBox geöffnet werden kann. Eine spätere Konvertierung des Dateityps ist mühselig.
  • Der Prozess kann je nach Festplattenbelegung und Rechnerleistung einige Minuten bis Stunden in Anspruch nehmen!

VirtualBox Maschine einrichten

Wurde der Vorgang erfolgreich abgeschlossen, habt ihr nun ein mehrere Gigabyte großes VHD-Abbild eures Rechners. Im Host-System (wo der virtuelle Rechner dann ausgeführt wird) startet ihr nun das zuvor installierte VirtualBox und legt eine neue Maschine an (über den Button „Hinzufügen“). Wählt das passende Betriebssystem (und Architektur!) und bei der Festplatte unbedingt „Vorhandene Festplatte verwenden“ und dann das Abbild.

Bevor in nun den virtuellen PC zum ersten Mal startet, könnt ihr über das VirtualBox-Interface noch allgemeine Einstellungen vornehmen, wie die verwendete Menge an Arbeitsspeicher oder die Aktivierung der Unterstützung für z.B. USB 3.0 und 3D-Beschleunigung (welche die VirtualBox-Erweiterungen erfordern, können über die Webseite gesondert heruntergeladen werden). Welche der Einstellungen die richtigen für euch sind, hängt davon ab, wie viel Leistung euer Host-Rechner abgeben kann und wie viel das Gastsystem benötigt. Faustregel: Bei Windows 10 sollten mindestens 4Gb RAM für’s Hostsystem übrig bleiben. Bei mir lief der virtuelle PC mit 2 von 6 CPU Kernen und 2 von 16 Gb RAM bereits sehr flott (Gastsystem Windows 7). Das Gastsystem sollte für die Grundfunktionen mit 1Gb (Windows XP) oder 2Gb (Windows Vista oder neuer) Arbeitsspeicher klarkommen.

Erster Start & VirtualBox-Additions installieren

Ich konnte mit meinem konvertierten Betriebssystem direkt starten und mich anmelden. Windows sollte mit der „geänderten Hardware“ klarkommen und einfach die Standard-Gerätetreiber für die grundlegende Funktionalität laden (z.B. „Microsoft Basic Display Adapter„).

Bluescreen beim Start? Fehlercode notieren und in Google eingeben, vielleicht ist ein bestimmter Gerätetreiber schuld. Ich würde auf jeden Fall mal versuchen, wie unten beschrieben in den abgesicherten Modus von Windows zu gelangen, dort kann dieser über den Geräte-Manager dann ggf. deinstalliert und die VirtualBox-Treiber installiert oder Windows „repariert“ werden.

Nun können wir noch die Gasterweiterung (VirtualBox Guest Additions) installieren. Das ist ein Treiber für’s Gastsystem, welcher eine bessere Geschwindigkeit und die Nutzung aller VirtualBox-Funktionen (wie 3D-Beschleunigung) garantiert. Dieser lässt sich allerdings nur im abgesicherten Modus ohne geladene Systemtreiber installieren. Dazu öffnen wir im Gastsystem die Einstellungen-App, navigieren zu Update und Sicherheit / Wiederherstellung und wählen „Jetzt neu starten“.

Die einfache Variante für Windows XP, Vista, 7 oder 8: Windows neu starten, wiederholt die Taste (Shift +) F8 drücken, bis ihr zu einem Bildschirm mit „erweiterten Startoptionen“ gelangt. Dort dann den abgesicherten Modus (ohne weitere Eigenschaften) wählen.

Bei Windows 10 geht ihr so vor:

Optionen auswählen - Problembehandlung - Erweiterte Optionen - Starteinstellungen - Neustart

und wählen in den Startoptionen dann die Taste 4) Abgesicherten Modus aktivieren.

Hat Windows dann wieder gestartet, klicken wir im VirtualBox-Fenster oben auf das Menü „Geräte“ und „Gasterweiterung einlegen“. Im Gastsystem öffnen wir mit einem Doppelklick auf das CD-Laufwerk nun das Installationsprogramm. Alternativ kann das CD-Verzeichnis aufgerufen und die Setup.exe eigenständig gestartet werden. Wir klicken uns durch das Installationsprogramm und wählen Gerätetreiber installieren? Zulassen und Oracle vertrauen. Anschließend startet ihr Windows neu und

Beispiel aus meinem letzten Artikel zu VirtualBox

Die Einrichtung ist abgeschlossen! Wenn ihr fertig seid, empfehle ich euch, im offenen Fenster oben im Menü unter „Maschine“ einen Sicherungspunkt zu erstellen. So könnt ihr, egal was ihr gemacht habt, einfach und schnell zum Zeitpunkt nach der Installation bzw. einem vorherigen Punkt zurückkehren.

Noch ein Tipp zum Schluss: Wollt ihr die Windows-Lizenz der virtualisierten Windows-Installation (Gastsystem) auf einem richtigen Gerät weiter nutzen, kann es zu Problemen mit der Aktivierung bei Microsoft kommen. Da man mit VirtualBox auch Sicherungspunkte erstellen und diese jederzeit zurücksetzen kann, muss die virtuelle Installation nicht aktiviert werden.

Linux-Tagebuch #7 – Installation: Dual-Boot Linux und Windows

In dieser mehrteiligen Beitragsreihe versuche ich mich aus Sicht eines Windows PC-Nutzers dem Linux-Desktop als Betriebssystem zu nähern. Dabei möchte ich dieses als Linux-Anfänger selbst besser kennen lernen und zu verstehen versuchen. Zu Teil 1…

Bildquelle Header: pixabay / Pinguin Tux; by Larry Ewing, Simon Budig, Anja Gerwinski

In diesem Beitrag möchte ich über das Dual-Boot-Verfahren sprechen, bei der eine Linux-Distribution neben Microsoft Windows installiert wird.

Im letzten Tagebuch-Eintrag habe ich von den Vorteilen der manuellen Partitionierung des Datenträgers während der Installation von Ubuntu (20.04) Linux berichtet. Grundsätzlich geht es hier auch wieder um die Partitionierung des Rechners, was sich an den letzten Beitrag anschließt.

Ubuntu 20.04 und Windows 10 auf einem Rechner und beim Start auswählen, was man gerade benötigt? Kein Problem! Bei den vielen vorhandenen Möglichkeiten, GNU/Linux als Betriebssystem im Alltag auf dem eigenen Rechner zu testen, ist die Dual-Boot Variante wohl die Mutigste von allen. Wer sich zunächst einen Überblick über eine der unzähligen Distribution verschaffen möchte, sollte sich vielleicht zunächst die Möglichkeit anschauen, Linux sicher in einer virtuellen Maschine oder von einem USB-Stick „to go“ zu testen.

Welche Argumente sprechen für eine Dual-Boot-Lösung?
  • Ihr habt Linux bereits von einem Live-System getestet. Dort konntet ihr allerdings nicht alles ausprobieren und würdet gerne sehen, wie sich das Betriebssystem auf eurem Rechner im Alltag bewährt.
  • Ihr habt eine veraltete Windows-Installation [z.B. Windows XP, Vista oder 7] , welche ihr noch gelegentlich benötigt, aber ihr nicht kostenpflichtig aktualisieren wollt. Linux ist kostenlos, sicher und aktuell!
  • Ihr seit auf eine Windows Anwendung angewiesen, die partout nicht unter Linux laufen will. Zwar lassen sich viele Programme mit einigen Tricks trotzdem nutzen, den Fall gibt es aber sicher trotzdem.

Ihr solltet euch Dual Boot zweimal überlegen, wenn die Speicherkapazität eures Datenträgers gering ist, da ihr diesen dann ja aufteilen werdet. Hinzu kommt, dass das Verkleinern einer bestehenden Datenpartition fehleranfällig und das Rückgängigmachen dieser Aktion ohne eine komplette Neuinstallation beider Betriebssysteme zum Teil sehr umständlich sein kann.

Vorbereitung unter Windows

Bei der Parallelinstallation von Linux und Windows gibt es einige Dinge zu beachten. Ihr solltet euch daher folgenden Abschnitt aufmerksam durchlesen.

Unter anderem wird dringend empfohlen, den Windows NTFS-Datenträger vor der Installation zu defragmentieren. [1] Das führt dazu, dass quer auf der Festplatte verteilte Datenfragmente auf den „vorderen“ Teil des Datenträgers eingeordnet werden. So kann die Datenpartition später dann sicherer aufgeteilt werden. Es wird zudem empfohlen, nicht das integrierte Windows Defragmentierungstool zu verwenden, da dieses nicht gründlich genug arbeite. Am besten beginnt ihr mit einer Datensicherung und räumt den Rechner etwas auf, um den Prozess zu beschleunigen.

