Windows 7 auf Windows 10 kostenlos aktualisieren (2020) – So geht’s

Mehrmals habe ich dieses Jahr auf meinem Blog schon vom Ende von Microsoft’s Windows 7 und dem Umstieg auf Windows 10 berichtet. So habe ich unter anderem beschrieben, wie man Windows 7 nach dem Supportende Anfang des Jahres ein Stück weit absichern kann, außerdem habe die Neuinstallation von Windows 10 Schritt für Schritt erklärt.

In den vergangenen Wochen habe ich mehreren Bekannten beim Upgrade geholfen, meist waren es ältere Notebooks oder PCs (2010). Das ist wirklich ein Vorteil von Windows 10, dass es auch gut auf alten Rechnern läuft. Ich habe dabei allerdings auch erfahren müssen, dass die Einrichtung nicht immer so reibungslos klappt wie erwartet oder vom Upgrade Advisor Tool prognostiziert.

Ich möchte hier in vier Schritten genauer erläutern, wie das kostenlose Upgrade (ja, es funktioniert im Juli 2020 immer noch!) abläuft und gebe euch einige Ratschläge bei der Umsetzung.

Schritt 1: Vorbereitung

Das Upgrade selber ist schnell erledigt. Damit der Ärger danach nicht groß ist, sollten vor dem Upgrade einige Dinge geklärt werden (ja, es kann auch wieder Rückgängig gemacht werden!).

Läuft auf meinem alten Rechner überhaupt Windows 10? Die offiziellen Systemanforderungen sind sehr niedrig angesetzt, ihr findet sie hier. Faustregel: Wenn Windows 7 davor problemlos lief, wird Windows 10 ebenfalls zurechtkommen. Ich empfehle 4Gb Arbeitsspeicher als Voraussetzung, damit Anwendungen flüssig laufen.

Werden alte Geräte unterstützt? Für die meisten Systemkonfigurationen bringt Windows 10 bereits einen passenden Gerätetreiber mit und auch ältere Rechner laufen in der Regel problemlos damit. Der älteste Rechner, den ich bisher aktualisiert habe, war aus dem Jahr 2008 und hatte Windows Vista installiert. Das offizielle Microsoft Upgrade Assistent Tool sollte in einem Schnell-Check klären können, ob euer PC „bereit ist“. Dazu kommen wir im dritten Schritt!

In einigen Fällen, besonders bei Plug & Play Hardware, kann es aber aus eigener Erfahrung trotzdem zu Unstimmigkeiten kommen. Daher kann es sinnvoll sein, vor dem Upgrade zu prüfen, ob es z.B. mit dem eigenen Notebook-Modell oder bestimmten Hardware-Komponenten (z.B. WLAN-Karte, Drucker) unter Windows 10 bei anderen Usern zu Problemen kam. Hier hilft einem die bevorzugte Suchmaschine weiter!

Ist euer Modell noch nicht ganz so alt, könnte der Hersteller speziell auf Windows 10 zugeschnittene Hardwaretreiber (zur korrekten Funktion bestimmter Computerteile) anbieten. Es lohnt sich also in diesem Fall, vor der Installation noch auf der Support-Seite des Herstellers (wie z.B. Dell, Acer, Lenovo etc.) danach zu suchen.

Logischerweise solltet ihr für die Installation genügend freien Speicherplatz bereitstellen. Laut offiziellen Anforderungen [1] verlangt das Setup inzwischen mind. 32 Gb freien Speicherplatz. Ihr könnt außerdem die Installation beschleunigen, indem ihr euren PC davor entrümpelt. So muss das Setup von Windows 10 bei der Aktualisierung weniger Daten auf der Festplatte „hin und her bewegen“, was die benötigte Zeit verkürzen sollte. Deinstalliert also ungenutzte Programme, Spiele und führt eine Datenträgerbereinigung aus, um temporäre Dateien zu entfernen. Besitzern einer konventionellen Festplatte rate ich auch dazu, diese anschließend zu defragmentieren. In diesem Beitrag habe ich beschrieben, wie ihr euer System aufräumt (Abschnitt II)…

Schritt 2: Datensicherung

Nach einem (erfolgreichen) Upgrade von Windows 7 oder 8.1 auf Windows 10 gibt es zwar die Möglichkeit, das Upgrade wieder rückgängig zu machen und zum vorherigen Betriebssystem zurückzukehren, falls ihr mit dem Ergebnis nicht zufrieden seit. Diese Option ist in den Einstellungen für normalerweise 10 Tage verfügbar. [2]

Bei zwei meiner bisherigen Installationen hatte ich Probleme mit Abstürzen und Bluescreens beim ersten Startvorgang, was ein komfortables, automatisches Rollback unmöglich gemacht hätte. Ich persönlich würde mich nicht auf auf diesen Mechanismus verlassen und vor der Aktualisierung eine ausführliche Datensicherung der bisherigen Windows-Installation machen. Dazu gehören neben persönlichen Dokumenten, Bildern etc. auch Software-Lizenzen und Passwörter. Ihr benötigt dazu einen separaten Datenträger wie einen USB-Stick oder eine externe Festplatte. Wie ihr eine Sicherung machen könnt, habe ich hier Schritt für Schritt erklärt…

Schritt 3: Upgrade

Bei dem auch im Juli 2020 noch funktionierenden kostenlosen Upgrade von Microsoft handelt es sich um ein „vollwertiges Angebot“, soll heißen: Ihr aktualisiert mit eurem alten Windows 7 oder Windows 8.1 Product Key das Betriebssystem, danach erhaltet ihr eine Lizenz für Windows 10. Diese ist zwar mit eurem Microsoft-Konto verknüpft, kann aber auch auf jedem beliebigen anderen Rechner genutzt werden (nur ein Rechner auf einmal, versteht sich). Bei der Aktualisierung gibt es drei wichtige Dinge zu beachten:

  • Ihr müsst einen legal erworbenen und aktivierten Product Key für Windows 7 oder 8 besitzen
  • Das Upgrade muss mit dem Microsoft Upgrade Assistent Tool für Windows 10 durchgeführt werden (nicht zu verwechseln mit dem Microsoft Media Creation Tool)
  • Um die Lizenz zu erhalten, muss zu Beginn das Upgrade (keine Neuinstallation!) durchgeführt und Windows 10 anschließend digital aktiviert werden (erfordert kostenlose Registrierung bei Microsoft)

Zunächst startet ihr das Microsoft Upgrade Assistant Tool. Nach einer kurzen Prüfung wird euch das Programm sagen, dass euer PC oder Notebook „bereit“ für Windows 10 ist. Nach dem Akzeptieren der EULA kann es auch schon los gehen.

Der erste Teil des Upgrades nimmt je nach Rechenleistung und Festplattenbelegung ca. 10-30 Minuten in Anspruch. Nun wird der Computer für den zweiten Teil der Installation neu starten. Das sollte nach wenigen Minuten erledigt sein und ihr landet im Einrichtungs-Dialog von Windows 10, wo ihr, je nach eingeschalteten Lautsprechern von Cortana begrüßt werdet.

Dort könnt ihr nun die gängigen Einstellungen wie Sprache und Tastaturlayout festlegen, die Privatsphäre-Optionen prüfen und euch schließlich ein Konto erstellen. Hier solltet ihr für den Erwerb der Lizenz aber tatsächlich ein Online-Konto bei Microsoft wählen. Ihr könnt euch dazu auch mit einem bereits bestehenden Konto (Outlook oder Hotmail) anmelden. Dazu wird eine funktionierende Internetverbindung benötigt. Habt ihr diese zu diesem Zeitpunkt nicht, könnt ihr euer „Offline-Konto“ zu einem späteren Zeitpunkt in den Einstellungen von Windows 10 zu einem „Online-Konto“ machen.

Ich werde hier nicht jeden einzelnen Schritt der Einrichtung zeigen, ihr findet diese in meinem Beitrag Windows 10 installieren – Schritt für Schritt.

Schritt 4: Einrichtung

Seit ihr auf dem Desktop gelandet, habt ihr es schon fast geschafft. Gebt Windows 10 einige Minuten Zeit, um die letzten Einrichtungen abzuschließen. Anschließend prüft ihr euer System auf Updates (zu finden in der Einstellungen-App), manchmal findet Windows neben Systemupdates auch noch neuere Treiber für periphere Hardware. Ob Windows 10 nun aktiviert und die neue Lizenz mit eurem Microsoft-Konto verknüpft ist, seht ihr den Einstellungen:

Damit seit ihr nun sicher, dass das Upgrade erfolgreich war und könnt den „alten“ Product Key nun auch z.B. für eine komplette Neuinstallation oder ein Ersatzgerät nutzen. Am einfachsten ist es dann, wenn ihr bei der manuellen Neuinstallation im Bildschirm mit der Product Key (Lizenzschlüssel) auf „Später eingeben“ geht. Ihr meldet euch dann im Einrichtungs-Dialog mit eurem Microsoft-Konto an, Windows wird dann automatisch aktiviert und es muss kein Schlüssel eingegeben werden.

Probleme nach dem Upgrade?

Wenn etwas nach dem Upgrade nicht mehr so funktioniert wie zuvor, könnte das zum Beispiel an fehlenden oder ungeeigneten Gerätetreibern liegen. Bei den Problemfällen, von denen ich berichtet hatte, wurde der Absturz durch einen, zwar durch Windows Update verteilten, aber dennoch scheinbar inkompatiblen Gerätetreiber verursacht. Ob ein Treiber fehlt, könnt ihr u.A. im Windows Geräte-Manager (devmgr im Startmenü!) einsehen.

Habt ihr zuvor einen offiziellen Treiber für Windows 10 vom Gerätehersteller heruntergeladen, probiert diesen Mal aus. Vielleicht hatten ja andere Nutzer bereits das Problem – und eine Lösung dafür parat. Da lohnt sich die Suche im Internet! Und Notfalls bietet Windows 10 ja noch die Möglichkeit, das Upgrade innerhalb von 10 Tagen wieder rückgängig zu machen. (Achtung: Ihr könnt dieses Backup Windows.old mit der Datenträgerbereinigung versehentlich vorzeitig löschen!). Viel Erfolg!

Datenträgerbereinigung: 9 Tools im Vergleich

Jeder kennt sie, viele nutzen sie: Tools zur Beseitigung von überflüssigen Dateien auf dem Computer, auch Junk-Files oder liebevoll Datenmüll genannt. Die klassische „Datenträgerbereinigung“ gibt es ja schon seit Windows 95. Seitdem hat es viele Programme gegeben, welche dem Nutzer eine Beschleunigung des PCs durch das Löschen dieser Daten versprochen haben. Auch wenn durch die zunehmende Rechenleistung, die Verbreitung von größeren Datenträgern und schnellen SSD-Speichern in Heim-PCs diese Programme etwas an Bedeutung verloren haben, sind sie noch immer präsent und können auch bei einem modernen PC noch für einen zügigeren Systemstart und mehr Speicherplatz sorgen.

Lange Zeit habe ich den bewährten Klassiker CCleaner verwendet, bis dieser aufgrund des Verhaltens seines Entwicklers Piriform etwas in Verruf geraten ist. [1] [2] Alternativen scheint es offenbar ja wie Sand am Meer zu geben, so dass ich in letzter Zeit oft zwischen Programmen hin- und hergependelt bin.

Jetzt wollte ich einfach mal wissen, wo die Unterschiede liegen und welches Programm bei mir den meisten Speicherplatz freiräumt!

Nach etwas Recherche im Netz habe ich mir die populärsten kostenlosen Tools heruntergeladen und ausprobiert. Während die Grundfunktion der Programme – das Löschen von Junkdateien – überwiegend identisch ist, gibt es größere Unterschiede beim weiteren Funktionsumfang, der Bedienung und den Konfigurationsmöglichkeiten. cleanmgr+ ist eine relativ neue Software, welche sich als Erweiterung der in Windows integrierten Datenträgerbereinigung (cleanmgr) sieht, die wohl nicht mehr weiterentwickelt wird. [3] Sowohl für den CCleaner (als CCEnhancer) als auch für BleachBit gibt es Community-basierte Regeln in Form einer quelloffenen winapp2.ini [4], mit der 1000+ weitere Programme bereinigt werden können. Hier die Links zu der entsprechenden Software…

In einer Tabelle habe ich den für mich interessanten Funktionsumfang zwischen den verschiedenen Programmen verglichen. Die Spalte System bezeichnet hier die Basisfunktion: Löschen von temporären Dateien, Papierkorb, Thumbnails usw., Browserspuren bezieht sich auf das Löschen von Cache, Verlauf usw. verschiedener Browser (außer IE). Außerdem habe ich berücksichtigt, ob das Tool überflüssige Dateien weiterer Programme erkennt, fehlerhafte oder verwaiste Registry-Einträge findet* und das sichere Löschen von Dateien oder freiem Speicherplatz unterstützt.

*Der Nutzen von Registry Cleanern ist umstritten. [5] **benutzt habe ich den integrierten Drive Cleaner u. Internet Cleaner von Ashampoo UnInstaller 8, welches ich besitze. Die Funktion scheint identisch zu sein mit der aus dem kostenlosen Ashampoo WinOptimizer FREE.

Bei einigen der Programme geht der Funktionsumfang weit über den für mich interessanten Teil der Datenträgerbereinigung hinaus. So bieten die Programme Wise Disk Cleaner, Clean Master, Glary Utilities und IOBit Advanced SystemCare noch weitere Features zum Thema Betriebssystem-Tuning, welche mir aber zu tief ins System eingreifen und mich hier auch nicht interessieren. Einige der Programme – darunter auch der CCleaner – besitzen (zumindest in der kostenpflichtigen Version) einen Hintergrund-Dienst, der auch automatisch und regelmäßig Aufgaben erledigen soll. Die Benutzeroberflächen unterscheiden sich zum Teil stark von einander, am besten verschafft ihr euch selbst einen Einblick…

Kommen wir nun zum interessantesten Teil, wie viel Speicherplatz räumen die oben aufgeführten Programme denn nun frei? Mein Windows hat inzwischen einige Updates hinter sich und ich habe es bewusst seit einiger Zeit nicht mehr „aufgeräumt“. Ich habe die aufgeführten Programme mein System analysieren lassen unter der Maxime „alles außer Formulardaten, Passwörter und sonstige Anwendung- und Benutzereinstellungen“. Die unterschiedlichen Ergebnisse habe ich in einem Balkendiagramm festgehalten. Vorweg: An der Spitze steht BleachBit mit aktivierten Community-Regeln (winapp2.ini) mit insgesamt 33,4 Gb Datenmüll. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Windows Datenträgerbereinigung im erweiterten Suchmodus finden kann! Bei IOBit Advanced System Care Free und Kcleaner Free konnte ich aus der Programmoberfläche nicht eindeutig nachvollziehen, wie sich die Daten zusammenstellen.

***Laut Clean Master Free hätte mein PC dank dem Papierkorb ein Reinigungspotential von 903,4 Gb (!), was einfach nicht stimmt, bzw. sich auch nicht mit den anderen Programmen deckt. Dies würde die Grafik verfälschen, deswegen habe ich dem Clean Master für den Papierkorb die gleiche Datenmenge wie bei den anderen Programmen angezeigt angerechnet.

