Windows 10 in VirtualBox einrichten

Windows 10 lässt sich als virtuelle Maschine prima mit VirtualBox ausprobieren. Man kann damit gefahrlos das aktuelle Betriebssystem von Microsoft kennenlernen und es ist allemal einfacher, als sich Windows 10 parallel zu Windows 7 auf die Platte zu ziehen und den Bootloader entsprechend zu konfigurieren. Außerdem kann man so prüfen, ob alle essenziellen Anwendungen auch im neuen Windows laufen. So geht dann der Umstieg im kommenden Jahr viel flotter von der Hand. Oder natürlich, ihr nutzt ein ganz anderes Betriebssystem wie Linux und wollt auf Windows nicht ganz verzichten, dann ist dies sicher einer der möglichen Ansätze.

Wie das geht möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen.

Die Einrichtung ist unkompliziert und schnell erledigt, ihr solltet allerdings sicherstellen, dass euer Rechner genügend Leistung zur Verfügung stellen kann: Ihr benötigt einen aktuelleren Mehrkern-Prozessor mit Virtualisierungstechnik (Intel-VT, AMD-V), mindestens 4Gb Arbeitsspeicher sowie einige Gigabytes an freiem Speicherplatz auf der Festplatte.

Zunächst laden wir uns die aktuelle Version des Microsoft Upgrade Tools (Update 1809) herunter. Mit wenigen Klicks lädt uns dieses das gewünschte Windows 10 ISO-Datenträgerabbild herunter. Für VirtualBox reicht hier die x86 Bit Version. Welche Version hier wählt ist eigentlich egal, da ihr diese in der virtuellen Maschine nicht aktivieren werdet, so könnt ihr auch die Pro-Variante ausprobieren, wenn ihr sonst „Home“ nutzt. Alternativ kann das das Windows 10 Setup auch direkt z.B. bei CHIP bezogen werden.

Außerdem benötigt ihr die aktuelle Version von VirtualBox sowie das kostenlose Extension Pack (Download auf der selben Seite) um alle Funktionen nutzen zu können. Dieses müsst ihr zum Installieren mit VirtualBox öffnen oder unter Datei/Einstellungen/Zusatzpakete hinzufügen.

Wenn ihr alle Vorbereitungen getroffen habt, erstellt ihr zunächst eine neue virtuelle Maschine mit Windows 10 (32Bit), übernehmt die vorgeschlagenen Einstellungen mit einem Klick auf „weiter“. Anschließend wählt ihr das eben eingerichtete System aus und klickt auf das Zahnrad „Ändern“. Hier nehmen wir jetzt einige Einstellungen vor:

  • Allgemein: Aktivieren der bidirektionalen Zwischenablage sowie Drag’n’Drop für den späteren Komfort.
  • System: Windows 10 benötigt mindestens zwei Gigabyte freien Arbeitsspeicher (RAM). Solltet ihr über deutlich mehr Verfügen, könnt ihr der 32-Bit Variante auch bis zu 4GB zuteilen, es sollten aber für euer Hostsystem 2Gb übrig bleiben, da es sonst zu Geschwindigkeitseinbusen, Rucklern und Abstürzen kommen kann. Außerdem könnt ihr, wenn gewollt, dem Gastsystem einen zweiten Prozessorkern zuteilen, damit dieses schneller arbeitet. Prüft zum Schluss ob im Reiter „Beschleunigung“ auch die eurem System entsprechende Virtualisierungstechnik aktiviert ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müsst ihr diese wahrscheinlich erst im UEFI bzw. BIOS aktivieren. Die Erklärung hierfür würde den Beitragsrahmen sprechen, ist aber einfach bei Google zu finden. Es geht auch ohne, aber dann wird das Gastsystem sehr langsam sein.
  • Anzeige: Aktiviert die 2D- und 3D-Beschleunigung, damit die Benutzeroberfläche später flüssig reagiert und erhöht den Grafikspeicher auf das zumutbare Maximum (Das hängt von eurem VRAM ab, im Zweifelsfall belasst die vorgeschlagene Menge).
  • Massenspeicher: Ins emulierte SATA-CD-Laufwerk legen wir die heruntergeladene Windows 10 Setup ISO ein und entfernen den Haken bei „Live CD“.
  • USB: Unterstützung für USB 3.0 aktivieren für die beste Übertragungsrate.
  • Gemeinsamer Ordner: Wir legen zusätzlich einen Ordner im Hostsystem fest, auf den das Gastsystem später zugreifen kann und wählen „Automatisch einbinden“, damit es dann als Netzwerklaufwerk unter „Dieser PC“ erscheint. Das kann z.B. euer Download-Ordner sein und erleichtert den Zugriff auf gemeinsam genutzte Daten enorm.

Im Folgenden spreche ich vom Hostsystem (hier läuft VirtualBox) und dem Gastsystem, welches wir emulieren. Das Gastystem verbraucht nur so viel Festplattenkapazität wie es tatsächlich benötigt, aber VirtualBox wird diesem dennoch eine feste Größe vorgaukeln. Weist ihr dem Gastsystem zu viel Arbeitsspeicher (RAM) zu, kann sich euer PC aufhängen. Wenn ihr die Maschine startet und eine Eingabe macht, wird die Maus und Tastatur im Fenster „eingefangen“, ihr könnt diese mit der STRG-Taste wieder „befreien“.

Ist das geschehen, startet ihr die virtuelle Maschine. Das Setup von Windows 10 wird geladen und die Installation beginnt. Ihr folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm, überspringt die Eingabe des Product Keys und wählt bei der Installationsoptionen nicht „Upgrade“, sondern „Angepasst“. Ihr landet im Partitionsmanager, wo ihr mit Klick auf „Neu“, „Übernehmen“ und „Formatieren“ die Systempartitionen erstellt. Nach dem Kopieren der Daten und einem Neustart geht es weiter mit der Einrichtung und Anpassung. Was ihr dabei wählt, ist euch überlassen. Bei der Benutzereinrichtung wählt ihr „Offlinekonto“. Nach nicht einmal 20 Minuten landen wir so auf dem Desktop. Mehr Details seht ihr in der Bilderstrecke…

Nun müssen wir noch die Gasterweiterung (VirtualBox Guest Additions) installieren. Das ist ein Treiber für’s Gastsystem, welcher eine bessere Geschwindigkeit und die Nutzung aller VirtualBox-Funktionen (wie 3D-Beschleunigung) garantiert. Dieser lässt sich allerdings nur im abgesicherten Modus ohne geladene Systemtreiber installieren. Dazu öffnen wir im Gastsystem die Einstellungen-App, navigieren zu Update und Sicherheit / Wiederherstellung und wählen „Jetzt neu starten“.

Im darauf folgenden Fenster hakeln wir uns nun etwas umständlich durch zu:

Optionen auswählen - Problembehandlung - Erweiterte Optionen - Starteinstellungen - Neustart 

und wählen in den Startoptionen dann die Taste 4) Abgesicherten Modus aktivieren.

Hat Windows dann wieder gestartet, klicken wir im VirtualBox-Fenster oben auf das Menü „Geräte“ und „Gasterweiterung einlegen“. Im Gastsystem öffnen wir mit einem Doppelklick auf das CD-Laufwerk nun das Installationsprogramm. Alternativ kann das CD-Verzeichnis aufgerufen und die Setup.exe eigenständig gestartet werden. Wir klicken uns durch das Installationsprogramm und wählen Gerätetreiber installieren? Zulassen und Oracle vertrauen. Anschließend startet ihr Windows neu und

et voilá, die Einrichtung ist abgeschlossen! Wenn ihr fertig seid, empfehle ich euch, im offenen Fenster oben im Menü unter „Maschine“ einen Sicherungspunkt zu erstellen. So könnt ihr, egal was ihr gemacht habt, einfach und schnell zum Zeitpunkt nach der Installation bzw. einem vorherigen Punkt zurückkehren.