Außerdem solltet ihr die Windows 10 Features Fast Boot und Hibernation deaktivieren. Das verhindert, dass bei einem Neustart von Windows und dem Wechsel zum anderen Betriebssystem Daten im Arbeitsspeicher verbleiben können und es dann zu einem Datenverlust kommt. [2] Zu finden in der alten Systemsteuerung (Startmenü „control“) unter

Systemsteuerung\System und Sicherheit\Energieoptionen\Auswählen, was beim Drücken des Netzschalters passieren soll

Dort den Haken bei „Schnellstart aktiviert“ und „Ruhezustand“ entfernen und die Einstellungen übernehmen. Bei einer SSD ist der Geschwindigkeitsunterschied sowieso kaum zu bemerken!

Wie schaut’s bei einer SSD oder mehreren Datenträgern aus? Grundsätzlich ist es so, dass der Linux Bootloader [7] den von Windows ersetzt [zur Auswahl der auf dem Rechner befindlichen startfähigen Betriebssysteme]. Bedeutet, GRUB [8] muss zwangsläufig unter C: installiert werden. Wo sich dann später Ubuntu befindet, ist im Prinzip egal. Theoretisch kann also Windows auf der SSD verbleiben, während Ubuntu auf der zweiten Festplatte landet.

Dass man SSDs nicht defragmentieren soll, müsste ja inzwischen bekannt sein. Windows 10 erlaubt es auch gar nicht. Ob eine einmalige Defragmentierung allerdings für das Verkleinern einer Datenpartition auf der SSD trotzdem sinnvoll ist, um fragmentierte Daten zusammenzuführen, ist mir nicht klar. Darauf habe ich keine eindeutige Antwort im Netz gefunden [2] [3]. Ein Beitrag auf superuser.com legt mir aber nahe, dass es sinnvoll sein könnte. [10] Unabhängig von Zugriffszeiten sollte sich meinem Verständnis nach eine NTFS-Datenpartition „Dateisystem-technisch“ identisch wie auf einer konventionellen Festplatte verhalten, weshalb ich vorsichtshalber defragmentieren würde.

Der erste Schritt bei der Installation besteht darin, die bestehende Windows-Partition zu verkleinern, um Platz für Linux zu schaffen [ausgehend davon, das Linux auf dem selben Datenträger installiert wird]. Wie ihr im nächsten Abschnitt lesen könnt, macht das Setup von Ubuntu dies auf Wunsch automatisch. Ich habe bei meinen Installationen bisher nie Probleme mit diesem Schritt gehabt. Dennoch wird im ubuntuusers Wiki empfohlen, das Verkleinern der Partition nicht im Ubuntu-Setup [4], sondern innerhalb von Windows vorzunehmen [2]. Das kann mit der integrierten Windows Datenträgerverwaltung (über das Startmenü) oder einem anderen Partitionierungswerkzeug erledigt werden. Mehr dazu im Abschnitt „Manuelle Einrichtung“ weiter unten!

Automatische Partitionierung des Setups (schnell)

Das Setup von Ubuntu (20.04) bietet wie auch die Vorgänger bereits eine automatische Dual-Boot Partitionierung während der Installation an.

○ Ubuntu neben Windows 10 installieren.

Voraussetzung dafür ist, dass die entsprechende Windows-Version korrekt auf dem Rechner installiert ist und vom Setup erkannt wird. Wählt man die Option „Ubuntu neben Windows 10 installieren“ wird nun der Datenträger symbolisch dargestellt und die Speicherplatzverteilung kann mit einem einfachen Schieberegler den Wünschen entsprechend angepasst werden [ausgehend davon, dass die Windows-Partition den gesamten Datenträger beansprucht und kein freier, nicht zugeordneter Speicherplatz vorhanden ist].

Änderungen werden erst am Datenträger vorgenommen, wenn ihr nach einem Klick auf „Jetzt installieren“ noch einmal bestätigt. Das Verkleinern der Windows-Partition kann je nach Größe einige Sekunden bis Minuten in Anspruch nehmen, währenddessen passiert nichts. Etwas Geduld!

Manuelle Einrichtung (erweitert)

Welche Vorteile die manuelle Partitionierung bei der Installation von Ubuntu Linux bietet, habe ich im vorherigen Tagebucheintrag beschrieben!

○ Etwas anderes.

Wählt man im oben gezeigten Dialog das „Partitionierungswerkzeug“ oder im Schritt davor bereits die Option „Etwas anderes“, können die Partitionen von Hand bearbeitet und eingepflegt werden.

Entweder ihr habt die defragmentierte Windows-Partition bereits unter Windows verkleinert („shrink“) oder ihr macht das jetzt im Setup. Nun habt ihr „freien Speicherplatz“ [der keiner Partition zugeordnet ist] und könnt mit dem „+“ neue Partitionen nach euren Wünschen anlegen. Unter Ubuntu 20.04 müssen lediglich die Wurzelpartition „/“ (auch root genannt) sowie die /home Partition für die Benutzerdaten angelegt werden, der Rest ist optional. Je nach Systemprofil, also altes BIOS oder UEFI, gewünschte Verschlüsselung können aber noch Partitionen dazukommen. Welche Partitionen und in welcher Größe ihr anlegen solltet, habe ich in diesem Beitrag beschrieben. Ihr könnt euch auch den Artikel im Wiki von ubuntuusers zur manuellen Partitionierung anschauen. [9]

Tipp: 100Gb verfügbarer Speicherplatz entspricht einer Partitionsgröße von 102400 Mb!

Ihr könnt maximal 4 primäre Partitionen auf einem Datenträger haben. Habt ihr keine Auswahl mehr, solltet ihr eine logische Partition erstellen. Diese sind den Primären untergeordnet, was aber für die Installation meines Wissens keine Rolle spielt. [5] [6]

Wurde die Installation erfolgreich beendet, taucht nun beim nächsten Start des Rechners das Auswahlmenü des neu installierten GRUB-Bootloaders auf, wo ihr das gewünschte Betriebssystem wählen könnt. Geschafft!

Unter Ubuntu könnt ihr zum Beispiel mit dem Partitionierungswerkzeug gparted (über den Software-Katalog) eure neue Einteilung überprüfen oder später noch einem der Betriebssysteme mehr Speicherplatz zuteilen!

Es kann sein, dass beim nächsten Windows-Start eine automatische Datenträgerüberprüfung (chkdsk) gestartet wird. Diese muss nicht unbedingt durchgeführt werden, Windows hat einfach eine Veränderung am lokalen Datenträger erkannt.

Wie man GRUB noch weiter anpassen kann (Timeout, vorausgewählter Eintrag usw.) erfahrt ihr in einem kommenden Beitrag.

Ihr wollt das Ganze wieder rückgängig machen? Grundsätzlich ist das problemlos möglich. Dazu müssen die Linux-Partitionen wieder von der Festplatte gelöscht und der Windows Bootloader neu geschrieben werden, was allerdings mit einigem Aufwand verbunden ist. Ich habe in einem älteren Beitrag von 2011/14 bereits darüber berichtet (unter Ubuntu 12.04 LTS und Legacy BIOS), werde aber in Zukunft noch einmal darauf zurückkommen.

Windows 7 auf Windows 10 kostenlos aktualisieren (2020) – So geht’s

Mehrmals habe ich dieses Jahr auf meinem Blog schon vom Ende von Microsoft’s Windows 7 und dem Umstieg auf Windows 10 berichtet. So habe ich unter anderem beschrieben, wie man Windows 7 nach dem Supportende Anfang des Jahres ein Stück weit absichern kann, außerdem habe die Neuinstallation von Windows 10 Schritt für Schritt erklärt.

In den vergangenen Wochen habe ich mehreren Bekannten beim Upgrade geholfen, meist waren es ältere Notebooks oder PCs (2010). Das ist wirklich ein Vorteil von Windows 10, dass es auch gut auf alten Rechnern läuft. Ich habe dabei allerdings auch erfahren müssen, dass die Einrichtung nicht immer so reibungslos klappt wie erwartet oder vom Upgrade Advisor Tool prognostiziert.

Ich möchte hier in vier Schritten genauer erläutern, wie das kostenlose Upgrade (ja, es funktioniert im Juli 2020 immer noch!) abläuft und gebe euch einige Ratschläge bei der Umsetzung.

Schritt 1: Vorbereitung

Das Upgrade selber ist schnell erledigt. Damit der Ärger danach nicht groß ist, sollten vor dem Upgrade einige Dinge geklärt werden (ja, es kann auch wieder Rückgängig gemacht werden!).

