Windows 10: Windows Update installiert ungefragt älteren Treiber (fix)

Heute mal ein kurzer Tipp von mir: Gestern habe ich meinen Rechner aufgeräumt und meine Treiber und Software aktualisiert (wie das geht, lest ihr hier). Dabei habe ich unter anderem den neuesten Treiber für meine onboard-Grafik Intel UHD Graphics 630 (auf einem Intel Core i7-8750H) direkt von der Intel-Webseite heruntergeladen und installiert. Es handelt sich um die Treiberversion 30.0.100.9684 vom 09.07.2021.

Blöd war nur, dass Microsoft’s Windows 10 direkt nach dem Neustart angefangen hat, über Windows Update einen etwa ein Jahr älteren Treiber herunterzuladen und mir den neuen Treiber einfach ungefragt wieder überschrieben hat (eines der großen Mankos von Windows 10, man kann Updates nicht ablehnen).

Hierzu habe ich im Netz einen schnellen Registry-Trick entdeckt, der verhindert, dass Windows 10 ungefragt Treiber von Windows Update bezieht und installiert.

So geht’s: Zunächst erstellt ihr euch sicherheitshalber einen Wiederherstellungspunkt, falls es Probleme geben sollte (im Startmenü „wiederherstellung“ eingeben). Dann öffnet ihr als Administrator den Registrierungseditor („regedit“ im Startmenü eingeben und navigiert zum Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsUpdate

Dort erstellt ihr einen neuen DWORD-Wert (1) mit dem Namen

ExcludeWUDriversInQualityUpdate

Nach einem Neustart hat mir Windows Update dann angezeigt, dass mein Rechner aktuell ist, ohne wieder meinen neueren Intel-Treiber zu überschreiben. Die „optionalen Treiberupdates“ kann ich nach wie vor einsehen und auf Wunsch installieren, diese scheinen also nicht davon betroffen zu sein.

Alternativ könnt ihr die fertige Registry-Anpassung auch einfach direkt bei mir runterladen und ausführen: w10ignoreDU.reg (Rechtsklick, Ziel speichern als).

Alte Spiele Neuer Rechner – Teil 8: Harry Potter 1 für PC (2001)

Hat damals 51,10€ bzw. 99,95 DEM gekostet…

Das Videospiel zum bekannten Buch (bzw. Film) erschien 2001 für den PC und verschiedene Spielekonsolen. Inhaltlich könnte man es wohl am ehesten als eine harmonische Mischung aus Story-Adventure, Puzzle-Game und Plattform Jump & Run beschreiben. Ich habe vor knapp 20 Jahren die Version für PlayStation 1 (von Argonaut Games) gespielt und es noch in guter Erinnerung.

Als ich neulich auf einem Flohmarkt die PC-Fassung in der Hand hielt, habe ich etwas nachgelesen und unter anderem erfahren, dass für die verschiedenen Plattformen inhaltlich unterschiedliche Spiele entwickelt wurden. Außerdem habe ich nebenbei herausgefunden, dass der Soundtrack zum Spiel von Jeremy Soule [1] komponiert wurde, sicher einer der Gründe, warum mir das Spiel so gut im Gedächtnis geblieben ist. Soule ist (für mich) einer der besten Videospiel-Musikkomponisten schlechthin, er hat unter anderem auch den Score zu Bethesda’s The Elder Scrolls Reihe geschrieben. Hier kann man sich übrigens toll in seinen einzigartigen Klang reinhören [2].

Also, CD mitgenommen und zuhause eingelegt (andere Bezugsmöglichkeiten für das Spiel finden sich auch leicht über Google). Die Installation startet schonmal, soweit so gut (auf der Hülle steht 98/XP).

Das war’s dann aber leider schon. Das Spiel startet nicht. Also mal den Kompatibilitätsmodus (Rechtsklick/Eigenschaften) für Windows XP SP3 und als „Administrator ausführen“ probiert, ohne Erfolg. Nach etwas googlen habe ich erfahren, dass der auf der CD integrierte Kopierschutzmechanismus ein Problem unter Windows 10 hat. Glücklicherweise findet ihr auf dieser Webseite einen Patch (unter dem zweiten Bild der Link „New fix“), der das Problem behebt. Für das Spiel muss außerdem DirectX 9 vollständig installiert sein.

Also einfach nach der Installation des Spiels die verlinkten Patch-Dateien ins Spielverzeichnis

C:\Program Files (x86)\EA Games\Harry Potter

kopieren. Außerdem im Ordner \System die Anwendung HP.exe über einen Rechtsklick/Eigenschaften/Kompatibilität anpassen: „Windows XP SP3“ und „Als Administrator ausführen“. Bei mir hat das Spiel einige Sekunden gebraucht, bis etwas auf dem Bildschirm erschienen ist, also etwas Geduld. Das Spiel startet dann erst einmal in einer Bildauflösung von 640×480, was je nach Monitorgröße eine Herausforderung ist. Glücklicherweise lässt sich über die Optionen im Hauptmenü die Spielauflösung und Grafikdetails erhöhen, außerdem lässt sich die Steuerung auf das etwas zeitgemäßere WASD ändern (etwas hakelig ist die Steuerung trotzdem).

Über die spielinternen Optionen hinaus lässt sich in der Konfigurationsdatei des Spiels noch einiges anpassen, um die Grafik noch etwas hochzuschrauben. Die findet sich unter

(Euer Profilordner)\Documents\Harry Potter\

In der HP.ini könnt ihr folgende Zeilen anpassen

Unter [D3DDrv.D3DRenderDevice]
DetailTextures=True
Use3dfx=True
UsePrecache=False
Use32BitTextures=True
Use32BitZBuffer=True
UseVertexFog=True
UseTrilinear=True

Der Eintrag „UsePrecache=false“ behebt außerdem den Bug auf aktuellen Rechnern, dass verschiedene halbtransparente Texturen (wie Harry’s Brille) nicht richtig dargestellt werden. Außerdem könnt ihr versuchen, die Auflösung auf Full-HD zu ändern, das hat allerdings bei mir nicht geklappt.

