Windows 10 Klassisch – Look & Feel wie Windows 7

Wie man die vorinstallierten Apps löscht, das altbekannte Startmenü einrichtet und den Desktop mit ein paar Tricks anpassen kann.

Windows 10 mit seiner – im Vergleich zum Vorgänger – ausgereifteren Metro-Kachel-Oberfläche bietet so viele neue Funktionen und Extras, vorinstallierte Apps und Online-Funktionen, die man vielleicht gar nicht benötigt oder nutzen will. Sei es, weil man kein Outlook.com-Konto besitzt, sich an der bunten und überladenen Oberfläche stört oder es einfach aus Datenschutzaspekten meiden will. Im folgenden Beitrag versuche ich Stück für Stück herauszufinden, inwiefern es möglich ist, nicht benötigte Funktionen von Windows 10 zu deaktivieren und das Verhalten von Anmeldung, Startmenü und Explorer so anzupassen, wie es unter Windows 7 (oder noch früher) war. Übersichtlich, schlicht und mit weniger Ballast.

Damit man sich die Idee praktisch vorstellen kann – und für einen vorher nachher Vergleich – zunächst folgenden Screenshot mit den Punkten, die ich ändern möchte. Wie der Desktop am Ende aussieht, seht ihr am Ende des Beitrags!

In dieser Schritt-für-Schritt Anleitung nehmen wir einige Änderungen an Systemdateien und -Einstellungen vor. Dies geschieht auf eigene Gefahr. Zur Sicherheit solltet ihr ein Backup von wichtigen Daten machen sowie einen System-Wiederherstellungspunkt anlegen, um Änderungen rückgängig machen zu können. Anleitung getestet unter Update 1809.

1. Vorinstallierte Apps entfernen

Windows 10 bietet eine Vielzahl von Anwendungen an, die über den Microsoft Store installiert und verwaltet werden können. Leider werden mit der Einrichtung von Windows 10 jede Menge Apps von Partnern wie Fitbit über Xing und Candy Crush mitgeliefert, die ich gar nicht brauche und möchte. Eigentlich benötige ich überhaupt keine Apps aus dem Store, da ich meine Programme lieber als konventionelle Datei herunterlade. Das einzelne Löschen der Apps über die Systemsteuerung ist mühsam und nicht alle lassen sich freiwillig deinstallieren.

Zum Entfernen der ungewollten Apps gibt es mehrere Möglichkeiten. In einem früheren Beitrag habe ich beschrieben, wie man mit PowerShell-Befehlen radikal alle Apps vom System löschen kann. Im Prinzip muss man nur als Administrator folgenden Befehl ausführen um für den aktuell angemeldeten Benutzer alle Apps inklusive des Microsoft Stores zu löschen:

Get-AppXPackage | Remove-AppxPackage

Da dabei allerdings auch Systemanwendungen entfernt werden, rate ich auf einem produktiv genutzten System eher zu einem der verfügbaren kostenlosen Programme zur Verwaltung solcher Apps. Ich habe im Beispiel den O&O AppBuster benutzt. Es listet einem alle installierten Apps auf und ermöglicht eine Sammeldeinstallation nach vorheriger Auswahl. Auch das Erstellen eines Systemwiederherstellungspunktes sowie die Möglichkeit einer späteren Neuinstallation der gelöschten Apps wird angeboten. Finde ich praktisch. Das Programm benötigt keine Installation, einfach ausführen, alle Benutzer-Apps anhaken und löschen. Der AppBuster ingoriert systemrelevante Apps und den Microsoft Store, so dass die Funktionalität von Windows nicht beeinflusst und zu jeder Zeit Apps nachinstalliert werden können. Einige Apps wurden von diesem Tool bei mir übrig gelassen (ausgerechnet Candy Crush), die verbliebenen Apps konnte ich jedoch normal über Einstellungen / Apps & Features bzw. über das Startmenü mit einem Rechtsklick entfernen.

Der OneDrive-Synchronisationsclient (die Wolke im Tray) wird bei jedem Systemstart auch ohne Anmeldung geladen und lässt sich über die konventionelle Softwareliste Einstellungen / Apps & Features / (ganz unten) Verwandte Einstellungen – Programme und Features deinstallieren.