Läuft auf meinem alten Rechner überhaupt Windows 10? Die offiziellen Systemanforderungen sind sehr niedrig angesetzt, ihr findet sie hier. Faustregel: Wenn Windows 7 davor problemlos lief, wird Windows 10 ebenfalls zurechtkommen. Ich empfehle 4Gb Arbeitsspeicher als Voraussetzung, damit Anwendungen flüssig laufen.

Werden alte Geräte unterstützt? Für die meisten Systemkonfigurationen bringt Windows 10 bereits einen passenden Gerätetreiber mit und auch ältere Rechner laufen in der Regel problemlos damit. Der älteste Rechner, den ich bisher aktualisiert habe, war aus dem Jahr 2008 und hatte Windows Vista installiert. Das offizielle Microsoft Upgrade Assistent Tool sollte in einem Schnell-Check klären können, ob euer PC „bereit ist“. Dazu kommen wir im dritten Schritt!

In einigen Fällen, besonders bei Plug & Play Hardware, kann es aber aus eigener Erfahrung trotzdem zu Unstimmigkeiten kommen. Daher kann es sinnvoll sein, vor dem Upgrade zu prüfen, ob es z.B. mit dem eigenen Notebook-Modell oder bestimmten Hardware-Komponenten (z.B. WLAN-Karte, Drucker) unter Windows 10 bei anderen Usern zu Problemen kam. Hier hilft einem die bevorzugte Suchmaschine weiter!

Ist euer Modell noch nicht ganz so alt, könnte der Hersteller speziell auf Windows 10 zugeschnittene Hardwaretreiber (zur korrekten Funktion bestimmter Computerteile) anbieten. Es lohnt sich also in diesem Fall, vor der Installation noch auf der Support-Seite des Herstellers (wie z.B. Dell, Acer, Lenovo etc.) danach zu suchen.

Logischerweise solltet ihr für die Installation genügend freien Speicherplatz bereitstellen. Laut offiziellen Anforderungen [1] verlangt das Setup inzwischen mind. 32 Gb freien Speicherplatz. Ihr könnt außerdem die Installation beschleunigen, indem ihr euren PC davor entrümpelt. So muss das Setup von Windows 10 bei der Aktualisierung weniger Daten auf der Festplatte „hin und her bewegen“, was die benötigte Zeit verkürzen sollte. Deinstalliert also ungenutzte Programme, Spiele und führt eine Datenträgerbereinigung aus, um temporäre Dateien zu entfernen. Besitzern einer konventionellen Festplatte rate ich auch dazu, diese anschließend zu defragmentieren. In diesem Beitrag habe ich beschrieben, wie ihr euer System aufräumt (Abschnitt II)…

Schritt 2: Datensicherung

Nach einem (erfolgreichen) Upgrade von Windows 7 oder 8.1 auf Windows 10 gibt es zwar die Möglichkeit, das Upgrade wieder rückgängig zu machen und zum vorherigen Betriebssystem zurückzukehren, falls ihr mit dem Ergebnis nicht zufrieden seit. Diese Option ist in den Einstellungen für normalerweise 10 Tage verfügbar. [2]

Bei zwei meiner bisherigen Installationen hatte ich Probleme mit Abstürzen und Bluescreens beim ersten Startvorgang, was ein komfortables, automatisches Rollback unmöglich gemacht hätte. Ich persönlich würde mich nicht auf auf diesen Mechanismus verlassen und vor der Aktualisierung eine ausführliche Datensicherung der bisherigen Windows-Installation machen. Dazu gehören neben persönlichen Dokumenten, Bildern etc. auch Software-Lizenzen und Passwörter. Ihr benötigt dazu einen separaten Datenträger wie einen USB-Stick oder eine externe Festplatte. Wie ihr eine Sicherung machen könnt, habe ich hier Schritt für Schritt erklärt…

Schritt 3: Upgrade

Bei dem auch im Juli 2020 noch funktionierenden kostenlosen Upgrade von Microsoft handelt es sich um ein „vollwertiges Angebot“, soll heißen: Ihr aktualisiert mit eurem alten Windows 7 oder Windows 8.1 Product Key das Betriebssystem, danach erhaltet ihr eine Lizenz für Windows 10. Diese ist zwar mit eurem Microsoft-Konto verknüpft, kann aber auch auf jedem beliebigen anderen Rechner genutzt werden (nur ein Rechner auf einmal, versteht sich). Bei der Aktualisierung gibt es drei wichtige Dinge zu beachten:

  • Ihr müsst einen legal erworbenen und aktivierten Product Key für Windows 7 oder 8 besitzen
  • Das Upgrade muss mit dem Microsoft Upgrade Assistent Tool für Windows 10 durchgeführt werden (nicht zu verwechseln mit dem Microsoft Media Creation Tool)
  • Um die Lizenz zu erhalten, muss zu Beginn das Upgrade (keine Neuinstallation!) durchgeführt und Windows 10 anschließend digital aktiviert werden (erfordert kostenlose Registrierung bei Microsoft)

Zunächst startet ihr das Microsoft Upgrade Assistant Tool. Nach einer kurzen Prüfung wird euch das Programm sagen, dass euer PC oder Notebook „bereit“ für Windows 10 ist. Nach dem Akzeptieren der EULA kann es auch schon los gehen.

Der erste Teil des Upgrades nimmt je nach Rechenleistung und Festplattenbelegung ca. 10-30 Minuten in Anspruch. Nun wird der Computer für den zweiten Teil der Installation neu starten. Das sollte nach wenigen Minuten erledigt sein und ihr landet im Einrichtungs-Dialog von Windows 10, wo ihr, je nach eingeschalteten Lautsprechern von Cortana begrüßt werdet.

Dort könnt ihr nun die gängigen Einstellungen wie Sprache und Tastaturlayout festlegen, die Privatsphäre-Optionen prüfen und euch schließlich ein Konto erstellen. Hier solltet ihr für den Erwerb der Lizenz aber tatsächlich ein Online-Konto bei Microsoft wählen. Ihr könnt euch dazu auch mit einem bereits bestehenden Konto (Outlook oder Hotmail) anmelden. Dazu wird eine funktionierende Internetverbindung benötigt. Habt ihr diese zu diesem Zeitpunkt nicht, könnt ihr euer „Offline-Konto“ zu einem späteren Zeitpunkt in den Einstellungen von Windows 10 zu einem „Online-Konto“ machen.

Ich werde hier nicht jeden einzelnen Schritt der Einrichtung zeigen, ihr findet diese in meinem Beitrag Windows 10 installieren – Schritt für Schritt.

Schritt 4: Einrichtung

Seit ihr auf dem Desktop gelandet, habt ihr es schon fast geschafft. Gebt Windows 10 einige Minuten Zeit, um die letzten Einrichtungen abzuschließen. Anschließend prüft ihr euer System auf Updates (zu finden in der Einstellungen-App), manchmal findet Windows neben Systemupdates auch noch neuere Treiber für periphere Hardware. Ob Windows 10 nun aktiviert und die neue Lizenz mit eurem Microsoft-Konto verknüpft ist, seht ihr den Einstellungen:

Damit seit ihr nun sicher, dass das Upgrade erfolgreich war und könnt den „alten“ Product Key nun auch z.B. für eine komplette Neuinstallation oder ein Ersatzgerät nutzen. Am einfachsten ist es dann, wenn ihr bei der manuellen Neuinstallation im Bildschirm mit der Product Key (Lizenzschlüssel) auf „Später eingeben“ geht. Ihr meldet euch dann im Einrichtungs-Dialog mit eurem Microsoft-Konto an, Windows wird dann automatisch aktiviert und es muss kein Schlüssel eingegeben werden.

Probleme nach dem Upgrade?

Wenn etwas nach dem Upgrade nicht mehr so funktioniert wie zuvor, könnte das zum Beispiel an fehlenden oder ungeeigneten Gerätetreibern liegen. Bei den Problemfällen, von denen ich berichtet hatte, wurde der Absturz durch einen, zwar durch Windows Update verteilten, aber dennoch scheinbar inkompatiblen Gerätetreiber verursacht. Ob ein Treiber fehlt, könnt ihr u.A. im Windows Geräte-Manager (devmgr im Startmenü!) einsehen.

Habt ihr zuvor einen offiziellen Treiber für Windows 10 vom Gerätehersteller heruntergeladen, probiert diesen Mal aus. Vielleicht hatten ja andere Nutzer bereits das Problem – und eine Lösung dafür parat. Da lohnt sich die Suche im Internet! Und Notfalls bietet Windows 10 ja noch die Möglichkeit, das Upgrade innerhalb von 10 Tagen wieder rückgängig zu machen. (Achtung: Ihr könnt dieses Backup Windows.old mit der Datenträgerbereinigung versehentlich vorzeitig löschen!). Viel Erfolg!