Unter [WinDrv.WindowsClient]
FullscreenViewportX=1920
FullscreenViewportY=1080

Solltet ihr übrigens noch Probleme mit dem Start des Spiels haben, könnt ihr versuchen, folgenden Eintrag in der HP.ini anzupassen

GameRenderDevice=D3DDrv.D3DRenderDevice

Damit steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege. Das Vorgehen für das zweite und dritte Spiel ist übrigens weitgehend identisch. Hier findet ihr mehr Informationen dazu.

Zugegeben, nach einigen Spielstunden muss ich sagen, dass mir die PS1-Version des Spiels etwas besser gefallen hat, auch wenn sie u.A. was die Grafik angeht deutlich weniger bietet, insgesamt war das Spielerlebnis aber etwas „runder“. Mein Favorit ist übrigens der zweite Teil der Serie (auch auf PS1), welcher damals zahlreiche Verbesserungen im Gameplay und automatisches speichern bot. Aber daran ist wahrscheinlich die rosarote Nostalgie-Brille schuld (welche Version des Spiels habt ihr damals gespielt?).

LibreOffice 7.1.* langsam, Menü hängt (fix)

Die kostenfreie Software LibreOffice ist eines der beliebtesten Alternativen zu bekannten kommerziellen Office-Angeboten. Ich bin zwar selbst kein Vielschreiber, zumindest was Dokumente angeht, nutze aber neben Microsoft Office 365 auch ganz gerne mal LibreOffice.

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass die Benutzeroberfläche von LibreOffice (egal ob Writer oder Calc) manchmal verzögert reagiert. Bei jedem Menüaufruf, seit es aus den oberen Leisten oder das Kontextmenü aus dem Rechtsklick heraus. Bei jedem Aufklappen eines Menüs hängt die Software samt Maus für einige Millisekunden. Das ist nicht nur enorm störend, sondern bremst auch die Arbeit aus, wenn man die Benutzeroberfläche nach etwas durchsucht.

Ich war mir zuerst nicht sicher, ob es am (relativ) neuen Notebook liegt oder einfach nur an LibreOffice selbst. Letzten endlich habe ich dann LibreOffice mal auf die aktuellste stabile Version 7.1.4.2 aktualisiert, ohne dass sich am Problem etwas geändert hat. Eine genaue Problemdiagnose wird dahingehend erschwert, dass das Problem nur sporadisch aufzutreten scheint, am ehesten nach einem Standby. Etwas googeln hat mich dann darauf gebracht, dass es etwas mit dem Grafiksystem (dem Zeichnen der Benutzeroberfläche) von LibreOffice zu tun hat – und tatsächlich, folgende Einstellung hat das Problem bei mir behoben. Die Benutzeroberfläche reagiert wieder flott und es gibt keine Hänger mehr.

Nach dem Start von LibreOffice klickt ihr in der Leiste oben auf Extras / Optionen… und setzt dort unter Ansicht einen Haken bei Skia für das Rendern verwenden und Rendern der Skia Software erzwingen. Jetzt noch die Software neu starten. Das war’s!

Windows 10: Skype-App richtig neu installieren

Die Videokonferenz bleibt in der Corona-Krise das Mittel der Wahl. Anbieter gibt es genug, auch ich musste ich den letzten Wochen auf Cisco WebEx, Zoom oder Skype zurückgreifen. Um so ärgerlicher, wenn die Software dann nicht richtig funktioniert.

String-Chaos

Als ich mich vor kurzem in Skype für Windows 10 anmelden wollte (die UWP-App aus dem Microsoft Store), war die, meiner Meinung nach sowieso schon etwas vernachlässigte Benutzeroberfläche, plötzlich mit kryptischen String-Reihen übersäht. Also habe ich mich mal neu angemeldet (ein Neustart soll ja bekanntlich immer helfen), dann ging allerdings gar nichts mehr.

Also habe ich die App gelöscht und über den Microsoft Store neu installiert, in der Annahme, dass es an einer beschädigten Installation liegt. Das hat allerdings nicht geholfen. Ich habe mir dann genauer angeschaut, wo die Daten für Skype, beziehungsweise für Windows-Apps aus dem Store, generell auf der Festplatte liegen, nämlich in der Regel im Verzeichnis

C:\Program Files\WindowsApps\*

Zugriff verweigert

Der Ordner ist ohne weiteres nicht auffindbar, da er nämlich als unsichtbar markiert ist. Blendet man versteckte Verzeichnisse und Dateien über die Windows Explorer – Einstellungen ein, kann man allerdings nicht darauf zugreifen. Nach einer Anpassung der Benutzer-Zugriffsrechte für dieses Verzeichnis wird ersichtlich, dass selbst nach der Deinstallation noch zwei Skype-Ordner dort übrigbleiben, die fast 200 Mb (!) in Anspruch nehmen.

Auch das Löschen von Skype über die PowerShell-Eingabe mit

Get-AppxPackage *Microsoft. SkypeApp* | Remove-AppxPackage

entfernt diese nicht. Meine Vermutung ist also, dass dort (oder woanders) in irgendeiner Form noch Dateien gelagert sind, die das Problem verursachen. Leider ist es mir trotz der angepassten Zugriffsrechte (was auch ein richtiger Quark war [1]) nicht möglich, die beiden Ordner zu löschen.

Komplett gelöscht

Nachdem ich mir durch ein paar Suchergebnisse geklickt habe, bin ich in einem Forum auf das Tool „SRTa“ gestoßen, welche die verbliebenen Skype-Daten für mich gelöscht hat (Haken bei „Skype for Windows App“ setzen und auf „Remove“ klicken). Nach erfolgtem Neustart und einer Neuinstallation durch den Microsoft-App Store hat es es dann endlich wieder funktioniert.

Weil dieses kleine Tool so viel einfacher ist als die Fummelei mit den Zugriffsrechten auf den WindowsApps-Ordner, wollte ich euch dieses hier noch verlinken: SRTa.exe

Hinweis: Das kleine Programm ist nicht digital signiert (ihr müsst die Ausführung also doppelt bestätigen), es gibt auch keine genaueren Informationen über den Urheber „pcdust.com“. Laut virustotal scheint das Tool allerdings harmlos und auch bei meinem Test hier auf dem Notebook konnte ich nichts Auffälliges feststellen, weshalb ich es nun hier weiter empfehlen möchte.