Als Ersatz für Groove Music ist ja bereits der Windows Media Player in der letzten Version mit allen Funktionen installiert, es muss lediglich die Verknüpfung auf den Desktop gezogen bzw. der WMP als Standard-App (in den Einstellungen) für Multimediadateien eingerichtet werden. Die klassische Windows-Fotoanzeige gibt es in Windows 10 leider nicht mehr. Habt ihr die Fotos-App von Microsoft ebenfalls deinstalliert, bietet sich als schlanke Bildanzeige das kostenlose Programm ImageGlass an.

2. Startmenü, Suche und Cortana anpassen

Nach dem Entfernen der Apps sieht das Windows 10 Startmenü (hier mit zurechtgerücktem Kachel-Feld) schon wesentlich aufgeräumter aus.

Wem jetzt das Startmenü noch nicht „griffig“ genug ist, sollte sich OpenShell Menu anschauen, den inoffiziellen Nachfolger des inzwischen nicht mehr weiterentwickelten ClassicShell als hochanpassbares Ersatz-Startmenü. Den Download findet ihr u.A. auf der offizellen Webseite (Setup.exe zum Installieren unter nightly builds). Bei der Installation darauf achten, dass nur das OpenShell Menu installiert wird, die anderen Sachen abhaken (für den Dateiexplorer verwenden wir ein anderes Tool!) Nach der Installation wird beim nächsten Klick auf das Startmenü das Anpassungs-Fenster von OpenShell angezeigt. Mit der Option „Windows 7 style“ gefällt mir das Startmenü schon viel besser. Unter Skins hat man noch die Möglichkeit, verschiedene Aussehen für die Oberfläche (ganz klassisch, wie 7, 8 oder 10) auszuwählen. Das Menü reagiert flott und wirkt nicht künstlich aufgesetzt.

Das OpenShell-Menü hat seine eigene Suchfunktion für Programme und Dateien. Cortana soll in den kommenden Update ja sowieso wieder von der Windows-Textsuche getrennt werden. Vorerst reicht es also im Suchfeld der Startleiste via Rechtsklick / Cortana diese auszublenden.

Wer Cortana lieber deaktivieren will, öffnet den Registrierungseditor (Windows-Taste + R „regedit“) und navigiert im Verzeichnisbaum der Registrierung zu folgendem Schlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\PolicyManager\current\device\

Dort dann mit Rechtsklick im rechten Fensterbereich ein „Neuer Schlüssel“ mit dem Namen „Experience“ erstellen. Im Experience-Schlüssel erstellen wir über Rechtsklick einen neuen DWORD(32) Eintrag mit dem Namen „AllowCortana“ und dem Wert 0 (deaktiviert). Nun ist bei einem Klick auf das Suchfeld Cortana nicht mehr aktiv.

Um außerdem die Websuche (im Windows-eigenen Suchfeld) zu deaktivieren, müssen unter

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Search

der Wert „BingSearchEnabled“ sowie „CortanaConsent“ auf 0 gesetzt werden. Auch hier nicht vorhandene Einträge mittels neuem DWORD(32) Wert anlegen. Nach einem Neustart ist das Suchfeld „offline“.

Wenn ihr nicht mit dem Registrierungseditor arbeiten wollt oder einfach und schnell automatisch alle gerade genannten Änderungen umsetzen wollt, habe ich eine fertige *.reg Datei geschrieben, die nur von meiner Webspace heruntergeladen und ausgeführt werden muss. Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen.

3. und 4. Benachrichtiungsfenster, Aktivitäten-Timeline und Soziale Kontakte ausblenden

Die neue Windows 10 „Timeline“ Funktion (der neue Button neben dem Startmenü) zeichnet alle Nutzungsaktivitäten des Rechners auf und stellt sie chronologisch dar. Das mag zwar ganz praktisch sein, man kann es aber auch aus Datenschutzaspekten kritisch sehen und wenn man es sowieso nicht braucht auch gleich deaktivieren. Dazu öffnen wir wieder den Registrierungseditor und navigieren zu folgendem Pfad:

HKEY_LOCAL_MACHINE/Software/Policies/Microsoft/Windows/System 

Dort erstellen wir mit Rechtsklick einen neuen DWORD(32)-Eintrag Namens „EnableActivityFeed“ mit dem Wert 0. Danach fungiert der Button lediglich zur Verwaltung von mehreren virtuellen Desktops.

