Windows 10: Neuen Edge-Browser ausprobieren

Ein kurzer Einblick in Microsoft’s neuen Edge Browser.

So wirklich „neu“ im Browsermarkt ist Microsoft Edge ja nicht mehr. Allerdings hat Microsoft vor geraumer Zeit entschieden, den Browser auf Basis der Chromium-Engine neu zu entwickeln [1]. Anwender profitieren dadurch vor allem von einer besseren Webseiten-Kompatibilität, der guten Chromium-Geschwindigkeit und vor allem potentieller Unterstützung von Chromium-Addons. Seit kurzem gibt es eine neue Testversion auszuprobieren, die ich gerne vorstellen möchte.

Quelle: microsoftedgeinsider.com

Während ich in den letzten Monaten den Eindruck gewonnen habe, dass es eher etwas ruhig im Wettkampf des Browserangebotes geworden ist (Chrome mit weitem Vorsprung), stehen nun doch einige Ereignisse an, die berücksichtigt werden sollten. So möchte Google angeblich in Chrome demnächst die Funktionalität von Werbeblocker-Addons auf technischer Ebene deutlich einschränken. [2] Außerdem möchte Mozilla unabhängiger von Werbepartner werden und wird deswegen wahrscheinlich noch dieses Jahr eine kostenpflichtige Abo-Version von Firefox mit Premiumangeboten wie VPN einführen. Bisher angebotene Funktionen sollen aber nicht darunter fallen. [3] Und auch der Opera-Abkömmling Vivaldi hat sich meiner Meinung nach inzwischen von einem Nischenprodukt zu einem echten Geheimtipp entwickelt. [4]

Bisher gab es nur inoffizielle Previews von „Edge 2.0“ zu sehen, seit kurzem bietet Microsoft aber einen offiziellen Download der Testversion an. Zu haben ist der Browser entweder über einen „Beta“ (bald), „Dev“ oder „Canary“ Build-Kanal, welche – ähnlich des Windows Insider Programms – unterschiedlich häufig aktualisiert werden. Die experimentelle Version ist laut Microsoft nur für Windows 10 verfügbar und lässt sich über den Microsoft Edge Insider Channel herunterladen (Englisch).

Die Installation bietet nicht viele Optionen und geht flott von der Hand, der erste Start fühlt sich schon halb vertraut an, da die Grundstruktur des Layouts noch den Chromium-Unterbau erkennen lässt.

Außerdem lässt Microsoft Edge einem bereits die Wahl, ob man Daten aus dem „alten“ Edge übernehmen oder doch lieber von vorne Anfangen möchte. Auch gibt es direkt einen Dialog zur Anpassung der Startseite. Wählt man den personalisierten, „informativen“ News Feed, wird MSN News (USA) geladen. Der generelle Seitenaufbau geschieht bei mir sehr flott – wie man es eben von Chrome kennt – und es kam bei mir im Testzeitraum zu keinen Darstellungsproblemen oder Abstürzen.

Startet man den Browser auf Windows 10 mit einem aktivem Microsoft-Konto, wird man automatisch mit diesem angemeldet. Die Verknüpfung kann auch direkt in der Navigationsleiste mit dem Profilbutton eingesehen und verwaltet werden. Weiterhin kann man individuell angepasst Offline- oder Gastprofile erstellen. Die Einstellungsreiter wirken aufgeräumt und scheinen optisch an die Einstellungen-App von Windows 10 angepasst worden zu sein. Insgesamt macht der Browser schon einen sehr guten Eindruck auf mich, da freut man sich auf mehr! Besonders gefällt die Kombination aus Microsoft Branding sowie Integration ins Betriebssystem und die Vorteile der Chromium Engine. Als langjährigen Firefox-Nutzer gab es für mich bisher schlicht keinen Grund, Microsoft Edge zu nutzen, aber mit der Fertigstellung der neuen Version werde ich mir den Browser wohl noch einmal anschauen.

Auf bleepingcomputer.com ist übrigens nachzulesen, dass Edge als erster Browser mit Chromium-Unterbau von Hause aus DRM geschützte Medien (WideVine und PlayReady) wiedergeben und somit z.B. Netflix in 2K oder sogar 4K Auflösung streamen kann. Das macht den Browser sicher für viele Nutzer um einiges interessanter.

Microsoft Edge mit drei offenen Tabs (Newsfeed, Outlook und Tagesschau) belegt bei mir im Arbeitsspeicher 136 Mb (Firefox 330 Mb), die finale Installationsgröße 544 Mb auf der Festplatte.

Weitere Interessante Informationen: Microsoft Edge & Chromium: Hintergründe zur Open-Source-Integration

Internet-Radio bequem mitschneiden mit streamWriter

In Zeiten von gefühlt unbegrenzter Internetbandbreite und Multimediastreaming wie Spotify und iTunes sind Internet-Radios sicher ein Stück in den Hintergrund gerückt, trotzdem gibt es bestimmt den Einen oder Anderen, der ein tolles Radio kennt und darauf nicht verzichten mag. Insofern man nicht auf „lossless“ CD-Audioqualität besteht (darüber habe ich auch mal geschrieben), sind Radiostreams auch ein praktischer Weg um die eigene Musiksammlung zu vergrößern.

