Datenträgerbereinigung: 9 Tools im Vergleich

Jeder kennt sie, viele nutzen sie: Tools zur Beseitigung von überflüssigen Dateien auf dem Computer, auch Junk-Files oder liebevoll Datenmüll genannt. Die klassische „Datenträgerbereinigung“ gibt es ja schon seit Windows 95. Seitdem hat es viele Programme gegeben, welche dem Nutzer eine Beschleunigung des PCs durch das Löschen dieser Daten versprochen haben. Auch wenn durch die zunehmende Rechenleistung, die Verbreitung von größeren Datenträgern und schnellen SSD-Speichern in Heim-PCs diese Programme etwas an Bedeutung verloren haben, sind sie noch immer präsent und können auch bei einem modernen PC noch für einen zügigeren Systemstart und mehr Speicherplatz sorgen.

Lange Zeit habe ich den bewährten Klassiker CCleaner verwendet, bis dieser aufgrund des Verhaltens seines Entwicklers Piriform etwas in Verruf geraten ist. [1] [2] Alternativen scheint es offenbar ja wie Sand am Meer zu geben, so dass ich in letzter Zeit oft zwischen Programmen hin- und hergependelt bin.

Jetzt wollte ich einfach mal wissen, wo die Unterschiede liegen und welches Programm bei mir den meisten Speicherplatz freiräumt!

Nach etwas Recherche im Netz habe ich mir die populärsten kostenlosen Tools heruntergeladen und ausprobiert. Während die Grundfunktion der Programme – das Löschen von Junkdateien – überwiegend identisch ist, gibt es größere Unterschiede beim weiteren Funktionsumfang, der Bedienung und den Konfigurationsmöglichkeiten. cleanmgr+ ist eine relativ neue Software, welche sich als Erweiterung der in Windows integrierten Datenträgerbereinigung (cleanmgr) sieht, die wohl nicht mehr weiterentwickelt wird. [3] Sowohl für den CCleaner (als CCEnhancer) als auch für BleachBit gibt es Community-basierte Regeln in Form einer quelloffenen winapp2.ini [4], mit der 1000+ weitere Programme bereinigt werden können. Hier die Links zu der entsprechenden Software…

In einer Tabelle habe ich den für mich interessanten Funktionsumfang zwischen den verschiedenen Programmen verglichen. Die Spalte System bezeichnet hier die Basisfunktion: Löschen von temporären Dateien, Papierkorb, Thumbnails usw., Browserspuren bezieht sich auf das Löschen von Cache, Verlauf usw. verschiedener Browser (außer IE). Außerdem habe ich berücksichtigt, ob das Tool überflüssige Dateien weiterer Programme erkennt, fehlerhafte oder verwaiste Registry-Einträge findet* und das sichere Löschen von Dateien oder freiem Speicherplatz unterstützt.

*Der Nutzen von Registry Cleanern ist umstritten. [5] **benutzt habe ich den integrierten Drive Cleaner u. Internet Cleaner von Ashampoo UnInstaller 8, welches ich besitze. Die Funktion scheint identisch zu sein mit der aus dem kostenlosen Ashampoo WinOptimizer FREE.

Bei einigen der Programme geht der Funktionsumfang weit über den für mich interessanten Teil der Datenträgerbereinigung hinaus. So bieten die Programme Wise Disk Cleaner, Clean Master, Glary Utilities und IOBit Advanced SystemCare noch weitere Features zum Thema Betriebssystem-Tuning, welche mir aber zu tief ins System eingreifen und mich hier auch nicht interessieren. Einige der Programme – darunter auch der CCleaner – besitzen (zumindest in der kostenpflichtigen Version) einen Hintergrund-Dienst, der auch automatisch und regelmäßig Aufgaben erledigen soll. Die Benutzeroberflächen unterscheiden sich zum Teil stark von einander, am besten verschafft ihr euch selbst einen Einblick…

Kommen wir nun zum interessantesten Teil, wie viel Speicherplatz räumen die oben aufgeführten Programme denn nun frei? Mein Windows hat inzwischen einige Updates hinter sich und ich habe es bewusst seit einiger Zeit nicht mehr „aufgeräumt“. Ich habe die aufgeführten Programme mein System analysieren lassen unter der Maxime „alles außer Formulardaten, Passwörter und sonstige Anwendung- und Benutzereinstellungen“. Die unterschiedlichen Ergebnisse habe ich in einem Balkendiagramm festgehalten. Vorweg: An der Spitze steht BleachBit mit aktivierten Community-Regeln (winapp2.ini) mit insgesamt 33,4 Gb Datenmüll. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Windows Datenträgerbereinigung im erweiterten Suchmodus finden kann! Bei IOBit Advanced System Care Free und Kcleaner Free konnte ich aus der Programmoberfläche nicht eindeutig nachvollziehen, wie sich die Daten zusammenstellen.