Der „soziale Kontakte“ Button (My People App) links neben den Tray-Symbolen funktioniert im Zusammenhang mit dem Outlook.com oder anderen synchronisierten Konten und dient als Schnellzugriffsfeld für das Verfassen von Nachrichten. Wer das nicht braucht, klickt mit Rechtsklick auf das Icon und auf „ausblenden“.

Das „Action Center“ sammelt Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen am rechten Bildschirmrand und erinnert stark an das Dropdownmenü für selbige in Android. Wer das nicht mag, kann es auch deaktivieren. Dann werden Pop-Up Meldungen regulär eingeblendet, bleiben aber nicht mehr im Action Center hängen und warten auf Aufmerksamkeit.

im Registrierungseditor unter folgender Adresse

 
HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Explorer

einen neuen DWORD(32) Eintrag mit dem Namen „DisableNotificationCenter“ und Wert 1 erstellen.

Um euch auch hier die Arbeit zu ersparen, habe ich für die Anpassungen an der Timeline und dem Benachrichtigungscenter wieder eine REG-Datei zum Ausführen bereitgestellt, welche die Änderungen automatisch übernimmt. Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen.

5. klassische Systemsteuerung nutzen

In Windows 10 wurde die klassische Systemsteuerung (control) durch die „Einstellungen“ App ersetzt, die zwar nach und nach mit neuen Funktionen versehen wird, aber trotzdem noch wesentlich weniger bietet wie die Systemsteuerung. Wer bereits das OpenShell Menü installiert hat, hat vielleicht bemerkt, dass einem das Programm einen sehr bequemen Zugriff auf die Einträge der Systemsteuerung bietet. Wer trotzdem einen Schnellzugriff auf die Systemsteuerung haben möchte, kann folgendes tun:

In der Programmsuche des Startmenüs „control“ eingeben und zum angezeigten Programm – der alten Systemsteuerung – eine einfache Desktopverknüpfung erstellen.

Wer OpenShell Menü nicht nutzt und – wie es bis zur Vergangenen Windows-Version noch möglich war – die Systemsteuerung mit einem Rechtsklick auf den Startbutton / Einstellungen aufgerufen hat (jetzt öffnet sich dort die Einstellungen App), kann das ebenfalls ändern. Dazu in die Dateiexplorer-Adressleiste folgenden Pfad eingeben:

%LocalAppdata%\Microsoft\Windows\WinX\Group2

Im dortigen Ordner werden Verknüpfungen ebendieser Rechtsklick-Funktionen angezeigt. Dort wird die „Systemsteuerung“ Verknüpfung gelöscht und die eben erstelle Verknüpfung zur klassischen Systemsteuerung hineinverschoben. Jetzt ist es wichtig, die Verknüpfung in „4 – Control Panel“ umzubennen, damit es funktioniert (es wird automatisch wieder der Name Systemsteuerung angezeigt).

6. Windows Explorer anpassen

In den Ordner- und Suchoptionen des Datei Explorers (Über das Datei-Menü im Explorer-Fenster erreichbar) ändern wir die Einstellungen „Datei Explorer öffnen für: Dieser PC“ um beim Aufrufen des Explorers z.B. aus der Schnellstartleiste direkt beim „Arbeitsplatz“ zu landen und nicht in den Bibliotheken. Außerdem im Reiter „Ansicht“ den Haken bei „Benachrichtigungen des Synchronisationsanbieters“ entfernen, damit keine Werbung für z.B. Office oder OneDrive im Explorer angezeigt wird.

Als nächstes laden wir uns das kostenlose Tool OldNewExplorer herunter. Das Programm benötigt keine Installation und ist unkompliziert in der Handhabe. Das Tool modifiziert das Aussehen des Dateiexplorers, damit dieser mehr wie in Windows 7 aussieht. Nach dem Ausführen setzen wir noch einen Haken bei „Use command bar instead of Ribbon“ und passen die Einstellungen entsprechend wie in folgendem Bild an. Hier direkt noch ein Bild-Vergleich mit Laufwerk C: (1) Das Fenster in Windows 7; (2) Das modifizierte Fenster in Windows 10; (3) Das original Windows-Fenster (mit geöffnetem Ribbon-Menü)

Weitere Verbesserungen zum Datei Explorer findet ihr in den Registry-Tricks am Ende des Beitrags!

