Windows 10 in VirtualBox einrichten

Windows 10 lässt sich als virtuelle Maschine prima mit VirtualBox ausprobieren. Man kann damit gefahrlos das aktuelle Betriebssystem von Microsoft kennenlernen und es ist allemal einfacher, als sich Windows 10 parallel zu Windows 7 auf die Platte zu ziehen und den Bootloader entsprechend zu konfigurieren. Außerdem kann man so prüfen, ob alle essenziellen Anwendungen auch im neuen Windows laufen. So geht dann der Umstieg im kommenden Jahr viel flotter von der Hand. Oder natürlich, ihr nutzt ein ganz anderes Betriebssystem wie Linux und wollt auf Windows nicht ganz verzichten, dann ist dies sicher einer der möglichen Ansätze.

Wie das geht möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen.

Die Einrichtung ist unkompliziert und schnell erledigt, ihr solltet allerdings sicherstellen, dass euer Rechner genügend Leistung zur Verfügung stellen kann: Ihr benötigt einen aktuelleren Mehrkern-Prozessor mit Virtualisierungstechnik (Intel-VT, AMD-V), mindestens 4Gb Arbeitsspeicher sowie einige Gigabytes an freiem Speicherplatz auf der Festplatte.

Zunächst laden wir uns die aktuelle Version des Microsoft Upgrade Tools (Update 1809) herunter. Mit wenigen Klicks lädt uns dieses das gewünschte Windows 10 ISO-Datenträgerabbild herunter. Für VirtualBox reicht hier die x86 Bit Version. Welche Version hier wählt ist eigentlich egal, da ihr diese in der virtuellen Maschine nicht aktivieren werdet, so könnt ihr auch die Pro-Variante ausprobieren, wenn ihr sonst „Home“ nutzt. Alternativ kann das das Windows 10 Setup auch direkt z.B. bei CHIP bezogen werden.

Außerdem benötigt ihr die aktuelle Version von VirtualBox sowie das kostenlose Extension Pack (Download auf der selben Seite) um alle Funktionen nutzen zu können. Dieses müsst ihr zum Installieren mit VirtualBox öffnen oder unter Datei/Einstellungen/Zusatzpakete hinzufügen.

Wenn ihr alle Vorbereitungen getroffen habt, erstellt ihr zunächst eine neue virtuelle Maschine mit Windows 10 (32Bit), übernehmt die vorgeschlagenen Einstellungen mit einem Klick auf „weiter“. Anschließend wählt ihr das eben eingerichtete System aus und klickt auf das Zahnrad „Ändern“. Hier nehmen wir jetzt einige Einstellungen vor:

  • Allgemein: Aktivieren der bidirektionalen Zwischenablage sowie Drag’n’Drop für den späteren Komfort.
  • System: Windows 10 benötigt mindestens zwei Gigabyte freien Arbeitsspeicher (RAM). Solltet ihr über deutlich mehr Verfügen, könnt ihr der 32-Bit Variante auch bis zu 4GB zuteilen, es sollten aber für euer Hostsystem 2Gb übrig bleiben, da es sonst zu Geschwindigkeitseinbusen, Rucklern und Abstürzen kommen kann. Außerdem könnt ihr, wenn gewollt, dem Gastsystem einen zweiten Prozessorkern zuteilen, damit dieses schneller arbeitet. Prüft zum Schluss ob im Reiter „Beschleunigung“ auch die eurem System entsprechende Virtualisierungstechnik aktiviert ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müsst ihr diese wahrscheinlich erst im UEFI bzw. BIOS aktivieren. Die Erklärung hierfür würde den Beitragsrahmen sprechen, ist aber einfach bei Google zu finden. Es geht auch ohne, aber dann wird das Gastsystem sehr langsam sein.
  • Anzeige: Aktiviert die 2D- und 3D-Beschleunigung, damit die Benutzeroberfläche später flüssig reagiert und erhöht den Grafikspeicher auf das zumutbare Maximum (Das hängt von eurem VRAM ab, im Zweifelsfall belasst die vorgeschlagene Menge).
  • Massenspeicher: Ins emulierte SATA-CD-Laufwerk legen wir die heruntergeladene Windows 10 Setup ISO ein und entfernen den Haken bei „Live CD“.
  • USB: Unterstützung für USB 3.0 aktivieren für die beste Übertragungsrate.
  • Gemeinsamer Ordner: Wir legen zusätzlich einen Ordner im Hostsystem fest, auf den das Gastsystem später zugreifen kann und wählen „Automatisch einbinden“, damit es dann als Netzwerklaufwerk unter „Dieser PC“ erscheint. Das kann z.B. euer Download-Ordner sein und erleichtert den Zugriff auf gemeinsam genutzte Daten enorm.