Fazit

Natürlich ist es mein subjektiver Eindruck. Ich habe meine eigenen Erwartungen an ein solches Programm und auch die Ergebnisse im Diagramm oben sind in Abhängigkeit meines Rechners entstanden, aber: BleachBit sticht für mich als klarer Favorit heraus. Zwar kommt der etwas bekanntere CCleaner mit aktiviertem CCEnhancer bei der Datenmenge fast auf das gleiche Ergebnis, BleachBit hat allerdings drei wesentliche Vorteile: Erstens reagiert die Benutzeroberfläche deutlich flotter (mit aktivieren CCEnhancer hängt die UI von CCleaner deutlich nach), zweitens spart man sich den Shareware-Kram mit dem Hintergrunddienst und zu guter Letzt ist BleachBit quelloffen [6] und frei von sonstigen Telemetrie- und Werbebestandteilen. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass man mit solchen Programmen, besonders mit den aktivierten Community-Regeln (winapp2.ini), unter Umständen mehr löscht als einem lieb ist. Zum einen mag die große Anzahl an Reinigungsoptionen für einen Einsteiger verwirrend sein, zum anderen sind diese auch z.T. schlecht dokumentiert und so kann es schnell vorkommen, dass ungewollt Programmeinstellungen und Passwörter gelöscht werden.

Wer also weniger Ahnung hat und einfach nur „etwas mehr“ Speicherplatz freiräumen will, ist vielleicht mit dem WiseCleaner (von mir als zweite Empfehlung) besser beraten. Das Programm bildet einen guten Kompromiss zwischen Reinigungsleistung und Usability. Es erkennt deutlich mehr als die klassische Datenträgerbereinigung und stellt das Ergebnis übersichtlich und nachvollziehbar dar. Gleichzeitig wirkt das Programm nicht mit unnötigen Funktionen überladen sondern beschränkt sich aufs Wesentliche.

Was ist eure Erfahrung mit solchen Programmen? Nutzt ihr ein ganz anderes? Hinterlasst doch einen Kommentar unter diesem Beitrag!

Schritt für Schritt zur Windows-Datensicherung

Sicher habt ihr schon einmal den Heim-PC ausgetauscht oder z.B. nach einem Upgrade Windows neu eingerichtet. Früher oder später habt ihr gemerkt, dass ihr mit dem Kopieren des „Eigene Dateien“ oder Profilverzeichnisses noch längst nicht alle Daten erwischt, die ihr gerne gesichert haben möchtet, wie z.B. Software-Lizenzen oder Programm-Einstellungen. Doch dafür muss man kein teures Backup-Programm kaufen! In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ich ein PC-Backup mache und an welchen Orten im System sich das Herumstöbern lohnt...

  1. Profildaten – Dokumente, Bilder, Videos und Musik
  2. Product Key und Softwarelizenzen
  3. Liste der installierten Programme
  4. Browserdaten und Passwörter
  5. WLAN Zugangsdaten
  6. Programmeinstellungen
  7. Spielstände
  8. Online-Backup
  9. Die Wahl des richtigen Datenträgers

Persönliche Profildaten sichern

Kommen wir zunächst zum Offensichtlichen. Hieß bis Ende der XP-Ära noch „Eigene Dateien“, jetzt ist es einfach der Benutzerordner: Per Klick auf den Datei-Explorer und Zugriff über die Bibliotheken der Seitenleiste, oder über die Verknüpfung zum Benutzerprofil-Ordner gelangt jeder zu seinen gespeicherten Dokumenten, Musik, Videos usw. – inklusive der auf dem Arbeitsplatz abgelegten Dateien. Wer statt einzelnen Aktionen lieber alles auf einmal mitnehmen möchte, findet seinen Profilordner bereits seit Windows Vista unter

C:\Users\NAME\ (im Explorer "Benutzer")

Viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Hier habe ich noch einige Tipps zum Backup:

  • Die über die Seitenleiste des Datei-Explorers angezeigten Links „Bilder“, „Dokumente“ usw. sind Verknüpfungen zur Dateibibliothek des Benutzers. Je nach Einrichtung kann die Bibliothek auch Dateien anzeigen, welche nicht im tatsächlichen Benutzerverzeichnis abgespeichert sind. Die verknüpften Pfade können mit einem Rechtsklick auf das jeweilige Bibliotheks-Icon abgerufen werden.
  • Herrscht im Profilordner ein heilloses Durcheinander, macht es vielleicht Sinn, die Daten vor dem Sichern neu zu ordnen. Das erleichtert bei einem späteren Abruf das Zurechtfinden. In diesem Blogbeitrag von 2018 habe ich mir dazu Gedanken gemacht und gebe praktische Tipps.
  • Eine zuvor ausgeführte Datenträgerbereinigung löscht unter Umständen überflüssige Dateien, verkleinert die zu sichernde Datenmenge und verkürzt so den Kopiervorgang. Mehr dazu…
  • Für ein regelmäßige, auf Wunsch automatisierte Datensicherung bestimmter Ordner bietet sich das schlanke und kostenlose Tool FreeFileSync an, welches ich in diesem Beitrag vorgestellt habe. Es bietet auch die Funktion, bei der Sicherung einen Dateifilter anzuwenden, um z.B. desktop.ini oder die Albumicons im Musikordner auszulassen.

Softwarelizenzen anzeigen

Das Wichtigste ist der Windows-Lizenzschlüssel, auch Product-Key genannt. Dieser wird für alle Windows-Versionen benötigt. Windows 10 stellt hier eine Ausnahme dar, insofern ihr Windows 10 mit einem Microsoft-Konto verknüpft habt (was automatisch passiert, wenn ihr euch bei der Einrichtung ein Online-Konto erstellt bzw. euch mit diesem angemeldet habt).

Bei älteren Rechnern findet ihr auf der Rückseite des Gehäuses einen Certificate of Authenticity (COA) Aufkleber mit der Produkt- und Seriennummer. Sollte sich dort keiner befinden, kann der Produktschlüssel bereits auf Hardware-Ebene (im BIOS/UEFI) eingespeichert sein oder muss einfach aus der Registrierung der aktivierten Windows-Kopie ausgelesen werden.

Dazu bietet sich das kostenlose Programm Licencecrawler von Martin Klinzmann an. Es zeigt zum Beispiel auch Lizenzschlüssel von Microsoft Office und weiteren Programmen an. Es ist besser, am Ende einen Abgleich mit der Liste der auf dem PC installierten Programme zu machen um sicher zu gehen, dass man nichts übersehen hat (via Systemsteuerung / Einstellungen-App).

Liste installierter Software

…was habe ich überhaupt alles für Programme auf meinem Rechner?

Typischerweise genügt hier ein Blick in die Systemsteuerung (Programme) bzw. die Einstellungen-App (Apps). Es ist möglich, sich über die Eingabeaufforderung (sowohl in Windows 7 als auch 10) eine Liste der regulär auf dem Computer installierten Software auflisten zu lassen. Das kann hilfreich sein, wenn man die Programme auf einer frischen Windows-Installation erneut einrichten will. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und den folgenden Befehl eingeben:

 wmic /output:"C:\Programmliste.txt" product get Name, Version

Das Programm generiert eine Programmliste.txt im Hauptverzeichnis des Laufwerks C.

Browserdaten, Lesezeichen und mehr

Die Browserdaten werden zum Großteil im Profilordner des Benutzers gespeichert. Es ist dennoch sinnvoll, Browserprofile separat zu sichern, da sie so auch auf einen anderen Arbeitsplatz übertragen und außerdem bei einer Wiederherstellung des Benutzerordners nicht zwingend automatisch wieder übernommen werden. Mal abgesehen von der Möglichkeit, die Profildaten über einen Account beim Hersteller Online zu synchronisieren. Vor der Sicherung unbedingt den Browser-Cache bereinigen, das verkleinert die Backup-Größe erheblich! Was sollte ich alles sichern? Lesezeichen, Add-Ons (sofern unterstützt) und Formulardaten gehören hier auf die Checkliste.

Internet Explorer

Der Internet Explorer ist recht eng mit Windows „verzahnt“, deswegen müssen wir an verschiedenen Orten schauen und können nicht einfach einen „Profilordner“ kopieren. Die Lesezeichen können als HTML-Dokument exportiert und so auch von anderen Browsern wieder importiert werden. Diese Funktion findet sich rechts oben im Favoriten-Menü.

Der Speicherort für Webseitendaten und Verlauf befindet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Windows\INetCache

kann aber auch in den Internet Explorer Einstellungen unter Allgemein / Browserdaten / Einstellungen / Dateien anzeigen lokalisiert werden.

Die Passwörter und Formulardaten können über den Registrierungseditor (regedit im Startmenü eingeben) exportiert werden. Dazu muss der Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\IntelliForms\FormData

aufgerufen und per Rechtsklick als *.reg Dateityp exportiert werden. Später kann dieser durch einen Doppelklick auf das Backup wieder zur Registrierung hinzugefügt werden.

Microsoft Edge (Windows 10)

Die Profildaten inklusive Favoriten von Microsoft Edge (nicht von der neuen Chromium-Version von 2019!) befinden sich in folgendem Verzeichnis:

C:\NAME\cedri\AppData\Local\Packages\Microsoft.MicrosoftEdge_8wekyb3d8bbwe\AC\MicrosoftEdge\User\Default

Wollt ihr lediglich die Favouriten sichern, reicht es die Export-Funktion über die Programmeinstellungen (via […] Menü rechts oben) zu nutzen:

Die Benutzerdaten des neuen Microsoft Edge Chromium, welcher ab 2020 über Windows Update verteilt werden wird und jetzt schon getestet werden kann, findet ihr unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\MicrosoftEdge\User\Default

Mozilla Firefox

Die Profildaten von Firefox sind im Anwendungsverzeichnis %appdata% (via „Ausführen“ Win + R) zu finden. Der volle Pfad lautet

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles

Wahrscheinlich findet ihr dort mehrere Profilordner. Welchen Firefox aktuell benutzt, findet ihr heraus, indem ihr in der Adresszeile des Browsers about:profiles eingebt. Dort könnt ihr auch direkt das Verzeichnis öffnen.

Wenn ihr ein altes Profil wiederhergestellt habt, müsst ihr in der profiles.ini Datei, welche sich im selben Verzeichnis befindet, den Eintrag StartWithLastProfile auf 0 ändern. Beim nächsten Start von Firefox könnt ihr das Profil als Standard auswählen und starten.

Lesezeichen können im Hamburger-Menü rechts oben über Bibliothek / Lesezeichen / Lesezeichen verwalten als Datei exportiert werden. Unabhängig vom Backup der restlichen Daten können die Lesezeichen dann in andere Browser importiert werden.

Google Chrome

Finden sich ebenfalls im Anwendungsverzeichnis %localappdata%. Der vollständige Pfad:

 C:\Users\NAME\AppData\Local\Google\Chrome\User Data\Default 

Zur Wiederherstellung der Daten einfach den Default Ordner wieder in das frische Installationsverzeichnis kopieren.

WLAN Zugangsdaten

Gerade wenn man mit dem Notebook viel unterwegs ist, mag man mehrere verschiedene WLAN-Netzwerke nutzen und hat unter Umständen nicht mehr alle Zugangsdaten parat. Mit diesem Befehl können alle auf dem PC eingerichteten Netzwerkverbindungen inklusive Passwort eingesehen und gespeichert werden. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und Folgendes eingeben:

netsh wlan export profile key=clear folder=C:\

Der Befehl generiert eine Textdatei im Hauptverzeichnis des Laufwerks C für jedes gespeicherte Netzwerk. Wer es übersichtlicher mag, kann anstelle von folder=C:\ im Befehl auch einen bestimmten Ordner auswählen, dieser muss allerdings zuvor erstellt werden, sonst kommt es zu einem Fehler.

Programmeinstellungen und Spielstände

In diesem Abschnitt gehe ich auf Sicherungsmöglichkeiten bei einigen Anwendungen ein, die ihr vielleicht benutzt. Dazu gehören zum Beispiel Konfigurationseinstellungen oder Datenbanken.

Microsoft Office Einstellungen

Programmeinstellungen von Microsoft Office können über die Registry exportiert, gesichert und so auch wiederhergestellt werden. Das betrifft Optionen wie Programmverhalten, Layout und generelle Einstellungen, nicht aber den Aktivierungsstatus oder die Lizenz.

Dazu öffnet ihr den Registrierungseditor (im Startmenü „regedit“ eingeben und bestätigen!). Im Falle von Microsoft Office 2016 navigiert ihr zu folgendem Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\<Application>\Preferences 
Exemplarisches Beispiel, ich habe Microsoft Office nicht installiert.

Auf den Preferences Schlüssel (in der linken Spalte der „Ordner“) macht ihr einen Rechtsklick und wählt Exportieren aus. Im neuen Dialog die *.reg Datei benennen und als solche speichern.

Bei einer frischen Windows-Installation richtet ihr nun zunächst euer Microsoft Office ein und führt im Anschluss mit einem Doppelklick die zuvor gespeicherte Preferences.reg aus, um die Daten in die Registry zu übernehmen.

Wichtig: Der angegebene Pfad gilt nur für Microsoft Office 2016, nicht aber für andere Programmversionen, auch wenn das Prinzip gleich bleibt. Eine Angabe der richtigen Schlüssel seit Office 2002 findet ihr auf dieser Webseite.

LibreOffice / OpenOffice Einstellungen

Nutzt ihr das kostenfreie Office-Paket LibreOffice oder OpenOffice und habt im Programm einige Anpassungen (Layout oder Benutzeroberfläche) vorgenommen, kann sich ein Backup der Benutzerdaten lohnen. Dies betrifft einzelne ODT-Textdateien nicht, wohl aber die Module Writer, Calc usw.

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\LibreOffice\x\ (x aktuelle Version)

Windows Media Player Mediathek

Die Mediathek enthält eine Datenbank der auf dem PC gefundenen Musik (welche im Programm unter Musik angezeigt wird) samt dazugehörigen Meta-Informationen und Tags. Das Neueinlesen kann je nach Umfang sehr lange dauern und benötigt eine aktive Internetanbindung, weshalb sich ein Backup lohnen kann. Die Daten finden sich unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Media Player

Apple iTunes Mediathek

Die iTunes Mediathek kann gesichert und später wiederhergestellt oder auch auf einen anderen PC übertragen werden. Zuvor müssen Mediatheksdaten unter Umständen erst zusammengelegt werden. Der Verzeichnispfad ist typischerweise

 C:\Users\NAME\Music\iTunes\iTunes Media 

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung hierzu findet ihr direkt bei Apple.

Adobe Photoshop / InDesign

Tastaturkürzel, Anpassung der Arbeitsfläche, Druckeinstellungen – all diese Konfigurationsoptionen kosten Zeit und Mühe. Sie lassen sich ebenfalls sichern und später bzw. bei einer anderen Installation wiederherstellen. Das Verzeichnis für die Benutzereinstellungen findet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Adobe\Adobe Photoshop (über %appdata% im Explorer erreichbar)

Spielstände Allgemein

Wenn ihr in eurer Freizeit gerne etwas zockt und eure Spielstände behalten wollt (wenn sie nicht z.B. über Steam synchronisiert werden), findet ihr diese gerade bei älteren Spielen im Benutzerverzeichnis unter Dokumente (Documents), oft auch im Unterordner My Games. Neuere Spiele legen ihre Spielstände auch gerne mal im Anwendungsverzeichnis %appdata% unter /Roaming ab (z.B. Stardew Valley).

Steam (PC Client)

Der Spiele-Client Steam bietet eine Funktion zur externen Sicherung von heruntergeladenen Inhalten an. Meiner Meinung nach lohnt sich so eine Sicherung, wenn der Download sehr groß war und die Internetverbindung langsam ist, oder wenn man fürchtet, der Download könnte irgendwann nicht mehr möglich sein. Dazu im Hauptfenster auf Steam und dann auf Spiele sichern und wiederherstellen klicken.