7. Benutzeranmeldung und Sperrbildschirm

„Drücken Sie eine beliebige Taste, um die Windows 10 Anmeldeinformationen anzuzeigen.“

Der meiner Meinung nach überflüssige, an Smartphones angelehnte Sperrbildschirm vor dem Anmelden lässt sich zum Glück relativ unkompliziert deaktivieren. Im Registrierungseditor ändern wir unter

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization

den Wert „NoLockScreen“ zu 1. Sollte der Schlüssel „Personalization“ noch nicht bestehen, muss er erst neu angelegt und der Eintrag als DWORD(32) erstellt werden.

8. Weitere Registry-Tricks

Ich habe noch einige weitere, kleinere Verbesserungen zusammengefasst, welche sich allesamt durch den Registrierungseditor umsetzen lassen. Diese habe ich in einer Registry-Datei gespeichert so dass diese bequem in das Zielsystem übernommen werden können.

  • Im Rechtsklick-Kontextmenü von Dateien und Ordner den Eintrag „In Ordner kopieren/verschieben…“ hinzufügen
  • Die Zeit, die Windows auf eingefrorene Prozesse und Anwendungen wartet, ist kürzer
  • Windows beendet beim Herunterfahren noch offene Programme schneller
  • Kein automatisches Überprüfen und Hinweisen auf zu wenig Speicherplatz in der Systempartition
  • Bei fehlerhaften Verknüpfungen nicht nach dem Dateiziel suchen
  • im „Öffnet mit…“ Kontextmenü von Dateien nicht das Internet durchsuchen
  • Schnelleres Einblenden von Untermenüs in Explorer-Kontextmenüs
  • Erweiterte Adware-Erkennung beim Windows Defender [1]

Die Änderungen findet ihr hier zum Download: Windows10_ExplorerDesktopTweaks.reg
Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen. Im Anschluss explorer.exe oder den Computer neu starten!

9. Hintergründe und Icons

Und zum Schluss: Mit einem Set von Windows 7 Systemhintergründen für den Desktop lässt sich Windows 10 noch weiter anpassen! Wollt ihr das Hintergrundbild auch im Anmeldebildschirm sehen, muss in den Einstellungen unter Personalisierung die Option „Hintergrundbild des Sperrbildschirms auf Anmeldebildschirm anzeigen“ aktiv sein.

So sieht’s zum Schluss aus.

Ich finde den neuen „Flat Look“ der Systemicons eigentlich ganz hübsch. Wollt ihr lieber die aus Windows 7 bekannten Symbole und Dateibilder nutzen, solltet ihr euch folgende englischsprachige Anleitung auf howtogeek.com anschauen. Dazu kommt wieder der Registry Editor zum Einsatz.

PS: Der Rechner ist langsam? In diesem zweiteiligen Tutorial erfährst du, wie Windows schneller gemacht werden kann.

Windows beschleunigen, schneller starten, optimieren (2/2)

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Im zweiten Teil meiner Anleitung über das Beschleunigen von Windows geht es nun um die optimalen System-Einstellungen, Tricks und Kniffe für die Registrierung. Nicht alle Tipps sind für jedes System geeignet, deshalb sind die Beiträge entsprechend markiert. Bevor ihr zur Tat schreitet, solltet ihr die ersten Schritte aus dem vorherigen Beitrag angewendet haben.

Energiesparplan anpassen

Stellt sicher, das Windows nicht die Leistung des Computers durch einen ausgewogenen oder sparsamen Energieplan einschränkt. Dadurch werden bei vielen Rechnern nähmlich CPU und Grafikkarte niedriger getaktet. Vor allem bei Notebooks ist das häufig der Fall. Unter

w_energieopt

button_vi button_7 button_8 button_10 Systemsteuerung\System und Sicherheit\Energieoptionen

button_9x button_2k button_xp Systemsteuerung\Energieoptionen

könnt ihr diese Einstellungen aufrufen. Am bequemsten ist es, den Energiesparplan „Höchstleistung“ auszuwählen. Dieser kann dann auf Wunsch noch individuell angepasst werden (z.B. Standby und Bildschirmtimeout).