Im Folgenden spreche ich vom Hostsystem (hier läuft VirtualBox) und dem Gastsystem, welches wir emulieren. Das Gastystem verbraucht nur so viel Festplattenkapazität wie es tatsächlich benötigt, aber VirtualBox wird diesem dennoch eine feste Größe vorgaukeln. Weist ihr dem Gastsystem zu viel Arbeitsspeicher (RAM) zu, kann sich euer PC aufhängen. Wenn ihr die Maschine startet und eine Eingabe macht, wird die Maus und Tastatur im Fenster „eingefangen“, ihr könnt diese mit der STRG-Taste wieder „befreien“.

Ist das geschehen, startet ihr die virtuelle Maschine. Das Setup von Windows 10 wird geladen und die Installation beginnt. Ihr folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm, überspringt die Eingabe des Product Keys und wählt bei der Installationsoptionen nicht „Upgrade“, sondern „Angepasst“. Ihr landet im Partitionsmanager, wo ihr mit Klick auf „Neu“, „Übernehmen“ und „Formatieren“ die Systempartitionen erstellt. Nach dem Kopieren der Daten und einem Neustart geht es weiter mit der Einrichtung und Anpassung. Was ihr dabei wählt, ist euch überlassen. Bei der Benutzereinrichtung wählt ihr „Offlinekonto“. Nach nicht einmal 20 Minuten landen wir so auf dem Desktop. Mehr Details seht ihr in der Bilderstrecke…

Nun müssen wir noch die Gasterweiterung (VirtualBox Guest Additions) installieren. Das ist ein Treiber für’s Gastsystem, welcher eine bessere Geschwindigkeit und die Nutzung aller VirtualBox-Funktionen (wie 3D-Beschleunigung) garantiert. Dieser lässt sich allerdings nur im abgesicherten Modus ohne geladene Systemtreiber installieren. Dazu öffnen wir im Gastsystem die Einstellungen-App, navigieren zu Update und Sicherheit / Wiederherstellung und wählen „Jetzt neu starten“.

Im darauf folgenden Fenster hakeln wir uns nun etwas umständlich durch zu:

Optionen auswählen - Problembehandlung - Erweiterte Optionen - Starteinstellungen - Neustart 

und wählen in den Startoptionen dann die Taste 4) Abgesicherten Modus aktivieren.

Hat Windows dann wieder gestartet, klicken wir im VirtualBox-Fenster oben auf das Menü „Geräte“ und „Gasterweiterung einlegen“. Im Gastsystem öffnen wir mit einem Doppelklick auf das CD-Laufwerk nun das Installationsprogramm. Alternativ kann das CD-Verzeichnis aufgerufen und die Setup.exe eigenständig gestartet werden. Wir klicken uns durch das Installationsprogramm und wählen Gerätetreiber installieren? Zulassen und Oracle vertrauen. Anschließend startet ihr Windows neu und

et voilá, die Einrichtung ist abgeschlossen! Wenn ihr fertig seid, empfehle ich euch, im offenen Fenster oben im Menü unter „Maschine“ einen Sicherungspunkt zu erstellen. So könnt ihr, egal was ihr gemacht habt, einfach und schnell zum Zeitpunkt nach der Installation bzw. einem vorherigen Punkt zurückkehren.