Firefox -Profile sinnvoll einsetzen

firefox_01


Für eine Virenschutzlösung mit eigenem, besonders sicherem „Banking-Browser“ Geld bezahlen? Finde ich überflüssig. Mehrere Nutzer an einem PC, aber das Erstellen von separaten Windows-Accounts lohnt sich nicht? Euch fehlt ein schlanker „Lesemodus“ zum Stöbern? Lässt sich alles mit Firefox machen.


Mozilla Firefox ist seit vielen Jahren mein Browser-Favorit, er besticht besonders durch seinen unabhängigen Open-Source Ansatz und die vielen Anpassungsmöglichkeiten. Mit 9.1% Marktanteil (Sept. 2018, Quelle: de.statista.com) ist er zudem eine feste Größe im hart umkämpften Browser-Geschäft. Neben den zahlreichen Plugins und visuellen Anpassungsmöglichkeiten hat Firefox eine weitere praktische Funktion, deren Nutzen meiner Meinung nach unterschätzt wird: Die Möglichkeit, mit verschiedenen Browser-Profilen zu arbeiten. Diese sind, im Gegensatz zu Microsoft Edge und Google Chrome, ausschließlich lokal gespeichert und nicht mit einem Konto verknüpft (es sei denn, man benutzt Firefox Sync). Die Einsatzmöglichkeiten des Profil-Managers möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen.

Einrichtung

Für jeden Nutzer legt Firefox einen eigenen Profilordner an, welcher unter

 C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles

gespeichert wird. Unter normalen Bedingungen ist das Fenster zum Verwalten dieser firefoxprofile0aber erst einmal nicht zu finden. Dazu müssen wir Firefox mit dem Parameter -P oder -ProfileManager starten.
Zunächst schließen wir alle geöffneten Firefox-Instanzen und geben anschließend im Ausführen-Dialog (Win+R) ein.

 

Firefox -P

Das Fenster zur Profilverwaltung öffnet sich. Hier haben wir die Möglichkeit, weitere Profile für den persönlichen Bedarf anzulegen. Den Haken bei „gewähltes Profil beim Start ohne Nachfrage verwenden“ entfernen wir erst einmal, bis wir mit der Einrichtung fertig sind. Damit wird das Fenster bei jedem regulären Firefox-Start eingeblendet. Nicht nur der Browserverlauf und die Cookies, sondern auch sämtliche Einstellungen und Erweiterungen werden profilbezogen gespeichert. Das bedeutet, ihr könnt nichts kaputt machen, müsst aber bei jedem neuen Profil die Einstellungen erneut vornehmen.

 


Seit ihr mit der Einrichtung des neues Profils zufrieden, könnt ihr dieses direkt aufrufen, indem ihr eine neue Desktopverknüpfung von Firefox erstellt und unter Rechtsklick/Eigenschaften bei „Ziel“ den entsprechenden Profilnamen als Parameter ergänzt. Im Beispiel hier wäre das dann also


"...\Firefox.exe" -P "TEstnutzer"

 

firefoxprofile3

Normalerweise erlaubt Firefox nur eine offene Programm-Instanz. Wollt ihr das neu eingerichtete Profil parallel zu eurem normalen Firefox öffnen, müsst ihr eure neue Verknüpfung zusätzlich um den Parameter „-no-remote“ ergänzen. Damit ist der neue Firefox-Prozess für den bereits laufenden „unsichtbar“. [1] Am Ende sollte es dann also so aussehen:


"...\Firefox.exe" -P "TEstnutzer" -no-remote


So ist es möglich, verschiedene Versionen eures Firefox gleichzeitig einzusetzen.

Generell ist es auch möglich, die Profile über folgenden Befehl in der Adressleiste zu verwalten und einzeln zu starten:

about:profiles


Anwendungsvorschläge


Es bietet sich natürlich an, für verschiedene Benutzer unter dem gleichen Windows-Account verschiedene Firefox-Profile anzulegen. So kann jeder seine eigenen Lesezeichen verwalten und der persönliche Surfverlauf und damit die „digitale Identität“ bleibt unter sich. Im Prinzip ist es möglich, wie damals beim Internet Explorer mit dem Link in der Taskleiste eingeführt, für jede Webseite eine individuelle Verknüpfung mit profilbezogenem Design (und Erweiterungen) anzulegen.

PS: Die Firefox-Addonseite ist über den Browser selber nur umständlich direkt zu erreichen. Hier ein Direktlink!


Banking Fox (oder Datenschutzbrowser)

Wer Online-Banking betreibt und auf Nummer sicher gehen will, aber nicht im alltäglich genutzten Firefox sein Surf-Erlebnis und Komfortfunktionen durch zusätzliche Sicherheit-Addons einschränken will, kann sich dafür einen besonders sicheren Browser einrichten. Dazu ändern wir einige Einstellungen und Installieren eine Auswahl an Erweiterungen, welche die Sicherheit verbessern. Diese Anpassungen kann ich empfehlen:

  • Einstellungen: Do-Not-Track Anforderungen immer senden, Drittcookies blockieren,  Cache beim Beenden löschen, Passwörter nicht speichern, Plugins wie Flash, Shockwave, Adobe Reader oder Java deaktivieren (stellen ein Sicherheitsrisiko dar)
  • Erweiterungen: uBlock Origin, HTTPSeverywhere, DecentralEyes, NoScript, Avira Browser Safety (oder vergleichbar, insofern eure Antivirenlösung den Netzwerkverkehr nicht überwacht), FlagFox (dafür muss der Standort jedes Webseiten-Servers über einen Drittserver abgefragt werden, aber dafür wisst ihr jederzeit, wo die besuchte Webseite gehostet ist und welche Datenschutzgrundlagen entsprechend gelten)

In diesem Blog-Beitrag vom März 2018 erfahrt ihr mehr über die Sicherheits- und Privatsphäre-Erweiterungen in Firefox.


als E-Mail Reader oder für Whatsapp Web

Vor einigen Jahren habe ich noch leidenschaftlich Thunderbird als E-Mail-Client benutzt. Inzwischen verwalte ich meine E-Mails aber im Browser. Hier können wir einige nicht genutzte Funktionen und Einstellungen ausschalten, um uns ganz auf die Arbeit bzw. den Chat konzentrieren zu können.

Bedienelemente verbergen

Um sich wirklich aufs wesentliche zu konzentrieren, lassen sich mit einem kleinen Skript-Trick auch alle Firefox-Bedienelemente verstecken. Dazu müssen wir mit dem Dateiexplorer zum Pfad des gewünschten Firefox-Profils navigieren

 C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles\qwerty1234.NAMEDESPROFILS

Dort erstellen wir einen neuen Ordner „chrome“, öffnen im Startmenü Notepad (Texteditor), fügen folgenden Code ein und speichern die Datei anschließend als userchrome.css (Dateityp: Alle Dateien) in diesem Ordner.

Achtung: Bevor ihr diese Datei erstellt, solltet ihr die Einrichtung, inklusive Startseiten eingerichtet haben, da ihr danach keinen Zugriff mehr auf die Bedienelemente habt. Nach dem Löschen der Datei erscheinen diese aber wieder.