Design und Desktop-Effekte anpassen

button_vi button_7 Windows Vista und 7 haben das beliebte und schön anzuschauende Aero-Transparentdesign eingeführt. Diese Effekte können aber gerade ältere Rechner, darunter vor allem Notebooks mit integrierter GPU zusätzlich belasten und dadurch ausbremsen. Wer darauf verzichten kann, sollte zumindest den Transparenteffekt deaktivieren, oder gleich auf das „klassische Design“ wechseln (unter Windows 10 nicht mehr verfügbar!).

w7classic

Dazu führt auf dem Desktop einen Rechtsklick aus und wählt „Anpassen“.  Alternativ findet ihr die Option über die Systemsteuerung / Darstellung und Anpassen. Dort wählt ihr dann das Basis Design (deaktiviert die Transparenz) oder eben das „klassische Design“.

Nun passen wir noch die Desktop-Effekte an. Einerseits lassen sich bei aktiviertem Aero-Design noch Ressourcen freigeben (Animationen und z.B. Mausschatten, Kantenglättung), andererseits lässt sich durch das

w_effekte

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Deaktivieren von Animationen, Effekten (Minimieren, Maximieren, Menüs) das Arbeitstempo zusätzlich beschleunigen. dazu navigiert in der Systemsteuerung unter

System / Erweitert / Leistung: Einstellungen / Visuelle Effekte

Dort habt ihr die Möglichkeit, die Desktop-Effekte nach euren Wünschen anzupassen. Am effektivsten ist es, alle Effekte zu deaktivieren. Wem das zu Aufwändig ist, oder wer einfach die normalen Animationen behalten, aber alles etwas „beschleunigen“ will, kann folgende Änderungen über die Registrierung vornehmen.

button_info Dazu öffnet den Registrierungseditor (über Ausführen (Win+R) oder Suche „regedit“ eingeben), sucht den entsprechenenden Pfad im Adressbaum links und ändert den genannten Wert. Wenn ihr euch dabei unsicher seit, solltet ihr zunächst einen Wiederherstellungspunkt von Windows erstellen, das geht über die Systemsteuerung / System / Sichern und Wiederherstellen.

button_download2 Ihr könnt auch am Ende des Beitrags eine fertige Konfigurationsdatei mit allen hier genannten Tricks herunterladen und diese übernehmen.

regedit2

HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Desktop

MenuShowDelay = 8

Verkürzt die Einblendedauer von allen Desktop-Menüs.

HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Mouse

MouseHoverTime = 8

Verkürzt die PopUp-Einblendedauer bei Mausaktionen.

Such- und Indizierungsdienst deaktivieren

wsearchbutton_allos Der Windows-Search Dienst indiziert während dem Betrieb laufend alle Dateipfade auf dem Datenträger, damit diese bei Bedarf schnell gefunden werden können. Wer die eingebaute Windows-Suchfunktion für Dateien selten oder gar nicht benutzt (oder weiß, wo er suchen muss), kann Ressourcen einsparen und den Dienst deaktivieren.

Zunächst einmal deaktivieren wir die Indizierungseinstellung für alle Datenträger. Dazu im Arbeitsplatz bzw. „Dieser  PC“ das entsprechende Laufwerk mit Rechtsklick anklicken, dann „Eigenschaften“. Dort entfernen wir den Haken für die Laufwerksindizierung.

Nun deaktivieren wir den Windows Search Dienst. Dazu öffnet die Dienste-Anwendung. Entweder über das Startmenü „Dienste“ eintippen oder über Systemsteuerung / Verwaltung / Dienste öffnen. Dort den Eintrag „Windows Search“ suchen, mit Doppelklick öffnen und als Startoption „manuell“ übernehmen. Fertig!