Windows 95 in VirtualBox einrichten

„Ich setze mich an meinen Schreibtisch, es sind Schulferien. Der Tag ist verregnet, es fällt nur ein trübes Licht durch das Fenster. Auf dem Schreibtisch stapeln sich verschiedene Disketten und auf dem schon leicht angegilbten Gehäuse meines Computers liegt noch die Verpackung der Creative SoundBlaster Audiokarte, die ich vor kurzem installiert habe. Meine Hand reicht hinab zum PC, wo ich den grünen, rundlichen und leicht nach außen gewölbten Power-Schalter meines Computers drücke, bis er hörbar einrastet. Die LED leuchtet auf, der BIOS-Lautsprecher gibt ein lautes „PIEP!“ von sich und man hört den CPU-Lüfter gemächlich anlaufen. Gleichzeitig lege ich den Kippschalter an der Seite des Röhren-Monitors um. Es macht hörbar „Bong“, als der Monitor die Spannung aufbaut und langsam, leicht flimmernd, das Bild vor mir  sichtbar wird. Windows 95 bootet und lädt die Dateien in die unglaublichen 32 Megabyte RAM. Zu wenig für groß angelegte Szenarien in Age of Empires I. Es gab viele tolle PC-Spiele, die ich damals unter Windows 95 gespielt habe. Ich denke da an Maxis SimCopter, Ceasar II, Abuse, Treasures of Montezuma, M.A.X. und die ganzen anderen Shareware-Demos…“

w95piano

In diesem Beitrag soll es also darum gehen, wie man Windows 95 in VirtualBox installiert und so einrichtet, dass es produktiv genutzt werden kann. Dabei gibt es verschiedene Hürden zu überwinden, da bei der Einrichtung der Hardware einiges beachtet werden sollte und unter anderem die Gast-Erweiterung von VirtualBox nicht unter Windows 95 läuft.

Ihr benötigt zur Einrichtung eine Windows 95 Setup-CD, eine Startdiskette sowie eine gültigen Lizenzschlüssel. Ersteres gibt es praktischerweise auch als Image im Internet (Google!), so dass diese lediglich in die virtuelle Maschine eingehängt werden müssen. Außerdem natürlich die aktuelle Version von VirtualBox. Euer Gastsystem braucht keine besonderen Anforderungen zu erfüllen (ein Mehrkernprozessor mit Unterstützung für Virtualisierungstechnik ist aber schon von Vorteil).

Windows 95 A, B oder C?

Zu Windows 95 gab es mehrere überarbeitete oder angepasste Versionen. A ist die erste Ausgabe, USB-Support gibt es erst seit B. Mehr Infos hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Windows_95

Ich habe es im Test mit Ausgabe A gemacht. Am einfachsten ist es, zum Einschleusen von Dateien mit einem Tool (wie CDBurnerXP) ein CD-Abbild von diesen zu erstellen und dieses dann einzubinden.

Virtuelle Maschine konfigurieren

win95_01Also, los gehts. Neue Maschine erstellen, erstmal die Standardempfehlungen übernehmen. Damit Windows 95 später reibungslos arbeitet, müssen aber an der Konfiguration noch einige Details geändert werden. Dazu oben auf „Ändern“ klicken. Jetzt unter Diskette die Windows 95 Bootdiskette einbinden, als CD die Setup-CD und folgende Konfiguration aus der Textdatei meines FTP-Servers übernehmen (Es direkt im Beitrag zu schreiben würde den Rahmen sprengen): http://alcatr4z.bplaced.net/keepmydesktop/w98vm/vbox_win95_konfiguration.txt

Warum eigentlich eine extra Bootdiskette?

Die Setup CD-ROM von Windows 95 ist nicht direkt bootfähig. Die Diskette wird also zum Starten des Setups benötigt. Außerdem sind auf der Diskette die Formatierungstools gespeichert. Die Diskette ermöglicht es auch, mittels der Kommandozeile zu operieren und den MBR zu sichern (Startwiederherstellung), damals auch liebevoll „Notfalldiskette“ genannt.