Programme, die Internet-Radios oder Streams für die private Sammlung aufzeichnen können, gibt es wie Sand am Meer. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass diese oft mit Funktionen überladen sind, Werbung einblenden oder elementare Eigenschaften nur in einer kostenpflichtigen Premium-Version bieten. Früher habe ich gerne Screamer benutzt, dieses Tool bietet allerdings in der aktuellen Version keine Aufnahme-Funktion mehr und die alte Version 0.4.4 schneidet die Werbung nur noch unzuverlässig heraus. Vor kurzem habe ich folgendes Programm entdeckt und kann es nur weiterempfehlen:

streamWriter (Download-Link, ca 10 Mb) ist ein kostenloses Programm aus deutscher Entwicklung, welches Internet-Radiostreams aufzeichnet. Das Tolle an diesem Programm ist, dass es sehr schlank gehalten und doch reich an Funktionen ist. Man kann mehrere Streams gleichzeitig aufzeichnen, Werbung wird dabei automatisch übersprungen und die Tracks einzeln gespeichert. Besonders hervorzuheben ist dabei auch die Möglichkeit, gezielt in der Streambibliothek nach Songs zu suchen, die gerade / in Zukunft gestreamt werden und diese aufnehmen. Es gibt auch eine portable Version, die nicht installiert werden muss.

Zur Bilderstrecke: Die Installation und Einrichtung ist einfach und schnell erledigt. Im Stream-Browser (1) hat man aktuell eine Auswahl an 227 verschiedenen Kanälen. Wiedergegebene Streams werden in der Liste (2) angezeigt, können auch parallel laufen und nach eigenen Kategorien sortiert werden. In den Programm-Reitern kann man außerdem direkt nach Titeln suchen, diese auf die Wunschliste setzen (wenn abgespielt, werden sie automatisch mitgeschnitten) und sich bereits aufgenommene Titel anzeigen lassen.

VLC Media Player richtig nutzen

++ Mediathek ++ Internetstreams ++ Skins ++ Fernsteuerung ++

Der VLC Media Player ist ein bekanntes Open Source-Programm zum Abspielen von so „ziemlich allen Medien“ (siehe hier). Der große Vorteil besteht darin, dass man alle Codecs „unter einem Dach“ hat und nicht wie bei diversen Codec-Packs sich viele teilweise veraltete Codecs ins System installiert. Hinzu kommt, dass der VLC leicht zu bedienen und quelloffen ist. Im folgenden Artikel möchte ich euch kurz einige der vielen Funktionen vorstellen, die vielleicht nicht jedem von euch bekannt sein mögen und über das bloße Abspielen hinausgehen.

Mediathek und Equalizer

Öffnet man den VLC in seiner Grundkonfiguration, wird die vorhandene Musik erst einmal nicht angezeigt. Unter Anzeige – Wiedergabeliste kann man sich jedoch das Menü einblenden, wie man es etwa vom WMP gewöhnt ist. Dort finden sich die Musikbibliothek (automatisch aktualisiert), sowie eingelegte CDs, Netzwerkquellen und Wiedergabelisten.

vlc1

Unter Werkzeuge – Effekte und Filter findet sich zudem ein vollwertiger Equalizer, bei dem man Höhen und Tiefen wie gewohnt verstellen kann.

Streams anschauen & downloaden

vlc2Schon gewusst? Mit dem VLC kann man auch Videostreams z.B. von YouTube anschauen. Dazu navigiert man zu Medien – Netzwerkstream öffnen… und öffnet den Link zum Video. Die Wiedergabe beginnt. Unter Werkzeuge – Codecinformationen findet ihr nun den exakten „Ort“ des Videos im Internet und können den Link zum Download nutzen. Alternativ benutzt ihr den unter Ansicht- Erweiterte Steuerung versteckten Aufnahme-Button und nehmt so das abgespielte Medium noch einmal auf.

Aussehen ändern

Unter Werkzeuge – Plugins und Erweiterungen könnt ihr im Reiter „Skins“ neue Interface-Themen herunterladen und bequem installieren. Alternativ findet ihr im Internet (z.b. hier) eine große Auswahl von Skins. Die heruntergeladene Skindatei kopiert ihr in eurem Programme-Ordner unter VideoLAN/VLC/skins. Anschließend kann diese in den Einstellungen unter Interface – Benutzerdefinierter Skin aktiviert werden.

Remote Control

Zuletzt noch eine praktische Funktion: den VLC über das Internet fernsteuern (Browser oder Smartphone als Fernbedienung). Die Einstellung dazu findet ihr unter Werkzeuge – Einstellungen – Erweitert (Alles) – Interfaces – LUA. Unter LUA-HTTP fügt ihr nun ein Passwort ein und startet den VLC neu. Anschließend aktiviert ihr das Webinterface in Ansicht – Interface hinzufügen und erlaubt die Freigabe in eurer Firewall. Nun könnt ihr innerhalb eures Netzwerkes mit IPAdresseDesRechners:8080 in eurem Browser (IPv4 z.B. via cmd/ipconfig) eine HTML-Interface aufrufen und so den VLC bequem fernsteuern (Alternativ gibt es auch Apps fürs Smartphone). Praktisch!

vlc4

HTML-Steuerung im Webbrowser