Zeit für einen Frühjahrsputz

Wenn draußen die ersten Blätter sprießen und die Natur plötzlich zum Leben erwacht, kommen bei mir Frühlingsgefühle auf. Vielerorts kann man Menschen motiviert beim Besetzen der ersten Blumenkästen oder eben auch beim berühmten Frühjahrsputz beobachten. Die Fensterscheiben habe ich neulich gereinigt. Apropos Fenster … Vielleicht sollte ich mein Microsoft Windows Betriebssystem auch mal wieder auf Vordermann bringen?

Okay, ich gebe zu, das Wortspiel war ziemlich flach! 🙂 Trotzdem habe ich die Jahreszeit zum Anlass genommen und meine zweiteilige, auf der Startseite verlinkte, Beitragsserie zum Aufräumen und Beschleunigen von Windows überarbeitet und aktualisiert.

Bei der Nutzung von Windows fallen über Zeit Datenspuren an. Programme kommen hinzu, Updates werden installiert und der PC wird träge, Windows und die installierten Anwendungen starten langsamer. Auch Abstürze können vorkommen. Vor allem ältere, leistungsschwache Rechner mit wenig Arbeitsspeicher und konventionellen Festplatten werden dadurch ausgebremst. Durch einige, teils sehr simple Handgriffe kann der Datenmüll jedoch schnell beseitigt und die Leistung des Betriebssystems wiederhergestellt werden.

Was ist neu?

Ich habe den Artikel 2018 mit Berücksichtigung älterer Windows-Version wie Vista oder XP geplant. Diese Abhängigkeiten habe ich nun entfernt und lege den Fokus jetzt, einem Jahr nach dem Supportende von Windows 7, klar auf Windows 10. Auch wenn viele der allgemeineren Ratschläge auch auf die veralteten Windows-Versionen anwendbar sind, gehe ich davon aus, dass wer noch eine sehr alte Windows Version einsetzt, entweder weiß, was er/sie tut, oder das System nicht mehr produktiv genutzt wird. Ich habe außerdem viele der gezeigten Bilder und Screenshots mit aktuelleren Ausgaben ersetzt. Zudem habe ich den Text, Code und die Links überarbeitet und verbessert. Im zweiten Teil habe ich außerdem noch einige weitere Tipps zur Beschleunigung des Betriebssystems hinzugefügt.

Diesen Blog unterstützen

Ich schreibe inzwischen seit 2014 auf meinem Blog rund ums Thema Heim-Computer. Neben der (Frei)zeit, die ich für das Schreiben der Beiträge aufwende, fallen auch jährlich Server- und Domainkosten an, die ich aus eigener Tasche bezahle. Wenn euch mein Blog gefällt und einer der Beiträge vielleicht auch schon weitergeholfen hat, schaut doch mal auf diese neu von mir eingerichtete Blogseite. Dort erfahrt ihr, wie ihr mich unterstützen könnt, wenn ihr das möchtet. Natürlich völlig unverbindlich und freiwillig!

Alte Spiele neuer Rechner – Teil 7: Fallout 3 (2008)

In dieser Artikelserie teste ich, wie sich ausgewählte alte Computerspiel-Klassiker auf einem modernen Windows-PC installieren und spielen lassen.

Nicht ganz so „alt“, aber dann auch schon wieder 13 Jahre her: Fallout 3 (Hinweis: USK 18) ist für mich ein „ungeschliffener Diamant“ unter den späten Rollenspiel-Klassikern, das war es bei seinem Release 2008 (unter Windows XP) schon und ist es heute umso mehr. Vorausgesetzt, dass man sich mit dem etwas quirligen amerikanisch-postapokalyptisch angehauchten Setting des Fallout-Universums anfreunden kann. Besonders in der englischsprachigen Community steht das Spiel eher im Schatten seines populäreren Bruders Fallout: New Vegas, dass macht es deshalb aber nicht weniger spielenswert. Leider gibt es inzwischen allerlei technische Hürden zu überwinden, damit sich das Spiel auf einem aktuellen Rechner mit Windows 10 überhaupt starten lässt. Glücklicherweise hat Fallout 3, wie auch die anderen Spiele des Entwicklers Bethesda Softworks, eine durchaus aktive Modding-Community [1].

Wie ihr das Spiel für Windows 10 optimiert, einige „Altersschwächen“ ausmerzt und nebenbei grafisch noch etwas aufpoliert, könnt ihr hier nachlesen. Diese Anleitung ist etwas komplexer und erfordert ein wenig Geduld und Einarbeitung, weshalb sie vielleicht nicht für jeden zu empfehlen ist. Das Ergebnis lohnt sich aber auf jeden Fall!

Zu diesem Spiel gibt es bereits einige sehr ausführliche (und zeitintensive) Mod-Guides in englischer Sprache [2] [3], ich möchte euch hier lediglich die wichtigsten Schritte zeigen, damit das Spiel unter Windows 10 ohne Abstriche spielbar ist.

Die richtige Spielversion

Zunächst einmal sei gesagt, dass ich jedem, der das Spiel noch nicht besitzt, die von GOG.com angebotene Spielversion ans Herz lege. Das hat damit zu tun, dass die auf Steam erhältliche GOTY-Edition zum einen nur auf Deutsch spielbar ist und zum anderen auch geschnitten (das mag den ein oder anderen vielleicht nicht stören, sorgt aber unter Umständen für Schwierigkeiten beim Modding). Ihr benötigt die aktuellste GOTY-Version, welche DLCs enthält.