/*
 * Do not remove the @namespace line -- it's required for correct functioning
 */
@namespace url("http://www.mozilla.org/keymaster/gatekeeper/there.is.only.xul"); /* set default namespace to XUL */

/*
 * Hide tab bar, navigation bar and scrollbars
 * !important may be added to force override, but not necessary
 * #content is not necessary to hide scroll bars
 */
#TabsToolbar {visibility: collapse;}
#navigator-toolbox {visibility: collapse;}
browser {margin-right: -14px; margin-bottom: -14px;}

Quelle: https://superuser.com/questions/977912/firefox-hide-everything-except-content-area-of-the-browser/1269912#1269912

Damit sieht mein „Email-Fox“ schon fast wie ein eigenständiges Email-Programm aus (ohne installierte Mail Add-Ons).

firefoxprofile5


als Newsreader oder Mediathek-Player

Wer gerne immer wieder in den gleichen Zeitungen, Magazinen blättert oder in Mediatheken stöbert, kann sich die Zeit verkürzen, indem diese beim Start immer direkt aufgerufen und störende Browsereigenschaften und -details deaktiviert werden.

  • Einstellungen: Do-Not-Track Anforderungen immer senden
  • Erweiterungen: uBlock Origin, DecentralEyes, Dark Reader,
  • (eventuell müssen für einige Webseiten Ausnahmen erstellt werden, damit der Inhalt gelesen werden kann)

In Verbindung mit dem Add-On Tree Style Tab und dem obigen Skript zum Verstecken der Firefox-Menüelemente macht Firefox nun den Eindruck eines Newsreaders mit meinen Lieblingszeitungen.

firefoxprofile4

 

Profile bei Kompatibilitätsproblemen

Manche Webseiten funktionieren mit einigen sicherheitsrelevanten Einstellungen nicht richtig. Zum Beispiel benötigt WordPress.com aktive Drittcookies (Askimet Plugin), um die Blogstatistiken anzeigen zu können. Anstatt diese jedes Mal manuell zu aktivieren, kann ich einfach ein spezielles WordPress-Editor-Firefox-Profil anlegen.

PPS: Wie ihr auf einem alten Rechner mit der Legacy-Version von Firefox (vor dem Quantum Update) das Beste rausholt, habe ich hier geschrieben!

WLAN-Signal verbessern, schneller downloaden

tl;dr : Tipps und Anwendung finden sich unten im Beitrag ab „Lösungsmöglichkeiten“

Schnellstmöglich Downloaden und Surfen / Ruckelfreies Streaming / Niedrige Latenz bei Online Gaming

Wenn die WLAN-Verbindung wackelig ist und die Downloadgeschwindigkeit nicht dem entspricht, was man eigentlich erwarten sollte, kann das schon sehr nervenaufreibend sein, besonders wenn es mal schnell gehen muss. In diesem Beitrag möchte ich einige praktische Tipps aufzeigen die einem dabei helfen, das WLAN-Signal zu stabilisieren, zu verstärken, Verbindungsprobleme zu beheben und mit der richtigen Netzwerkkonfiguration die bestmögliche Übertragungsgeschwindigkeit herauszuholen. Gleichzeitig schaue ich mir auch einige fachliche Begrifflichkeiten zum Thema genauer an und habe dabei selber einiges dazugelernt!

Zunächst einige technische Details zur Funktion der heimischen Drahtlosverbindung.

  • Seit 1997 gab es mehrere WLAN-Funkstandards aus der IEEE-802.11 Familie, die unterschiedliche Sende- und Übertragungsleistungen aufweisen. Am aktuellsten und verbreitetsten  ist IEEE-802.11 b/g/n. Damit die Vorteile des jeweiligen Funkstandards ausgenutzt werden können, müssen sowohl Sender als auch Empfänger diesen unterstützen (wichtig z.B. bei älteren WLAN-fähigen Geräten).
  • Das Netzwerk wird auf einer bestimmten Frequenz bereitgestellt, typischerweise 2,4 oder 5,0 GHz. Die Zuhause gängige Frequenz 2,4 GHz ist in 14 Kanäle aufgeteilt. Jeder Kanal hat einen Frequenzabstand zum Nächsten (+5 Mhz). Die 5,0 GHz-Frequenz wiederum ist leistungsfähiger, darf aber nur in geschlossenen Räumen genutzt werden und wird eher im gewerblichen Bereich eingesetzt.
  • Je mehr WLAN-Netzwerke in der Umgebung den gleichen Sendekanal benutzen, desto mehr „Störgeräusche“ gibt es und die Übertragungsgeschwindigkeit nimmt ab. (Mehrfamilienhaus!) Manche Kanäle werden bevorzugt bzw. automatisch vom Router gewählt. Es ist meist möglich, mit dem Router auf einen anderen, weniger genutzten Kanal zu wechseln, wobei Kanal 9 und 10 von Mikrowellengeräten gestört werden können.
  • Die verfügbare Datenübertragungsbandbreite (in MHz) ist von der Anzahl der genutzten Antennen – und somit möglichen separaten Datenströmen – auf beiden Seiten abhängig ( Multiplikator x1-4).
  • Der tatsächliche Datendurchsatz von Anwendungen ist abhängig von der „Paketart“, da diese zwischen den Geräten wieder umgewandelt werden müssen. Normalerweise kann mit HTTP-Verbindungen eine höhere Übertragungsrate als mit VoIP erreicht werden.
  • Die Netzwerkkonfiguration in Windows wie voreingestellte Paketgrößen, die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen und weitere Einstellungen beeinflussen ebenfalls den Datendurchsatz.

Die Infos stammen u.a. aus diesem sehr detailierten Wikipedia-Artikel.

Ist-Zustand erheben

Zunächst einmal wollen wir wissen, wie schnell die tatsächliche Datenübertragung momentan stattfindet, gemeint ist also die technisch zur Verfügung gestellte Bandbreite unter Berücksichtigung der Faktoren wie WLAN-Signalstärke, Rechnerleistung und -konfiguration. In meiner Testumgebung nutze ich einen gewöhnlichen DSL-Anschluss mit FRITZ!BOX Router, in dessen WLAN-Netz PC, Notebook und Smartphone eingehängt sind. Um eventuelle Bremsen ermitteln zu können, ist es sinnvoll, drei Bereiche getrennt zu analysieren:

(W)LAN-Signal und Übertragungsrate

Zunächst öffnen wir über das Tray-Symbol rechts unten oder die Systemsteuerung\Netzwerk und Internet\Netzwerkverbindungen und schauen uns die angegebene Signalqualität (die klassischen Balken) und Übertragungsrate für das Gerät an. Entspricht das der zu erwartenden Nennleistung, oder kann die Hardware eigentlich schneller?

Im Benutzermenü eures Routers (bei der FRITZ!Box via Browser unter „fritz.box“ erreichbar, bei DLINK Routern (z.B. Unity-Media über „192.168.0.1„) könnt ihr je nach Software weitere Details zum WLAN-Netzwerk herausfinden. Auf welcher Frequenz, Kanal und mit wie vielen Antennen wird das Netz zur Verfügung gestellt? Wie viele weitere Netzwerke sind in der Umgebung und belegen den gleichen Kanal?

fritzboxwlan

fritzboxwlanapp

Falls ihr ein Notebook habt oder bereit seit, euren PC zu bewegen, ist es ebenfalls sinnvoll, die Signalstärke im gesamten Wohnbereich zu kartieren, um „Funklücken“ ausfindig zu machen. Dazu gibt es kostenlose, sogenannte „Mapping-Tools“, welche die Signalstärke aufzeichnen. Das ist heutzutage auch bequem mit dem Smartphone zu erledigen. Zum Beispiel mit den kostenlosen Apps FRITZ!App WLAN oder WifiAnalyzer (im Google Playstore), unter Windows mit WirelessNetView. So erfahrt ihr, wo das Signal besonders gut ist oder es Lücken aufweist.