Festplatte formatieren und Installation starten

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Wenn ihr die VM nun startet, solltet ihr den „Willkommensbildschirm“ der Bootdiskette sehen. Jetzt erstellen wir die System-Partition. Dazu benutzt ihr den Befehl fdisk und folgt den Anweisungen. Die Option 1 führt euch durch die Einrichtung, einfach den Anweisungen folgen und jeweils mit Enter bestätigen (wenn ihr alles einfach bestätigt, wird eine einzige große Partition erstellt).

Nun muss die neue Partition noch formatiert werden (FAT). Dazu gebt ihr format c: /S (wenn ihr den Parameter /S weglasst, bootet Windows später nicht automatisch von dem Primary IDE, sondern ihr müsst das Boot Device bei jedem Start manuell (F12) wählen!) ein. Wie ihr nun sicher merkt, ist das amerikanische Tastaturlayout noch eingestellt, den Doppelpunkt findet ihr unter Ö.

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Zum Starten der Installation müssen wir nun mit dem Befehl „r:“ auf das Verzeichnis der Setup-CD wechseln, anschließend startet setup die Installation. Nun müsst ihr nur noch den Anweisungen des Setups folgen, bis die Installation abgeschlossen ist. Beim Installationstyp „Custom“ können zusätzliche Anpassungen vorgenommen werden, ich wähle der Einfachheit halber „Typisch“. Es folgt ein Dialog zur Hardwareerkennung, da einfach alle aufgeführten Geräte anhaken und nach Treibern suchen lassen. Hinweis: Stürzt die virtuelle Maschine ab, kontrolliert, ob ihr VT-X/AMD-V deaktiviert habt. Wenn ihr zum Neustart aufgefordert werdet, entfernt ihr zunächst die Diskette, damit Windows bootet. Anschließend wird die Installation abgeschlossen und ihr landet auf dem Desktop. Hinweis: Bei zukünftigen Neustarts bitte nicht die Option „Windows neu starten“ wählen, das führt oft zu Fehlermeldungen. Also lieber herunterfahren und VM neu starten. Kommen wir nun zur Einrichtung der Hardware…

Fehlermeldung „the file netapi.dll on windows 95 cd-rom could not be found“

win95_04Möglicherweise gibt es im letzten Installationsschritt eine Fehlermeldung, worauf die Win95 CD eingelegt werden soll, obwohl sie schon eingelegt ist. Das hängt damit zusammen, dass sich der Laufwerksbuchstabe von R: auf D: geändert hat, das Setup registriert das aber nicht. Es bleibt nur, einige Male auf Skip (Überspringen) zu klicken und die Fehlermeldungen beim Neustart ebenfalls sämtlich zu quittieren. Auf dem Desktop angekommen dann über Start – Einstellungen – Systemsteuerung (Ja, die gabs vor 22 Jahren auch schon) – Netzwerk den PCNET Ethernet Adapater deinstallieren. Beim nächsten Neustart wird die Hardware erneut erkannt. Diesmal können die Daten von der (D:!) Windows CD kopiert werden. Anschließend unter „Add…“ – Protokoll – Microsoft – TCP/IP hinzufügen.

Der richtige Display Adapter: Die Auflösung ändern

Die Standard-Auflösung von 640*480 Pixel kann erstmal nicht verändert werden. Dazu müssen wir einen zusätzlichen Treiber nachinstallieren. Um die Dateien in die virtuelle Maschine zu bringen, bietet sich am einfachsten die oben erwähnte *.iso Methode an.

Variante 1: Nucleus Treiber mit dem SciTec Display Doctor

Mit diesem Programm lässt sich eine akzeptable Auflösung und Geschwindigkeit in Windows 95/98 Hostsystemen erreichen. Benötigt wird die oben verlinkte Version 7.*. Am einfachsten ist es, eine .iso Datei mit dem Setup selber zu erstellen und einzubinden.

Ihr installiert das Programm und startet Windows neu, dann gebt ihr den Aktivierungscode ein und startet noch einmal neu. Nun wählt ihr im Manager unter Monitor „Super VGA 1600*1200“ und anschließend beim verwendeten Treiber den „SciTech Nucleus Driver“ (Muss aktiviert sein). Übernehmt die Einstellungen und startet neu. Nun könnt ihr in den Anzeigeeinstellungen die Auflösung und Farbtiefe verändern. Et voila!