  • Habt ihr die ältere (geschnittene, deutsche) Ausgabe des Spiels auf einer Disk, könnt ihr hier den letzten offiziellen Patch herunterladen.
  • Möchtet ihr das Spiel lieber auf Englisch spielen, gibt es hier einen Patch aus der Community, welchen ich benutzt habe (nur bei der deutschen Disk/Steam Version notwendig). Grundsätzlich ist die Sprache egal, die meisten Mods werden allerdings auf Englisch angeboten. Das kann dann dazu führen, dass Teile der Text- und Tonausgabe auf Englisch und Deutsch sind.
  • Spielt ihr die deutsche (geschnittene) Version des Spiels, müsst ihr folgende Dateien im Spielverzeichnis umbenennen, damit die Modifikationen funktionieren:
C:\Program Files (x86)\Steam\steamapps\common\Fallout 3 goty\
Fallout3ng.exe --> Fallout3.exe
Fallout3ng.exe.cat --> Fallout3.exe.cat
Fallout3ng.exe.cfg --> Fallout3.exe.cfg

Vorbereitung

  • Das Spiel nach der Installation zumindest einmal starten, damit die Laufzeitumgebungen installiert (Steam) und die Konfigurationsdateien (*.ini) angelegt werden (diese werden wir gleich noch anpassen).
  • Ihr benötigt ein kostenloses Konto bei nexusmods. Dort werden wir später die meisten Mods herunterladen. Generell befinden sich die Dateien im Reiter Files, in der Beschreibung und unter Posts könnt ihr oft noch hilfreiche Informationen finden.
  • Ladet euch den Nexus Mod Manager (NMM) herunter und richtet diesen für Fallout 3 ein (einfach alles bestätigen). Nun können Dateien über die Mods Ansicht installiert werden. Die meisten Mods landen automatisch im /Data Verzeichnis des Spiels. Manche Mods verfügen über Plugins (*.esp oder*esl), welche unter „Plugins“ aktiviert werden müssen. Hier kann die Ladereihenfolge wichtig sein. Grundsätzlich gilt: Erst die Plugins des Spiels, dann Bugfixes, danach der Rest. Wichtig: Im Hauptfenster von Nexusmods unter dem Zahnradsymbol sicherstellen, das die Option Archive Invalidation aktiviert ist.
  • Iht benötigt außerdem ein Packprogramm wie das kostenlose 7-Zip zum Entpacken von Dateiarchiven.
  • Sicherheitshalber ein Backup der Spieldaten [im Installationsordner] sowie der ini’s [unter Dokumente/My Games/Fallout 3] machen.

Spieleinstellungen (→Fallout.ini)

Die Einstellungen werden im Verzeichnis */Dokumente/My Games/Fallout 3/* in den Dateien Fallout.ini sowie FalloutPrefs.ini gespeichert. Dort lässt sich die u.a. die Grafikqualität verändern.

Das Tool BethINI erfüllt drei nützliche Aufgaben: 1. Damit können die unzähligen Spieloptionen bequem verwaltet werden. 2. Vordefinierte Presets für höhere Details als im Launcher angeboten. 3. Es sortiert die ini-Einträge alphabetisch, entfernt ungültige und setzt die empfohlenen Einträge.

  • BethINI herunterladen und starten, Fallout 3 auswählen.
  • Unter „Basic“ die gewünschte Auflösung, Kantenglättung sowie die höchste Detailstufe mit den „BethINI Presets“ sowie den „Recommended Tweaks“ wählen. Mit „Save and Exit“ bestätigen.
  • Nun die Konfigurationsdatei Fallout.ini mit dem Texteditor öffnen und folgende Zeilen in der entsprechenden Kategorie händisch finden und ändern – oder ergänzen, wenn nicht vorhanden:
[General]
bUseHardDriveCache=0
bUseThreadedAI=1
iNumHWThreads=2
bUseThreadedMorpher=1
bUseThreadedParticleSystem=1
bUseThreadedTempEffects=1
iPreloadSizeLimit=104857600
uExterior Cell Buffer=102
uInterior Cell Buffer=16

[Grass]
iMinGrassSize=80

Testet die Einstellungen nun, in dem ihr Fallout 3 kurz startet und ein neues Spiel beginnt (falls es denn startet, sonst installiert zunächst die folgenden Patches!).

Grundlegende Patches

Die folgenden Mods erhöhen die Stabilität und Geschwindigkeit unter Windows 10. Hier genau aufpassen!

  • Mit dem Games for Windows LIVE Disabler die veraltete Social-Gaming Funktion aus dem Spiel entfernen. Diese Abhängigkeit wird nicht mehr benötigt und kann unter Windows 10 dafür sorgen, dass das Spiel erst gar nicht startet. Außerdem beschleunigt sich der Startvorgang dadurch
  • Den 4Gb-Arbeitsspeicher-Patch herunterladen und auf die Fallout3.exe sowie FalloutLauncher.exe anwenden.
  • Die neueren Ogg Vorbis Audio-DLLs herunterladen und im Spieleverzeichnis überschreiben.

Der Fallout 3 Skript Extender (FOSE) wird für einige Verbesserungen benötigt. Nach der Installation von FOSE das Spiel immer über die fose_loader.exe starten, damit die nachfolgenden Plugins funktionieren!

  • Die „current stable“ Version des Fallout 3 Script Extenders (FOSE) herunterladen. Den Inhalt des Archives ins Hauptverzeichnis (nicht /Data) den Spiels kopieren und den Ordner Data\FOSE\Plugins anlegen.
  • Folgende Plugins für FOSE herunterladen und alle *.dll und *.ini Dateien händisch ins gerade erstellte „Plugins“ Verzeichnis kopieren: Command Extender, Custom Heap (hier in der ini „iHeapSizeInMB=768“ setzen), Tick Fix und OneTweak

Testet die Einstellungen nun erneut, in dem ihr Fallout 3 kurz startet und ein neues Spiel beginnt.

Der Community-Patch behebt zahlreiche Fehler im Spiel selbst. Die Installation ist etwas technisch.

  • Zunächst den Updated Unofficial Fallout 3 Patch (UOF3P) herunterladen. Den Nexus Mod Manager öffnen, das Archiv über das „+“ den Patch hinzufügen und inklusive der „Goodies“ installieren (grüner Haken).
  • Den Spieleditor FO3Edit herunterladen und die FO3Edit.exe starten, die ersten Meldungen quittieren. Nun in der „Module Selection“ den „Unofficial Fallout 3 Patch“ wählen und bestätigen.
  • Nach dem Laden in der linken Fensterseite einen Rechtsklick auf den Patch machen und „Apply Script…“ auswählen. Im neu aufgetauchten Fenster im Script-Dropdown-Menü „Apply Filter For Deleted Navmeshes“ auswählen und bestätigen, Programm durchlaufen lassen. FO3Edit schliessen, um die Änderungen zu speichern.

Falls ihr schon einen Spielstand habt: Nach der Installation des UOF3P müsst ihr ein neues Spiel beginnen!

Benutzeroberfläche

Die folgende Mod optimiert die Inventar-Darstellung des Pip-Boys für zeitgemäße Bildschirmgrößen und Auflösungen.