Alte Creative Soundkarten Treiber unter Windows 10 einrichten

Vor geraumer Zeit hat mich die Neugier gepackt und ich habe meine Creative SoundBlaster Audigy 2 (SB0280) wieder ausgepackt, weil ich wissen wollte, wie denn die alte Soundkarte im Vergleich zu dem neuesten Onboard-Soundchip meines Mainboards klingt. Also habe ich sie in meinen PC eingebaut, nur um dann festzustellen, dass es keine offiziellen Treiber für Windows 10 gibt. Gut, darauf hätte ich auch früher kommen können, die Karte ist schließlich von 2010. Der Ton ging also nicht – interessanterweise habe ich mit Creative Hardware bisher (fast) immer Treiberfrickeleien gehabt…

Auf jeden Fall habe ich nach etwas längerer Suche im Netz ein inoffizielles Treiberpaket gefunden, welches mir geholfen hat und mit der Soundkarte einwandfrei funktioniert, so dass ich dieses hier teilen möchte!

Update 28.01.2021: Die Treiber auf dem Blog wurden zwischenzeitlich aktualisiert und neu hochgeladen. Sie funktionieren also wieder. Ich habe die Links aktualisiert!

Der Nutzer Daniel_K bietet auf seinem Blog modifizierte Treiber für verschiedene Legacy-Soundkarten von Creative kostenlos zum Download an:

Treiberpaket 1: SB Audigy Series Support Pack 7 (120 Mb). Downloadlink unten am Seitenende. Folgende Hardware wird unterstützt

Audigy
Audigy 2
Audigy 2 ZS
Audigy 4
Audigy 5/RX

Treiberpaket 2: P17X Series Support Pack 3.1 (51 Mb). Downloadlink unten am Seitenende. Folgende Hardware wird unterstützt

X-Fi Xtreme Audio
Rocketfish 7.1
Audigy Value/SE/LS
Live! 24-bit
Audigy LS
Rocketfish 5.1
SB 5.1 VX

Treiberpaket 3: SB X-Fi Series Support Pack 5.0 (120 Mb). Downloadlink unten am Seitenende. Folgende Hardware wird unterstützt

Creative SB X-Fi PCI (except Xtreme Audio)
Creative SB X-Fi PCI OEM SB077x (Dell, HP, Lenovo, Fujitsu etc)
Creative SB X-Fi Titanium PCI-E
Creative SB X-Fi Titanium PCI-E OEM (HP / Fujitsu)
Creative SB X-Fi Titanium HD PCI-E
Auzentech X-Fi Prelude 7.1
Auzentech X-Fi Forte 7.1
Auzentech X-Fi HomeTheater HD
Gigabyte SB X-Fi Titanium PCI-E onboard
Onkyo Wavio SE-300PCIE (R2)

Daniel_K bietet auf seinem Blog noch Treibervariationen für weitere Hardware an, schaut einfach auf der Hauptseite seines Blogs.

Windows 10 installieren – Schritt für Schritt

In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ihr Windows 10 auf eurem Rechner neu installiert. In vier ausführlichen Abschnitten führe ich euch Schritt für Schritt durch die Installation.

Eine Neuinstallation von Windows 10 kann notwendig sein, wenn sich das Betriebssystem nach einem fehlerhaften Update, Virusinfekt oder Hardware-Tausch nicht mehr richtig starten und reparieren lässt. Oder, wenn ihr euch einen neuen Rechner mit einem anderen (oder älteren) Betriebssystem gekauft habt und Windows 10 darauf aufspielen wollt, seit ihr hier ebenfalls richtig! Eine Neuinstallation anstatt einem Upgrade [von Windows 7] kann auch Sinn machen, wenn der Computer schon älter ist, viele Daten vorhanden sind und ihr einfach noch einmal ohne Ballast „von vorne“ anfangen wollt.

Die Option, euer Betriebssystem mithilfe des Upgrade Assistant von Microsoft direkt auf Windows 10 zu aktualisieren oder zurückzusetzen, werde ich hier nicht besprechen.

Voraussetzungen

Eine Checkliste mit Dingen, welche geklärt sein sollten, bevor ihr euch an die Neuinstallation eures Betriebssystems wagt. Ihr benötigt…

  • Eine gültige Windows 10 Lizenz, als Product Key oder mit eurem Microsoft-Konto verknüpft. Habt ihr keine, müsst ihr diese zunächst käuflich erwerben. Laut verschiedener Internet-Medien funktioniert das kostenlose Upgrade von Windows 7 mithilfe des Windows 10 Update-Assistenten noch, wenn ihr direkt ohne Neuinstallation aktualisiert. [1]
  • Einen USB-Datenträger mit mind. 8 Gb Speicherplatz. (<10€). Theoretisch ist eine Installation auch mit gebrannter Setup-DVD möglich. Das aktuelle 64-Bit-Datenträger-Abbild ist allerdings 5,1 Gb groß und passt somit nicht mehr auf eine DVD. Die letzte „passende“ Version ist Update 1809 (2018) mit 4,5 Gb Dateigröße, welche zum Beispiel bei ZDNet heruntergeladen werden kann (Direktlinks am Ende des Artikels). Nach der Installation muss Windows 10 dann über Windows Update nachträglich aktualisiert werden. Der zweite Datenträger kann für Sicherungen, Gerätetreiber und Programme verwendet werden (siehe unten unter „Vorbereitungen“).
  • Das offizielle Microsoft Media Creation Tool zum Herunterladen und Kopieren der Installationdateien auf einen USB-Datenträger. Das Abbild kann alternativ z.B. bei winfuture.de heruntergeladen werden, ihr benötigt dann allerdings ein Programm, welches euren USB-Stick „bootfähig“ macht (damit die Installation gestartet wird), zum Beispiel Rufus für USB-Sticks oder IMGBurn für DVDs. Das Tool von Microsoft übernimmt diese Arbeit für euch.
  • Einen Computer, der die Mindestanforderungen an Leistung mitbringt, die für Windows 10 benötigt wird. Die offiziellen Systemvoraussetzungen sind hier zu finden und vergleichbar mit denen von Windows 7. Kurz gesagt: Lief auf eurem Rechner Windows 7 ohne Probleme, wird auch Windows 10 zurecht kommen. [2]
  • Einige Stunden freie Zeit (die Installation selbst ist schnell erledigt!) und die Bereitschaft, sich etwas genauer mit dem eigenen Rechner auseinanderzusetzen.

Vorbereitung

Es sinnvoll, zuvor eine Datensicherung all eurer persönlichen Dateien auf dem Rechner gemacht zu haben. Wie das geht, habe ich vor kurzem ausführlich in diesem Beitrag beschrieben. Im Installationsschritt, in dem der Datenträger partitioniert und formatiert wird, werden alle bisherigen Daten gelöscht.

Installationsmedium erstellen

Das MediaCreationTool.exe starten und den Anweisungen folgen. Abhängig davon, ob ihr einen 64-Bit oder noch einen 32Bit (x86) Rechner besitzt, wählt die richtige Version. Eure Architektur könnt ihr unabhängig von der Windows-Version unter Systemsteuerung\System und Sicherheit\System nachschauen. Der Download kann einige Zeit in Anspruch nehmen!

Außerdem ist es von großer Hilfe, einen zweiten Datenträger parat zu haben, auf den vorab bereits einige Treiber und Programme kopiert werden können. Das spart Zeit und Nerven.

Gerätetreiber…

Treiber sind wichtige Systemdateien oder Programme, welche die Schnittstelle zwischen Hardware, Betriebssystem und Software herstellen. Sie sind für den ordentlichen Betrieb von Windows 7 und die bestmögliche Leistung unabdingbar. [3] Grundsätzlich müsst ihr euch in den meisten Fällen keine Gedanken darüber machen, da Windows 10 die neuesten Treiber bereits parat hat, bzw. automatisch aus Windows Update bezieht. Das trifft auf die meisten „Fertig-PCs“ und aktuelle Notebooks zu. Eine Ausnahme stellen hier manche Hardware-Konstellationen dar, für die es besser ist, den Treiber gesondert direkt vom Hersteller herunterzuladen und nach der Installation von Windows manuell zu installieren. Als Beispiel möchte ich hier Notebooks mit Hybrid-Grafiklösung (integrierte Prozessor GPU + dedizierte Grafikeinheit), externe WLAN-Sticks oder Touchscreens nennen. Aber auch bei High-End oder Gaming-PCs kann es sinnvoll sein, die Software vom Hersteller zu beziehen, da diese unter Umständen mehr Funktionen bietet als die pragmatische Version aus Windows Update (z.B. einen besonderen Energiesparplan, wenn ich da an meinen AMD Ryzen Prozessor denke).