Variante 2: Bearwindows-Treiberdateien manuell installieren

Hier spart man sich die Installation eines Programms. Soll aber wohl häufiger Fehler verursachen. Von der Projektseite die aktuellen Dateien für Windws 9x herunterladen und ins Gastsystem einschleusen. Hinweis: Der Windows 95 Datei-Explorer blendet manche Systemdateien wie *.dll automatisch aus. Über die Ordneroptionen kann die Funktion deaktiviert werden. Jetzt Rechtsklick auf dem Desktop – Eigenschaften – Einstellungen – erweiterte Einstellungen – Display Adapter „ändern“, dann im neuen Fenster „Diskette…“ wählen. In der Suchmaske den Ordner mit den Treiberdateien aus „…/128MB“ wählen. Jetzt sollte als Ergebnis auch „128MB“ angezeigt und installiert werden können. Nach einem Neustart stehen andere Auflösungen zur Verfügung.

Also fassen wir noch einmal zusammen. Die Soundausgabe sollte mit der VM Einstellung „out of the box“ funktionieren, keine weiteren Einstellungen erforderlich. Das „Internet“ sollte, bei der VM Einstellung „NAT“ und dem oben erklärten Workaround auch funktionieren. Und so sieht das ganze dann in etwa aus:

win95_05

Ihr solltet noch beachten, dass manche älteren Spiele den 256-Farben Modus voraussetzen, der aber hier nicht mit höheren Auflösungen kompatibel ist. Je nach Windows-Version müssen dann noch Komponenten wie DirectX 3.0 nachinstalliert werden, die sind aber meistens auf den Spiele-CDs enthalten. Das wars!

Schaut euch doch mal bei Bedarf meine Anleitung zur Installation von Windows 98 in VirtualBox an, das läuft ähnlich ab. Ich zocke jetzt erst einmal eine Runde Abuse!

abuse_win95_preview

Windows 98 in VirtualBox einrichten

21.03.18 – Ich habe den Beitrag überarbeitet und um einige Zeilen ergänzt. Die Anleitung funktioniert nach wie vor.

windows_98_bootscreen

„In letzter Zeit habe ich mich damit beschäftigt, wie man Windows 98 in VirtualBox richtig installiert und ausführt. In meinem Fall, um ein paar alte Spiele wieder anzuspielen (SimCopter) 🙂 Im Folgenden möchte ich euch eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung präsentieren, da es doch nicht so einfach war, wie gedacht. Mein How-To basiert auf der sehr ausführlichen Anleitung des Nutzers Kurt_Aust aus dem virtualbox.org-Forum von Januar 2014.“

Zur Installation benötigt ihr…

  • die aktuelle Version von VirtualBox, am besten mit der Gasterweiterung (Oracle VM VirtualBox Extension Pack) für USB 2.0 Support (gibt’s auf der selben Webseite)
  • Eine Windows 98 Setup CD (am besten als ISO- oder-IMG Abbild, macht alles einfacher). Google!
  • Ein Abbild (Image) der Windows 98 Startdiskette, gibt’s auf allbootdisks.com (unter Diskette Images – normal/Second Edition) oder von meinem FTP-Server (Mirror).

Virtuelle Maschine einrichten

Zuerst richtet ihr euch eine neue virtuelle Maschine mit dem Windows 98 Profil und den empfohlenen Einstellungen ein. Beim Erstellen des virtuellen Datenträgers wählt eine fixe Größe, 8GB reichen. Anschließend übernehmt ihr folgende Änderungen in der VM-Konfiguration (Zahnradsymbol). Das Ganze ist etwas mühselig, aber notwendig, damit Windows richtig funktioniert:

Allgemein
Basic Name: Win 98se
Type: Microsoft Windows
Version: Windows 98

Geteilte Ablage: Deaktiviert
Drag'n'Drop: Deaktiviert


System
Hauptspeicher: 512MB
Boot-Reihenfolge: Zuerst CD/DVD, danach Festplatte
Chipsatz: PIIX3
Zeigergerät: USB-Tablet
Erweitert: nur I/O APIC aktivieren