  • Vanilla UI Plus herunterladen, das Archiv über den Nexus Mod Manager hinzufügen und installieren.

Entfernte Darstellung (LOD)

Da wir nun über die Spieloptionen die Sichtweite im Spiel deutlich erhöht haben, verbessern wir nun noch die Qualität der weiter entfernten Objekte im Spiel („LOD“).

  • tes4ll Normalmaps standard version herunterladen, das Archiv über den Nexus Mod Manager hinzufügen und installieren.
  • FO3LODGen Resources (der zweite Eintrag) herunterladen, das Archiv über den Nexus Mod Manager hinzufügen und installieren. Sicherstellen, dass im NMM unter Plugins „FO3LODGen.esp“ aktiv ist.

Nun FO3LODGen 3.2.1 an einem beliebigen Ort außerhalb des Spielverzeichnisses speichern. Das Programm erstellt LOD entfernter Objekte und Gebäude, die dann im Spiel sichtbar werden und das Detailreichtum deutlich verbessern (vgl. Screenshots). Das Archiv entpacken und das Programm nicht direkt starten, sondern über die Eingabekonsole von Windows mit administrativen Rechten die FO3LODGen.exe wie folgt starten…

  • Im Startmenü „cmd“ tippen und „Als Administrator ausführen“ wählen.
  • Den Pfad der EXE aus der Adresszeile des Dateiexplorers kopieren und mit dem Befehl „cd“ dorthin wechseln
  • Die EXE mit dem Parameter -o:“xxx“ ausführen, wobei xxx für einen Ort steht, wo ihr die erstellten Dateien gespeichert werden sollen (z.B. „C:\output\“). das ist notwendig, damit die Spieldateien nicht direkt überschrieben und Änderungen ggf. wieder rückgängig gemacht werden können. Siehe Bilder!

Sobald das Programm geladen habt, wählt ihr in der Liste sämtliche „Gameworld“ Einträge aus, entfernt den Haken bei „Tree LOD“ und klickt auf „Generate“. Der Prozess kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Die erstellen Dateien komprimiert ihr dann mit einem Packprogramm (z.B. 7-Zip), das Archiv über den Nexus Mod Manager hinzufügen und installieren. Der Unterschied ist im Vergleich deutlich zu erkennen:

Abschluss

Das war’s dann soweit mit den Modifikationen. Wir haben nicht nur sichergestellt, dass das Spiel unter Windows 10 startet, möglichst stabil, fehlerfrei und schnell läuft, sondern auch gleich die Grundlage für die Installation weiterer Mods geschaffen (s. Links 2 und 3). Stellt vor dem Start des Spiel sicher, dass im NMM alle Plugins aktiv sind, die Plugin-Ladereihenfolge sollte wie folgt aussehen. Das Spiel immer über die fose_launcher.exe starten!

fallout3.esm
Anchorage.esm
ThePitt.esm
BrokenSteel.esm
PointLookout.esm
Zeta.esm
Unofficial Fallout 3 Patch.esm
Goodies.esp
FO3LODGen.esp

Das Modding von Fallout 3 ist, zugeben, sehr frickelig und dauert seine Zeit. Manche Dinge mögen vielleicht zu Beginn etwas verwirrend sein, wenn man sich aber erst einmal etwas reingefuchst hat, kommt man schnell dahinter, wie die verschiedenen Programme zu bedienen sind. Wer das Spiel so richtig genießen möchte, für den lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall. Das Ödland sieht auch nach 13 Jahren noch stimmig aus.

Wenn ihr Fragen zu dieser Anleitung, Verbesserungsvorschläge oder Probleme bei der Installation habt, könnt ihr mir gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag schreiben. Vielleicht hilft euch auch einen Blick auf die Nexusseite des jeweiligen Mod weiter. Dort finden sich oft noch mehr Informationen und Tipps zur Einrichtung.

PS: Einen ähnlichen Beitrag habe ich auch zu The Elder Scrolls III :Morrowind (2003) und The Elder Scrolls IV: Oblivion (2006) verfasst.

Task-Manager minimiert mit Windows starten

Der Task-Manager ist schon ein praktisches Werkzeug. Er gibt Auskunft über aktuell laufende Anwendungen, Prozesse sowie über die Ressourcen-Auslastung des Rechners. Wusstet ihr, dass dieser direkt mit dem Hotkey Strg+Shift+Esc aufgerufen werden kann? Der meist verwendete Umweg über den Froschgriff Strg+Alt+Entf ist also eigentlich gar nicht notwendig.

Mit Windows 10 wurde die Funktionalität des Task-Managers ausgebaut. Es können nun nicht nur detailliertere Informationen zur Nutzung der GPU und des Stromverbrauchs [1] angezeigt werden, auch das Verwalten der Autostart-Einträge ist möglich. Da spart man sich gleich zwei Programme.

Wie lässt sich nun also der Task-Manager beim Windows Start automatisch minimiert in der Taskleiste starten?

Eine entsprechende Funktion bietet das Programm selbst nicht. Wir können dies allerdings mit einem kleinen Umweg über die Aufgabenplanung realisieren. Zunächst startet ihr den Windows-Texteditor (notepad) und gebt folgende Zeile ein

start /min C:\Windows\System32\Taskmgr.exe

Anschließend speichert ihr den Inhalt irgendwo ab (speichern unter…). Wichtig dabei ist, dass ihr im Speichern-Dialog als Dateityp <Alle Dateien> wählt und dem Dateinamen die Endung *.cmd verpasst. Also z.B. taskmgronstartup.cmd.

Jetzt öffnet ihr die Windows Aufgabenplanung (das einfach im Startmenü tippen). Dort wählt ihr im Fenster rechts „Neue Aufgabe erstellen…“ und aktiviert folgende Dinge:

AllgemeinMit höchsten Privilegien ausführen
TriggerNeu: Aufgabe starten: Bei Anmeldung
AktionenNeu: Programm starten. Durchsuchen … (euer gerade erstelltes cmd-Skript)
BedingungenAufgabe nur im Netzbetrieb starten abhaken

Wenn ihr nun eure gerade erstellte Aufgabe in der „Aufgabenplanungsbibliothek“ (Jepp!) auswählt, könnt ihr die Aufgabe gleich testen. Soll der Task-Manager direkt minimiert in der Taskleiste starten, müsst ihr im Programm selber unter Optionen noch „Nach Programmstart minimiert“ sowie „Ausblenden, wenn minimiert anhaken (siehe Bild). Das war’s!