Die eigene Zusammenstellung von Gerätetreibern setzt voraus, dass ihr wisst, welche Hardware in eurem Rechner steckt. Seit ihr euch nicht sicher, könnt ihr diese Informationen zum Beispiel mit dem kostenlosen Tool Speccy auslesen. Einige Links…

…und Software

Der Klassiker: Windows ist installiert, WLAN geht nicht, Treiber ist parat aber kann nicht installiert werden, da Windows das RAR-Archivformat nicht kennt. Deshalb lieber vorsichtshalber das kostenlose Pack-Programm 7-Zip herunterladen.

Je nach Bedarf gleich noch den Lieblings-Browser sowie, falls gewünscht, einen anderen Virenschutz und weitere unverzichtbare Software vorbereitend herunterladen.

Die Installation

Das Setup starten

Nun seid ihr bereits an der – meiner Meinung nach – größten Hürde der Intallation angekommen: Die Installation von dem vorbereiteten Medium zu starten.

Also, USB-Stick einstecken, Computer vollständig neustarten. Wenn anschließend das Setup von Windows 10 startet, könnt ihr den Rest dieses Abschnittes überspringen!

Wenn euer Gerät neuer als 2013 ist [Windows 8 vorinstalliert war] und/oder ein Notebook ist, wird euer System wahrscheinlich durch Secure Boot geschützt sein. Secure Boot ist eine Funktion, welche mit der zeitgemäßen UEFI Firmware eingeführt wurde und verhindern soll, dass Malware sich schon vor dem eigentlichen Windows-Start [die Infos, welche vor dem Windows Logo auf dem Bildschirm erscheinen] ins System einnistet [3]. Die technischen Details sind eigentlich nicht so wichtig, die Tatsache spielt aber hier eine Rolle, da sich dann unter Umständen die Installation vom USB-Stick (oder DVD) nicht starten lässt. Der Rechner schaut dann sozusagen direkt auf die Festplatte und ignoriert andere Optionen. Gewusst wie, lässt sich das Problem zum Glück einfach umgehen:

Direkt nach dem Einschalten eures Gerätes werden für einen kurzen Augenblick Details des Herstellers oder zum System angezeigt. Wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr irgendwo einen Hinweis „Press xxx zu enter SETUP…“ erkennen können. Sollte dies nicht der Fall sein, probiert es einfach mit den Tasten F2, F11 oder Entf, drückt die Taste zügig bevor das Windows-Logo erscheint, bis ihr im UEFI oder BIOS Setup eures Gerätes angelangt seid.

Eine genaue Beschreibung wird hier schwierig, da sich die Oberfläche von Hersteller zu Hersteller unterscheidet! Manchmal lässt sich jetzt direkt wählen, von wo gebootet werden soll (der USB-Stick!). Ansonsten: Findet und deaktiviert (disabled) die Option „Secure Boot“ bzw. „Sicherer Systemstart“. Anschließend sucht ihr den Menüpunkt „Boot Option“ bzw. „Startreihenfolge“, stellt dort sicher, dass in der Liste [UEFI] USB* über dem Windows-Datenträger [UEFI] *Name des Festplattenherstellers* HHD/SSD steht. Über das Menü oder mit F10 die Änderungen speichern und den Rechner neustarten. Sollte es aus irgendeinem Grund danach zu Problemen kommen, könnt ihr über selbiges Menü mit „load default settings“ die vorherigen Einstellungen wiederherstellen. Hat nicht geklappt? Schaut doch mal hier

Version und Lizenzschlüssel

Ein kostenloses Upgrade von Windows 7 oder 8 (mit gültigem Product Key) ist aktuell immer noch möglich [4]. Das geht allerdings nicht bei einer Neuinstallation, ihr müsst zunächst unter dem bisherigen Windows mithilfe des offiziellen Microsoft Windows 10 Update Assistant ein vollständiges Upgrade durchführen. Erst wenn das System auf Windows 10 aktualisiert und bei Microsoft aktiviert wurde, wird der alte Lizenzschlüssel auch von Windows 10 (im Setup der Neuinstallation) akzeptiert.

Hat das Setup gestartet, wählt ihr zunächst eure Sprache und anschließend „Jetzt installieren“.

Auch im Hinblick auf euren Lizenzschlüssel (Product Key) ist es wichtig, dass ihr nun die richtige Version (meist Home oder Pro) von Windows zur Installation auswählt, sonst lässt sich die Kopie später nicht aktivieren. Die Version könnt ihr zum Beispiel an der Originalverpackung ablesen.

  • Habt ihr einen (neuen) Product Key parat, gebt diesen nun ein.
  • Bei vielen neueren Notebooks ist der Product Key im Gerät selber hinterlegt, so dass ihr keinen Lizenzschlüssel eingeben müsst.
  • Ihr könnt den Product Key von Windows 7 oder 8.1 hier ebenfalls zur Aktivierung, insofern mit diesem zuvor ein Upgrade gemacht wurde (s.o.).
  • Habt ihr den Schlüssel (auf diesem Gerät) bereits mit einem Microsoft Login (Online-Konto) genutzt, ist dieser mit eurem Konto verknüpft und ihr könnt den Schritt überspringen. [5]
  • Unabhängig davon, ob ihr ein „normales“ Offline-Konto nutzen wollt oder nicht, könnt ihr den Schlüssel auch später eingeben.

Festplatte vorbereiten und Daten kopieren

Bis zu diesem Zeitpunkt könnt ihr die Installation noch abbrechen, ohne das Änderungen am Computer vorgenommen worden sind.

Wählt in jedem Fall benutzerdefiniert: Nur Windows installieren aus. Im Dialog „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geht es nun an die Aufteilung des auf der Festplatte verfügbaren Speichers. Das Fenster unterscheidet zwischen Laufwerken (die Festplatte oder SSD) und Partitionen (logische Unterteilung innerhalb von Laufwerken). Hier müsst ihr acht geben, was in eurem Computer vorhanden ist.

  • Ist nur ein Laufwerk – Festplatte oder SSD – vorhanden (und es soll „alles plattgemacht“ werden) mithilfe der Buttons alle angezeigten Partitionen löschen, bis nur noch nicht zugewiesener Speicherplatz übrig ist. Mit Neu wird der gesamte verfügbare Speicher automatisch passend auf Windows neu [in entsprechende Partitionen] aufgeteilt.
  • Habt ihr sowohl SSD und Festplatte im Rechner (bei neueren Geräten wahrscheinlich) sollte Windows der Geschwindigkeit wegen immer auf der SSD installiert werden. Das entsprechende Laufwerk also ausfindig machen und wie im ersten Schritt löschen und neu einrichten. Die Festplatte kann als zweiter Datenträger theoretisch so belassen werden (Daten und Programme darauf bleiben erhalten!). Seit ihr mit der Aufteilung des Speicherplatzes zufrieden und wollt lediglich die Daten weg haben, wählt „formatieren“.
  • Wenn ihr ein Notebook besitzt, kann es sein, dass auf einem der Laufwerke eine Recovery-Partition vorhanden ist. Sie kann bedenkenlos gelöscht werden, ihr solltet dabei aber wissen, dass danach eine Wiederherstellung des „Auslieferungszustandes“ nicht mehr möglich ist. Es sei denn, ihr habt nach dem Kauf [mithilfe der Herstellersoftware und diesen Daten] eine Recovery DVD erstellt.
  • Ist alles paletti, die Primär-Partition auswählen, formatieren und dann mit der Installation fortfahren!