Das Ganze funktioniert auch „inoffiziell“, indem man das Spiel nach dem erstmaligen Start einfach aus dem Steam-Verzeichnis herauskopiert, unter

C:\Program Files (x86)\Steam\steamapps\common

Bei der Wiederherstellung am neuen Rechner muss man lediglich den Download des Spiels über Steam initiieren und das Programm dann direkt beenden. Das Spielverzeichnis wird dann in den obigen Zielort zurückkopiert und überschrieben. Beim nächsten Start von Steam wird der Ordnerinhalt dann validiert und der Download ist direkt abgeschlossen. Das funktioniert natürlich nur, wenn ihr Steam auch installiert habt und das Spiel sich in eurer Steam-Bibliothek befindet.

Origin (EA)

Im Online-Modus auf ein heruntergeladenes Spiel mit Rechtsklick > Spiel verschieben (in das Backupverzeichnis). Zum Wiederherstellen an einem späteren Zeitpunkt oder auf einer neuen Installation Rechtsklick auf das nicht heruntergeladene Spiel, dann über Spiel suchen > Datenverzeichnis auswählen. Mehr Details dazu direkt bei EA…

Uplay (Ubisoft)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Den gewünschten Spielordner einfach eigenständig aus dem Uplay-Verzeichnis herauskopieren:

C:\Program Files (x86)\Ubisoft\Ubisoft Game Launcher\games

Zum Wiederherstellen den Ordner zurück an die gleiche Stelle in das Uplay-Verzeichnis kopieren. Anschließend im Launcher auf das Spiel klicken und dieses per lokalisiere das installierte Spiel auswählen.

Battle.net (Blizzard)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Ähnlich wie bei Steam kopiert man das Spiel in das Backupverzeichnis. Beim späteren Wiederherstellen oder übertragen auf einen anderen Computer muss zunächst der Download des betroffenen Spiels über den Launcher begonnen werden. Dann wird das Programm sofort geschlossen (auch in der Taskleiste!). Jetzt kopiert man die gesicherten Spieldaten in das neue Verzeichnis, bei World of Warcraft wäre das zum Beispiel

C:\Program Files (x86)\World of Warcraft

Wenn der Launcher erneut gestartet wird, verifiziert dieser die gefundenen Dateien und das Spiel sollte in wenigen Minuten bereit sein.

Daten online sichern

Ist nicht genug Speicherplatz für ein vollständiges Backup vorhanden, ihr habt keinen externen Datenträger oder wollt eine zweite Sicherung machen, bieten sich auch Online-Speicher und Cloud-Dienste an. Der Speicherplatz ist zwar sehr begrenzt, aber für die wichtigsten Daten sollte es reichen. Eine kleine Übersicht…

Anbieterkostenloser Speicherplatzmaximale Dateigrößemaximale DateianzahlDesktop-Sync-Client
Google Drive15 Gb5 Tb / 50 Mb (Google Docs)unbegrenztLink
Microsoft OneDrive5 Gb100 Gb150 000 pro OrdnerLink
Amazon drive5 Gb2 Gb / 50 Gb (App)?Link
DropBox2 Gb50 Gb?Link
MediaFire10 Gb20 Gb?
MEGA15 Gbunbegrenzt?Link

Ich würde jedem davon abraten, blind persönliche Dokumente, Fotos oder sonstige sensible Daten in eine solche Cloud hochzuladen, ohne sie zuvor zu verschlüsseln, oder sich zumindest Gedanken über den Datenschutz des jeweiligen Anbieters gemacht zu haben. Weiterführende Beiträge von mir zum Thema rechtliche Aspekte und Verschlüsselung in der Cloud.

Die Wahl des richtigen Datenträgers

Wer Daten nicht nur für den Tausch des Rechners, sondern auch längerfristig sichern möchte, sollte die Haltbarkeit von Datenträgern beachten. Der Wikipedia-Artikel über Langzeitarchivierung ist dabei sehr informativ. Auszugsweise eine paar beispielhafte Angaben zur Datenbeständigkeit bei entsprechender Lagerung (lichtgeschützt, kühl, trocken):

  • CD/DVD/BRD (gepresst): 50/100/85 Jahre
  • CD/DVD/BRD (selbstgebrannt): 5-10/30/50 Jahre
  • Festplatten: 10-30 Jahre
  • Flash-Speicher (USB-Sticks, Speicherkkarten, SSDs): 10-30 Jahre

Je nach zu sichernder Datenmenge kommt auch nicht jeder Datenträger in Frage, da es auch große Unterschiede bei der Übertragungsgeschwindigkeit gibt!

So braucht das Brennen oder Zurückkopieren aller Daten auf mehrere Blu Ray Discs (je 25 Gb) mit einem entsprechenden Brenner meist mehrere Stunden – und DVDs oder gar CDs sind da noch viel langsamer. Per SATA angeschlossene Festplatten haben – je nach Modell – die höchste Übertragungsrate, während per USB angeschlossene Festplatten oder Flash-Speicher durch die USB-Verbindung je nach USB-Generation deutlich langsamer sind.

WLAN-Signal verbessern, schneller downloaden

tl;dr : Tipps und Anwendung finden sich unten im Beitrag ab „Lösungsmöglichkeiten“

Schnellstmöglich Downloaden und Surfen / Ruckelfreies Streaming / Niedrige Latenz bei Online Gaming

Wenn die WLAN-Verbindung wackelig ist und die Downloadgeschwindigkeit nicht dem entspricht, was man eigentlich erwarten sollte, kann das schon sehr nervenaufreibend sein, besonders wenn es mal schnell gehen muss. In diesem Beitrag möchte ich einige praktische Tipps aufzeigen die einem dabei helfen, das WLAN-Signal zu stabilisieren, zu verstärken, Verbindungsprobleme zu beheben und mit der richtigen Netzwerkkonfiguration die bestmögliche Übertragungsgeschwindigkeit herauszuholen. Gleichzeitig schaue ich mir auch einige fachliche Begrifflichkeiten zum Thema genauer an und habe dabei selber einiges dazugelernt!

Zunächst einige technische Details zur Funktion der heimischen Drahtlosverbindung.

  • Seit 1997 gab es mehrere WLAN-Funkstandards aus der IEEE-802.11 Familie, die unterschiedliche Sende- und Übertragungsleistungen aufweisen. Am aktuellsten und verbreitetsten  ist IEEE-802.11 b/g/n. Damit die Vorteile des jeweiligen Funkstandards ausgenutzt werden können, müssen sowohl Sender als auch Empfänger diesen unterstützen (wichtig z.B. bei älteren WLAN-fähigen Geräten).
  • Das Netzwerk wird auf einer bestimmten Frequenz bereitgestellt, typischerweise 2,4 oder 5,0 GHz. Die Zuhause gängige Frequenz 2,4 GHz ist in 14 Kanäle aufgeteilt. Jeder Kanal hat einen Frequenzabstand zum Nächsten (+5 Mhz). Die 5,0 GHz-Frequenz wiederum ist leistungsfähiger, darf aber nur in geschlossenen Räumen genutzt werden und wird eher im gewerblichen Bereich eingesetzt.
  • Je mehr WLAN-Netzwerke in der Umgebung den gleichen Sendekanal benutzen, desto mehr „Störgeräusche“ gibt es und die Übertragungsgeschwindigkeit nimmt ab. (Mehrfamilienhaus!) Manche Kanäle werden bevorzugt bzw. automatisch vom Router gewählt. Es ist meist möglich, mit dem Router auf einen anderen, weniger genutzten Kanal zu wechseln, wobei Kanal 9 und 10 von Mikrowellengeräten gestört werden können.
  • Die verfügbare Datenübertragungsbandbreite (in MHz) ist von der Anzahl der genutzten Antennen – und somit möglichen separaten Datenströmen – auf beiden Seiten abhängig ( Multiplikator x1-4).
  • Der tatsächliche Datendurchsatz von Anwendungen ist abhängig von der „Paketart“, da diese zwischen den Geräten wieder umgewandelt werden müssen. Normalerweise kann mit HTTP-Verbindungen eine höhere Übertragungsrate als mit VoIP erreicht werden.
  • Die Netzwerkkonfiguration in Windows wie voreingestellte Paketgrößen, die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen und weitere Einstellungen beeinflussen ebenfalls den Datendurchsatz.

Die Infos stammen u.a. aus diesem sehr detailierten Wikipedia-Artikel.

Ist-Zustand erheben

Zunächst einmal wollen wir wissen, wie schnell die tatsächliche Datenübertragung momentan stattfindet, gemeint ist also die technisch zur Verfügung gestellte Bandbreite unter Berücksichtigung der Faktoren wie WLAN-Signalstärke, Rechnerleistung und -konfiguration. In meiner Testumgebung nutze ich einen gewöhnlichen DSL-Anschluss mit FRITZ!BOX Router, in dessen WLAN-Netz PC, Notebook und Smartphone eingehängt sind. Um eventuelle Bremsen ermitteln zu können, ist es sinnvoll, drei Bereiche getrennt zu analysieren:

(W)LAN-Signal und Übertragungsrate

Zunächst öffnen wir über das Tray-Symbol rechts unten oder die Systemsteuerung\Netzwerk und Internet\Netzwerkverbindungen und schauen uns die angegebene Signalqualität (die klassischen Balken) und Übertragungsrate für das Gerät an. Entspricht das der zu erwartenden Nennleistung, oder kann die Hardware eigentlich schneller?

Im Benutzermenü eures Routers (bei der FRITZ!Box via Browser unter „fritz.box“ erreichbar, bei DLINK Routern (z.B. Unity-Media über „192.168.0.1„) könnt ihr je nach Software weitere Details zum WLAN-Netzwerk herausfinden. Auf welcher Frequenz, Kanal und mit wie vielen Antennen wird das Netz zur Verfügung gestellt? Wie viele weitere Netzwerke sind in der Umgebung und belegen den gleichen Kanal?

fritzboxwlan

fritzboxwlanapp

Falls ihr ein Notebook habt oder bereit seit, euren PC zu bewegen, ist es ebenfalls sinnvoll, die Signalstärke im gesamten Wohnbereich zu kartieren, um „Funklücken“ ausfindig zu machen. Dazu gibt es kostenlose, sogenannte „Mapping-Tools“, welche die Signalstärke aufzeichnen. Das ist heutzutage auch bequem mit dem Smartphone zu erledigen. Zum Beispiel mit den kostenlosen Apps FRITZ!App WLAN oder WifiAnalyzer (im Google Playstore), unter Windows mit WirelessNetView. So erfahrt ihr, wo das Signal besonders gut ist oder es Lücken aufweist.


Anschlussgeschwindigkeit

DSL, Kabel oder ISDN? Hier messen wir die tatsächliche maximale Down- und Uploadgeschwindigkeit eures zur Verfügung gestellten Internet-Anschlusses. Für diesen Test solltet ihr euer Gerät direkt per LAN-Kabel mit dem Router bzw. Modem verbinden bzw. auf eine sehr gute WLAN-Verbindung achten. Führt die Tests mehrmals, am besten zu verschiedenen Tageszeiten durch. Es bieten sich zwei Webseiten an, welche dies testen:

https://www.wieistmeineip.de/speedtest/

https://breitbandmessung.de/

Vom Provider werden bei Vertragsanschluss in der Regel Angaben in kbits gemacht, also zum Beispiel „50.000er (kbit/s) DSL-Leitung“ interessant ist für uns aber vor allem die praktische Downloadrate in kilobytes/Sekunde. Zum Vergleich: 1 kilobyte =  8 kilobit. Zum Umrechnen wird durch den Faktor 8 geteilt (byte), also entspricht eine 50.000er Leitung der theoretischen Leistung von 6250 kbyte/s (6,3 Mb/s) downstream. Diese Werte werden allerdings selten erreicht.

Konntet ihr trotz optimaler Testbedingungen (LAN-Anschluss, mehrere Tests zu verschiedenen Zeiten, ..) nicht die vertraglich vereinbarte Bandbreite nutzen, kann es sinnvoll sein, den Internetprovider diesbezüglich zu kontaktieren. Auch ist unter Umständen eine Sonderkündigung möglich. Weitere Infos hier bei teltarif und netzpolitik.

Computerleistung

Als letztes schauen wir uns noch unser Testgerät an. Bei Notebooks können wir mit der Suche der Serien- bzw. Modellnummer in Google den verwendeten Netzwerkchip herausfinden. Bei PCs kommt es jetzt darauf an, ob ihr z.B. eine PCI-WLAN-Karte installiert habt, eine WLAN-Stick benutzt usw. Weitere Details findet ihr unter „Netzwerkadapter“, wenn ihr den Geräte-Manager in der Systemsteuerung öffnet oder euch die Netzwerkadapter unter Systemsteuerung\Netzwerk und Internet\ anschaut.

  • Welchen 802.11-WLAN-Standard und Frequenzen unterstützt mein Netzwerkadapter?
  • Wenn extern: Wie viele Antennen sind verfügbar?
  • Ist der Netzwerkadapter für mein Betriebssystem optimiert und der Treiber aktuell?
  • Wenn ihr einen WLAN-Stick nutzt: Unterstützt dieser USB 3.0 und die aktuellen Funkstandards?
  • Ist der Rechner leistungsfähig genug, um große Datenmengen aus dem Internet verarbeiten zu können? (Viele offene Tabs, HD-Inhalte usw.)

Lösungsmöglichkeiten

Nun da wir einige Informationen über unser WLAN gesammelt haben, schauen wir uns mögliche Maßnahmen und Tipps an, um die drei getesteten Bereiche zu optimieren und so die Datenübertragung zu steigern.

Die richtige Position des Routers

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…ist ausschlaggebend für eine starke WLAN-Verbindung und hohen Datendurchsatz. Mithilfe einiger Messung konntet ihr sicher schon Schwachstellen in der Wohnung ausfindig machen und die Daten als Referenz benutzen. Außerdem findet ihr im Handbuch eures Routers (Google!) einige Angaben zur optimalen Aufstellung:

  • Den Router nicht in eine Zimmerecke stellen
  • Nicht direkt neben oder unter
    ein Hindernis oder einen Metallgegenstand (Schrank, Heizung, …) stellen
  • Dicke und feuchte (Bad, Küche) Wände und Decken schwächen das Signal erheblich ab
  • Mikrowellengeräte sowie Lautsprecher, DECT- und Bluetooth-Geräte in der Nähe können (je nach WLAN-Kanal) das Funknetz stören
  • Die Ausrichtung der Antenne(n) kann ebenfalls das Signal beeinflussen

WLAN-Eigenschaften anpassen

Wir können einige Einstellungen des Funknetzwerkes variieren, um zu sehen, ob sich dadurch eine Steigerung des Datendurchsatzes erreichen lässt. Dazu navigieren wir zur Einstellungsseite unseres Routers (wie siehe oben) und öffnen die WLAN-Einstellungen:

  • Prüfen, ob die favorisierten Geräte den schnellen n-Standard auch nutzen (falls technisch verfügbar)
  • Den Funkkanal manuell auf einen anderen der insgesamt 14 verfügbaren Kanäle wechseln. Dabei beachten: Kanal 9 und 10 sind weniger genutzt, aber besonders Störanfällig. Kanal 1, 6 und 11 sind am empfehlenswertesten.
  • Testweise ins 5 GHz-Netz wechseln, falls möglich. Dieses ist weniger Störanfällig, die Kanalwahl entfällt und die Leistung kann höher sen. Achtung: Alle zu verbindenden Geräte müssen den Standard unterstützen!
  • Alle mit dem WLAN verbundenen Geräte teilen sich die verfügbare Bandbreite. In der Regel lässt sich die allgemeine Geschwindigkeit verbessern, wenn unnötige Geräte abgemeldet werden. Bei der FRITZ!BOX lässt sich für verbundene Geräte auch die Bandbreite limitieren (z.B. beim Gastzugang).
  • Die Energiesparfunktionen des Routers prüfen

Antennen nachrüsten

Mehr Antennen bei Sender und Empfänger bedeuten einen höheren Datendurchsatz. Während bei günstigeren Routern, Notebooks und Smartphones die WLAN-Antenne in der Regel fest verbaut ist, gibt es bei Routern mit externer WLAN-Antenne oder PCs mit WLAN-Karte manchmal die Möglichkeit, noch weitere Antennen anzubringen. Prüft in diesem Fall eure Hardware auf freie Steckplätze, die Antennen gibt es günstig im Computerladen oder im Internet zu kaufen.