In der Vergangenheit habe ich eigentlich immer den Process Explorer benutzt, ein Ersatzprogramm, aus den Microsoft SysInternals [2]. Das Programm bietet noch einmal mehr Details und Funktionen als das Bordmittel von Windows, wie die automatische Überprüfung von Prozessen über virustotal.

Firefox – fehlende Moodle Einträge anzeigen

Vor einiger Zeit hatte ich mit meinem Lieblings-Browser Mozilla Firefox ein Problem mit der digitalen Lernplattform Moodle, welche in vielen Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen eingesetzt wird.

Neu hinzugefügte Einträge wurden in meinem Dashboard, auch nach erneuter Anmeldung oder Neustart des Browsers nicht aufgelistet, sondern tauchten erst nach einem manuellen Neuladen der Seite (STRG + R) auf. Ich habe es, zu meinem Ärger, erst recht spät bemerkt und deswegen beinahe einen Termin verpasst. Etwas Recherche hat ergeben, dass es ein Problem mit dem Cache-Management von Firefox (also dem Zwischenspeicher für Webseitendaten) und der eingesetzten Moodle-Version zu sein scheint (ich weiß nicht, ob es nur bei meiner Version so ist!). Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich meine, ich hatte so ein Problem früher schon einmal in Zusammenhang mit der Vorschau-Funktion des WordPress-Editors. Bei anderen Browsern tritt das Problem jedenfalls nicht auf, wechseln möchte ich aber auch nicht.

Es gibt einen einfachen, temporären Workaround, der das Problem behebt und den ich hier mit euch teilen möchte. Vielleicht erspare ich der einen oder anderen SchülerIn oder StudentIn ja etwas Ärger.

about:config

Dazu öffnet ihr die versteckten, erweiterten Einstellungen von Firefox über die Eingabe von „about:config“ oben in der Adressleiste. Ihr bestätigt die Information, sucht in der Maske nach dem Parameter

browser.cache.check_doc_frequency 

und setzt diesen auf 1. Dadurch zwingt ihr Firefox, bei jedem Besuch einer Webseite steht’s die neueste Version vom Server anzufordern (mehr dazu hier). Firefox neu starten, das war’s auch schon! Durch diese Einstellung kann sich euer Datenverkehr leicht erhöhen und theoretisch der Seitenaufbau etwas verlangsamen. Ich habe davon aber kaum etwas gemerkt.

USB-Stick plötzlich schreibgeschützt – reparieren / wiederherstellen

USB-Flashsspeicher sind treue Begleiter, oft über Jahre hinweg. Vor kurzem hatte ich allerdings den Fall, dass mir Microsoft Windows plötzlich sagte, der USB-Stick sei „schreibgeschützt“ – Kopieren von neuen Daten nicht mehr möglich. Ich habe die Datenträger-Einstellungen geprüft, einen physischen Schreibschutz-Schalter hat der Datenträger auch nicht (habe ich schon lange nicht mehr gesehen). Also, was ist los?

Um es vorweg zu nehmen: Der USB-Stick war defekt (bei genauerem hinschauen fiel mir dann auf, dass auch einige der vielen dort gespeicherten Daten beschädigt waren). Nach gut 10 Jahren hat er wohl einfach ausgelebt. Etwas überrascht hat es mich dann schon. Allerdings mehr Tatsache, dass die Zeit so schnell vergangen ist, als dass der Speicher versagen könnte. Dabei hätte ich eigentlich damit rechnen können, wenn man die Haltbarkeit von verschiedenen digitalen Speichermedien genauer betrachtet. [1] Auch die (un)unterbrochene Stromversorgung solcher Flash-Speicher (wie auch bei der SSD) ist ein wichtiger Faktor. [2] Mit 10 Jahren Lebensdauer war der (günstige) Stick also gut dabei!

„Beschädigt“ ist aber nicht gleich defekt und das oben beschriebene Szenario kann auch in anderen Fällen auftreten. Deshalb möchte ich euch hier vier Punkte vorstellen die ihr probieren könnt, wenn euer USB-Stick auf einmal schreibgeschützt ist und man nichts mehr kopieren kann.

Wenn ein Datenträger als „schreibgeschützt“ gilt, können Daten nur gelesen werden (read-only). Das Verändern (Verschieben, Löschen oder Umbenennen) der vorhandenen oder das Kopieren von neuen Daten ist nicht mehr möglich. [3]

1. Datenträger-Attribute prüfen

Ältere USB-Sticks haben manchmal noch einen Hardware-Schalter an der Seite versteckt, mit dem der Schreibschutz ein- und ausgeschaltet werden kann (auch bei SD-Karten!). Das Speichermedium kann auch jederzeit über das Betriebssystem (Software) als „schreibgeschützt“ markiert und somit Änderungen blockiert werden. Das könnt ihr prüfen, in dem ihr den USB-Stick in den PC steckt und mit einem Rechtsklick die Eigenschaften öffnet. Dort entfernt ihr den Haken bei „schreibgeschützt“ und klickt auf Übernehmen. Das war’s!

2. Schreibgeschützt-Attribut mit diskpart löschen

diskpart ist ein in Windows integriertes Programm zum Verwalten von Datenträgern und Partitionen. Mithilfe dieses Programms können wir das Schreibgeschützt-Attribut des USB-Sticks löschen (auch, wenn bei Schritt 1 das „Schreibgeschützt“ Kästchen in den Eigenschaften nicht da war!) Dazu nächst die Eingabekonsole von Windows als Administrator öffnen: Das Startmenü anklicken, cmd eingeben und „Als Administrator ausführen“ (im Feld rechts) bzw. zunächst rechtsklicken. In der Konsole gebt ihr der Reihe nach folgende Befehle ein …

diskpart
list disk
select disk (Nummer des USB-Sticks erkennbar u.A. an der Größe)
attributes disk clear readonly

Mit etwas Glück sollte es nun wieder funktionieren.