***Laut Clean Master Free hätte mein PC dank dem Papierkorb ein Reinigungspotential von 903,4 Gb (!), was einfach nicht stimmt, bzw. sich auch nicht mit den anderen Programmen deckt. Dies würde die Grafik verfälschen, deswegen habe ich dem Clean Master für den Papierkorb die gleiche Datenmenge wie bei den anderen Programmen angezeigt angerechnet.

Fazit

Natürlich ist es mein subjektiver Eindruck. Ich habe meine eigenen Erwartungen an ein solches Programm und auch die Ergebnisse im Diagramm oben sind in Abhängigkeit meines Rechners entstanden, aber: BleachBit sticht für mich als klarer Favorit heraus. Zwar kommt der etwas bekanntere CCleaner mit aktiviertem CCEnhancer bei der Datenmenge fast auf das gleiche Ergebnis, BleachBit hat allerdings drei wesentliche Vorteile: Erstens reagiert die Benutzeroberfläche deutlich flotter (mit aktivieren CCEnhancer hängt die UI von CCleaner deutlich nach), zweitens spart man sich den Shareware-Kram mit dem Hintergrunddienst und zu guter Letzt ist BleachBit quelloffen [6] und frei von sonstigen Telemetrie- und Werbebestandteilen. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass man mit solchen Programmen, besonders mit den aktivierten Community-Regeln (winapp2.ini), unter Umständen mehr löscht als einem lieb ist. Zum einen mag die große Anzahl an Reinigungsoptionen für einen Einsteiger verwirrend sein, zum anderen sind diese auch z.T. schlecht dokumentiert und so kann es schnell vorkommen, dass ungewollt Programmeinstellungen und Passwörter gelöscht werden.

Wer also weniger Ahnung hat und einfach nur „etwas mehr“ Speicherplatz freiräumen will, ist vielleicht mit dem WiseCleaner (von mir als zweite Empfehlung) besser beraten. Das Programm bildet einen guten Kompromiss zwischen Reinigungsleistung und Usability. Es erkennt deutlich mehr als die klassische Datenträgerbereinigung und stellt das Ergebnis übersichtlich und nachvollziehbar dar. Gleichzeitig wirkt das Programm nicht mit unnötigen Funktionen überladen sondern beschränkt sich aufs Wesentliche.

Was ist eure Erfahrung mit solchen Programmen? Nutzt ihr ein ganz anderes? Hinterlasst doch einen Kommentar unter diesem Beitrag!

Schritt für Schritt zur Windows-Datensicherung

Sicher habt ihr schon einmal den Heim-PC ausgetauscht oder z.B. nach einem Upgrade Windows neu eingerichtet. Früher oder später habt ihr gemerkt, dass ihr mit dem Kopieren des „Eigene Dateien“ oder Profilverzeichnisses noch längst nicht alle Daten erwischt, die ihr gerne gesichert haben möchtet, wie z.B. Software-Lizenzen oder Programm-Einstellungen. Doch dafür muss man kein teures Backup-Programm kaufen! In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ich ein PC-Backup mache und an welchen Orten im System sich das Herumstöbern lohnt...