Konto und weitere Einrichtung

Die Installation von Windows wir nun abgeschlossen. Ihr legt Sprache und Tastaturlayout fest, erstellt euch ein Konto und müsst u. A. einige Fragen zum Datenschutz beantworten. Einige Tipps dazu habe ich unterhalb der Screenshots zusammengefasst. Damit ihr euch vor der Installation bereits ein Bild davon machen könnt, sind hier alle Schritte zu sehen:

  • Der Sprachassistent Cortana kann getrost deaktiviert werden. Auf Deutsch bietet dieser am PC sowieso kaum Funktionen. Vor kurzem wurde Cortana in den Microsoft-Store verschoben und ist nicht mehr fest mit Windows verzahnt. [6]
  • Im Schritt „Bei Microsoft anmelden“ benutzt ihr euer Microsoft-Konto (z.B. von outlook.com). Der Product Key von Windows 10 wird mit eurem Microsoft-Konto verknüpft (Stichwort: digitale Lizenz).
  • Wollt ihr ein klassisches Windows-Benutzerkonto, wählt ihr das etwas versteckte Feld „Offlinekonto“ und bestätigt die „eingeschränkte Erfahrung“. (lol!)
  • Die Anmeldung mit dem Microsoft-Konto ist (nur) erforderlich, wenn ihr Onlinedienste wie Microsoft-Store, Mail und OneDrive oder die geräteübergreifende Synchronisation nutzen wollt.
  • Wer auf Datenschutz bedacht ist, sollte sämtliche Telemetrie-Optionen sowie die „gerätübergreifende Benutzererfahrung“ bei der Einrichtung ausschalten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sich in der Vergangenheit mit dem Thema beschäftigt und gibt eine Einschätzung zum Datenschutz unter Windows 10 sowie eine Handlungsempfehlung (für Fortgeschrittene!) dazu ab.

Erste Schritte

Die eigentliche Installation von Windows 10 ist nun abgeschlossen, Glückwunsch! Im Idealfall funktioniert alles wie erwartet, so dass die Einrichtung nun fortgesetzt werden kann.

  • Über die Einstellungen-App / Update und Sicherheit solltet ihr Windows nun zunächst aktualisieren, um die neuesten Sicherheitsupdates zu erhalten. Im gleichen Vorgang findet Windows 10 auch passende, noch fehlende Treiber- und Hilfssoftware für eure Hardware.
  • Mithilfe des vorbereiteten Datenträgers (Abschnitt: Gerätetreiber) werden ggf. weitere Treiber und Software installiert (z.B. aktueller Grafikkartentreiber, Druckersoftware)
  • In der Einstellungen-App könnt ihr das weitere Aussehen und Verhalten von Windows nach euren Vorlieben einstellen.
  • Ob für alle angeschlossenen Geräte Treiber installiert wurden, kann im Geräte-Manager geprüft werden. Es ist wichtig, dass die angezeigte Hardware korrekt eingerichtet ist, damit alle Funktionen auch wie gedacht genutzt werden (z.B. Stromsparprofile, Tastaturlayouts). Dazu im Startmenü „Geräte-Manager“ eingeben.

Das war’s soweit zum Thema. Wenn ihr noch Fragen zum Beitrag, zur Installation oder weiteren Einrichtung von Windows 10 habt, hinterlasst doch einen Kommentar!

Schritt für Schritt zur Windows-Datensicherung

Sicher habt ihr schon einmal den Heim-PC ausgetauscht oder z.B. nach einem Upgrade Windows neu eingerichtet. Früher oder später habt ihr gemerkt, dass ihr mit dem Kopieren des „Eigene Dateien“ oder Profilverzeichnisses noch längst nicht alle Daten erwischt, die ihr gerne gesichert haben möchtet, wie z.B. Software-Lizenzen oder Programm-Einstellungen. Doch dafür muss man kein teures Backup-Programm kaufen! In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ich ein PC-Backup mache und an welchen Orten im System sich das Herumstöbern lohnt...

  1. Profildaten – Dokumente, Bilder, Videos und Musik
  2. Product Key und Softwarelizenzen
  3. Liste der installierten Programme
  4. Browserdaten und Passwörter
  5. WLAN Zugangsdaten
  6. Programmeinstellungen
  7. Spielstände
  8. Online-Backup
  9. Die Wahl des richtigen Datenträgers

Persönliche Profildaten sichern

Kommen wir zunächst zum Offensichtlichen. Hieß bis Ende der XP-Ära noch „Eigene Dateien“, jetzt ist es einfach der Benutzerordner: Per Klick auf den Datei-Explorer und Zugriff über die Bibliotheken der Seitenleiste, oder über die Verknüpfung zum Benutzerprofil-Ordner gelangt jeder zu seinen gespeicherten Dokumenten, Musik, Videos usw. – inklusive der auf dem Arbeitsplatz abgelegten Dateien. Wer statt einzelnen Aktionen lieber alles auf einmal mitnehmen möchte, findet seinen Profilordner bereits seit Windows Vista unter

C:\Users\NAME\ (im Explorer "Benutzer")

Viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Hier habe ich noch einige Tipps zum Backup:

  • Die über die Seitenleiste des Datei-Explorers angezeigten Links „Bilder“, „Dokumente“ usw. sind Verknüpfungen zur Dateibibliothek des Benutzers. Je nach Einrichtung kann die Bibliothek auch Dateien anzeigen, welche nicht im tatsächlichen Benutzerverzeichnis abgespeichert sind. Die verknüpften Pfade können mit einem Rechtsklick auf das jeweilige Bibliotheks-Icon abgerufen werden.
  • Herrscht im Profilordner ein heilloses Durcheinander, macht es vielleicht Sinn, die Daten vor dem Sichern neu zu ordnen. Das erleichtert bei einem späteren Abruf das Zurechtfinden. In diesem Blogbeitrag von 2018 habe ich mir dazu Gedanken gemacht und gebe praktische Tipps.
  • Eine zuvor ausgeführte Datenträgerbereinigung löscht unter Umständen überflüssige Dateien, verkleinert die zu sichernde Datenmenge und verkürzt so den Kopiervorgang. Mehr dazu…
  • Für ein regelmäßige, auf Wunsch automatisierte Datensicherung bestimmter Ordner bietet sich das schlanke und kostenlose Tool FreeFileSync an, welches ich in diesem Beitrag vorgestellt habe. Es bietet auch die Funktion, bei der Sicherung einen Dateifilter anzuwenden, um z.B. desktop.ini oder die Albumicons im Musikordner auszulassen.

Softwarelizenzen anzeigen

Das Wichtigste ist der Windows-Lizenzschlüssel, auch Product-Key genannt. Dieser wird für alle Windows-Versionen benötigt. Windows 10 stellt hier eine Ausnahme dar, insofern ihr Windows 10 mit einem Microsoft-Konto verknüpft habt (was automatisch passiert, wenn ihr euch bei der Einrichtung ein Online-Konto erstellt bzw. euch mit diesem angemeldet habt).

Bei älteren Rechnern findet ihr auf der Rückseite des Gehäuses einen Certificate of Authenticity (COA) Aufkleber mit der Produkt- und Seriennummer. Sollte sich dort keiner befinden, kann der Produktschlüssel bereits auf Hardware-Ebene (im BIOS/UEFI) eingespeichert sein oder muss einfach aus der Registrierung der aktivierten Windows-Kopie ausgelesen werden.

Dazu bietet sich das kostenlose Programm Licencecrawler von Martin Klinzmann an. Es zeigt zum Beispiel auch Lizenzschlüssel von Microsoft Office und weiteren Programmen an. Es ist besser, am Ende einen Abgleich mit der Liste der auf dem PC installierten Programme zu machen um sicher zu gehen, dass man nichts übersehen hat (via Systemsteuerung / Einstellungen-App).

Liste installierter Software

…was habe ich überhaupt alles für Programme auf meinem Rechner?

Typischerweise genügt hier ein Blick in die Systemsteuerung (Programme) bzw. die Einstellungen-App (Apps). Es ist möglich, sich über die Eingabeaufforderung (sowohl in Windows 7 als auch 10) eine Liste der regulär auf dem Computer installierten Software auflisten zu lassen. Das kann hilfreich sein, wenn man die Programme auf einer frischen Windows-Installation erneut einrichten will. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und den folgenden Befehl eingeben:

 wmic /output:"C:\Programmliste.txt" product get Name, Version

Das Programm generiert eine Programmliste.txt im Hauptverzeichnis des Laufwerks C.

Browserdaten, Lesezeichen und mehr

Die Browserdaten werden zum Großteil im Profilordner des Benutzers gespeichert. Es ist dennoch sinnvoll, Browserprofile separat zu sichern, da sie so auch auf einen anderen Arbeitsplatz übertragen und außerdem bei einer Wiederherstellung des Benutzerordners nicht zwingend automatisch wieder übernommen werden. Mal abgesehen von der Möglichkeit, die Profildaten über einen Account beim Hersteller Online zu synchronisieren. Vor der Sicherung unbedingt den Browser-Cache bereinigen, das verkleinert die Backup-Größe erheblich! Was sollte ich alles sichern? Lesezeichen, Add-Ons (sofern unterstützt) und Formulardaten gehören hier auf die Checkliste.

Internet Explorer

Der Internet Explorer ist recht eng mit Windows „verzahnt“, deswegen müssen wir an verschiedenen Orten schauen und können nicht einfach einen „Profilordner“ kopieren. Die Lesezeichen können als HTML-Dokument exportiert und so auch von anderen Browsern wieder importiert werden. Diese Funktion findet sich rechts oben im Favoriten-Menü.