Das WLAN-Kabel

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Kein Scherz, gibt’s wirklich. Zumindest lässt sich so bei einem stationären PC der Empfang verbessern: Gemeint ist ein 1m/3m Sat/Koaxial Verlängerungskabel für den WLAN-Antennenanschluss. Wenn also der PC mit der WLAN-Karte oder der Router in einer ungünstigen Position im Zimmer untergebracht ist (z.B.Antennen hinten am PC, in der Ecke, hinter einem Schrank), lässt sich so ohne großen Aufwand mit diesen die Position der Antenne(n) optimieren und somit die Signalstärke verbessern.

Nutzt ihr einen USB-Surfstick, könnt ihr es auch mit einem USB-Verlängerungskabel versuchen. Dabei solltet ihr allerdings auf die USB 3.0 Unterstützung achten, um den höchsten Datendurchsatz zu erreichen.

Einen eigenen Antennenverstärker basteln

Ein weiterer Weg, mit Hausmitteln das WLAN-Signal zu verbessern. Mit wenig Aufwand kann aus Alufolie eine Aufsteckvorrichtung für die Antenne gebastelt werden. Eine Anleitung dazu mit herunterladbarer Schablone gibt’s zum Beispiel bei Chip Digital (Achtung: Beim Download „manuell“ wählen, sonst holt ihr euch einen Downloader auf den PC!).

Eine etwas ausführlichere und professionellere Anleitung zum Bau von WLAN-Richtantennen mit Hausmaterialien (z.B. Dosen) gibt es im heise c’t Magazin online.

Einen Repeater kaufen

Kommt ihr trotz aller Tipps mit dem WLAN-Signal nicht ins nächste Stockwerk, ist es wohl am einfachsten und günstigsten, einen Repeater zu kaufen. Einmal verbunden, strahlt er das gleiche Netz wieder aus und erhöht so die Gesamt-Reichweite, die Einrichtung ist in der Regel schnell und unkompliziert. Mehr Infos dazu hier bei winfuture.

Auch Powerline-Adapter für die Übertragung über die Steckdose können in Betracht gezogen werden.

Kompatibilität und Netzwerktreiber

Ich hatte mir vor nicht allzu langer Zeit eine PCI-WLAN Karte von DLINK für meinen PC erworben, die für alle Windows-Versionen, inklusive Windows 10 ausgeschrieben war. Im Nachhinein hatte ich dort allerdings trotz reibungsloser Treiberinstallation (erst durch Windows Update, dann von der Seite des Herstellers) erhebliche Probleme mit der Stabilität und Stärke des WLAN-Signals. Stellte sich heraus, dass diese Karte durchaus schon einige Jahre auf dem Markt war und mit Windows 10 zufällig so seine Probleme hat. Unter Windows 7 hatte ich dann ein viel besseres und stabileres Signal. In dem Fall hätte ich vorher nach Erfahrungen mit der Karte und Windows 10 googlen sollen!

Sogenannte Gerätetreiber stellen eine Verbindung zwischen dem Betriebssystem und der Hardware her und ermöglichen der Software, alle Funktionen des Gerätes zu nutzen. Eine Aktualisierung des Drahtlos-Netzwerktreibers kann Fehler beheben, die Unterstützung für neuere Geräte verbessern und manchmal sogar den Empfang verbessern. Es ist also empfehlenswert, gelegentlich nach Treiberupdates Ausschau zu halten.

Bei Notebooks oder einem Fertig-PC empfiehlt es sich, zunächst einmal auf der Download-Seite des Herstellers nach aktuelleren Treibern zu schauen (z.B. Asus, Acer, Lenovo, HP, …), dazu benötigt ihr lediglich die genaue Modellnummer eures Gerätes.

Auch über Windows Update lassen sich Treiber aktualisieren. Windows 10 macht das sowieso – ob man will oder nicht – und unter Windows 7 sind diese bei der manuellen Update-Suche (Systemsteuerung / Windows-Update) unter „Optionale Updates“ zu finden. Wenn ihr Probleme mit dem Treiber habt, kann es hilfreich sein, den Treiber aus WU oder vom Hersteller testweise auszutauschen.

Manchmal gibt es für ein Notebook-Modell mehrere verschiedene Treiber – je nach verbautem Chip – in diesem Fall oder wenn ihr selber nach Hardware-Treibern suchen wollt, benötigt ihr die genaue Hardware-Kennung des verbauten WLAN-Chips bzw. der PCI-Karte. Diese findet ihr im Geräte-Manager von Windows (über die Systemsteuerung / System / oder Rechtsklick auf das Startmenü-Symol).

Alternativ könnt ihr auch ein kostenloses Info-Programm wie Speccy nutzen.

Optimale Netzwerkeinstellungen

Ein Punkt, der in den letzten Jahren dank immer schnellerer Hardware etwas untergegangen ist, aber meiner Meinung nach immer noch unterschätzt wird. Wie Anfangs erwähnt gibt es auf Software-Ebene eine Reihe an verschiedenen Netzwerk-Parametern, welche die Datenübertragungsgeschwindigkeit beeinflussen können. Gemeint sind Faktoren wie die Behandlung und Priorisierung von Datenpaketen, Anzahl gleichzeitiger HTTP-Verbindungen, Cachelimits und vieles mehr. Diese Werte lassen sich manuell nachbessern, oder praktischerweise mit einem kostenlosen Tool wie dem bekannten SG TCPOptimizer.

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Die Anwendung des Tools ist eher gedacht für ein Szenario mit gleichbleibenden WLAN-Eigenschaften. Die Anwendung ist denkbar einfach: Zunächst im Reiter „MTU“ den gerätespezifischen Latenzzeit-Wert ermitteln, danach auf der Hauptseite im oberen Schieberegler die verfügbare Anschluss-Geschwindigkeit auswählen. Auf Wunsch „Alle Netzwerkadapter modifizieren“, unten auf „optimal“ klicken und den gemessenen MTU-Wert eintragen. Die vorgeschlagenen Änderungen übernehmen und das System neu starten. (Ein Backup der ursprünglichen Einstellungen wird automatisch angelegt, ihr müsst die Datei aber selbst irgendwo aufbewahren!) So lassen sich meiner persönlichen Erfahrung nach immer noch einige kb/s zusätzlich bei der Download-Geschwindigkeit herausholen.

Computerleistung

Ein langsamer, unaufgeräumter und träger Rechner kann ebenfalls die Internetgeschwindigkeit und das Laden von aufwendigen Online-Inhalten (aufwendige Scripts, große Dateien, HD-Medien) negativ beeinflussen. Wie ihr euren PC aufräumt und beschleunigt, habe ich in diesem verständlichen zweiteiligen Beitrag beschrieben. Reinschauen lohnt sich!

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Im Hintergrund laufende Downloader und Updater (von Browser, Spieleclients, Java usw.) können ebenfalls ungefragt Bandbreite belegen und so die Internetgeschwindigkeit ausbremsen. Windows 10 lädt sowieso ungefragt Updates herunter, hier solltet ihr auch das Teilen von Updates (also nicht nur Download, sondern Upload an andere Rechner) in den Systemeinstellungen deaktivieren.

Wird beim Surfen im Browser jede Menge Werbung eingeblendet, verzögert das den Seitenaufbau zum Teil auch erheblich, kann den Browser ausbremsen und erhöht den Traffic. Deswegen empfiehlt es sich generell, auch aus Sicherheitsaspekten, einen Werbeblocker wie uBlock Origin (verfügbar für Firefox, Chrome, Opera, Vivaldi) zu nutzen und diesen nur auf Seiten, welche es zwingend erfordern oder die man unterstützen möchte, zu deaktivieren.

Kostenloser Virenschutz 2019 im Funktionsvergleich

…ein guter Virenschutz gehört auf jeden Rechner. Besonders, wenn auf dem Computer sensible Daten gespeichert sind. Wer möchte denn schon seine Passwörter oder Kreditkartennummer im Netz finden? Oder erpresserisch verschlüsselt?

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Es gibt heute eine breite Auswahl an kostenlosen Antimalwareprodukten von namenhaften Herstellern, aber für welches entscheide ich mich? Das ist mitunter nämlich gar nicht so leicht, denn während die meisten Produkte bei den Erkennungsraten gut bis sehr gut abschneiden [1], sind Unterschiede im Funktionsumfang, Stärken und Schwächen der Software oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen und spielen in konventionellen Software-Tests eher eine untergeordnete Rolle. Aber gerade diese Unterschiede sind am Ende oft entscheidend.

Um euch einen Ausblick auf die derzeit verfügbaren Softwareangebote zu geben, habe ich 11 der gängigsten Antivirenprodukte getestet. Ich habe neben Screenshots meinen Eindruck von der Installation, der Bedienung und den Anpassungsoptionen festgehalten sowie alle Programme nach für mich relevanten Eigenschaften verglichen, weitere Details finden sich am Ende des Beitrags und die Tabelle gibt es hier: keepmydesktop_Virenscanner_2019_Vergleich.pdf

wichtigachtung Im meinem Vergleich berücksichtige ich nicht die allgemeine Erkennungsleistung von Viren, die Anzahl der Falsch-Positiven Ergebnisse usw. Diese können zum Beispiel bei av-comparatives.org oder AV-TEST eingesehen werden. Hier gibt es eine Übersicht über gängige Arten von Schadsoftware („Malware“).

Microsoft Security Essentials (Windows 7) / Windows Defender (Windows 8 ) / Windows Sicherheit (Windows 10)

 

Seit 2008 und Windows XP gibt es bereits die Microsoft Security Essentials als eigenständigen Virenscanner, seit Windows Vista sind sie als Windows Defender fest ins System integriert und seit dem letzten Windows 10 Update 1809 wurden alle Malwareschutz-Funktionen einfach unter dem Begriff „Windows Sicherheit“ zusammengefasst. Diese bieten einen soliden Grundschutz, der allerdings zwischen den verschiedenen Betriebssystemen Unterschiede aufweist: Während sich alle Programmteile die gleiche Definitionsdatenbank teilen, sind die erweiterte Erkennung von PUPs, Adware und der Dateizugriffsschutz vor Ransomware erst ab Windows 10 verfügbar [2]. In Kürze soll sogar ein Sandbox-Modus hinzukommen. [2.1] Die Produktlinie besticht durch den schlichten und pragmatisch orientierten Schwerpunkt und die nahtlose Integration ins System. Die Updates erfolgen mit Windows Update und erfordern eine gültige Produktlizenz. Während es der Virenscanner in den Tests der frühen Jahre schwer hatte, schneidet er bei der Erkennungsrate inzwischen ganz ordentlich ab.

Avira Free Antivirus

 

Das einzige deutsche AV-Programm ist gleichzeitig auch eins der ersten, welches seit 1998 als Luke Filewalker auf PCs zu finden ist [3] und auch heute noch eins der besten kostenlosen Angebote auf dem Markt in punkto Erkennungsrate. In der reduzierten kostenlosen Version, welche es als reines Antivirus oder als Internet Security Suite mit weiteren Funktionen gibt, sind die wesentlichen Schutzfunktionen erhalten. Schutz beim Surfen lässt sich durch die zusätzliche Installation der Avira SafeSearch Toolbar erreichen. Während die Antivirus-Version auf die wesentlichen Aufgaben reduziert ist, wirkt die kostenlose Internet Security Suite etwas überladen und belegt auch relativ viel Arbeitsspeicher in meinem Test-System. Die aktuelle Benutzeroberfläche kommt in einem bunten, unübersichtlichen Spielzeugdesign daher, dass träge reagiert und für mich etwas abstoßend wirkt. Zum Glück lässt sich momentan noch über einen Umweg die alte, wesentlich übersichtlichere Oberfläche aufrufen [4]. Avira gibt an, dass ihr Produkt DSGVO-Konform ist, also gut für den Datenschutz. Hier findet sich ein vollständiger Vergleich zwischen der kostenlosen und der Pro Version.

Avast Free Antivirus

 

Die kostenlose AV-Lösung von AVAST! zählt seit langem zu den beliebtesten Schutzprogrammen im Internet [6] und besticht durch gute Erkennungsraten. Die moderne Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumt und reagiert schnell. Neben den wesentlichen Funktionen kann man in der kostenlosen Version auch nach Tracking-Cookies und veralteter Software scannen (dem häufigsten Einfalltor für Viren). Auch eine Prüfung des Netzwerks auf Schwachstellen ist möglich. Einzelne Programmmodule können bereits bei der Installation deaktiviert werden. Eine zwingende Registrierung wie in früheren Jahren scheint nicht mehr erforderlich zu sein. Insgesamt wird wenig RAM benötigt. Hier findet sich ein vollständiger Vergleich zwischen der kostenlosen und der Pro Version.

AVG AntiVirus Free

 

Die Schutzlösung von AVG wurde im Oktober 2016 von AVAST übernommen [7] und scheint  inzwischen im Funktionsangebot und Aussehen weitgehend identisch mit ebendieser. Es lässt sich ebenfalls wie AVAST ausreichend konfigurieren. 2012 hat AVG übrigens die bekannten TuneUp Utilities erworben und bietet diese als AVG TuneUp kostenpflichtig an. [8] Hier findet sich ein vollständiger Vergleich zwischen der kostenlosen und der Pro Version.

Panda Free Antivirus

 

Panda hat 2009 mit Cloud Antivirus [9] als einer der ersten einen kostenlosen, rein auf Cloud-Technik basierenden Virenscanner veröffentlicht. Dadurch müssen nicht regelmäßig Definitionsdatenbanken aktualisiert werden, es ist aber eine durchgehende Verbindung zum Internet erforderlich. Auch heute besticht das Programm noch durch seine simpel gehaltene und ressourcensparende Konzeption. Die Panoramabild-Oberfläche wirkt etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber gut umgesetzt. Zusätzlich zum Grundschutz gibt es noch einen Prozessmonitor sowie einen Schutz für USB-Datenträger. Das Grundverhalten lässt sich konfigurieren, sonst gibt es bei der Anpassung leider aber nicht zu viele Optionen. Hier findet sich ein vollständiger Vergleich zwischen der kostenlosen und der Pro Version.

Bitdefender Free Antivirus

 

Die Software ist ein Geheimtipp für Benutzer, die eine unauffällige, weitgehend autonom arbeitende Antivirenlösung bevorzugen. Die abgespeckte kostenlose Version von Bitdefender nutzt den gleichen „Programmkern“ wie die Vollversion, ist aber sehr minimalistisch gehalten: Sämtliche Programmfunktionen werden über das Tray-Popup geregelt. Die Software benötigt sehr wenig RAM und ist schon passend eingestellt, allerdings lässt sich das Programmverhalten wie die Reaktion bei einem Fund oder das Updateintervall auch weitgehend nicht konfigurieren. Benutzerdefinierte Scans aus dem Hauptmenü sind ebenfalls nicht möglich, dafür ist ein URL-Schutz dabei. Es ist eine Registrierung erforderlich, um Bitdefender Free nutzen zu können. Hier gibt es weitere Informationen.