  1. Profildaten – Dokumente, Bilder, Videos und Musik
  2. Product Key und Softwarelizenzen
  3. Liste der installierten Programme
  4. Browserdaten und Passwörter
  5. WLAN Zugangsdaten
  6. Programmeinstellungen
  7. Spielstände
  8. Online-Backup
  9. Die Wahl des richtigen Datenträgers

Persönliche Profildaten sichern

Kommen wir zunächst zum Offensichtlichen. Hieß bis Ende der XP-Ära noch „Eigene Dateien“, jetzt ist es einfach der Benutzerordner: Per Klick auf den Datei-Explorer und Zugriff über die Bibliotheken der Seitenleiste, oder über die Verknüpfung zum Benutzerprofil-Ordner gelangt jeder zu seinen gespeicherten Dokumenten, Musik, Videos usw. – inklusive der auf dem Arbeitsplatz abgelegten Dateien. Wer statt einzelnen Aktionen lieber alles auf einmal mitnehmen möchte, findet seinen Profilordner bereits seit Windows Vista unter

C:\Users\NAME\ (im Explorer "Benutzer")

Viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Hier habe ich noch einige Tipps zum Backup:

  • Die über die Seitenleiste des Datei-Explorers angezeigten Links „Bilder“, „Dokumente“ usw. sind Verknüpfungen zur Dateibibliothek des Benutzers. Je nach Einrichtung kann die Bibliothek auch Dateien anzeigen, welche nicht im tatsächlichen Benutzerverzeichnis abgespeichert sind. Die verknüpften Pfade können mit einem Rechtsklick auf das jeweilige Bibliotheks-Icon abgerufen werden.
  • Herrscht im Profilordner ein heilloses Durcheinander, macht es vielleicht Sinn, die Daten vor dem Sichern neu zu ordnen. Das erleichtert bei einem späteren Abruf das Zurechtfinden. In diesem Blogbeitrag von 2018 habe ich mir dazu Gedanken gemacht und gebe praktische Tipps.
  • Eine zuvor ausgeführte Datenträgerbereinigung löscht unter Umständen überflüssige Dateien, verkleinert die zu sichernde Datenmenge und verkürzt so den Kopiervorgang. Mehr dazu…
  • Für ein regelmäßige, auf Wunsch automatisierte Datensicherung bestimmter Ordner bietet sich das schlanke und kostenlose Tool FreeFileSync an, welches ich in diesem Beitrag vorgestellt habe. Es bietet auch die Funktion, bei der Sicherung einen Dateifilter anzuwenden, um z.B. desktop.ini oder die Albumicons im Musikordner auszulassen.

Softwarelizenzen anzeigen

Das Wichtigste ist der Windows-Lizenzschlüssel, auch Product-Key genannt. Dieser wird für alle Windows-Versionen benötigt. Windows 10 stellt hier eine Ausnahme dar, insofern ihr Windows 10 mit einem Microsoft-Konto verknüpft habt (was automatisch passiert, wenn ihr euch bei der Einrichtung ein Online-Konto erstellt bzw. euch mit diesem angemeldet habt).

Bei älteren Rechnern findet ihr auf der Rückseite des Gehäuses einen Certificate of Authenticity (COA) Aufkleber mit der Produkt- und Seriennummer. Sollte sich dort keiner befinden, kann der Produktschlüssel bereits auf Hardware-Ebene (im BIOS/UEFI) eingespeichert sein oder muss einfach aus der Registrierung der aktivierten Windows-Kopie ausgelesen werden.

Dazu bietet sich das kostenlose Programm Licencecrawler von Martin Klinzmann an. Es zeigt zum Beispiel auch Lizenzschlüssel von Microsoft Office und weiteren Programmen an. Es ist besser, am Ende einen Abgleich mit der Liste der auf dem PC installierten Programme zu machen um sicher zu gehen, dass man nichts übersehen hat (via Systemsteuerung / Einstellungen-App).

Liste installierter Software

…was habe ich überhaupt alles für Programme auf meinem Rechner?

Typischerweise genügt hier ein Blick in die Systemsteuerung (Programme) bzw. die Einstellungen-App (Apps). Es ist möglich, sich über die Eingabeaufforderung (sowohl in Windows 7 als auch 10) eine Liste der regulär auf dem Computer installierten Software auflisten zu lassen. Das kann hilfreich sein, wenn man die Programme auf einer frischen Windows-Installation erneut einrichten will. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und den folgenden Befehl eingeben:

 wmic /output:"C:\Programmliste.txt" product get Name, Version

Das Programm generiert eine Programmliste.txt im Hauptverzeichnis des Laufwerks C.