Anschlussgeschwindigkeit

DSL, Kabel oder ISDN? Hier messen wir die tatsächliche maximale Down- und Uploadgeschwindigkeit eures zur Verfügung gestellten Internet-Anschlusses. Für diesen Test solltet ihr euer Gerät direkt per LAN-Kabel mit dem Router bzw. Modem verbinden bzw. auf eine sehr gute WLAN-Verbindung achten. Führt die Tests mehrmals, am besten zu verschiedenen Tageszeiten durch. Es bieten sich zwei Webseiten an, welche dies testen:

https://www.wieistmeineip.de/speedtest/

https://breitbandmessung.de/

Vom Provider werden bei Vertragsanschluss in der Regel Angaben in kbits gemacht, also zum Beispiel „50.000er (kbit/s) DSL-Leitung“ interessant ist für uns aber vor allem die praktische Downloadrate in kilobytes/Sekunde. Zum Vergleich: 1 kilobyte =  8 kilobit. Zum Umrechnen wird durch den Faktor 8 geteilt (byte), also entspricht eine 50.000er Leitung der theoretischen Leistung von 6250 kbyte/s (6,3 Mb/s) downstream. Diese Werte werden allerdings selten erreicht.

Konntet ihr trotz optimaler Testbedingungen (LAN-Anschluss, mehrere Tests zu verschiedenen Zeiten, ..) nicht die vertraglich vereinbarte Bandbreite nutzen, kann es sinnvoll sein, den Internetprovider diesbezüglich zu kontaktieren. Auch ist unter Umständen eine Sonderkündigung möglich. Weitere Infos hier bei teltarif und netzpolitik.

Computerleistung

Als letztes schauen wir uns noch unser Testgerät an. Bei Notebooks können wir mit der Suche der Serien- bzw. Modellnummer in Google den verwendeten Netzwerkchip herausfinden. Bei PCs kommt es jetzt darauf an, ob ihr z.B. eine PCI-WLAN-Karte installiert habt, eine WLAN-Stick benutzt usw. Weitere Details findet ihr unter „Netzwerkadapter“, wenn ihr den Geräte-Manager in der Systemsteuerung öffnet oder euch die Netzwerkadapter unter Systemsteuerung\Netzwerk und Internet\ anschaut.

  • Welchen 802.11-WLAN-Standard und Frequenzen unterstützt mein Netzwerkadapter?
  • Wenn extern: Wie viele Antennen sind verfügbar?
  • Ist der Netzwerkadapter für mein Betriebssystem optimiert und der Treiber aktuell?
  • Wenn ihr einen WLAN-Stick nutzt: Unterstützt dieser USB 3.0 und die aktuellen Funkstandards?
  • Ist der Rechner leistungsfähig genug, um große Datenmengen aus dem Internet verarbeiten zu können? (Viele offene Tabs, HD-Inhalte usw.)

Lösungsmöglichkeiten

Nun da wir einige Informationen über unser WLAN gesammelt haben, schauen wir uns mögliche Maßnahmen und Tipps an, um die drei getesteten Bereiche zu optimieren und so die Datenübertragung zu steigern.

Die richtige Position des Routers

router_paint

…ist ausschlaggebend für eine starke WLAN-Verbindung und hohen Datendurchsatz. Mithilfe einiger Messung konntet ihr sicher schon Schwachstellen in der Wohnung ausfindig machen und die Daten als Referenz benutzen. Außerdem findet ihr im Handbuch eures Routers (Google!) einige Angaben zur optimalen Aufstellung:

  • Den Router nicht in eine Zimmerecke stellen
  • Nicht direkt neben oder unter
    ein Hindernis oder einen Metallgegenstand (Schrank, Heizung, …) stellen
  • Dicke und feuchte (Bad, Küche) Wände und Decken schwächen das Signal erheblich ab
  • Mikrowellengeräte sowie Lautsprecher, DECT- und Bluetooth-Geräte in der Nähe können (je nach WLAN-Kanal) das Funknetz stören
  • Die Ausrichtung der Antenne(n) kann ebenfalls das Signal beeinflussen

WLAN-Eigenschaften anpassen

Wir können einige Einstellungen des Funknetzwerkes variieren, um zu sehen, ob sich dadurch eine Steigerung des Datendurchsatzes erreichen lässt. Dazu navigieren wir zur Einstellungsseite unseres Routers (wie siehe oben) und öffnen die WLAN-Einstellungen:

  • Prüfen, ob die favorisierten Geräte den schnellen n-Standard auch nutzen (falls technisch verfügbar)
  • Den Funkkanal manuell auf einen anderen der insgesamt 14 verfügbaren Kanäle wechseln. Dabei beachten: Kanal 9 und 10 sind weniger genutzt, aber besonders Störanfällig. Kanal 1, 6 und 11 sind am empfehlenswertesten.
  • Testweise ins 5 GHz-Netz wechseln, falls möglich. Dieses ist weniger Störanfällig, die Kanalwahl entfällt und die Leistung kann höher sen. Achtung: Alle zu verbindenden Geräte müssen den Standard unterstützen!
  • Alle mit dem WLAN verbundenen Geräte teilen sich die verfügbare Bandbreite. In der Regel lässt sich die allgemeine Geschwindigkeit verbessern, wenn unnötige Geräte abgemeldet werden. Bei der FRITZ!BOX lässt sich für verbundene Geräte auch die Bandbreite limitieren (z.B. beim Gastzugang).
  • Die Energiesparfunktionen des Routers prüfen

Antennen nachrüsten

Mehr Antennen bei Sender und Empfänger bedeuten einen höheren Datendurchsatz. Während bei günstigeren Routern, Notebooks und Smartphones die WLAN-Antenne in der Regel fest verbaut ist, gibt es bei Routern mit externer WLAN-Antenne oder PCs mit WLAN-Karte manchmal die Möglichkeit, noch weitere Antennen anzubringen. Prüft in diesem Fall eure Hardware auf freie Steckplätze, die Antennen gibt es günstig im Computerladen oder im Internet zu kaufen.

Das WLAN-Kabel

wlanantenne1

Kein Scherz, gibt’s wirklich. Zumindest lässt sich so bei einem stationären PC der Empfang verbessern: Gemeint ist ein 1m/3m Sat/Koaxial Verlängerungskabel für den WLAN-Antennenanschluss. Wenn also der PC mit der WLAN-Karte oder der Router in einer ungünstigen Position im Zimmer untergebracht ist (z.B.Antennen hinten am PC, in der Ecke, hinter einem Schrank), lässt sich so ohne großen Aufwand mit diesen die Position der Antenne(n) optimieren und somit die Signalstärke verbessern.

Nutzt ihr einen USB-Surfstick, könnt ihr es auch mit einem USB-Verlängerungskabel versuchen. Dabei solltet ihr allerdings auf die USB 3.0 Unterstützung achten, um den höchsten Datendurchsatz zu erreichen.

Einen eigenen Antennenverstärker basteln

Ein weiterer Weg, mit Hausmitteln das WLAN-Signal zu verbessern. Mit wenig Aufwand kann aus Alufolie eine Aufsteckvorrichtung für die Antenne gebastelt werden. Eine Anleitung dazu mit herunterladbarer Schablone gibt’s zum Beispiel bei Chip Digital (Achtung: Beim Download „manuell“ wählen, sonst holt ihr euch einen Downloader auf den PC!).

Eine etwas ausführlichere und professionellere Anleitung zum Bau von WLAN-Richtantennen mit Hausmaterialien (z.B. Dosen) gibt es im heise c’t Magazin online.

Einen Repeater kaufen

Kommt ihr trotz aller Tipps mit dem WLAN-Signal nicht ins nächste Stockwerk, ist es wohl am einfachsten und günstigsten, einen Repeater zu kaufen. Einmal verbunden, strahlt er das gleiche Netz wieder aus und erhöht so die Gesamt-Reichweite, die Einrichtung ist in der Regel schnell und unkompliziert. Mehr Infos dazu hier bei winfuture.

Auch Powerline-Adapter für die Übertragung über die Steckdose können in Betracht gezogen werden.