Der Speicherort für Webseitendaten und Verlauf befindet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Windows\INetCache

kann aber auch in den Internet Explorer Einstellungen unter Allgemein / Browserdaten / Einstellungen / Dateien anzeigen lokalisiert werden.

Die Passwörter und Formulardaten können über den Registrierungseditor (regedit im Startmenü eingeben) exportiert werden. Dazu muss der Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\IntelliForms\FormData

aufgerufen und per Rechtsklick als *.reg Dateityp exportiert werden. Später kann dieser durch einen Doppelklick auf das Backup wieder zur Registrierung hinzugefügt werden.

Microsoft Edge (Windows 10)

Die Profildaten inklusive Favoriten von Microsoft Edge (nicht von der neuen Chromium-Version von 2019!) befinden sich in folgendem Verzeichnis:

C:\NAME\cedri\AppData\Local\Packages\Microsoft.MicrosoftEdge_8wekyb3d8bbwe\AC\MicrosoftEdge\User\Default

Wollt ihr lediglich die Favouriten sichern, reicht es die Export-Funktion über die Programmeinstellungen (via […] Menü rechts oben) zu nutzen:

Die Benutzerdaten des neuen Microsoft Edge Chromium, welcher ab 2020 über Windows Update verteilt werden wird und jetzt schon getestet werden kann, findet ihr unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\MicrosoftEdge\User\Default

Mozilla Firefox

Die Profildaten von Firefox sind im Anwendungsverzeichnis %appdata% (via „Ausführen“ Win + R) zu finden. Der volle Pfad lautet

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles

Wahrscheinlich findet ihr dort mehrere Profilordner. Welchen Firefox aktuell benutzt, findet ihr heraus, indem ihr in der Adresszeile des Browsers about:profiles eingebt. Dort könnt ihr auch direkt das Verzeichnis öffnen.

Wenn ihr ein altes Profil wiederhergestellt habt, müsst ihr in der profiles.ini Datei, welche sich im selben Verzeichnis befindet, den Eintrag StartWithLastProfile auf 0 ändern. Beim nächsten Start von Firefox könnt ihr das Profil als Standard auswählen und starten.

Lesezeichen können im Hamburger-Menü rechts oben über Bibliothek / Lesezeichen / Lesezeichen verwalten als Datei exportiert werden. Unabhängig vom Backup der restlichen Daten können die Lesezeichen dann in andere Browser importiert werden.

Google Chrome

Finden sich ebenfalls im Anwendungsverzeichnis %localappdata%. Der vollständige Pfad:

 C:\Users\NAME\AppData\Local\Google\Chrome\User Data\Default 

Zur Wiederherstellung der Daten einfach den Default Ordner wieder in das frische Installationsverzeichnis kopieren.

WLAN Zugangsdaten

Gerade wenn man mit dem Notebook viel unterwegs ist, mag man mehrere verschiedene WLAN-Netzwerke nutzen und hat unter Umständen nicht mehr alle Zugangsdaten parat. Mit diesem Befehl können alle auf dem PC eingerichteten Netzwerkverbindungen inklusive Passwort eingesehen und gespeichert werden. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und Folgendes eingeben:

netsh wlan export profile key=clear folder=C:\

Der Befehl generiert eine Textdatei im Hauptverzeichnis des Laufwerks C für jedes gespeicherte Netzwerk. Wer es übersichtlicher mag, kann anstelle von folder=C:\ im Befehl auch einen bestimmten Ordner auswählen, dieser muss allerdings zuvor erstellt werden, sonst kommt es zu einem Fehler.

Programmeinstellungen und Spielstände

In diesem Abschnitt gehe ich auf Sicherungsmöglichkeiten bei einigen Anwendungen ein, die ihr vielleicht benutzt. Dazu gehören zum Beispiel Konfigurationseinstellungen oder Datenbanken.

Microsoft Office Einstellungen

Programmeinstellungen von Microsoft Office können über die Registry exportiert, gesichert und so auch wiederhergestellt werden. Das betrifft Optionen wie Programmverhalten, Layout und generelle Einstellungen, nicht aber den Aktivierungsstatus oder die Lizenz.

Dazu öffnet ihr den Registrierungseditor (im Startmenü „regedit“ eingeben und bestätigen!). Im Falle von Microsoft Office 2016 navigiert ihr zu folgendem Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\<Application>\Preferences 
Exemplarisches Beispiel, ich habe Microsoft Office nicht installiert.

Auf den Preferences Schlüssel (in der linken Spalte der „Ordner“) macht ihr einen Rechtsklick und wählt Exportieren aus. Im neuen Dialog die *.reg Datei benennen und als solche speichern.

Bei einer frischen Windows-Installation richtet ihr nun zunächst euer Microsoft Office ein und führt im Anschluss mit einem Doppelklick die zuvor gespeicherte Preferences.reg aus, um die Daten in die Registry zu übernehmen.

Wichtig: Der angegebene Pfad gilt nur für Microsoft Office 2016, nicht aber für andere Programmversionen, auch wenn das Prinzip gleich bleibt. Eine Angabe der richtigen Schlüssel seit Office 2002 findet ihr auf dieser Webseite.

LibreOffice / OpenOffice Einstellungen

Nutzt ihr das kostenfreie Office-Paket LibreOffice oder OpenOffice und habt im Programm einige Anpassungen (Layout oder Benutzeroberfläche) vorgenommen, kann sich ein Backup der Benutzerdaten lohnen. Dies betrifft einzelne ODT-Textdateien nicht, wohl aber die Module Writer, Calc usw.

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\LibreOffice\x\ (x aktuelle Version)

Windows Media Player Mediathek

Die Mediathek enthält eine Datenbank der auf dem PC gefundenen Musik (welche im Programm unter Musik angezeigt wird) samt dazugehörigen Meta-Informationen und Tags. Das Neueinlesen kann je nach Umfang sehr lange dauern und benötigt eine aktive Internetanbindung, weshalb sich ein Backup lohnen kann. Die Daten finden sich unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Media Player

Apple iTunes Mediathek

Die iTunes Mediathek kann gesichert und später wiederhergestellt oder auch auf einen anderen PC übertragen werden. Zuvor müssen Mediatheksdaten unter Umständen erst zusammengelegt werden. Der Verzeichnispfad ist typischerweise

 C:\Users\NAME\Music\iTunes\iTunes Media 

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung hierzu findet ihr direkt bei Apple.

Adobe Photoshop / InDesign

Tastaturkürzel, Anpassung der Arbeitsfläche, Druckeinstellungen – all diese Konfigurationsoptionen kosten Zeit und Mühe. Sie lassen sich ebenfalls sichern und später bzw. bei einer anderen Installation wiederherstellen. Das Verzeichnis für die Benutzereinstellungen findet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Adobe\Adobe Photoshop (über %appdata% im Explorer erreichbar)

Spielstände Allgemein

Wenn ihr in eurer Freizeit gerne etwas zockt und eure Spielstände behalten wollt (wenn sie nicht z.B. über Steam synchronisiert werden), findet ihr diese gerade bei älteren Spielen im Benutzerverzeichnis unter Dokumente (Documents), oft auch im Unterordner My Games. Neuere Spiele legen ihre Spielstände auch gerne mal im Anwendungsverzeichnis %appdata% unter /Roaming ab (z.B. Stardew Valley).

Steam (PC Client)

Der Spiele-Client Steam bietet eine Funktion zur externen Sicherung von heruntergeladenen Inhalten an. Meiner Meinung nach lohnt sich so eine Sicherung, wenn der Download sehr groß war und die Internetverbindung langsam ist, oder wenn man fürchtet, der Download könnte irgendwann nicht mehr möglich sein. Dazu im Hauptfenster auf Steam und dann auf Spiele sichern und wiederherstellen klicken.

Das Ganze funktioniert auch „inoffiziell“, indem man das Spiel nach dem erstmaligen Start einfach aus dem Steam-Verzeichnis herauskopiert, unter

C:\Program Files (x86)\Steam\steamapps\common

Bei der Wiederherstellung am neuen Rechner muss man lediglich den Download des Spiels über Steam initiieren und das Programm dann direkt beenden. Das Spielverzeichnis wird dann in den obigen Zielort zurückkopiert und überschrieben. Beim nächsten Start von Steam wird der Ordnerinhalt dann validiert und der Download ist direkt abgeschlossen. Das funktioniert natürlich nur, wenn ihr Steam auch installiert habt und das Spiel sich in eurer Steam-Bibliothek befindet.