Kaspersky Free Antivirus

 

Erst seit 2017 gibt es eine kostenlose Version von Kaspersky, einem der populärsten kommerziellen Antivirenlösungen [10]. Diese Version ist auf den Grundschutz reduziert, aber für Privatanwender vollkommen ausreichend. Zusatzfeatures wie Online-Banking-Schutz, VPN und Kindersicherung gibt es nur in der kostenpflichtigen Ausgabe. Das Schutzverhalten ist nur eingeschränkt konfigurierbar, dafür gibt es einen URL-Schutz. Die Programmoberfläche ist ähnlich der Vollversion professionell und übersichtlich gehalten. In der Vergangenheit gab es Kritik an Kaspersky wegen dem Umgang mit Datenschutz und der Zusammenarbeit mit Regierungen. [11] Hier gibt es weitere Informationen zur Software.

Comodo Free Antivirus / Internet Security

 

Die Comodo Group ist ein großer US-Amerikanischer Softwareanbieter, der auch SSL-Zertifikate zur Verfügung stellt. [12] Auf der Webseite finden sich sehr viele lobende Worte über das eigene Produkt, man muss allerdings auch sagen, dass Comodo Free AV von den hier verglichenen Programmen mengenmäßig die meisten Schutzfunktionen an Bord hat. Neben einer erweiterten Verhaltenserkennung gibt es auch Zusatzfunktionen wie eine Software-Sandbox, einen „Sicherheitsbrowser“ basierend auf Chromium sowie ein Desktop-Widget zur Schnellsteuerung. Der Nachteil ist allerdings, dass die Software für die Idee eines „Basisschutzes“ etwas überladen wirkt und mit der großen Anzahl an konfigurierbaren Elementen so manchen Nutzer zurecht abschrecken mag. Die deutsche Lokalisierung ist „by Community“. Hier findet sich ein vollständiger Vergleich zwischen der kostenlosen und der Pro Version.

Adaware Antivirus Free

 

Adaware ist eine hierzulande weniger bekannte Sicherheitslösung des kanadischen Herstellers Lavasoft. Während die Software früher primär gegen Spyware gerichtet war, ist heute ein Grundschutz gegen jegliche Art von Schadsoftware enthalten. Dazu arbeitet Lavasoft auch mit Avira zusammen. [13] Über die zentrale Programmoberfläche lassen sich alle Funktionen verwalten, Web- und Emailschutz gibt es nur in der kostenpflichtigen Version. Praktisch ist, dass sich die Software bei der Installation auch als „Zweitlösung“ ohne aktiven Echtzeitschutz installieren lässt. Hier gibts weitere Informationen.

Immunet with ClamAV

 

Immunet ist schon einige Jahre auf dem Markt und hat seitdem einiges durchgemacht. Das Startup wurde 2011 von Sourcefire übernommen [14], also den Entwicklern vom Open-Source-Virenschutz ClamAV, welches inzwischen zu Cisco Systems (USA) gehört. Die Grundidee ist – ähnlich wie bei Panda Cloud Antivirus – eine „leichte“ Schutzlösung für Privatanwender primär durch Cloudtechnik, es ist also eine Internetverbindung erforderlich. Dafür benötigt die Software sehr wenig RAM. Gleichzeitig enthält Immunet noch die ClamAV-Engine, welche auch das herunterladen von Viren-Definitionsdatenbanken und damit einen „Offlineschutz“ ermöglicht. Die Software gibt es inzwischen nur noch in einer kostenlosen Version, sie scheint sich allerdings über die Jahre eher wenig weiterentwickelt zu haben. Während die Erkennungsrate dank Cloudtechnik und ClamAV wohl recht gut sein soll, soll es wohl gelegentlich bei der Bereinigung von infizierten Rechnern hapern. Dafür wirbt aber Immunet damit, dass es – im Gegensatz zur gängigen Regel – mit anderen Virenschutzprodukten gleichzeitig laufen kann, was ein großer Pluspunkt ist. Außerdem ist die Software werbefrei gehalten und vielseitig konfigurierbar. So lässt sich z.B. bei dem Einsatz der Software als Zweitlösung die ClamAV-Engine deaktivieren, um lediglich vom Cloudschutz zu profitieren und den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Weitere Details hier.

 

Die Software im Funktionsvergleich

Die komplette Tabelle als PDF gibt es hier zum Download: keepmydesktop_Virenscanner_2019_Vergleich.pdf

Welche Eigenschaften habe ich verglichen?

Alle Programme im Vergleich bieten einen Grundschutz gegen Viren, Trojaner, Würmer  („Malware“).

Heuristische Methoden zur Erkennung von Malware abseits der bekannten Signaturen aus der Datenbank sind ein wichtiger Faktor bei der  Prävention von unbekannten Infektionen.

Eine Verknüpfung mit der Internet-Cloud des Herstellers ermöglicht außerdem das schnelle und simultane Lernen und Sammeln von neuen Bedrohungen in Echtzeit unabhängig von den bekannten Definitionen.

Rootkits sind eine besonders hartnäckige Form von Malware, die sich im Rechner vor Antivirenprogrammen verstecken können und schwer zu entfernen sind. Nicht alle Programme bieten volle Unterstützung für die Entfernung in der kostenlosen Version.

Spyware konzentriert sich auf das ausspionieren und abgreifen von sensiblen Nutzungsdaten, wie Passwörtern oder Bankdaten zum Beispiel in Form von Keyloggern.

Ransomware ist in den letzten Jahren besonders bekannt geworden durch großflächige Infektionen von z.B. WannaCry und Petya. Der sogenannte Erpressungs- oder Kryptotrojaner versperrt den Zugang zu den persönlichen Dateien und verlangt anschließend ein Lösegeld zur Entsperrung. Die Entfernung war lange Zeit schwierig. Nicht alle Programme bieten in der kostenlosen Version einen vollständigen Schutz: Das Entfernen beherrschen inzwischen fast alle Programme, um das Verschlüsseln der persönlichen Dateien aber zu verhindern ist ein Dateizugriffsschutz von Nöten.

PUP („Potentially Unwanted Programs“) und Adware sind kleine Programme, die oft unbemerkt auf dem Computer landen und nicht wirklich nützlich sind. Stattdessen blenden sie Werbung ein oder lenken Suchanfragen um. Ein klassisches Beispiel sind Toolbars.

Zusatzfunktionen

Als Browserschutz fasse ich verschiedene Methoden zusammen, wie verhindert werden soll, dass Schadsoftware durchs Surfen auf dem Rechner landet. Das kann zum Beispiel eine netzwerkseitige URL-Blockierung, ein Browser-Plugin oder eine Sandbox-Funktion sein. Darunter zähle ich auch den „Online-Banking-Schutz“, da solche Transaktionen in der Regel im Browser stattfinden.

Der Emailschutz prüft E-Mails bereits vor dem Lesen, ob diese oder der Anhang einen Virus enthalten, wie es oft bei Phishing-Software der Fall ist. Wenn das E-Mail-Postfach nicht im Browser geöffnet wird, integriert sich das Antivirenprogramm normalerweise in den E-Mail-Client.

Sonstiges

Benutzerdefinierte Scans sind besonders für fortgeschrittene Nutzer interessant. Sie ermöglichen das gezielte Überprüfen von Verzeichnissen oder Dateitypen. Wird von manchen Produkten in der kostenlosen Version nicht zugelassen.

Produktregistrierung – Einige Programme setzen eine kostenlose Registrierung mit der Mail-Adresse beim Hersteller voraus. Nicht jeder möchte das.

Eingeblendete Werbung kann auch ziemlich störend sein. Dabei mache ich im Vergleich keinen Unterschied zwischen produkteigener- oder Fremdwerbung, sondern ob die Werbung aufdringlich und störend ist.

RAM-Belastung Gerade ältere Computersysteme mit wenig Arbeitsspeicher (<4Gb) können durch eine mächtig ausgestattete Internet Security Suite ziemlich ausgebremst werden. Grund dafür sind die Vielzahl an Prozessen, welche im Hintergrund laufen und zudem Arbeitsspeicher belegen. Da ist es schon im voraus nett zu wissen, wie viel das so ist. Durchschnittliche Beobachtung auf einem frisch installierten Testsystem.

Modulare Zusammensetzung: Einige kostenlose Schutzlösungen werben neben der guten Erkennungsrate mit einer Vielzahl von Zusatzfunktionen wie Browser-Addons, Systembereinigungs und -optimierungtools. Diese Dinge können nützlich sein, werden aber nicht unbedingt gebraucht oder gewollt. Besser also, wenn man die einzelnen Funktionen deaktivieren kann oder darf beim Setup bereits auswählen, welche Programmkomponente überhaupt installiert werden sollen.

Das Herkunftsland des Anbieters kann aufgrund der verschiedenen internationalen Datenschutzrichtlinien oder aus politischen Gründen für den kritischen Nutzer interessant sein.

Meine Empfehlung

In Windows 10 wurde der integrierte Malwareschutz (früher unter Windows Defender bekannt) deutlich verbessert. So sind in der Grundausstattung Zusatzfunktionen wie ein erweiterter Ransomwareschutz, Adwareerkennung, Browserschutz (in Microsoft Edge) und bald sogar ein Sandbox-Modus verfügbar. Alles Funktionen, die man sonst eher von Bezahlsoftware kennt. Wer seinen PC also lediglich für alltägliche Aufgaben nutzt, sollte damit vollkommen bedient sein. Nutzer mit einem erhöhten Sicherheitsanspruch sowie Nutzer von Windows 7 sollten sich dagegen die kostenlose Version von Avast oder AVG anschauen, die meiner Meinung nach die beste Schnittmenge zwischen Funktionsumfang, Benutzerfreundlichkeit und Systembelastung bilden. dreikreisWer einen besonderen Wert auf Datenschutz legt, ist wohl bei der bewährten Software von Avira am besten aufgehoben. Avira scheint meinem Eindruck nach am transparentesten mit dem Thema Datenschutz und DSGVO umzugehen [15], außerdem ist es die einzige Software „Made in Germany“. Für Netbooks oder auch ältere Systeme bieten sich besonders Bitdefender Free oder Panda Free an, da diese wenig Systemressourcen beanspruchen. Bitdefender arbeitet zudem weitgehend vollautomatisch und wartungsfrei, was besonders praktisch ist, wenn man nicht gestört werden möchte (zum Beispiel beim Gaming oder Streaming). Wer gerne seinen Schutz etwas „aufstocken“ aber kein ganzes Sicherheitspaket installieren möchte, sollte sich Immunet anschauen, welches zusätzlich zu einer bereits installierten Antivirenlösung laufen kann.

wichtigachtung Ein großer Faktor für die Sicherheit eures Systems ist – neben einer guten Antivirensoftware – auch, ob euer Windows und die installierte Software aktuell und der Browser gut abgesichert ist, um Einfallstore für Malware zu schließen.

Der Beitrag spiegelt meine persönliche Meinung wieder und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle genannten Schutzmarken sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber, ich stehe nicht mit diesen in Verbindung.

Tonausgabe schnell und bequem wechseln – Audioswitch

Heute zur Abwechslung ein kompakter Software Tipp: Ihr benutzt Kopfhörer und Lautsprecher gleichzeitig? Das häufige, manuelle Hin- und Herschalten der Standard-Tonausgabe bzw. Lautsprecher kann auf die Dauer ziemlich aufreibend sein, wenn man sich immer durch die Systemsteuerung klicken muss. Das ist seitens Windows wirklich nicht geschickt gelöst. Zum Glück gibt es diverse Abhilfen, hier am Beispiel von

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Audioswitch (1,1 Mb). eine kostenlose, Open Source Software zum schnellen Umschalten der Tonausgabe. Link zur Projektbeschreibung auf github, Download

Nach der Installation befindet sich ein neues Lautsprechersymbol in der Taskleiste. Durch einen einfachen Klick darauf werden direkt die verfügbaren Ausgabekanäle sowie die Master-Lautstärke angezeigt und können gewählt werden.

audioswitch01

Das Verhalten des Programms lässt sich über ein Optionsfenster genauer anpassen. Es ist auch möglich, für die entsprechenden Profile zur besseren Unterscheidung verschiedene Lautsprechersymbole zu nutzen bzw. diese farblich variieren zu lassen. Seit ihr zufrieden mit dem „neuen Symbol“, könnt ihr den Windows-eigenen Lautsprecher verstecken, indem ihr an der selben Stelle auf den kleinen Dropdown-Pfeil (siehe Bild) mit Rechtsklick klickt und unter „Benachrichtigungssymbole anpassen“ diesen ausblendet.

 

Nachtrag vom 16.08.18: Audioswitch kann auch mit Exe-Parametern gesteuert werden. Öffnet man

audioswitch.exe /help

in der Eingabeaufforderung (cmd), stehen folgende Parameter zur Verfügung. Beispielhaft wird im Bild der Ausgabekanal geändert:

audioswitch02

So lässt sich zum Beispiel mithilfe einer Desktop-Verknüpfungen schnell das Ausgabegerät ändern. Dazu erstellt man eine reguläre Desktop-Verknüpfung (über Rechtsklick/Senden an…) und öffnet im Anschluss mit Rechtsklick das Eigenschaften-Fenster. Dort ergänzt man dann im Ziel-Pfad nach den „…“-Angaben den gewünschten Parameter, also am Beispiel des Bildes:

"C:\Program Files (x86)\AudioSwitch\AudioSwitch.exe" /s 1

Windows 7 Installation unter AMD Ryzen und USB 3.0

Ich habe mich aus verschiedenen Gründen dazu entschieden, bis zum Ende des offiziellen Support-Zeitraums (erstes Quartal 2020) nun doch noch Windows 7 auf meinem aktuellen Desktop-PC mit einem AMD Ryzen 5 – auf einem MSi Tomahawk Mainboard mit gängigem B350-Chipsatz – zu nutzen. Während dem Installationsprozess habe ich feststellen müssen, dass einem da von verschiedenen Seiten erhebliche Steine in den Weg gelegt werden. Unter anderem lässt sich das Setup nicht ohne weiteres starten und Microsoft sperrt die neuere Prozessor-Generationen (AMD Zen, Intel Kabylake, ..) ganz einfach von den Updates aus…

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In diesem Beitrag berichte ich also von meiner Erfahrung mit der Installation von Windows 7 mit einem aktuellen Ryzen-Prozessor. Ihr erfahrt, wie ihr…

  • Das Windows 7 Setup mit den erforderlichen Treibern auf einem USB-Stick einrichtet
  • USB 3.0 – Geräte wie Maus und Tastatur während der Installation nutzen könnt
  • Ihr Windows 7 ins aktuelle UEFI Bootschema mit GPT-Partitionstabelle einbindet
  • Windows Updates trotzdem freischalten und herunterladen könnt

wichtigachtung Ihr benötigt für die Installation ein ISO-Abbild der Windows 7 64 Bit Setup-DVD (gibt’s kostenlos z.B. bei Microsoft oder heise), einen gültigen Product Key, das kostenlose Packprogramm 7-Zip sowie einen USB-Stick mit mindestens 8GB Speicherplatz. Außerdem solltet ihr unbedingt vor Beginn eine Sicherung der Eigenen Dateien durchführen und einige Sachen vorbereitend herunterladen. Weitere Info’s zur Vorbereitung gibts hier im Installations-Guide…

Übrigens: Prüft zunächst, ob es in eurem UEFI-Setup (Hotkey-Hinweis unmittelbar nach Einschalten beachten) eine „legacy“ USB-Funktion gibt bzw. sich USB 3.0 deaktivieren und damit die Windows 7 Installation starten lässt. Wenn ihr noch eine alte PS/2-Maus und den dazugehörigen Anschluss habt, könnt ebenfalls euer Glück versuchen!