3. Datenpartition überprüfen und reparieren

Vielleicht ist das Dateisystem des USB-Speichers beschädigt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn der Datenträger wiederholt während dem Betrieb einfach vom PC getrennt wurde, nach einem Stromausfall oder nach einer unterbrochenen Bearbeitung des Dateisystems (Partitionierung, Formatierung).

Mit dem in Windows integrierten Programm checkdisk [4] können wir das Dateisystem des USB-Sticks auf Fehler überprüfen und ggf. auch reparieren.

Dazu wieder die Eingabekonsole als Administrator starten (siehe Punkt 2) und folgenden Befehl eingeben (D durch den Laufwerksbuchstaben eures USB-Sticks ersetzen (siehe unter „Dieser PC“):

chkdsk d: /f /r /x

Parameter f und r versuchen, Fehler zu finden und zu reparieren, x sperrt den Datenträger während des Vorgangs.

Die Überprüfung dauert je nach Geschwindigkeit und Größe des Datenträgers einige Sekunden bis mehrere Minuten. Sollte das Dateisystem unbeschädigt sein, erhaltet ihr recht schnell eine entsprechende Zusammenfassung (Bild 1). Ist das Dateisystem beschädigt, werden entsprechend Fehlermeldungen ausgegeben (Bild 2). Diese können unter Umständen auch repariert werden, allerdings nur, wenn davor das Problem mit dem Schreibschutz behoben wurde. Ist das nicht der Fall, probiert chksdk ohne Parameter „read only“ auszuführen, um zumindest herauszufinden, ob Fehler vorliegen. Das Reparieren war bei meinem physisch beschädigtem USB-Stick leider nicht mehr möglich.

4. Beschädigte Dateien retten

Ihr habt wichtige, persönliche Daten auf dem USB-Datenträger? Vielleicht lies sich ja das Problem mit dem Schreibschutz bei euch durch Punkt 1 oder 2 beheben. Bei mir war das leider nicht der Fall, da der USB-Stick defekt war. Mein nächster Schritt war also instinktiv zu „retten, was noch zu retten ist“. Ausgehend davon, das einige Sektoren (und damit in diesem Fall Bilder) defekt sind, andere aber vielleicht noch funktionieren. Jetzt hatte ich aber das Problem, dass der Windows Explorer mir beim Öffnen der darauf befindlichen Ordner entweder den Zugriff verweigert hat, oder sich der Kopiervorgang ins unendlich hinausgezögert hat. Kurz: Ich konnte die Dateien nicht runterkopieren.

Hier helfen Programme, die sich auf die Wiederherstellung gelöschter oder beschädigter Daten spezialisiert haben. Diese können solche Lesefehler einfach „ignorieren“ und so zumindest Teilfragmente wiederherstellen. Ich habe dafür die installationsfreie, portable Version von Recuva benutzt (das Programm ist vom Hersteller von CCleaner, es klappt aber sicher auch mit anderen Tools).

Beim ersten Start den „Wizard“ einfach schließen, im Hauptfenster dann zunächst oben rechts auf „Options…“ klicken. Hier könnt ihr zum einen die Sprache (Language) auf Deutsch stellen, zum anderen ist aber wichtig, dass ihr im Reiter „Actions“ die Einstellung „Scan for non-deleted files (for recovery from damaged or reformatted disks)“ anhakt. Wenn ihr nun die Suche für den betroffenen Datenträger startet, werden neben gelöschten Dateien auch noch die Vorhandenen angezeigt, diese können dann ausgewählt und an einen anderen Speicherort (hoffentlich) extrahiert werden.

Ein hellgrüner Kreis steht für nicht-gelöschte Dateien, normal-grün für gelöscht aber in gutem Zustand, gelb für beschädigt aber wiederherstellbar und rot für unwiederherstellbar.

5. Datenträger formatieren

Das ist die Holzhammer-Methode, die ihr nur durchführen solltet, wenn sich auf dem USB-Stick keine wichtigen Daten befinden oder ihr diese bereits gesichert habt. Beim Formatieren werden alle Daten vom Datenträger gelöscht und ein neues Dateisystem eingerichtet. Mit eingehängtem Datenträger unter „Dieser PC“ einen Rechtsklick auf das entsprechende „USB-Laufwerk“ machen und „Formatieren…“ auswählen. Wählt „Gerätestandards wiederherstellen“ und „Schnellformatierung“. Wenn der USB-Speicher nicht beschädigt ist, dauert dies nur wenige Sekunden und wird ebenfalls das Problem mit dem Schreibschutz beheben!

Ich hoffe, ich konnte euch damit weiterhelfen. Wenn ihr noch Fragen oder Vorschläge zu diesem Beitrag habt, hinterlasst mir doch einen Kommentar! Falls euer letzter USB-Stick Kauf schon mehrere Jahre zurück liegt, werdet ihr übrigens feststellen, dass diese inzwischen deutlich günstiger geworden sind. So kostet ein 64Gb USB 3.0 Stick aktuell knapp 10€ im Handel.

Windows 7 (oder 8, Vista, XP) in VirtualBox verschieben

Ihr habt einen alten Rechner mit Windows 8, 7, Vista oder XP von dem ihr euch nicht trennen könnt? Sei es, weil ihr auf ein altes Programm angewiesen seit, eine Backup-Möglichkeit sucht oder einfach der Erinnerung halber. Mit dieser Anleitung könnt ihr eure gesamte Windows-Installation einlesen, in eine virtuelle Festplatte konvertieren und auf einem anderen Rechner im VirtualBox-Fenster starten. Konserviert für die Ewigkeit! 🙂 Ich habe das Programm disk2vhd bereits 2015 einmal auf meinem Blog vorgestellt, es aber bisher nie ausprobiert. [1] Für diesen Beitrag habe ich mein altes Acer Aspire Notebook (ca. 2010) mit Windows 7 in eine knapp 33Gb große VHD-Datei umgewandelt.