Browserdaten, Lesezeichen und mehr

Die Browserdaten werden zum Großteil im Profilordner des Benutzers gespeichert. Es ist dennoch sinnvoll, Browserprofile separat zu sichern, da sie so auch auf einen anderen Arbeitsplatz übertragen und außerdem bei einer Wiederherstellung des Benutzerordners nicht zwingend automatisch wieder übernommen werden. Mal abgesehen von der Möglichkeit, die Profildaten über einen Account beim Hersteller Online zu synchronisieren. Vor der Sicherung unbedingt den Browser-Cache bereinigen, das verkleinert die Backup-Größe erheblich! Was sollte ich alles sichern? Lesezeichen, Add-Ons (sofern unterstützt) und Formulardaten gehören hier auf die Checkliste.

Internet Explorer

Der Internet Explorer ist recht eng mit Windows „verzahnt“, deswegen müssen wir an verschiedenen Orten schauen und können nicht einfach einen „Profilordner“ kopieren. Die Lesezeichen können als HTML-Dokument exportiert und so auch von anderen Browsern wieder importiert werden. Diese Funktion findet sich rechts oben im Favoriten-Menü.

Der Speicherort für Webseitendaten und Verlauf befindet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Windows\INetCache

kann aber auch in den Internet Explorer Einstellungen unter Allgemein / Browserdaten / Einstellungen / Dateien anzeigen lokalisiert werden.

Die Passwörter und Formulardaten können über den Registrierungseditor (regedit im Startmenü eingeben) exportiert werden. Dazu muss der Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\IntelliForms\FormData

aufgerufen und per Rechtsklick als *.reg Dateityp exportiert werden. Später kann dieser durch einen Doppelklick auf das Backup wieder zur Registrierung hinzugefügt werden.

Microsoft Edge (Windows 10)

Die Profildaten inklusive Favoriten von Microsoft Edge (nicht von der neuen Chromium-Version von 2019!) befinden sich in folgendem Verzeichnis:

C:\NAME\cedri\AppData\Local\Packages\Microsoft.MicrosoftEdge_8wekyb3d8bbwe\AC\MicrosoftEdge\User\Default

Wollt ihr lediglich die Favouriten sichern, reicht es die Export-Funktion über die Programmeinstellungen (via […] Menü rechts oben) zu nutzen:

Die Benutzerdaten des neuen Microsoft Edge Chromium, welcher ab 2020 über Windows Update verteilt werden wird und jetzt schon getestet werden kann, findet ihr unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\MicrosoftEdge\User\Default

Mozilla Firefox

Die Profildaten von Firefox sind im Anwendungsverzeichnis %appdata% (via „Ausführen“ Win + R) zu finden. Der volle Pfad lautet

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles

Wahrscheinlich findet ihr dort mehrere Profilordner. Welchen Firefox aktuell benutzt, findet ihr heraus, indem ihr in der Adresszeile des Browsers about:profiles eingebt. Dort könnt ihr auch direkt das Verzeichnis öffnen.

Wenn ihr ein altes Profil wiederhergestellt habt, müsst ihr in der profiles.ini Datei, welche sich im selben Verzeichnis befindet, den Eintrag StartWithLastProfile auf 0 ändern. Beim nächsten Start von Firefox könnt ihr das Profil als Standard auswählen und starten.

Lesezeichen können im Hamburger-Menü rechts oben über Bibliothek / Lesezeichen / Lesezeichen verwalten als Datei exportiert werden. Unabhängig vom Backup der restlichen Daten können die Lesezeichen dann in andere Browser importiert werden.

Google Chrome

Finden sich ebenfalls im Anwendungsverzeichnis %localappdata%. Der vollständige Pfad:

 C:\Users\NAME\AppData\Local\Google\Chrome\User Data\Default 

Zur Wiederherstellung der Daten einfach den Default Ordner wieder in das frische Installationsverzeichnis kopieren.

WLAN Zugangsdaten

Gerade wenn man mit dem Notebook viel unterwegs ist, mag man mehrere verschiedene WLAN-Netzwerke nutzen und hat unter Umständen nicht mehr alle Zugangsdaten parat. Mit diesem Befehl können alle auf dem PC eingerichteten Netzwerkverbindungen inklusive Passwort eingesehen und gespeichert werden. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und Folgendes eingeben:

netsh wlan export profile key=clear folder=C:\

Der Befehl generiert eine Textdatei im Hauptverzeichnis des Laufwerks C für jedes gespeicherte Netzwerk. Wer es übersichtlicher mag, kann anstelle von folder=C:\ im Befehl auch einen bestimmten Ordner auswählen, dieser muss allerdings zuvor erstellt werden, sonst kommt es zu einem Fehler.