Windows 7 und USB 3.0

Nun ist es so, dass Windows 7 nativ ohne Gerätetreiber keine USB 3.0 Anschlüsse unterstützt, die aktuellen Chipsätze und Mainboards allerdings fast ausschließlich nur noch solche besitzen. Das hat zur folge, das beim Booten der Windows 7 Setup DVD die Geräte zunächst nicht nutzbar sind. Außerdem kann es bei fehlenden Southbridge-Treibern spätestens bei der Festplattenpartitionierung zu der Fehlermeldung „Nicht unterstütztes CD/DVD Laufwerk erkannt…“ kommen, woraufhin die Installation abgebrochen werden muss. Der einzigste Weg ist also, die Treiber entweder von Anfang in die Setup-DVD/USB zu integrieren, oder diese direkt im Rohformat (Treiber.inf) auf einem separaten Medium bereit zu halten (USB funktioniert nicht!) Ich habe mich für ersteres entschieden…

USB-Installationsmedium erstellen und Treiber integrieren

Da wir die passenden USB/Chipsatztreiber ins Setup integrieren müssen, ist es das Einfachste, ein angepasstes Setup auf einem USB-Stick zu erstellen. Das spart Zeit und außerdem kann das Setup im Nachhinein noch einmal angepasst werden, wenn es nicht gleich funktioniert.

Methode 1: Tool des Herstellers nutzen

In meinem Fall mit MSi habe ich Glück gehabt: MSi bietet für seine aktuellen Motherboards ein „MSi Win 7 Smart Tool“ an (Download hier im MSi Forum im ersten Post).

Nach der Installation des Tools entpacken wir zunächst die Windows 7 Setup ISO mithilfe von 7-Zip in einen Ordner.

msismarttool

Dann starten wir das MSi Smart Tool und geben diesen Ordner als Quellordner an. Nun können wir wählen, ob das Tool direkt einen USB-Stick vorbereiten soll, oder nur zunächst eine neue Setup-Datei erstellen soll. Anschließend haken wir noch alle zusätzlich zu integrierenden Treiber an und erstellen das Abbild auf Wunsch direkt auf den USB-Stick, fertig. Fahrt an dieser Stelle direkt unten bei der Einrichtung fort.

Für INTEL Chipsätze und ASUS Mainboards gibt es ebenfalls ein solches Setup-Tool.

Methode 2: Selber machen

usbrufusWenn es kein passendes Programm dafür gibt (siehe Methode 1), können wir USB/Chipsatztreiber auch eigenständig integrieren. Das ist allerdings etwas zeitaufwendiger und bedarf einiger Arbeitsschritte. Auch hier gibt es verschiedene Herangehensweisen.

Zunächst erstellen wir uns mit dem kleinen, praktischen Tool Rufus einen bootfähigen Windows Setup USB-Stick. Dazu benötigen wir wieder das Windows Setup ISO-Abbild und einen USB-Stick mit mindestens 8Gb Speicherkapazität. Die Bedienung  des Programms ist selbsterklärend: USB-Stick auswählen, „Startfähiges Laufwerk erstellen“ anwählen und die Windows-Setup-ISO einbinden, starten.

Außerdem benötigen wir die passenden USB-Treiber für den Chipsatz des Motherboards. In der Regel gibt es die nicht separat, sondern ihr müsst den aktuellen, kompletten Chipsatztreiber von der Download-Webseite des Mainboard-Herstellers oder vom Chiphersteller (AMD, Intel) direkt herunterladen, bei Notebooks ist es der Vertreiber (z.B. DELL, HP).  Google hilft!

Vorbereitung

In den nächsten Schritten entpacken wir das Treibersetup und extrahieren die USB-Treiberdateien. Wir benutzen Funktionen der Eingabekonsole (cmd).

1. Zunächst erstellen wir uns einem Arbeitsordner „w7“ und darin zwei Unterordner mit den Namen „mount“ und „treiber“. Der Name der Ordner ist egal, muss aber später bei den Befehlen, die wir in der Eingabekonsole benutzen, berücksichtigt werden. Der Einfachheit halber erstelle ich den Ordner direkt auf Laufwerk C: (oder einem beliebig anderen Laufwerk), das spart später Zeit.

2. Jetzt wird es knifflig: Ihr müsst die Chipsatztreiber-Datei mit 7-Zip manuell entpacken  (Rechtsklick > 7-Zip > Entpacken nach…) und dort die USB-Treiberdateien (Dateiformat *.inf) für die richtige Betriebssystemarchitektur (W7_64) ausfindig machen. Hier beispielhaft bei meiner Situation mit AMD/MSi dargestellt:

Nach dem Entpacken befinden sich die einzelnen Setup-Komponenten in einem Ordner. Mit ein wenig suchen konnte ich die USB-Treiberdateien unter

AMD-Chipset-Drivers\Packages\Drivers\SBDrv\USB30_ZP

ausfindig machen. Das sollte ungefähr wie in Bild 2 aussehen. Alle Treiberdateien (mit Ordnern, im Beispiel USB30_ZP) kopieren wir nun in unser Arbeitsverzeichnis „treiber“.

3. Nun benötigen wir die zwei „Kerndateien“ boot.wim und install.wim aus dem Windows 7 Setup ISO, wahlweise von dem zuvor mit 7-Zip entpacken Windows 7 Setup Abbild oder direkt vom frisch eingerichteten USB-Setup-Stick. Zu finden im Ordner „sources“:

Win7_Home_x64.iso\sources\

Diese Dateien enthalten die Systemdateien zum Start des Windows-Installationssystems. Wir kopieren die beiden Dateien direkt ins Arbeitsverzeichnis „w7“. Das Ergebnis sollte so aussehen:w7_mount_treiber

 

Treiber integrieren mit cmd

Nun nutzen wir einige Funktionen der Windows-Eingabeaufforderung (cmd), die wir zuvor als Administrator (Rechtsklick) ausführen müssen. Dazu im Startmenü „cmd“ eingeben oder mit der Kombination Win+R Ausführen öffnen und cmd eingeben.

Jetzt müssen wir den Pfad in cmd auf unseren Arbeitsordner „w7“ setzen (in meinem Fall F:\w7\): Zum Wechseln des Laufwerks reicht Eingabe „F:“. Zum Wählen eines Ordnerverzeichnisses im selbigen Laufwerk gibt es den Befehl „cd“ (change directory). Habt ihr also z.B. den Arbeitsordner auf dem Desktop erstellt, lautet der Befehl:

cd C:\Users\BENUTZERNAME\Desktop\w7\

Der Befehl lädt den Inhalt der Datei boot.wim in den mount-Ordner.

dism /mount-wim /wimfile:boot.wim /index:2 /mountdir:mount

Nun lassen wir alle im Ordner „treiber“ enthaltenen Treiberdateien in boot.wim integrieren.

dism /image:mount /add-driver:"treiber" /recurse

Abschließend die Änderungen speichern und das Abbild wieder schließen.

dism /unmount-wim /mountdir:mount /commit

dism_w7

Nun haben wir mit der Datei boot.wim die Treiber in das Live-Installationssystem hinzugefügt. Jetzt müssen wir die Treiber noch in die separat vorliegenden Installationsdateien install.wim integrieren. Dabei ist es wichtig zu wissen, welche der in dieser Datei enthaltenen Windows-Version ihr installieren werdet (Home Premium, Professional, …).

dism /Get-WimInfo /WimFile:install.wim

w7_installwim

Der folgende Befehl lädt nun install.wim in den mount-Ordner. Beachtet dabei den richtigen Indexeintrag entsprechend eures späteren Installationswunsches anzupassen! Ihr könnt es natürlich auch für alle Versionen durchführen.

dism /mount-wim /wimfile:install.wim /index:1 /mountdir:mount

Anschließend werden die Treiberdateien hinzugefügt und das Abbild wieder geschlossen, fertig.

dism /image:mount /add-driver:"treiber" /recurse
dism /unmount-wim /mountdir:mount /commit

Auf dem gleichen Weg können übrigens auch andere Treiber ins Setup integriert werden (z.B. für’s WLAN). Das geht aber nur, wenn für die Funktion Hardware die reinen Treiber ausreichen und keine zusätzliche Software benötigt wird. Beispiel: Damit der aktuelle, komplette AMD Ryzen Chipsatztreiber installiert werden kann, wird zunächst ein bestimmtes Windows Update benötigt, sonst schlägt die Installation fehl.

boot.wim und install.wim ersetzen

Wurden die Treiber erfolgreich integriert, kopiert ihr die beiden Dateien zurück auf den USB-Installationsstick an den gleichen Ort und überschreibt die Originale.

Alternativen

Wenn der obige Tipp nicht geklappt hat oder die typischen Fehler (USB-Tastatur/Maus funktionieren nicht oder Fehlermeldung „CD/DVD driver missing“) immer noch auftreten, habt ihr zwei Optionen: Entweder es war der falsche Treiber und ihr versucht es erneut, oder ihr probiert es mit dem Programm nlite.

Methode 3: nlite ist ein kommerzielles Programm, mit dem man Windows Installationsvorgänge anpassen, konfigurieren und automatisieren kann. die eingeschränkte kostenlose Version reicht für diese Zwecke vollkommen aus. In diesem Beitrag werde ich allerdings nicht im Detail darauf eingehen. Auch in diesem Programm bindet ihr zunächst das Setup-ISO-Abbild ein, wählt dann die Chipsatztreiber eurer Wahl und ggf. gleich Windows Updates und übernehmt diese auf eine angepasste Installation. Das erstellte Abbild kann dann wieder als ISO gespeichert oder direkt auf einen Stick kopiert werden. Weitere, zeitsparende Anpassungen können noch vorgenommen werden. Zur Webseite des Programms…

Windows 7 von USB Installieren

wichtigachtung Bei der Neuinstallation von Windows 7 wird die Festplatte formatiert und alle Daten darauf gelöscht. Ihr solltet zuvor ein Backup machen.

Windows 7 und UEFI

w7_installieren01Den USB-Stick einstecken und von diesem booten. Wenn das Setup nicht von selber starten will, muss zunächst das Starten vom USB-Stick erlaubt werden. Dazu das UEFI-Setup (Hotkey-Hinweis unmittelbar nach Einschalten beachten, oft F2, Entf oder Esc) öffnen und die Bootreihenfolge anpassen. Beachtet dabei, dass der USB- oder DVD-Bootvorgang im UEFI-Modus (ist im UEFI extra gekennzeichnet!) stattfindet, damit Windows 7 später auch die Vorteile von UEFI nutzt. UEFI Secure Boot (oft bei Notebooks aktiv) muss deaktiviert werden, sonst lässt sich Windows 7 nicht installieren. Windows 7 nutzt diese Funktion nicht.

Sind diese Hürden aus dem Weg geräumt, kann endlich die Installation starten. Beim Punkt „Wo möchten Sie Windows 7 installieren?“ kommt dann der nächste Arbeitsschritt.

GPT-Partitionstabelle auf Datenträger einrichten

Die GPT (oder auch GUID) Partitionstabelle gehörte zu den Neuerungen von UEFI und ist der Nachfolger von MBR, der zu BIOS-Zeiten eingesetzt wurde. Damit Windows 7 diese neue Funktion nutzt, pausieren wir die Installation im Setup-Abschnitt, wo die Datenträger und Partitionen formatiert werden.

w7_installieren04

Mit der Kombination Shift + F10 öffnen wir die Eingabeaufforderung (cmd) und führen folgende Befehle aus

diskpart

Startet das Tool zur Datenträgerverwaltung.

list disk

Zeigt alle Datenträger an.

select disk x

Hier wählen wir die Festplatte aus, auf der Windows installiert werden soll. Der Vorgang sollte für alle Festplatten im System ausgeführt werden.

clean

Löscht die Festplatte(npartition).

convert gpt

Konvertiert die Festplatte ins GPT-Partitionsschema.

Jetzt kann das cmd-Fenster geschlossen werden. Abschließend klicken wir auf „aktualisieren“. Erstellt und formatiert eine neue Primär-Partition. Windows 7 erstellt dabei automatisch noch eine Systempartition, die ihr nicht antastet. Weitere Anpassungen können vorgenommen werden.

Fahrt mit der Installation wie gewohnt fort. Im Anschluss werden zunächst alle Windows Updates und dann die Treiber installiert (…)

Eine komplette Schritt-für-Schritt Anleitung zur Installation von Windows 7 habe ich hier beschrieben…

 

Windows Updates aktivieren

Nach der erfolgten Installation und ersten Einrichtung geht es an das Beziehen der letzten Updates. Dort werden wir dann zügig mit folgender Meldung konfrontiert:

wu_hardware

Auch wenn bei der Entwicklung von AMDs Zen Architektur Windows 7 berücksichtigt wurde, wird diese Generation – wohl auch auf Wunsch von Microsoft hin – nicht mehr offiziell unterstützt und mit Treibern versorgt. Microsoft hat entsprechende Systeme einfach von Windows Update ausgeschlossen. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn man Windows 7 unter dem Aspekt nutzt oder gar erst erworben hat, dass im Servicevertrag Updates bis 2020 garantiert worden sind.

Inzwischen gibt es bereits mehrere Wege, die Update-Sperre aufzuheben. Das geht zum Beispiel mit diesem kostenlosen, quelloffenen Programmscript:

https://github.com/zeffy/wufuc

Disables the „Unsupported Hardware“ message in Windows Update, and allows you to continue installing updates on Windows 7 and 8.1 systems with Intel Kaby Lake, AMD Ryzen, or other unsupported processors.

Wenn man etwas herunterscrollt, findet man im Download-Bereich unter „latest build“ die entsprechende Version für 64-Bit Systeme. Das Programm muss installiert werden, da ein Hintergrunddienst eingerichtet wird, der Windows Update „aktiviert hält“.

Die Installation geht schnell und man muss nur den Anweisungen folgen. Im Anschluss können wie gewohnt Windows Updates empfangen werden!

Praktische System-Tools für mehr Kontrolle

– 18 Software-Tipps –

… welche das Arbeiten mit Windows erleichtern, nützliche Funktionen einführen und mehr Kontrolle über das Betriebssystem und die laufenden Prozesse geben. Sie können größtenteils ohne Installation ausgeführt werden.

button_vi button_7 button_8 ProcessExplorer (SI)

tools_taskmanEine verbesserte Version des klassischen Task-Managers. Zeigt zusätzliche Informationen zu Prozessen und geladenen DLLs an (was steckt hinter svchost?) und gibt detailiert Auskunft über Systemressourcen.  Ersetzt auf Nachfrage den normalen Taskmanager. (Läuft auch unter Windows 10, da ist der mitgelieferte Task-Manager allerdings schon stark verbessert worden und ebenbürtig.)  >> Zur Webseite

button_vi button_7 button_8 button_10 RamMap (SI)

Zeigt übersichtlich und in Echtzeit die Belegung des Arbeitsspeichers (RAM) durch Anwendungen, Prozesse, Treiber und durch das Windows-System an. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 DiskView (SI)

Zeigt ausführlich in einem graphischen Fenster die Speicherbelegung der gewählten Festplatte an, wie man es von manchen Defragmentierungsprogrammen kennt. Zur Analyse von einzelnen Datenblöcken können per Klick Infos angezeigt werden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 TCPView (SI)

tools_tcp

Listet prozessbezogen alle ein- und ausgehenden TCP-Internetverbindungen auf. Ermittelt den Port und die Zieladresse. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 PendMoves MoveFile (SI)

Windows verfügt über einer „MoveFileEx-API“, um gerade genutzte oder gesperrte Dateien beim nächsten Systemstart zu modifizieren bzw. zu löschen. Am ehesten kennt man das von der typischen Meldung „Starten Sie das System neu, um die Deinstallation abzuschließen.“ Mit dieser einfachen Kommandozeilen-Anwendung kann man solche Operationen selber planen, zum Beispiel bei einer gerade nicht löschbaren Datei. Dazu wird die Exe über die Konsole (cmd) geöffnet und mit dem Befehl movefile gesteuert. Genau Benutzung siehe Beschreibung. >> Zur Webseite

 

button_vi button_7 button_8 button_10 Disk2vhd (SI)

disk2vhdErlaubt das einfache Speichern einer Windows-Systempartition bzw. -Festplatte als virtueller Datenträger im laufenden Betrieb. Kann anschließend in VirtualBox (nach Umkonvertierung) oder Virtual PC (max. 127Gb) eingebunden werden. Mehr Details: Davon habe ich bereits in einem gesonderten Beitrag berichtet… >> Zum Beitrag & Download

SI: Die folgenden Programme stammen aus den Windows Sysinternals, eine Sammlung von Anwendungen des Microsoft-Entwicklers Mark Russinovich.