Auslagerungsdatei vergrößern

Bei Rechnern mit wenig Arbeitsspeicher lagert Windows bei Platzmangel Daten aus dem Arbeitsspeicher auf der Festplatte aus, in die so genannte „Auslagerungsdatei“ (paging file). Außerdem wird der Arbeitsspeicherinhalt beim Windows-„Ruhezustand“ in darin gespeichert. Oft wird diese Datei aber zu sparsam bemessen. Vor allem bei weniger wie 4GB RAM kann durch zuweisen von mehr Speicherplatz eine Leistungssteigerung erreicht werden. Dazu navigiert zu

button_9x button_2k button_xp button_vi button_7 button_8 Systemsteuerung / System / Erweiterte Einstellungen / Systemeigenschaften: Erweitert: Leistung… / Erweitert / Virtueller Arbeitsspeicher: Ändern…

button_10 „control“ (im Start eingeben) / System und Sicherheit / System / Erweiterte Einstellungen / Systemeigenschaften: Erweitert: Leistung… / Erweitert / Virtueller Arbeitsspeicher: Ändern…

auslagerugnsdatWindows unterscheidet zwischen der Mindestgröße (InitialSize) und Maximalgröße (MaximumSize) der Datei. Wer über genug Festplattenspeicher verfügt, sollte eine einheitliche Größe wählen, um die Formatierung (im gegenteiligen Sinne der „Defragmentierung“) der Festplatte zu vermeiden.

Als Faustregel für die Größe gilt: Ungefähr die doppelte Menge des physikalisch verfügbaren Arbeitsspeichers (RAM) sollte reserviert werden. Also bei

RAM (Mb) -- > Dateigröße (Mb)
1024  --> 2046
2046 --> 4096
4096 --> 8192
8192 --> 16384

Alternativ kann folgender Befehl über die Konsole (cmd) als Administrator ausgeführt werden:

wmic pagefileset where name=“C:\\pagefile.sys“ set InitialSize=2048,MaximumSize=2048

  • Beachtet, dass u.a. bei System mit mehreren Datenträgern (SSDs!) die Auslagerungsdatei nicht auf dem C: Datenträger liegen kann.
  • Bei sehr alten Computern mit FAT32-Dateisystem (Windows 98, manchmal noch 2000) liegt das Dateigrößenlimit technisch bedingt bei 4GB.

Schnelleres Beenden und Herunterfahren

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Windows gibt nicht reagierenden Anwendungen, Prozessen und Diensten eine gewisse Zeit, um wieder zu reagieren (respond). Wenn ein Programm sich aber aufgehängt hat, passiert meist nicht mehr viel. Diese Zeit lässt sich ohne Gefahr abkürzen. Dazu können im genannten Registry-Pfad folgende Werte verändert werden (wie oben mit regedit beschrieben).

HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Desktop

AutoEndTasks = 1
HungAppTimeout =1000
LowLevelHooksTimeout = 1000
WaitToKillAppTimeout = 2000

Außerdem lässt sich mit einer weiteren Änderung die Zeit, die Windows Prozessen beim Herunterfahren oder Abmelden zum Beenden lässt, verkürzen. Damit lässt sich die nervige Meldung „Es wird auf folgende Programme gewartet…“ umgehen:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control

WaitToKillServiceTimeout = 2000

Nach einem Neustart sind die Änderungen aktiv!

Diverse Registry-Tricks

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer

LinkResolveIgnoreLinkInfo = 1
NoResolveSearch = 1
NoResolveTrack = 1
NoInternetOpenWith = 1
NoLowDiskSpaceChecks = 1

Nicht vorhandene Schlüssel unbedingt im DWORD-Format erstellen!

LinkResolveIgnoreLinkInfo – Verhindert, dass Windows nach fehlenden Verknüpfungszielen sucht.
NoResolveSearch – Verhindert, dass Windows nach fehlenden Anwendungen sucht.
NoResolveTrack – Verhindert, dass Windows nach fehlenden Anwendungen sucht.
NoInternetOpenWith – Deaktiviert den Dialog „Suche nach verfügbaren Programmen im Internet“ um direkt zur lokalen Programmauswahl zu kommen
NoLowDiskSpaceChecks – Deaktiviert die automatische Überprüfung der Speicherkapazität der Festplatte

Nach einem Neustart sind die Änderungen aktiv!