Kompatibilität und Netzwerktreiber

Ich hatte mir vor nicht allzu langer Zeit eine PCI-WLAN Karte von DLINK für meinen PC erworben, die für alle Windows-Versionen, inklusive Windows 10 ausgeschrieben war. Im Nachhinein hatte ich dort allerdings trotz reibungsloser Treiberinstallation (erst durch Windows Update, dann von der Seite des Herstellers) erhebliche Probleme mit der Stabilität und Stärke des WLAN-Signals. Stellte sich heraus, dass diese Karte durchaus schon einige Jahre auf dem Markt war und mit Windows 10 zufällig so seine Probleme hat. Unter Windows 7 hatte ich dann ein viel besseres und stabileres Signal. In dem Fall hätte ich vorher nach Erfahrungen mit der Karte und Windows 10 googlen sollen!

Sogenannte Gerätetreiber stellen eine Verbindung zwischen dem Betriebssystem und der Hardware her und ermöglichen der Software, alle Funktionen des Gerätes zu nutzen. Eine Aktualisierung des Drahtlos-Netzwerktreibers kann Fehler beheben, die Unterstützung für neuere Geräte verbessern und manchmal sogar den Empfang verbessern. Es ist also empfehlenswert, gelegentlich nach Treiberupdates Ausschau zu halten.

Bei Notebooks oder einem Fertig-PC empfiehlt es sich, zunächst einmal auf der Download-Seite des Herstellers nach aktuelleren Treibern zu schauen (z.B. Asus, Acer, Lenovo, HP, …), dazu benötigt ihr lediglich die genaue Modellnummer eures Gerätes.

Auch über Windows Update lassen sich Treiber aktualisieren. Windows 10 macht das sowieso – ob man will oder nicht – und unter Windows 7 sind diese bei der manuellen Update-Suche (Systemsteuerung / Windows-Update) unter „Optionale Updates“ zu finden. Wenn ihr Probleme mit dem Treiber habt, kann es hilfreich sein, den Treiber aus WU oder vom Hersteller testweise auszutauschen.

Manchmal gibt es für ein Notebook-Modell mehrere verschiedene Treiber – je nach verbautem Chip – in diesem Fall oder wenn ihr selber nach Hardware-Treibern suchen wollt, benötigt ihr die genaue Hardware-Kennung des verbauten WLAN-Chips bzw. der PCI-Karte. Diese findet ihr im Geräte-Manager von Windows (über die Systemsteuerung / System / oder Rechtsklick auf das Startmenü-Symol).

Alternativ könnt ihr auch ein kostenloses Info-Programm wie Speccy nutzen.

Optimale Netzwerkeinstellungen

Ein Punkt, der in den letzten Jahren dank immer schnellerer Hardware etwas untergegangen ist, aber meiner Meinung nach immer noch unterschätzt wird. Wie Anfangs erwähnt gibt es auf Software-Ebene eine Reihe an verschiedenen Netzwerk-Parametern, welche die Datenübertragungsgeschwindigkeit beeinflussen können. Gemeint sind Faktoren wie die Behandlung und Priorisierung von Datenpaketen, Anzahl gleichzeitiger HTTP-Verbindungen, Cachelimits und vieles mehr. Diese Werte lassen sich manuell nachbessern, oder praktischerweise mit einem kostenlosen Tool wie dem bekannten SG TCPOptimizer.

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Die Anwendung des Tools ist eher gedacht für ein Szenario mit gleichbleibenden WLAN-Eigenschaften. Die Anwendung ist denkbar einfach: Zunächst im Reiter „MTU“ den gerätespezifischen Latenzzeit-Wert ermitteln, danach auf der Hauptseite im oberen Schieberegler die verfügbare Anschluss-Geschwindigkeit auswählen. Auf Wunsch „Alle Netzwerkadapter modifizieren“, unten auf „optimal“ klicken und den gemessenen MTU-Wert eintragen. Die vorgeschlagenen Änderungen übernehmen und das System neu starten. (Ein Backup der ursprünglichen Einstellungen wird automatisch angelegt, ihr müsst die Datei aber selbst irgendwo aufbewahren!) So lassen sich meiner persönlichen Erfahrung nach immer noch einige kb/s zusätzlich bei der Download-Geschwindigkeit herausholen.

Computerleistung

Ein langsamer, unaufgeräumter und träger Rechner kann ebenfalls die Internetgeschwindigkeit und das Laden von aufwendigen Online-Inhalten (aufwendige Scripts, große Dateien, HD-Medien) negativ beeinflussen. Wie ihr euren PC aufräumt und beschleunigt, habe ich in diesem verständlichen zweiteiligen Beitrag beschrieben. Reinschauen lohnt sich!

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Im Hintergrund laufende Downloader und Updater (von Browser, Spieleclients, Java usw.) können ebenfalls ungefragt Bandbreite belegen und so die Internetgeschwindigkeit ausbremsen. Windows 10 lädt sowieso ungefragt Updates herunter, hier solltet ihr auch das Teilen von Updates (also nicht nur Download, sondern Upload an andere Rechner) in den Systemeinstellungen deaktivieren.

Wird beim Surfen im Browser jede Menge Werbung eingeblendet, verzögert das den Seitenaufbau zum Teil auch erheblich, kann den Browser ausbremsen und erhöht den Traffic. Deswegen empfiehlt es sich generell, auch aus Sicherheitsaspekten, einen Werbeblocker wie uBlock Origin (verfügbar für Firefox, Chrome, Opera, Vivaldi) zu nutzen und diesen nur auf Seiten, welche es zwingend erfordern oder die man unterstützen möchte, zu deaktivieren.

Alte Spiele Neuer Rechner – Teil 1: Theme Hospital

In einer neuen Artikelserie teste ich, wie sich ausgewählte alte Computerspiel-Klassiker auf einem modernen Windows-PC installieren und spielen lassen.

altespieleneuerrechner

Von Zeit zu Zeit erinnere ich mich zurück an die ersten Computerspiele, die ich damals gespielt habe. Ob Caesar 2, TES:Daggerfall oder Age of Mythology. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Man, war das ein Spass! Auch, wenn sicher eine ordentliche Portion Nostalgie dabei ist. Und dann waren da noch die ganzen Shareware-CDs. Viele Spiele sind heute kaum noch zu finden, da sie bereits im Nirvana der Zeit verschwunden sind…

Die ein oder andere CD liegt heute noch in einer staubigen Kiste und an einem verregneten Sonntag-Nachmittag ist dann doch die Versuchung groß, sich dran zu wagen. Läuft das noch auf meiner Kiste mit Windows 10? Finden wir es heraus…

 

Teil 1: Theme Hospital

themehospital

Theme Hospital ist eine nicht ganz ernst gemeine Krankenhaus-Wirtschaftssimulation und wurde 1997 (vor 21 Jahren) für MS-DOS und Windows auf CD veröffentlicht. Ohne weitere Tricks lässt sich dieses Spiel aber nicht auf Windows 10 installieren oder gar starten, zumal 16-Bit Anwendungen auch nicht auf einem modernen 64-Bit Computer lauffähig sind.

DosBox

Damit das Spiel auf dem Rechner installiert und ausgeführt werden kann, benötigen wir die kostenlose, quelloffene Software DOSBox. Sie emuliert, also gaukelt dem Spiel alte(rsgerechte) Hardware vor. Die Einrichtung ist denkbar unkompliziert. Zunächst wird das Programm von der offiziellen Seite heruntergeladen, wer mag schnappt sich auf der gleichen Seite noch das „german languagefile“ für die deutsche Sprachausgabe.

dosbox01

Anschließend wird das Programm über die gewohnte Art installiert, einmal gestartet (es erscheint nur ein Konsolenfenster) und direkt wieder geschlossen.