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 regshot

Vorher-Nachher Schnappschuss der Windows-Registry machen und automatisch vergleichen lassen. Das Ergebnis wird in einer txt oder html Datei gespeichert. So kann z.B. bei einer Systemänderung oder Installation nachvollzogen werden, welche Registrierungsschlüssel eingetragen wurden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Networx

tools_networxÜberwacht und erstellt Statistiken von gesamten Netzwerkverkehr, ähnlich wie auf dem Smartphone. Seit Windows 10 gibt wird dieses Feature zwar schon mitgeliefert, das Programm bietet aber wesentlich mehr Informationen, lässt sich ausgiebig konfigurieren und zeigt den Datenverbrauch in übersichtlichen Balkendiagrammen an. Leider Shareware, das Programm muss installiert werden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 WifiGuard

Überwacht das WLAN/Heimnetzwerk, zeigt verbundene Geräte an. Verschiedene Optionen zum anpingen und testen der Firewall. Gibt Alarm bei unbekannten Geräten. Kostenlose Version zeigt max. 5 Geräte an. >> Zur Webseite

button_allos RJL Product Key Viewer

Zeigt den benutzten Windows Product Key / Lizenzschlüssel an. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Teracopy

tools_teracopy

Ersetzt den Windows Kopierprozess. Kopiert vor allem größere Dateizahlen und -mengen insgesamt schneller, Kopiervorgänge lassen sich pausieren/später fortsetzen, validieren und mehrere Kopiervorgänge in einer Warteschlange einreihen. Ich empfehle die Version 2.3, sie ist übersichtlicher und zudem mit Windows XP kompatibel. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Windows-Firewall Tools

Mit den zwei kleinen Programmen TinyWall und WFN kann man unkompliziert die Windows Firewall erweitern, ein- und ausgehende Verbindungen kontrollieren und sein System so sicherer machen. Wie das geht, habe ich bereits in einem anderen Beitrag beschrieben >> Zum Beitrag

button_7 button_8 button_10 Zugriff auf alle Einstellungen – GodMode

Mit dem berüchtigten „Godmode“ kann man auf viele zusätzliche Systemeinstellungen zugreifen, die so nicht in den Einstellungen zu finden sind. Alle Optionen werden übersichtlich in einem Ordnerfenster aufgelistet. Dazu an einem belieben Ort einen neuen Ordner (Rechtsklick) erstellen und beim Umbenennen folgendes eingeben:

GodMode.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}

 

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 5 Virenscanner to Go

malwareportable6Virenscanner ohne Installation auf dem USB-Stick oder einfach als Zweitmeinung: Ein paar extra Anti-Malware-Tools sind immer praktisch. >> Dazu habe ich einen eigenen Artikel veröffentlicht

Außerdem: Mit dem kostenlosen Virustotal Uploader für Windows können über das Kontextmenü (Rechtsklick) einzelne Dateien auf virustotal.com hochgeladen und in der Cloud von allen gängigen Virenscannern geprüft werden. Praktisch, um letzte Zweifel auszuräumen. >> Zur Webseite

tools_tcpoptibutton_allos TCP Optimizer

Ein Klassiker. Optimiert die Browser- und Windows Netzwerkeinstellungen optimal für den vorhanden Internetanschluss/die verfügbare Bandbreite (Mbps). Gerade bei langsameren Verbindungen oder älteren Systemen kann so eine Beschleunigung der Datenübertragung erreicht werden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 CPU-Z

Klein aber nützlich: Zeigt wichtige Informationen wie ID, Spannung, Taktrate und Temperatur zum Prozessor, aber auch allgemeine Systeminfos zu Mainboard, Arbeitsspeicher (RAM) und Grafikkarte an. Verfügt über integrierte Benchmarks. >> Zur Webseite

button_7 button_8 button_10 XMedia Recode

tools_xmediarecode

Praktisches All-In-One Konvertierungsprogramm für Audio- und Videomedien. Rippt auch CDs, DVDs und BluRays. Kostenlos und werbefrei, von einem deutschen Entwickler. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Explorer++

Kostenloser Ersatz für den Windows Explorer. Schlank gehalten, bietet viele praktische Funktionen wie das Arbeiten mit Tabs, Lesezeichen, Konsole öffnen, eine Vielzahl von Hotkeys, Datei- und Attributevorschau. Optimal, wenn man viel mit Dateien arbeitet. Eine Installation ist nicht notwendig. >> Zur Webseite

 

Tipp: Die portablen Anwendungen auf einen USB-Stick oder CD kopieren und immer parat haben!

Windows XP in VirtualBox einrichten

winxpVB

Windows XP hat viele von uns über Jahre hinweg begleitet und war – trotz seiner Schwächen – ein gutes, solides und liebenswertes Betriebssystem. Wer noch XP-Software oder Spiele nutzen, einen alten Rechner archivieren oder einfach mal wieder den Flair aus dem Jahre 2001 erleben möchte, kann sich dieses mit wenigen Schritten auf einen aktuellen Rechner holen.

In diesem Beitrag zeige ich Schritt für Schritt, wie man Windows XP in der kostenlosen Emulator-Software VirtualBox einrichten und so auf jedem beliebigen Computer ausführen kann.

Im Gegensatz zur Einrichtung von Windows 98 – wie ich einem älteren Beitrag erläutert habe – geht das Ganze recht flott, vor allem da VirtualBox dank seiner Guest-Additions-Treiber volle Unterstützung für die Generation XP mit sich bringt.

Was wird benötigt?

  • Eine Windows XP Setup-CD zur Installation oder noch besser ein virtuelles Abbild davon (ISO)
  • Einen gültigen Product Key (Lizentschlüssel), diesen findet ihr z.B. auf einem Windows XP Certificate of Authenticity Aufkleber auf dem Gehäuse.
  • Für eine gute Geschwindigkeit ein Host-PC mit mindestens 4Gb Arbeitsspeicher und einem halbwegs aktuellen Prozessor mit VT-x bzw. AMD-V Unterstützung
  • VirtualBox in seiner aktuellen Version und das VB Extension Pack für USB 3.0 Unterstützung (gibt’s auf der gleichen Seite)

Einige Vorbereitungen

Nach der Installation von Windows XP ist es empfehlenswert, gleich die letzten Windows Updates und einige Laufzeitumgebungen – die von vielen Anwendungen benötigt werden – nach zu installieren, damit alles Rund läuft.  Folgende Sachen sollten im voraus heruntergeladen werden:

Service Pack 3 das letzte offizielle Update

WinFuture Update Pack enthält alle erschienenen Updates nach dem SP3 und letzten aktuellen WMP und IE. Spart viel Zeit bei der Installation. Erforderlich, wenn ihr im Gastsystem zunächst keine Internetverbindung herstellen wollt.

.NET Framework 3.5 und das dazugehörige Service Pack 1.

Microsoft Visual C++ 2005 Redistributable Package (x86)

DirectX End-User Runtimes (June 2010)

winxp_vb01

Jetzt erstellen wir eine neue virtuelle Maschine in VirtualBox und folgen den Schritten der Einrichtung. Je nach verfügbarem Arbeitsspeicher sollten mindestens 1-2Gb als RAM für das Windows XP Gastsystem gewählt werden (Abschnitt Speichergröße). Die Festplattengröße kann nach Bedarf angepasst werden, sollte aber mindestens 8Gb betragen.

wichtigachtung Beachtet, das genügend RAM für das Host-Betriebssystem übrig bleiben muss. Verfügt euer Rechner also über 4Gb installieren Arbeitsspeicher, solltet ihr nicht mehr als 2Gb für das Gastsystem reservieren.

Nach der Einrichtung klicken wir nun auf die neue virtuelle Maschine und wählen oben das Zahnrad <Ändern> und passen folgende Einstellungen an:

Allgemein
Geteilte Ablage: Aktiviert
Drag'n'Drop: Aktiviert


System
Hauptspeicher: 1Gb mindestens, besser 2Gb
Boot-Reihenfolge: Zuerst CD/DVD, danach Festplatte
Chipsatz: PIIX3
Zeigergerät: USB-Tablet
Erweitert: I/O APIC NUR aktivieren, wenn ihr ein altes Windows XP System 
virtualisiert habt, das IO-APIC aktiviert hatte, ihr 64Bit nutzt oder 
mehrere CPU-Kerne aktivieren wollt

Prozessoren: 1 CPU
CPU-Begrenzung: 100%
Erweitert: PAE/NX aktivieren

Hardware-Virtualisierung: VT-x/AMD-V und Nested Paging aktiviert


Anzeige
Grafikspeicher: (so viel wie möglich, besonders bei aktiviertem 3D)
Anzahl Bildschirme: 1
Beschleunigung: 2D & 3D Beschleunigung aktiviert


Massenspeicher
Controller: IDE: PIIX4 - Host I/O-Cache verwenden
NameDerVirtuellenFestplatte.vmdk - Primärer Master 
(mindestens 8GB feste Größe)
CD/DVD Laufwerk: IDE Sekundärer Master 
(hier dann die Setup-CD eingebinden, wenn sie euch als ISO vorliegt!)
2. CD/DVD Laufwerk: Sekundäre Slave 
(nur falls ihr ein zweites CD-Laufwerk simulieren wollt)


Audio
Audio aktivieren 
Audo-Treiber des Hosts: Windows DirectSound (oder Linux-Äquivalent)
Audio-Controller: ICH AC97

Serielle Schnittstellen
deaktiviert

USB
USB Controller: USB-3.0 (xHCI) aktiviert
(erfordert das VB Extension Pack s.o.)

Gemeinsamer Ordner
aktivieren - automatisch einbinden

 

Die Installation

wichtigachtung Vor der Installation der VirtualBox-Guest-Additions funktioniert die automatische Tastatur- und Mausintegration in der virtuellen Maschine nicht. Um die Maus (z.B. während der Installation) einzufangen, klickt ins VM-Fenster. Um sie wieder fürs Gastsystem freizugeben, die Host-Taste (standardmäßig STRG) drücken.

Nun starten wir die VM, und drücken, wenn dazu aufgefordert „eine beliebige Taste, um von der CD zu starten…“

vb_xp_ (4)

Das Setup wird geladen und wir haben daraufhin die Möglichkeit, die „Festplatte“ zu formatieren bzw. zu partitionieren. Wer hier keine besonderen Wünsche hat, drückt einfach auf ENTER und wählt NTFS Formatierung (schnell). Dadurch wird eine übliche Systempartition „C:“ erstellt. Es werden einige Daten kopiert und nach einem Neustart (diesmal nicht von der CD starten, also nichts drücken!) beginnt die eigentliche, grafische Installation.

vb_xp_ (2)

Dort folgen wir einfach den Anweisungen und geben, wenn dazu aufgefordert, den Product Key ein. Ich empfehle, vorerst die automatischen Updates zu deaktivieren. Wir haben die Updates ja bereits vorbereitet und werden diese im Anschluss selber installieren und danach den Updatedienst nicht mehr benötigen. Nach wenigen Minuten ist die Einrichtung abgeschlossen und ihr landet auf dem Desktop. Nun kann auch die Setup-CD wieder aus der VM ausgehängt bzw. entfernt werden.

Wir ihr sicher merkt, ist die Desktop-Auflösung gering und die Bedienung des Desktops eher ruckelig. Für volle Unterstützung müssen noch die VB-Guest-Additions-Treiber installiert werden. Diese sind in VirtualBox integriert. Um auch die volle DirectX 3D Untersützung z.B. für Spiele nutzen zu können, muss dieser aber im abgesicherten Modus von Windows XP installiert werden. Also starten wir Windows neu und drücken direkt beim Starten der virtuellen Maschine mehrmals zügig F8, bis wir ins erweiterte Startmenü gelangen. Dort dann den <abgesicherten Modus> wählen.

vb_xp_(6)

Auf dem Desktop angekommen, klicken wir im Fenster von VirtualBox auf „Geräte“ und dann auf „Gasterweiterung einlegen“. Die Installation startet automatisch. In den folgenden Schritten muss ein Haken bei „Direct3D-Unterstützung“ gesetzt werden. Nach einem Neustart sind nun alle Funktionen der Guest Additions aktiv:

  • 2D & 3D Grafik-Beschleunigung sind aktiviert, es lässt sich eine größere Auflösung wählen und so auch im Vollbildmodus von VB (Host+F) arbeiten
  • Die automatische Maus- und Tastaturintegration funktioniert
  • Der geteilte Ordner (wenn in den Einstellungen aktiviert) wird im Arbeitsplatz als „Netzwerklaufwerk“ angezeigt und Drag’n’Drop von Dateien ins VM-Fenster und zurück funktioniert

Einrichten des Gastsystems

Die Hauptinstallation ist nun abgeschlossen. Jetzt können wir damit beginnen, die vorbereiteten Updates zu installieren. Über den geteilten Ordner oder Drag’n’Drop gelangen die Dateien ganz einfach ins Gastsystem.

wichtigachtung Sollte es damit Probleme geben, können die Update-Dateien auch mit einer Brennsoftware im Hostsystem als ISO CD-Abbild gepackt und manuell als „CD“ in Windows XP eingebunden werden. Die Installationsreihenfolge muss

Service Pack – Neustart – Winfuture Update-Pack – Neustart – Laufzeitumgebungen

sein. Kommt es nach Abschluss der Updates zu Problemen bei der Grafikbeschleunigung, muss die VB-Guest-Additions neu installiert werden. Das war’s, das Ergebnis lässt sich sehen…

winXP01

Was ist noch zu tun?

  • Die Vorzüge einer virtuellen Maschine sollten genutzt werden. Herunterfahren nicht erforderlich! Beim Schließen des VM-Fensters kann der Zustand einfach gespeichert werden. Vor Systemänderungen (oder um später nicht alles erneut Installieren zu müssen!) kann man über das Menü <Maschine> im VM-Fenster einen Sicherungspunkt erstellen und später jederzeit darauf zugreifen. Über <Datei> kann die virtuelle Maschine auch in eine einzelne Datei exportiert werden.
  • Deswegen kann man im Gastsystem XP auch die automatische Systemwiederherstellung deaktivieren, um Speicherplatz zu sparen. Die entsprechende Option ist unter Systemsteuerung / System / Systemwiederherstellung zu finden.
  • Gibt es Probleme mit der Geschwindigkeit der VM, prüft, wie viel RAM und Grafikspeicher ihr maximal an das Gastsystem abgeben könnt. Außerdem kann man im Gastsystem visuelle Effekte deaktivieren, um den Rechner zu entlasten. Die Einstellungen finden sich unter Systemsteuerung / System / Erweitert / Systemleistung: Einstellungen / Für optimale Leistung anpassen.
  • Ein Virenschutz o.Ä. ist im im Gastsystem nicht erforderlich: Was in der VM passiert, bleibt auch dort (Sicherungspunkt machen!). Allerdings ist Windows XP veraltet und es sollten eigentlich keine sensiblen Daten dort eingegeben werden. Was man machen kann, um Windows XP bestmöglich abzusichern, habe ich in diesem Beitrag beschrieben.