Prozessoren: 1 CPU
CPU-Begrenzung: 100%
Erweitert: PAE/NX aktivieren

Beschleunigung: Paravirtualisierung: Legacy
Hardware-Virtualisierung: VT-x/AMD-V und Nested Paging aktiviert


Anzeige
Grafikspeicher: 64MB
Anzahl Bildschirme: 1
Beschleunigung: 2D & 3D Beschleunigung aktiviert
Fernsteuerung und Videoaufzeichnung deaktiviert


Massenspeicher
Controller: Floppy (Diskette): I82078 - Host I/O-Cache verwenden
Attribute: Diskettenlaufwerk 0 (hier wird dann die Bootdiskette eingebunden!)

Controller: IDE: PIIX4 - Host I/O-Cache verwenden
NameDerVirtuellenFestplatte.vmdk - Primärer Master (mindestens 8GB feste Größe)
CD/DVD Laufwerk: IDE Sekundärer Master (hier wird dann die Setup-CD eingebunden!)
2. CD/DVD Laufwerk: Sekundäre Slave (nur falls ihr ein zweites CD-Laufwerk simulieren wollt)


Audio
Audio aktivieren 
Audo-Treiber des Hosts: Windows DirectSound (oder Linux-Äquivalent)
Audio-Controller: SoundBlaster 16


Netzwerk
Adapter 1: Aktiviert
Angeschlossen an: Netzwerkbrücke
Name: {eure Netzwerkkarte}

> Erweitert
Adaptertyp: PCnet-PCI II (Am79C970A)
Promiscuous-Modus: verweigern (deny)
MAC Addresse: {zufällig}
Kabel verbunden

Adapter 2-4 deaktiviert

Serielle Schnittstellen
deaktiviert

USB
USB Controller: USB-2.0 (EHCI) aktiviert

Gemeinsamer Ordner
deaktiviert (würde VM Guest Additions benötigen)

####

Außerdem bindet ihr im Massenspeicher-Menü das Abbild der Windows 98 Setup-CD und der Startdiskette ein. Wichtig ist, dass das System erst von der Startdiskette bootet (Primary), und danach von der CD (Secondary), da wir von dort das Setup starten müssen.

Der Installationsvorgang

wichtigachtung In den alten Windows-Versionen wird keine Tastatur- und Mauszeigerintegration unterstützt. Um die Maus/Tastatur einzufangen, klickt in das VM-Fenster. Um sie wieder freizugeben, drückt die STRG-Taste.

Startet ihr nun die die virtuelle Maschine, bootet diese von der Diskette und ihr landet in folgendem Fenster:

vbox_win98_01

Die ersten Schritte müssen noch getippt werden. Als nächstes gilt es, die noch unbenutzte virtuelle Festplatte zu partitionieren und zu formatieren, damit die Installation gestartet werden kann. Dazu benutzt ihr den Befehl

fdisk

und folgt den Anweisungen (wenn ihr alles einfach bestätigt, wird eine einzige große Partition erstellt). Nun muss die neue Partition noch formatiert werden. Dazu gebt ihr

format c:

ein. Wie ihr nun sicher merkt, ist das amerikanische Tastaturlayout noch eingestellt, den Doppelpunkt findet ihr unter Ö. Ist der Prozess abgeschlossen, könnt ihr nun die Installation per Befehl

setup

starten und die grafische Installation beginnt:

vbox_win98_02

Nun müsst ihr nur noch den Anweisungen des Setups folgen, bis die Installation abgeschlossen ist. Etwaige Fehlermeldungen einfach „ignorieren“. Wenn ihr zum Neustart aufgefordert werdet, entfernt zunächst die Diskette (oben im Drop-Downmenü Geräte/Diskette/Auswerfen), damit Windows auch von der Festplatte bootet. Anschließend wird die Installation abgeschlossen und ihr landet auf dem Desktop.

wichtigachtung Solltet ihr Probleme mit der Maus haben, ändert in der Konfiguration die Maus auf „PS/2-Maus“. Hilft das auch nicht, führt den Befehl im Originalpost aus (Punkt 5).

wichtigachtung windows protection error. you need to restart your computer – Bekommt ihr immer wieder diese Fehlermeldung beim Startvorgang von Windows 98, müsst ihr zunächst in dem VM Einstellungen unter System/Beschleunigung VT-x/AMD-V (und Nested Paging) deaktivieren.