Dazu benutzen wir das kostenlose Tool disk2vhd aus der Sysinterals-Sammlung von Microsoft [2]. Für das Ausführen später benötigt ihr das kostenlose Virtualisierungsprogramm VirtualBox. Empfehlenswert ist außerdem ein größerer externer Datenträger (z.B. eine Festplatte), auf dem ihr das Abbild speichern könnt.

etwas Vorbereitung

Damit das Einlesen („das Konservieren des Systems“) möglichst schnell geht und das Datenträger-Abbild so klein wie möglich wird, profitiert ihr davon, vor dem nächsten Schritt zunächst ungebrauchte Anwendungen und Dateien vom Rechner zu entfernen, eine Datenträgerbereinigung zu machen und das Laufwerk zu defragmentieren. Wie das geht, habe ich unter anderem in diesem Beitrag beschrieben!

disk2vhd konfigurieren

Nun starten wir das zuvor heruntergeladene Tool diskvhd. Dieses ist recht übersichtlich und es gibt nur wenig zu beachten:

  • Den Windows-Datenträger (C:) bzw. die System-Partition auswählen.
  • Der Zielort für das zu erstellende Abbild sollte nicht ebenfalls darauf liegen. Nehmt am besten ein anderes Laufwerk oder einen externen Datenträger. Stellt sicher, dass genügend Speicherplatz frei ist. Wichtig: Ein älterer USB-Stick mit FAT32 Formatierung kann maximal 4GB pro Datei speichern, bietet sich also nicht an.
  • Entfernt den Haken von „Use Vhdx“, damit das Abbild später von Oracle VirtualBox geöffnet werden kann. Eine spätere Konvertierung des Dateityps ist mühselig.
  • Der Prozess kann je nach Festplattenbelegung und Rechnerleistung einige Minuten bis Stunden in Anspruch nehmen!

VirtualBox Maschine einrichten

Wurde der Vorgang erfolgreich abgeschlossen, habt ihr nun ein mehrere Gigabyte großes VHD-Abbild eures Rechners. Im Host-System (wo der virtuelle Rechner dann ausgeführt wird) startet ihr nun das zuvor installierte VirtualBox und legt eine neue Maschine an (über den Button „Hinzufügen“). Wählt das passende Betriebssystem (und Architektur!) und bei der Festplatte unbedingt „Vorhandene Festplatte verwenden“ und dann das Abbild.

Bevor in nun den virtuellen PC zum ersten Mal startet, könnt ihr über das VirtualBox-Interface noch allgemeine Einstellungen vornehmen, wie die verwendete Menge an Arbeitsspeicher oder die Aktivierung der Unterstützung für z.B. USB 3.0 und 3D-Beschleunigung (welche die VirtualBox-Erweiterungen erfordern, können über die Webseite gesondert heruntergeladen werden). Welche der Einstellungen die richtigen für euch sind, hängt davon ab, wie viel Leistung euer Host-Rechner abgeben kann und wie viel das Gastsystem benötigt. Faustregel: Bei Windows 10 sollten mindestens 4Gb RAM für’s Hostsystem übrig bleiben. Bei mir lief der virtuelle PC mit 2 von 6 CPU Kernen und 2 von 16 Gb RAM bereits sehr flott (Gastsystem Windows 7). Das Gastsystem sollte für die Grundfunktionen mit 1Gb (Windows XP) oder 2Gb (Windows Vista oder neuer) Arbeitsspeicher klarkommen.

Erster Start & VirtualBox-Additions installieren

Ich konnte mit meinem konvertierten Betriebssystem direkt starten und mich anmelden. Windows sollte mit der „geänderten Hardware“ klarkommen und einfach die Standard-Gerätetreiber für die grundlegende Funktionalität laden (z.B. „Microsoft Basic Display Adapter„).

Bluescreen beim Start? Fehlercode notieren und in Google eingeben, vielleicht ist ein bestimmter Gerätetreiber schuld. Ich würde auf jeden Fall mal versuchen, wie unten beschrieben in den abgesicherten Modus von Windows zu gelangen, dort kann dieser über den Geräte-Manager dann ggf. deinstalliert und die VirtualBox-Treiber installiert oder Windows „repariert“ werden.

Nun können wir noch die Gasterweiterung (VirtualBox Guest Additions) installieren. Das ist ein Treiber für’s Gastsystem, welcher eine bessere Geschwindigkeit und die Nutzung aller VirtualBox-Funktionen (wie 3D-Beschleunigung) garantiert. Dieser lässt sich allerdings nur im abgesicherten Modus ohne geladene Systemtreiber installieren. Dazu öffnen wir im Gastsystem die Einstellungen-App, navigieren zu Update und Sicherheit / Wiederherstellung und wählen „Jetzt neu starten“.

Die einfache Variante für Windows XP, Vista, 7 oder 8: Windows neu starten, wiederholt die Taste (Shift +) F8 drücken, bis ihr zu einem Bildschirm mit „erweiterten Startoptionen“ gelangt. Dort dann den abgesicherten Modus (ohne weitere Eigenschaften) wählen.

Bei Windows 10 geht ihr so vor:

Optionen auswählen - Problembehandlung - Erweiterte Optionen - Starteinstellungen - Neustart

und wählen in den Startoptionen dann die Taste 4) Abgesicherten Modus aktivieren.

Hat Windows dann wieder gestartet, klicken wir im VirtualBox-Fenster oben auf das Menü „Geräte“ und „Gasterweiterung einlegen“. Im Gastsystem öffnen wir mit einem Doppelklick auf das CD-Laufwerk nun das Installationsprogramm. Alternativ kann das CD-Verzeichnis aufgerufen und die Setup.exe eigenständig gestartet werden. Wir klicken uns durch das Installationsprogramm und wählen Gerätetreiber installieren? Zulassen und Oracle vertrauen. Anschließend startet ihr Windows neu und

Beispiel aus meinem letzten Artikel zu VirtualBox

Die Einrichtung ist abgeschlossen! Wenn ihr fertig seid, empfehle ich euch, im offenen Fenster oben im Menü unter „Maschine“ einen Sicherungspunkt zu erstellen. So könnt ihr, egal was ihr gemacht habt, einfach und schnell zum Zeitpunkt nach der Installation bzw. einem vorherigen Punkt zurückkehren.

Noch ein Tipp zum Schluss: Wollt ihr die Windows-Lizenz der virtualisierten Windows-Installation (Gastsystem) auf einem richtigen Gerät weiter nutzen, kann es zu Problemen mit der Aktivierung bei Microsoft kommen. Da man mit VirtualBox auch Sicherungspunkte erstellen und diese jederzeit zurücksetzen kann, muss die virtuelle Installation nicht aktiviert werden.