Optional: Jetzt öffnen wir das Einstellungsverzeichnis von DOSBox unter

C:\Users\BENUTZERNAME\AppData\Local\DOSBox (im Explorer über %appdata% erreichbar)

und kopieren aus dem eben heruntergeladenen „DOSBox-german-lang-0.74.zip“ Archiv nur die deutsche Sprachdatei german-0.74.lang in dieses Verzeichnis. Das ist zum Beispiel mit dem kostenlosen Programm 7-Zip machbar. Danach öffnen wir die im selben Ordner vorliegende Konfigurationsdatei dosbox-0.74-2.conf mit dem Texteditor (Öffnen mit / Notepad) und tragen in der Zeile language den Namen der deutschen Sprachdatei ein:

language=german-0.74.lang

Beim nächsten Start sind dann die Hilfetexte und Fensteroptionen in deutsche Sprache aufgeführt.

Spiel installieren

Da es früher bei Spielen üblich war zur Reduzierung des Speicherverbrauchs immer wieder Daten von der CD nachzuladen, kopieren wir zunächst den kompletten Inhalt der Spiel-CD (ThemeHospital) auf den Computer um uns den Aufwand zu sparen. Idealerweise sollte der Ordner mit den CD-Daten direkt auf dem Hauptverzeichnis der Festplatte C: abgelegt werden, da wir später mit Konsolenbefehlen hantieren und dies die Arbeit enorm erleichtert.

dosbox03

Nun kann die eigentliche Installation des Spiels beginnen. Da DOSBox standardmäßig keinen Zugriff auf das Host-Dateisystem zulässt, müssen wir die entsprechenden Ordner zunächst einbinden („mounten“). Das lässt sich mit den folgenden Befehlen erledigen (jeweils Pfad und Ordnernamen anpassen!):

wichtigachtung Wie bei VirtualBox kann die Maus vom DOSBox Fenster „eingefangen“ werden. Um diese wieder freizugeben wahlweise die Windows-Taste oder die Kombination Strg+F10 drücken. 

mount C C:\ThemeHospital\     ; Weist DOSBox dazu an, den gespeicherten CD-Ordner als Laufwerk C zu emulieren

C:       ; wie in der Eingabekonsole wechseln wir nun das Laufwerk und das Verzeichnis

cd \ThemeHospital

SETUP      ; Und starten die Setup.exe

Das grafische Installationsmenü wird geladen. Nach dem Festlegen der Sprache sollten wir zunächst die Ausgabehardware für Soundeffekte und Musik festlegen. DOSBox unterstützt nativ eine ganze Reihe „klassischer“ Hardware. Wir wählen für beide Einstellungen die Ausgabemethode „SoundBlaster 16“. Dann starten wir die Installation.

dosbox05

Im Anschluss muss noch der Installationspfad bestätigt werden. Beachtet, dass C: dabei der von euch festgelegte Stammpfad ist, also der CD-Ordner von Theme Hospital. Idealerweise reicht als Installationspfad

C:\SPIEL\

Das Setup kopiert nun zügig die verbleibenden Daten. Wenn der Vorgang abgeschlossen wurde kann das Spiel gestartet werden. Dazu noch ins gewählte Spielverzeichnis wechseln und die Anwendung starten…

cd /SPIEL

HOSPITAL

Das war’s! Das Spiel sollte nun im Fenster laufen. Die Auflösung des Spiels kann nicht verändert werden, aber es ist – insofern der Monitor es unterstützt – möglich, mit der nativen Auflösung (800×600) zu spielen, so dass das Spiel den gesamten Bildschirm ausfüllt. Um zwischen Fenster und Vollbild zu wechseln drücken wir Alt+Tab.

Autoexec

dosbox02Falls ihr euch jetzt fragt, ob ihr jedes Mal so viele Eingaben machen müsst, bis das Spiel startet: Ja, dieser Prozess lässt sich abkürzen! DOSBox unterstützt automatisierte Befehle. Dazu öffnen wir wieder die DOSBox Konfigurationsdatei dosbox-0.74-2.conf (wahlweise über die Verknüpfung im Startmenü oder über den Programmordner s.o.) und tragen am Dateiende unter [AUTOEXEC] die zu beginn benötigten Befehle Zeile für Zeile ein und speichern:

mount C C:\ThemeHospital\
cd C:
cd \SPIEL
HOSPITAL

Wer mit dem Vollbildergebnis zufrieden ist, kann oben in den allgemeinen Einstellungen gleich noch Vollbild beim Start standardmäßig aktivieren:

fullscreen=true

Mit der DOSBox Verknüpfung auf dem Desktop lässt sich Theme Hospital so direkt starten. Sollte es während dem Spielen zu vermehrtem Screen Tearing (Querstreifenruckler auf dem Bildschirm) oder zu stotterndem Ton kommen, kann die „Geschwindigkeit“ von DOSBox mit Strg+F11/F12 manuell angepasst werden um das Problem zu beheben. Die modernen Mehrkernprozessoren bieten da einfach zu viel und zu flotte Rechenleistung.

dosbox08

Übrigens: Das 2018 erschienene Spiel Two Point Hospital ist so etwas wie ein inoffizieller Nachfolger des Originals, nur eben mit zeitgemäßer Technik. Immerhin waren zwei der ursprünglichen Entwickler beteiligt. Das Spiel gibt’s zum Beispiel auf Steam.

Windows 7 Datenschutz: Telemetrie-Updates erkennen und entfernen

telemetrie01

Für das Sammeln und Rückmelden von Nutzungsdaten gibt es viele Begriffe: Programm zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit, Telemetriedaten, Diagnosedaten, Fehlerberichterstattung …

Das Windows gelegentlich „nach Hause telefoniert“, davon spricht man mindestens seit der Ära Windows XP. Für viele Menschen ist es auch der Grund, wieso sie bisher nicht auf Windows 10 aktualisiert haben. So wird dem aktuellen Betriebssystem zurecht nachgesagt, es sammele gezielt Nutzungsdaten. [1] [2] Diese Funktionen gab es in dieser Art bei Windows 7 noch nicht. Nun wurde vor kurzem bekannt, dass von Microsoft bisher noch optionale Updates, welche Telemetriefunktionen nachrüsten, nun als „kritisch“ eingestuft und auf jedem Rechner installiert werden, genauer gesagt KB2952664, KB2976978 und KB3075249. [3] [4]

Das tolle an Windows 7 im Vergleich zu 10 ist, dass man noch ohne weiteres Updates wieder deinstallieren und ausblenden kann, damit diese erst gar nicht auf dem Rechner landen. So muss man auch keine Programme verwenden, die die entsprechenden Funktionen wieder deaktivieren…

wu_ausblenden

Dazu öffnen wir in der Systemsteuerung unter System und Sicherheit / Windows Updates. Nun können wir gezielt nach dem obigen Updatenummern in der Maske suchen und diese deinstallieren bzw. ausblenden, um eine erneute Installation zu verhindern.

button_download2

Ich habe für die schnelle und bequeme Deinstallation dieser Updates ein einfaches Skript geschrieben, welches ihr hier herunterladen könnt. Die BAT-Datei muss als Administrator ausgeführt werden und deinstalliert automatisch die drei oben genannten Patches.

wichtigachtung Da dabei Änderungen am System vorgenommen werden, empfehle ich euch dringend, zuvor einen Wiederherstellungspunkt über die Systemsteuerung zu erstellen. Das Ausführen des Skripts geschieht auf eigene Verantwortung.