Windows 98 einrichten

Zum Zugriff auf das Internet wählt ihr den Einrichtungsassistent unter Start – Zubehör – Internet-Programme – Assistent für den Internetzugang. Dort wählt ihr dann „Zugang über LAN“. Nun sollte das Internet funktionieren. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich jedoch, das erst gar nicht zu machen oder zumindest die Sicherheitsstufen im Internet Explorer (unter Einstellungen) auf maximal zu stellen.

vbox_win98_04

Leider funktionieren die Guest Additions von VirtualBox nicht unter Windows 98, weshalb die Geschwindigkeit und Auflösung der Grafikanzeige zunächst schlecht ist: Es stehen lediglich 640×480 Pixel mit 256 Farben zur Verfügung, weshalb viele Anwendungen und Spiele nicht starten wollen. Abhilfe schafft ein Drittanbieter-Treiber: Der SciTech Display Doctor 7.

Diesen könnt ihr kostenlos von pctipp.ch oder meinem FTP-Server laden (Mirror).

Das ist eine alte Shareware (Demo). Mit diesen Zugangsdaten könnt ihr den Treiber uneingeschränkt nutzen (Quelle):

Name: CSCKnight
Serial: 0B5E-12B4-A8A4-0B

Mit diesem Programm lässt sich eine akzeptable Auflösung und Geschwindigkeit in Windows 95/98 Hostsystemen erreichen. Dazu muss der Treiber innerhalb des Gast-Betriebssystems (also Windows 98) installiert werden. Am einfachsten ist es, mit einem kostenlosen Brenn- oder Zip-Programm wie CDBurnerXP oder IMGBurn ein virtuelles ISO-Datenträgerabbild mit dem Setup zu erstellen und dieses direkt in die VM einzubinden (ins CD-Laufwerk über die Einstellungen).

win98_scitechIhr installiert den Treiber und startet Windows 98 neu, dann gebt ihr den Aktivierungscode ein und startet noch einmal neu. Nun wählt ihr im SciTech-Manager unter Monitor „Super VGA 1600*1200“ und anschließend beim verwendeten Treiber den „SciTech Nucleus Driver“. Übernehmt die Einstellungen (apply) und startet noch einmal neu. Nun könnt ihr in den Windows-Eigenschaften (Rechtsklick) die Auflösung und Farbtiefe wie gewohnt verändern. Et voila!

wichtigachtung Als Alternative gibt es noch das VBEMP 9x Project, diesen Treiber habe ich aber nicht getestet, die Installation scheint um einiges komplizierter zu sein und ist nur auf Englisch beschrieben.

Die Grundinstallation von Windows 98 ist nun abgeschlossen, die wichtigsten Dinge, Grafik, Ton und Internet funktionieren. Je nach eurem Bedarf müssen vielleicht noch Komponente aktualisiert werden, z.B. das .NET Framework oder DirectX bei manchen Spielen. Im Originalpost (siehe Beginn). sind ja einige Updates verlinkt. Bis bei mir alles funktioniert hat, habe ich ein paar Stunden gebraucht. Wenn ihr zufrieden seit, solltet ihr am besten einen Sicherungspunkt in der virtuellen Maschine erstellen. Ich habe mit der Zeit festgestellt, dass ein Exportieren der VM (und späteres Importieren auf einem anderen System) zu Problemen zu führen scheint.

Schaut euch doch mal bei Bedarf meine Anleitung zur Installation von Windows 95 in VirtualBox an, das läuft ähnlich ab. Ich zocke jetzt erst einmal eine Runde SimCopter!

win95_06