Origin (EA)

Im Online-Modus auf ein heruntergeladenes Spiel mit Rechtsklick > Spiel verschieben (in das Backupverzeichnis). Zum Wiederherstellen an einem späteren Zeitpunkt oder auf einer neuen Installation Rechtsklick auf das nicht heruntergeladene Spiel, dann über Spiel suchen > Datenverzeichnis auswählen. Mehr Details dazu direkt bei EA…

Uplay (Ubisoft)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Den gewünschten Spielordner einfach eigenständig aus dem Uplay-Verzeichnis herauskopieren:

C:\Program Files (x86)\Ubisoft\Ubisoft Game Launcher\games

Zum Wiederherstellen den Ordner zurück an die gleiche Stelle in das Uplay-Verzeichnis kopieren. Anschließend im Launcher auf das Spiel klicken und dieses per lokalisiere das installierte Spiel auswählen.

Battle.net (Blizzard)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Ähnlich wie bei Steam kopiert man das Spiel in das Backupverzeichnis. Beim späteren Wiederherstellen oder übertragen auf einen anderen Computer muss zunächst der Download des betroffenen Spiels über den Launcher begonnen werden. Dann wird das Programm sofort geschlossen (auch in der Taskleiste!). Jetzt kopiert man die gesicherten Spieldaten in das neue Verzeichnis, bei World of Warcraft wäre das zum Beispiel

C:\Program Files (x86)\World of Warcraft

Wenn der Launcher erneut gestartet wird, verifiziert dieser die gefundenen Dateien und das Spiel sollte in wenigen Minuten bereit sein.

Daten online sichern

Ist nicht genug Speicherplatz für ein vollständiges Backup vorhanden, ihr habt keinen externen Datenträger oder wollt eine zweite Sicherung machen, bieten sich auch Online-Speicher und Cloud-Dienste an. Der Speicherplatz ist zwar sehr begrenzt, aber für die wichtigsten Daten sollte es reichen. Eine kleine Übersicht…

Anbieterkostenloser Speicherplatzmaximale Dateigrößemaximale DateianzahlDesktop-Sync-Client
Google Drive15 Gb5 Tb / 50 Mb (Google Docs)unbegrenztLink
Microsoft OneDrive5 Gb100 Gb150 000 pro OrdnerLink
Amazon drive5 Gb2 Gb / 50 Gb (App)?Link
DropBox2 Gb50 Gb?Link
MediaFire10 Gb20 Gb?
MEGA15 Gbunbegrenzt?Link

Ich würde jedem davon abraten, blind persönliche Dokumente, Fotos oder sonstige sensible Daten in eine solche Cloud hochzuladen, ohne sie zuvor zu verschlüsseln, oder sich zumindest Gedanken über den Datenschutz des jeweiligen Anbieters gemacht zu haben. Weiterführende Beiträge von mir zum Thema rechtliche Aspekte und Verschlüsselung in der Cloud.

Die Wahl des richtigen Datenträgers

Wer Daten nicht nur für den Tausch des Rechners, sondern auch längerfristig sichern möchte, sollte die Haltbarkeit von Datenträgern beachten. Der Wikipedia-Artikel über Langzeitarchivierung ist dabei sehr informativ. Auszugsweise eine paar beispielhafte Angaben zur Datenbeständigkeit bei entsprechender Lagerung (lichtgeschützt, kühl, trocken):

  • CD/DVD/BRD (gepresst): 50/100/85 Jahre
  • CD/DVD/BRD (selbstgebrannt): 5-10/30/50 Jahre
  • Festplatten: 10-30 Jahre
  • Flash-Speicher (USB-Sticks, Speicherkkarten, SSDs): 10-30 Jahre

Je nach zu sichernder Datenmenge kommt auch nicht jeder Datenträger in Frage, da es auch große Unterschiede bei der Übertragungsgeschwindigkeit gibt!

So braucht das Brennen oder Zurückkopieren aller Daten auf mehrere Blu Ray Discs (je 25 Gb) mit einem entsprechenden Brenner meist mehrere Stunden – und DVDs oder gar CDs sind da noch viel langsamer. Per SATA angeschlossene Festplatten haben – je nach Modell – die höchste Übertragungsrate, während per USB angeschlossene Festplatten oder Flash-Speicher durch die USB-Verbindung je nach USB-Generation deutlich langsamer sind.

Windows 10: Blockierten Download trotzdem ausführen

Gerade habe ich mir eine Software aus dem Internet geladen, aber die Windows Sicherheit (ehemals Defender SmartScreen) kennt die Datei nicht und blockiert mir die Ausführung. An für sich ist das ja kein Problem, den Download-Hinweis kennt man schon seit Windows Vista, aber im aktuellen Windows-Fenster ist die Möglichkeit, der Meinung des Betriebssystems zu widersprechen, besonders schlau versteckt.

Ja, ich bin mir sicher.

Der Schutz des unwissenden Nutzers mag zwar gut gemeint sein, aber die Art, wie der „Trotzdem ausführen“ Button versteckt ist, erweckt in mir das Gefühl, von Microsoft nicht für voll genommen zu werden. Klickt man auf „Weitere Informationen“, taucht der Button mit einem zusätzlichen Hinweis schließlich auf. Aber spätestens seit der Adclick-Ära hüte ich mich doppelt auf Links zu klicken, die mir nicht zielführend erscheinen. Die Art und Weise, wie dieses Menü konstruiert wurde, erscheint so schon fast vorsätzlich und der Nutzer, der weiß was er tut, fühlt sich unter Umständen vor den Kopf gestoßen. Wie deaktiviert man diese Meldung also?

Überprüfung deaktivieren

Die einfachste und schnellste Möglichkeit besteht darin, die automatische Windows Smartscreen-Überprüfung für Apps und Dateien zu deaktivieren. Dazu öffnet man die Einstellungen-App und navigiert zu Update & Sicherheit / Windows-Sicherheit / Schutzbereiche: App- & Browsersteuerung. Im sich darauf öffnenden Fenster kann nun unter Apps & Dateien überprüfen der Dienst deaktiviert werden.

Wer die zahlreichen auf dem PC installierten Programme kennt, kann das meiner Meinung nach auch getrost deaktiviert lassen.

Blockierung unterdrücken

Mit dieser Registry-Änderung wird Windows zukünftig heruntergeladene unsignierte Anwendungen nicht mehr als solche klassifizieren (und vor der Ausführung warnen).

Dazu den Registry-Editor öffnen (Win+R „regedit“) und zu folgendem Pfad navigieren:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Attachments

Wenn der Schlüssel wie im obigen Pfad beschrieben noch nicht existiert, müsst ihr ihn zunächst erstellen. Dann fügt ihr einen neuen DWORD 32-Bit Wert „SaveZoneInformation“ mit dem Wert 1 hinzu. Anschließend muss Windows neu gestartet werden.

Meldung „Unbekannter Herausgeber“ deaktivieren

Ist die Anwendung nicht digital signiert bzw. kein Publisher in den Dateiinformationen hinterlegt, wird vor der Ausführung darauf hingewiesen. Wird wie in Schritt eins die Überprüfung von Apps durch den Smartscreen deaktiviert, wird zwar ersterer Hinweis nicht mehr eingeblendet, aber dafür erscheint ein anderer Hinweis, den wir schon aus Windows 7 kennen:

Das ist oft bei kleinen, selbst kompilierten Programmen oder „Mods“ der Fall. Diese Meldung lässt sich ebenfalls deaktivieren.

Dazu öffnen wir wieder den Registry-Editor (s. oben) und begeben uns zu folgendem Pfad:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Associations

Dort wird ein neuer String-Wert (Zeichenfolge) erstellt mit den Namen „LowRiskFileTypes“, dieser enthält folgenden Wert (als sicher zu klassifizierende Dateiendungen):

.zip;.rar;.nfo;.txt;.exe;.bat;.vbs;.com;.cmd;.reg;.msi;.htm;.html;.gif;.bmp;.jpg;.avi;.mpg;.mpeg;.mov;.mp3;.m3u;.wav

Wenn der Eintrag bereits existiert, könnt ihr einfach die Liste hier übernehmen, oder lediglich die Dateiendung hinzufügen, welche in Zukunft als „kein Risiko“ klassifiziert werden soll. Anschließend muss Windows neu gestartet werden.

Die Einstellungen wurden unter Windows 10 Pro 1903 getestet. Grundsätzlich solltet ihr natürlich heruntergeladene Dateien immer mit einem Virenscanner auf Malware prüfen und nur ausführen, wenn ihr wisst, was sie tut.