Es gibt außerdem noch eine Reihe weiterer Windows-Updates, welchen seit der Einführung von Windows 7 nachgesagt wird, dass sie Telemetrie-Funkionen nachrüsten. Hier unterscheiden sich die Angaben aber je nach Quelle leider gewaltig. Das liegt sicher auch daran, dass es nicht zu jedem Update eine vollständige KB-Beschreibung vorhanden ist. Am qualitativ schlüssigsten finde ich die Liste von xvitaly auf GitHub, zu der es auch eine ganze Reihe von Rückmeldungen gibt (für Details zu den einzelnen KBs einen Blick in die Kommentare werfen oder über die Microsoft Support-Seite suchen). Auch hier wird ein fertiges Deinstallationsskript angeboten. Dies muss lediglich in Notepad eingefügt, als *.bat Datei (Dateityp: Alle Dateien) gespeichert und ausgeführt werden. Systemwiederherstellungspunkt nicht vergessen!

Weiterführende, interessante Artikel zum Thema Datensammeln unter Windows:

https://edri.org/microsofts-new-small-print-how-your-personal-data-abused/

http://www.schiefer-abc.de/antispy/

Die Kunst, persönliche Daten zu organisieren

In diesem Beitrag habe ich mich damit beschäftigt, wie man seine eigene Dateisammlung besser ordnen, aufräumen und archivieren kann.
Vor kurzem habe ich vor einer Windows-Neuinstallation eine neue Backup-Festplatte eingerichtet und mir in diesem Zuge Gedanken gemacht, welche Dateien überhaupt der Sicherung wert sind und ob man diese nicht noch besser ordnen könnte. Schon seit die ersten Disketten im Haushalt waren, haben wir angefangen, Daten zu archivieren. Klar, das ist schon lange her. Heute müssen wir uns um Speicherplatz zum Glück keine Sorgen mehr machen. Da kann man allerdings auch schnell den Überblick verlieren, wenn man zum Beispiel alles nur unsortiert in einem Ordner ablegt…

Vier Gründe, warum sich eine gute Datenorganisation lohnt…

  • Den Überblick behalten – Mit einer guten Ordnerstruktur weiß man jederzeit, wo sich welche Dateien, zumindest ungefähr, befinden. So spart man sich die Suchfunktion und das Durchblättern von vielen Suchergebnissen.
  • Datengruppen trennen können – Den Ordner mit Projekten von der Arbeit, auf der anderen Seite die Bilder vom letzten Urlaub unterscheiden können. Bei Bedarf sind die Daten schnell z.B. mit dem Arbeitsrechner synchronisiert.
  • Backups und Synchronisierung – auf einen Blick erkennen, welche Daten wichtig, zu sichernd sind und welche Daten auf einen Neuen PC übertragen werden müssen. Bei einheitlicher Datenstruktur können mehrere verschiedene Endgeräte gleichzeitig das Backup bedienen.
  • Langzeitarchivierung – Gut geordnet findet man sich selbst oder jemand anderes auch in 10 Jahren noch zurecht.
datentraegerber01Ob als einmaligen „Frühjahrsputz“ oder als Routine – Natürlich kostet es etwas Zeit, aber es ist lohnenswert durch die Datensammlung zu kramen und überflüssige, veraltete und doppelte Dateien zu löschen und die Datenstruktur zu verbessern.

Die Ordner- und Dateistruktur

Man kann Sammlungen mit Programmen wie Picasa, der neuen Microsoft Foto App oder z.B. iTunes und Songbird für Musik verwalten. Ich rate allerdings davon, da ich der Meinung bin, dass letzten endlich die Dateistruktur essentiell ist. Es ist auch das, was bleibt, wenn man z.B. mit dem Backup auf einen anderen Computer oder Betriebssystem umsteigt oder die entsprechende Orga-Software nicht mehr benutzt und weiterentwickelt wird.
Wohlbedachte Ordnerstrukturen können helfen, Dateien schnell in die passende Kategorie abzulegen, genau wie in die Ablagefächer eines Schreibtisches. Bei mir hat sich folgende Struktur eingelebt, wobei das mein persönlicher Geschmack ist…
ordnerstruktur
  • Sich ein Root-Verzeichnis suchen: Die Daten auf der Windows-Partition ablegen, oder doch lieber auf einer eigenen Partition oder Festplatte?
  • Eine einheitliche Ordner-Benennung macht es leichter. Das kann zum Beispiel Benutzername >Dateityp > Jahr > Schlagwort.
  • Vor der Verzeichnistiefe nicht scheuen – Wenn „Präsentation Uni 3 Semester Klaus Max Anna 2009.docx“ neben „PowerPoint Vorläufig Physik Dr Weber 2010.ppx“ liegt, geht im Explorer schnell die Übersicht verloren. Da macht es Sinn, mehrere Subordner zu erstellen.
  • Um das Hauptarchiv „sauber“ zu halten, kann man Dateien auch nach Arbeitsprozess sortieren: In Arbeit / unsortiert – Final / Aktuell – Archiv
  • Die Windows Medienordner müssen nicht genutzt werden. Die voreingerichteten „Eigene Dateien“ Profilordner zu verschieben, ist nicht ohne weiteres möglich und macht häufig Probleme. Da macht es mehr Sinn, die Dateien extern zu speichern. Seit Windows Vista können mit der Bibliotheksfunktion auch verschiedene physische Quellen logisch verknüpft und gemeinsam angezeigt werden (siehe unten).
  • Mit Verknüpfungen arbeiten, um Doppelgänger und verteilte Dateispeicherorte zu vermeiden: Einfach Rechtsklick auf die entsprechende Datei > Senden an… > Desktop (Verknüpfung erstellen). Die Verknüpfung verweist auf den eigentlichen Standort der Datei, der so nicht verändert wird.
  • Windows- und Programmdateien nicht mit Mediendateien vermischen. Ältere Programme laden Einstellungsdateien gerne unter „Eigene Dokumente“ bzw. C:/Users/Documents ab.
  • Finale und archivierte Word-Dokumente sollten auch im PDF-Format gespeichert werden. So stellt man sicher, dass diese später auch ohne Microsoft Word und auf anderen Geräten problemlos angezeigt und z.B. gedruckt werden können.

Mehrere Dateien automatisch umbenennen

 Eine systematische Dateibenennung erleichtert später das Wiederfinden.
Windows Explorer kann mehrere Ordner oder Dateien nach einem Namensschema benennen. Diese dazu markieren und den ersten Eintrag Rechtsklick > Umbenennen.
umbenennen
button_2k button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Wer mehr Kontrolle oder individuelle Nummerierungsoptionen möchte, schaut sich am besten die kostenlose Software „Bulk Rename Utility“ an (Englisch): http://www.bulkrenameutility.co.uk/Main_Intro.php
Mit dem Tool können eigene, spezielle Nummerierungsschemas automatisch mit Datum oder beliebigen Informationen ergänzt werden.

 

Musik-Bibliothek sortieren, Tags ergänzen und Dupletten löschen

audioexpert

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Dazu habe ich die Shareware „AudioExpert“ von Ulrich Decker genutzt. Die kostenlose Version kann eine Musiksammlung von bis zu 5000 Titeln verwalten, was für eine durchschnittliche Ansammlung wie die meiner vollkommen ausreichend ist. Nach der Installation wählt man den Speicherort der Musikbibliothek. Nun hat man die Option, in einem neuen Verzeichnis oder im bestehenden die Musik nach Album, Interpret usw. einheitlich umzusortieren. Gleichzeitig erkennt das Programm beim Suchlauf auch doppelt vorhandende Dateien, ergänzt Metadaten aus dem Internet und gleicht auf Wunsch die Lautstärke aller Titel an (Normalisierung).