Übrigens: Wie man Windows 98 in VirtualBox einrichtet, habe ich hier beschrieben.

jedi

Windows neu installieren – Schritt für Schritt

cd_schraegWenn die Windows-Installation auf dem Rechner beschädigt ist oder es nach einem Hardware-Upgrade immer wieder zu Abstürzen kommt kann es helfen, Windows neu zu installieren. Auch bei einem sehr langsam gewordenen System, einem hartnäckigen Virenbefall oder zum Auffrischen eines alten Computers lohnt es sich. Ich habe es schon dutzende Male gemacht.

button_7 Im folgenden Beitrag führe ich Schritt für Schritt mit Bildern durch die Neuinstallation am Beispiel von Windows 7.

wichtigachtung Zunächst sollte eine Datensicherung auf einen externen Datenträger (z.B. USB-Stick, ext. Festplatte oder DVD) angefertigt werden. Die eigenen Dateien befinden sich bei Windows 7 unter C:\Users\NAME. Zum Backup meiner Daten benutze ich das kostenlose Programm FreeFileSync.

Einige Vorbereitungen

Die Neuinstallation von Windows ist ein recht zeitintensiver Prozess. Deshalb wollen wir zu Beginn einige Dinge vorbereiten, um diese Zeit zu verkürzen. Folgende Dinge werden benötigt:

  • Die Windows 7 Setup-DVD – wenn nicht vorhanden, ein DVD-Rohling oder USB-Stick
  • Ein gültiger Product Key zur Aktivierung (steht auf dem COA-Aufkleber am Gehäuse oder in der OEM-Box)
  • Einen USB-Stick oder eine weitere leere DVD für Updates
  • Circa 3-4 Stunden Arbeitszeit

wichtigachtung Bei vielen Fertig-Computern und Laptops liefert der Hersteller (z.B. Acer, HP) eine Software mit, mit der ein Backup-Datenträger erstellt werden kann, um (ausschließlich) diesen Rechner auf den Auslieferungszustand zurück zu setzen – inklusive Treibern, Herstellersoftware und Demos. Das ist natürlich bequemer, aber die ganzen Updates und Treibern müssen trotzdem noch aktualisiert werden. Wer eine saubere Neuinstallation anstrebt, sollte lieber die offizielle Setup-DVD benutzen.

Wenn keine Installations-DVD mehr vorhanden ist, kann diese kostenlos von verschiedenen Anbietern heruntergeladen werden, zum Beispiel bei winfuture (ca. 3Gb). Ihr müsst die Windows-Version wählen, für die euer Product Key gültig ist (Home / Pro). Ob ihr die 64-Bit Version habt, steht in der Systemsteuerung unter / System und Sicherheit / System. Anschließend muss das DVD-Abbild noch auf einen Rohling gebrannt werden. Das geht mit verschiedenen kostenlosen Brennprogrammen, wie ich hier beschrieben habe.

> Ihr besitzt kein DVD Laufwerk, Rohling oder wollt mit USB-Stick installieren? Mit diesem Tool von Microsoft kann das Setup auf einem entsprechenden Speicher eingerichtet werden (Anleitung auf Englisch).

w7_installieren09

> Wenn ihr den COA-Aufkleber mit dem 25-stelligen Product Key nicht findet, könnt ihr diesen bei einem aktivierten Windows auch mit einer Software auslesen.

Updates und Treiber vorbereiten

Die Aktualisierungen über die Windows Update Routine zu beziehen, ist mühselig und mit viel Zeit verbunden. Fehlt dann auch noch z.B. der WLAN-Treiber, kann erst gar keine Internetverbindung hergestellt werden. Deshalb erstellen wir vorab einen Datenträger mit Updates und Treibern:

  • Wenn ihr eine original Setup-DVD habt, benötigt ihr noch das Service Pack 1. Im Zweifelsfall die Diskbeschriftung beachten.
  • Das praktische Winfuture Update Pack enthält gebündelt alle Updates, die seit dem Erscheinen des SP1 erschienen sind.

Nun benötigen wir noch die essentiellen Hardwaretreiber – die Software, welche Windows das richtige Zugreifen auf die Hardware ermöglicht. Für Manche liefert Windows bereits Treiber mit, für Andere nicht. Im wesentlichen sind das die Treiber für den Mainboard-Chipsatz (bei Desktop-PCs), die Grafik-, Audio- und Netzwerkkarte. Erfahrungsgemäß funktioniert das WLAN direkt nach der Neuinstallation wieder, ohne das ein gesonderter Treiber erforderlich ist.

  • Bei Fertig-Computern und Laptops bietet der Hersteller (z.B. Acer, HP) die passenden Treiber auf seiner Webseite an – Google hilft weiter. Hierfür benötigt ihr die Modellnummer, die irgendwo auf der Gehäuserückseite aufgedruckt ist.
  • Ist das nicht der Fall, oder ihr wollt den aktuellsten Treiber direkt vom Hardware-Hersteller (empfohlen!), müsst ihr euer System etwas besser kennen. Zum Ermitteln der verbauten Hardware helfen kostenlose Programme wie Speccy.
  • Dies sind die Download-Seiten namenhafter Hardware-Hersteller: INTEL, NVIDIA, AMD/ATI, Realtek. Im Zweifelsfall hilft das Googeln der Modellnummer. Auf die richtige Systemarchitektur achten (32-Bit / x86 oder 64-Bit)!

Weitere Software, die zwar nicht unbedingt gleich benötigt wird, aber hilfreich ist…

  • 7-Zip zum Entpacken von Treibern usw.
  • Einen modernen und sicheren Browser wie Firefox.
  • Einen Virenschutz. Da gibt es genug kostenlose Auswahl. Zum Beispiel Microsoft Security Essentials, Avira Free Antivirus,  Avast Free Antivirus, Panda Free Antivirus, Bitdefender Antivirus Free – um nur einige zu nennen.
  • DirectX End-User Runtimes (June 2010) – Zur Grafikkompatibilität von Programmen und Spielen

Die Installationw7_installieren01

Jetzt kommen wird zu eigentlichen Installation. Also, Setup-DVD rein und Rechner neu starten – bestenfalls lädt der Computer nun das Windows-Setup vom Datenträger und die Installation kann beginnen! (den nächsten Hinweis bitte überspringen)

wichtigachtung Ist dies nicht der Fall, ist wahrscheinlich das Booten von CD/DVD deaktiviert und muss erst erlaubt bzw. priorisiert werden:

  1. Bei älteren Rechnern mit BIOS (bis ca. 2011) und Windows 7 32-Bit (x86): Startet den Computer neu, direkt am Anfang sollte eine Textmeldungen erscheinen wie „Drücken sie X, um ins Setup zu gelangen…“ oder „Hit X for Setup…“. Meist ist das F2, F11, F12, ESC oder ENTF. Im Zweifelsfall einfach wiederholt die Tasten drücken. Dort sollte sich eine Option finden, um die Startreihenfolge (BOOT ORDER oder LOAD ORDER) anzupassen. Das DVD-Laufwerk muss logischerweise vor die Festplatte geschoben werden. Gesteuert wird über die Tastatur, die entsprechend verfügbaren Tastenoptionen werden in der Regel eingeblendet. Speichern nicht vergessen.
  2. Neue Rechner benutzen den Nachfolger UEFI, das schneller und grafisch schöner gestaltet ist. Nur Windows 7 64-Bit unterstützt nativ UEFI. Dazu muss beim Start das UEFI-Menü aufgerufen werden (genau wie oben beim BIOS beschrieben). Bei den verfügbaren Startoptionen sollte das DVD-Laufwerk, also die Setup-DVD zweimal angezeigt werden, einmal mit dem Zusatz UEFI. Diese Auswahl bestätigen. Damit wird das Betriebssystem so installiert, dass es die Vorteile von UEFI nutzt. >> Weiterführender Artikel zum Thema Windows 7 und UEFI auf com-magazin.de

Nach einem Klick auf JETZT INSTALLIEREN lesen und bestätigen wir die Lizenzvereinbarung (EULA) und wählen im nachfolgenden Fenster die „Benutzerdefinierte Installation“. Jetzt werden alle zur Installation verfügbaren Datenträger angezeigt (hier ausgehend von einer Festplatte).

wichtigachtung Bis zu diesem Punkt kann das Setup ohne Verlust der Daten abgebrochen werden, danach gibt es kein Zurück mehr.

w7_installieren04.png

Wer hier keine besonderen Wünsche hat, klickt auf „Erweiterte Laufwerksoptionen…“. Alle Datenträger <Löschen>, dann auf <Neu> und einfach übernehmen, mit OK bestätigen. Das Setup teilt nun den verfügbaren freien Speicher automatisch auf. Nun <Formatieren> wir noch die Primarpartition Datenträger 0 Partition 2 (später C:).

Mit einem Klick auf <Weiter> werden die Systemdaten auf den Rechner kopiert, das Setup startet dabei ggf. mehrmals automatisch neu. Dieser Abschnitt dauert ca. 20-30 Minuten.

w7_installieren05

Im Anschluss gibt man den Namen und das Passwort des ersten Benutzers (Administrators) ein. Ein Kennworthinweis ist erforderlich.

Daraufhin hat man bereits die Möglichkeit, den Product Key einzugeben. Das kann aber auch später erfolgen. Ihr habt nach Installation 30 Tage Zeit, um Windows 7 aktivieren. Ich empfehle euch mit der Aktivierung zu warten, bis alles erfolgreich installiert und eingerichtet ist. Das garantiert, das ihr diesen Vorgang nur einmal machen müsst.

Tipp: Den Laptop im laufenden Betrieb auf den Kopf zu stellen um den Product Key ablesen zu können, kann eure Festplatte irreparabel beschädigen.

Nun soll das Verhalten von Windows Update gewählt werden. Da wir die Expressinstallation mit dem Winfuture Update Pack gewählt haben, empfehle ich dringend, zunächst die automatischen Updates zu deaktivieren.

w7_installieren07

Datum und Uhrzeit gegebenenfalls anpassen und bestätigen. Wird bereits eine Internetverbindung erkannt, das Haus mit <Heimnetzwerk> wählen. Damit ist der Computer später für andere Geräte im heimischen Router-WLAN-Netzwerk sichtbar. Praktisch, um einfach Dateien zu tauschen oder für Drucker etc.

Willkommen! Desktop wird vorbereitet…

Und da sind wir auch schon. Unter Umständen ist die Auflösung des Bildschirms noch sehr gering, was an den fehlenden Treibern liegt. Das ist kein Grund zur Beunruhigung.

w7_installieren08

Die Windows Setup-DVD wird nun nicht mehr benötigt, wir legen den Datenträger mit den Updates und Treibern ein.

Hinweis: Unter Umständen werden USB-Sticks an einem USB 3.0 Anschluss noch nicht erkannt, da der passende Treiber noch nicht installiert ist. Einfach einen anderen probieren.

Updates und Treiber  installieren

Die empfohlene Installations-Reihenfolge ist

Service Pack  – Winfuture Update Pack – Chipsatztreiber – Grafikkartentreiber – restliche Treiber – Software

Zunächst installieren wir also das Service Pack 1. Dazu die Datei öffnen und den Anweisungen folgen. Dies kann einige Minuten in Anspruch nehmen, der Rechner wird automatisch neu gestartet. Im Anschluss das Winfuture Update Pack installieren. Auch das kann eine Weile dauern.

Nun die bereits heruntergeladenen Treiber in der oben genannten Reihenfolge nacheinander installieren und das System dazwischen neu starten. Spätestens nach der Installation des Grafikkartentreibers kann jetzt auch die Auflösung des Bildschirms über Rechtsklick (im freien Feld) > Eigenschaften oder über die Systemsteuerung angepasst werden.

wichtigachtung Unter Umständen sind die Treiberdateien komprimiert (ZIP, RAR oder 7-ZIP Format) und müssen erst entpackt werden. Dafür haben wir vorsorglich das Programm 7-Zip heruntergeladen. Nach der Installation von 7-Zip wählen wir das entsprechende Archiv an, öffnen mit einem Rechtsklick das Kontextmenü 7-Zip > Entpacken nach „…\“.

Die DirectX Laufzeitumgebung installieren.

Im Anschluss könnt ihr Windows Update aufrufen (über die Systemsteuerung) und nach optionalen Updates suchen lassen. Dort werden manchmal noch zusätzliche Treiber für diverse Hardware angeboten. Um auf Nummer sicher zu gehen, öffnet den Geräte-Manager über Start / Systemsteuerung / Hardware und Sound / Geräte und Drucker / Geräte-Manager. Dort wird alle erkannte Hardware aufgelistet. Gibt es ein Problem bzw. es ist kein Treiber installiert, ist der entsprechende Eintrag hervorgehoben.

Jetzt kann mit der Installation der restlichen Software begonnen werden.

 

Das System einrichten

Die wichtigsten Dinge sind nun erledigt. Bleibt die Frage, was es noch zu tun gibt…

  • Über die bekannte Systemsteuerung (erreichbar über’s Startmenü) können noch individuelle Einstellungen vorgenommen, das Design angepasst und zusätzliche Benutzer hinzugefügt werden.
  • An die Aktivierung werden ihr rechtzeitig erinnert. Selber aufrufen kann man sie über die Systemsteuerung / System. Die Internetaktivierung ist auf einige Durchführungen begrenzt. Danach muss Windows leider telefonisch aktiviert werden. Das ist aber unkompliziert und geht schnell. Man wählt die angezeigte, kostenlose Hotline-Nummer. Dort wird man von einer Computerstimme begrüßt, wo man einen Zahlen-Aktivierungscode durchtippen muss. Im Anschluss erhält man einen Bestätigungscode und die Sache ist erledigt.
  • Schöne Desktop-Hintergrundbilder und Designs gibt’s reichlich von Microsoft zum Download.
  • Wie man Windows mit einigen Tricks noch etwas schneller macht, habe ich hier beschrieben.
  • Stellt sicher, dass ihr einen aktuellen, sicheren Browser – am besten mit Werbeblocker – und einen aktiven Virenschutz installiert habt.
  • Sind alle Updates abgeschlossen und ihr habt Windows 7 einige Stunden getestet und für stabil befunden, könnt ihr mit der Datenträgerbereinigung (unter Zubehör) die verbliebenen Update-Installationsdateien entfernen, um einigen Speicherplatz freizugeben. Diese können danach nicht mehr deinstalliert werden.
  • Nützliche Tools, um das Arbeiten mit Windows aufzuwerten gibt es hier.
  • Wie man Windows 7 aussehen lässt wie Windows 98, habe ich in diesem Beitrag erklärt.
  • Ein interessanter Artikel von Spiegel.de zum „Ende“ von Windows 7 (2014).

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Übrigens: Alles fertig und Windows macht wieder Probleme? In diesem Fall könnte es ein Hardware-Defekt sein. Hier geht’s zum Ratgeber Fehlerdiagnose.