Sperrbildschirm und Benutzer-Anmeldung überspringen

netplwiz…und direkt auf dem Desktop landen. 

button_2k button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Dazu startet ihr netplwiz über die Eingabeaufforderung (Win+R) und könnt dort einen Nutzer auswählen, den Haken bei „Benutzer müssen Benutzernamen und Kennwort eingeben“ entfernen und auf Übernehmen klicken. Nun das Passwort bestätigen und speichern. Zeit gespart!

button_10 Ab Windows 10 wird man zusätzlich mit, einem bei Desktop-PCs vollkommen überflüssigen, Sperrbildschirm konfrontiert. Dieser lässt sich mit einer Änderung in der Windows Registrierung deaktivieren:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization

Dort einen neuen REG_DWORD (32 Bit) namens „NoLockScreen“ mit dem Wert 1 erstellen. Gibt es keinen Schlüssel „Personalization“, müsst ihr diesen anlegen.

 

Windows ReadyBoost nutzen

button_vi button_7 button_8 button_10 Für Einsteiger-Geräte wurde mit Windows Vista eine Funktion namens „ReadyBoost“ eingeführt. Man kann einen Flash-Speicher (USB-Stick) als zusätzlichen Arbeitsspeicher, oder eher „Prefetching-Cache“ einrichten. Vorraussetzung dafür ist ein „schneller“ USB 2.0+ Stick mit mind. 2GB verfügbarem Speicher. Mehr dazu (Wikipedia)

Wie einrichten? Passenden USB-Stick oder Karte mit dem Computer verbinden. Dann über den Dialog „Für Windows ReadyBoost verwenden“ oder im Arbeitsplatz / Dieser PC Rechtsklick auf den Flash-Speicher / Eigenschaften / ReadyBoost. Windows entscheidet automatisch, ob der Datenträger geeignet ist.

Mit folgender Änderung könnt ihr bei eingehängtem Datenträger ReadyBoost erzwingen, auch wenn euer Computer sagt, dass er zuschnell dafür sei (z.B. in einem virtuellen System):

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\rdyboost\AttachState

Dort denn entsprechenden Datenträger identifizieren und den Schlüssel von 2 auf 0 (DWORD) setzen.

Ich habe ReadyBoost noch nie in der Praxis erlebt. In Internetforen wird aber einer leichter Geschwindigkeitszuwachs bei Systemen mit weniger als 2GB RAM berichtet.

Windows 10 exklusive Einstellungen

button_10 Hier einige Tips, die nur unter Windows 10 funktionieren.

1.) Stellt sicher, dass unter Windows 10 „Fast Startup“ aktiviert ist, um das Hochfahren zu beschleunigen. Dazu in den Einstellungen bzw. der Systemsteuerung auf den Energiesparplan klicken und „Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll“. Hier ist die entsprechende Option zu finden:

w10fastatartup

2.) Mit diesem Registry-Eintrag werden die „Live-Tiles“ im Startmenü deaktiviert und nicht mehr laufend aktualisiert:

HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\CurrentVersion\PushNotifications

Neuer DWORD32 Schlüssel: NoTileApplicationNotification = 1

3.) Mit dem kostenlosen Tool W10Privacy kann man ungewünschte Telemetrie- und Appdienste deaktivieren. Gut für den Datenschutz und gibt Ressourcen frei.

5.) Mein Artikel Weitere Tipps zur Anpassung von Windows 10 enthält eine Anleitung, wie Einzelne oder alle Modern Apps entfernt werden können.

Alle Registry-Tricks herunterladen

button_download3 Ich habe die oben aufgeführten Windows-Registrierungsänderungen in einer fertigen *.reg Datei zusammengeführt, so dass ihr diese bequem herunterladen und einfach mit einem Doppelklick auf euer System übernehmen könnt. Benutzung auf eigenes Risiko!

Zum Download Rechtsklick auf den Link und „Ziel speichern unter…“.

Registry-Tweaks für Windows XP, Vista, 7 oder 8

Registry-Tweaks für Windows 10 (enthält Windows 10 exklusive Optionen)

Nun ist doch ein recht ausführliches Sammelsurium an Tipps zum Beschleunigen und Optimieren von Windows zusammengekommen. Wenn ihr noch weitere Vorschlage oder Fragen dazu habt, freue ich mich über eine Rückmeldung.

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