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 MusicBrainz Picard ist ein weiteres, kostenloses Programm (GPL-Lizenz) zum Ergänzen von Musik-Tags (Medieninformationen) der bestehenden Sammlung. Zur Webseite >>

wmp_bibWer den gängigen Windows Media Player nutzt (ab Windows XP) kann auch die integrierte Bibliotheksverwaltung nutzen. Wenn nicht bereits aktiviert, findet man unter „Organisieren > Optionen… > Medienbibliothek“ die entsprechenden Optionen zum Abruf von Metadaten. Wenn dann der WMP geöffnet ist, werden automatisch Informationen ergänzt. Albumcover werden übrigens nicht in der Musikdatei gespeichert, sondern sind als versteckte Bilddatei (*.jpg) im gleichen Verzeichnis zu finden. Wie man FLAC-Audiodateien rippt, in die Musikbibliothek integriert und diese anschließend neu einliest, habe ich hier beschrieben.

Übrigens: Mit dem bekannten und kostenlosen CCleaner können unter Extras Dateiduplikate jeder Art aufgespürt und gelöscht werden.

Bibliothek-Funktionen und Schnellzugriff des Windows Explorer nutzen

Seit Windows Vista können Dateikategorien in Bibliotheken angezeigt werden. Das bedeutet, auch wenn die Dateien sich eigentlich an unterschiedlichen Speicherorten befinden, werden alle zentral dort aufgeführt und können verwaltet werden. Die Bibliotheken sind standardmäßig im Explorer-Fenster integriert, über einen Rechtsklick können diese konfiguriert und andere Speicherorte (z.B. von einer zweiten Festplatte) integriert werden. Eine bequemere Schnellübersicht gibt es nicht!

bilbiotheken

 

Der Schnellzugriff in der linken Spalte des Windows Explorer spart viele Klicks, wenn man häufig auf den selben Ordner zugreifen muss. Dazu einfach den entsprechenden Ordner links in die Schnellzugriffleiste (Über „Dieser PC“ im Screenshot oben) ziehen.

Cloud-Speicher integrieren

wichtigachtung Kostenlose Online-Speicher gibt einige zur Auswahl, diese bieten meist auch einen recht übersichtlichen kostenlosen Speicherplatz an und sind besonders praktisch, wenn man Dateien teilen oder kurzzeitig Daten ins Internet auslagern möchte. Trotzdem sollte man, so finde ich, nicht auf das (kostenlose) Angebot der Anbieter vertrauen. Diese behalten sich nämlich in den AGBs meist das Recht vor, die Nutzungsbedingungen zu ändern, d.h. auch kurzfristig Daten zu löschen oder gar das Konto zu sperren. Von daher sollte man diese Dateien immer doppelt, nicht nur in der Cloud sichern.

Wer Online-Speicher von Google oder Microsoft nutzt, kann den entsprechenden Hintergrunddienst nutzen, um Dateien automatisch zu synchronisieren bzw. in den Datei Explorer „einzubinden“, so dass man wie vom Windows Explorer gewohnt darauf zugreifen kann:

Google Drive für Windows: https://www.google.com/drive/download/

OneDrive für Windows (bei Windows 10 schon vorinstalliert): https://onedrive.live.com/about/de-DE/download/

In diesem Beitrag habe ich einige Beispiele genannt, wie man seine Cloud-Daten kostenlos sicher verschlüsseln kann.

Automatische Backups und Speichermedien

Regelmäßige Sicherungen der persönlichen Daten sind unabdingbar. Aber wie macht man das möglichst automatisch und mit wenig Zeitaufwand? Ich benutze dafür die Freeware FreeFileSync. Das Programm macht (auf Wunsch automatisch) einen Datenabgleich mit dem Backup-Medium und kopiert nur die neuen und aktualisierten Dateien. Dabei können auch Filtermethoden angewandt werden. Mehr dazu…

ffs

Von Backups auf der gleichen Festplatte ist dringend abzuraten, denn bei einem Hardware-Defekt ist alles futsch. Inzwischen sind größere USB-Sticks erschwinglich geworden, so dass diese sich bei durchschnittlichen Datenmengen gut anbieten. Außerdem gibt es natürlich noch die Möglichkeit, CDs zu brennen, externe Festplatten oder Heimnetz-NAS zu nutzen.

Ich habe mich für eine externe Festplatte, allerdings im herkömmlichen Format mit SATA-USB-Adapter entschieden (in meinem Falle von Anker). Das finde ich wesentlich praktischer: Erstens weil im Schnitt günstiger, zweitens kann man die Festplatten abnehmen, tauschen oder sicher verstauen und man kommt drittens nicht in Versuchung, die Festplatte überall hin mitzunehmen, wo sie Schaden nehmen könnte (meine vorherherige WD Elements ist so schnell kaputt gegangen!)

Nicht außer Acht lassen sollte man die unterschiedliche Haltbarkeit von Datenträgern. Der Wikipedia-Artikel über Langzeitarchivierung ist dabei sehr informativ. Auszugsweise eine paar Angaben zur Daten-Beständigkeit bei entsprechender Lagerung:

  • Diskette: 10-30 Jahre
  • CD/DVD/BRD (gepresst): 50/100/85 Jahre
  • CD/DVD/BRD (selbstgebrannt): 5-10/30/50 Jahre
  • Festplatten: 10-30 Jahre
  • Flash-Speicher (USB-Sticks, Speicherkkarten, SSDs): 10-30 Jahre

Windows 10: Plötzlich neues Laufwerk, wenig Speicherplatz

Vor kurzem ist mir ein Bug bei einem Windows 10 Acer-Notebook aufgefallen, von dem ich hier kurz berichten möchte. Seit dem April 2018 Update „Frühlingsupdate“ war plötzlich ein neues „Laufwerk E:“ unter „Dieser PC“ (Arbeitsplatz) aufgetaucht, welches so davor nicht vorhanden war. Das Laufwerk war fast voll (430 von ca. 480 Mb belegt), so dass Windows 10 mich beinahe minütlich auf den geringen Speicherplatz hingewiesen hat. Bei Anwendungen im Vollbild oder beim Filme schauen natürlich sehr störend!

low_space

Im Internet wird das Phänomen in Zusammenhang mit dem Update 1803 berichtet. Nach erfolgter Aktualisierung werden zum Teil zuvor versteckte Systempartitionen sichtbar. Bei diesem Laufwerk handelt es sich um das Wiederherstellungslaufwerk (recovery) von Windows 10. Der Laufwerksbuchstabe kann je nach System variieren. Sollte also auf keinen Fall gelöscht oder formatiert werden! Stattdessen lassen wir es wieder „verschwinden“, indem wir den zugewiesenen Laufwerksbuchstaben löschen. Dazu starten wir die Eingabeaufforderung (cmd), welche sich über die Eingabe im Startmenü finden lässt, als Administrator (Rechtsklick) und starten per Eingabe das Windows-Tool diskpart.

diskpart

Anschließend lassen wir uns alle verfügbaren Laufwerke und Partitionen (getrennte Datenbereiche auf einem Datenträger) anzeigen:

list disk

diskpart1

Nun identifiziert ihr den betroffenen „Datenträger x“ mit der entsprechenden Nummer, gut erkennbar anhand der geringen Größe (auf dem Bild nicht zu sehen). Hier solltet ihr euch nicht vertun, sonst „verschwindet“ der falsche Datenträger! Wir wählen diesen per Befehl an und entziehen ihm nun den zugewiesenen Laufwerksbuchstaben:

select volume x

Statt x die mit list disk ermittelte Datenträgernummer eingeben.

remove letter="x"

Statt x den tatsächlichen Laufwerksbuchstaben (wie unter „Dieser PC“ angezeigt) eingeben.

Das war’s. Nach einem Neustart sollte der Datenträger – und damit auch die störende Meldung über zu wenig Speicherplatz – schon wieder verschwunden sein. Wenn ihr tatsächlich Probleme mit zu wenig Speicherplatz habt, schaut euch bei meinem Beitrag über das Aufräumen und Beschleunigen von Windows an! 🙂