Programmeinstellungen und Spielstände

In diesem Abschnitt gehe ich auf Sicherungsmöglichkeiten bei einigen Anwendungen ein, die ihr vielleicht benutzt. Dazu gehören zum Beispiel Konfigurationseinstellungen oder Datenbanken.

Microsoft Office Einstellungen

Programmeinstellungen von Microsoft Office können über die Registry exportiert, gesichert und so auch wiederhergestellt werden. Das betrifft Optionen wie Programmverhalten, Layout und generelle Einstellungen, nicht aber den Aktivierungsstatus oder die Lizenz.

Dazu öffnet ihr den Registrierungseditor (im Startmenü „regedit“ eingeben und bestätigen!). Im Falle von Microsoft Office 2016 navigiert ihr zu folgendem Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\<Application>\Preferences 
Exemplarisches Beispiel, ich habe Microsoft Office nicht installiert.

Auf den Preferences Schlüssel (in der linken Spalte der „Ordner“) macht ihr einen Rechtsklick und wählt Exportieren aus. Im neuen Dialog die *.reg Datei benennen und als solche speichern.

Bei einer frischen Windows-Installation richtet ihr nun zunächst euer Microsoft Office ein und führt im Anschluss mit einem Doppelklick die zuvor gespeicherte Preferences.reg aus, um die Daten in die Registry zu übernehmen.

Wichtig: Der angegebene Pfad gilt nur für Microsoft Office 2016, nicht aber für andere Programmversionen, auch wenn das Prinzip gleich bleibt. Eine Angabe der richtigen Schlüssel seit Office 2002 findet ihr auf dieser Webseite.

LibreOffice / OpenOffice Einstellungen

Nutzt ihr das kostenfreie Office-Paket LibreOffice oder OpenOffice und habt im Programm einige Anpassungen (Layout oder Benutzeroberfläche) vorgenommen, kann sich ein Backup der Benutzerdaten lohnen. Dies betrifft einzelne ODT-Textdateien nicht, wohl aber die Module Writer, Calc usw.

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\LibreOffice\x\ (x aktuelle Version)

Windows Media Player Mediathek

Die Mediathek enthält eine Datenbank der auf dem PC gefundenen Musik (welche im Programm unter Musik angezeigt wird) samt dazugehörigen Meta-Informationen und Tags. Das Neueinlesen kann je nach Umfang sehr lange dauern und benötigt eine aktive Internetanbindung, weshalb sich ein Backup lohnen kann. Die Daten finden sich unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Media Player

Apple iTunes Mediathek

Die iTunes Mediathek kann gesichert und später wiederhergestellt oder auch auf einen anderen PC übertragen werden. Zuvor müssen Mediatheksdaten unter Umständen erst zusammengelegt werden. Der Verzeichnispfad ist typischerweise

 C:\Users\NAME\Music\iTunes\iTunes Media 

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung hierzu findet ihr direkt bei Apple.

Adobe Photoshop / InDesign

Tastaturkürzel, Anpassung der Arbeitsfläche, Druckeinstellungen – all diese Konfigurationsoptionen kosten Zeit und Mühe. Sie lassen sich ebenfalls sichern und später bzw. bei einer anderen Installation wiederherstellen. Das Verzeichnis für die Benutzereinstellungen findet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Adobe\Adobe Photoshop (über %appdata% im Explorer erreichbar)

Spielstände Allgemein

Wenn ihr in eurer Freizeit gerne etwas zockt und eure Spielstände behalten wollt (wenn sie nicht z.B. über Steam synchronisiert werden), findet ihr diese gerade bei älteren Spielen im Benutzerverzeichnis unter Dokumente (Documents), oft auch im Unterordner My Games. Neuere Spiele legen ihre Spielstände auch gerne mal im Anwendungsverzeichnis %appdata% unter /Roaming ab (z.B. Stardew Valley).

Steam (PC Client)

Der Spiele-Client Steam bietet eine Funktion zur externen Sicherung von heruntergeladenen Inhalten an. Meiner Meinung nach lohnt sich so eine Sicherung, wenn der Download sehr groß war und die Internetverbindung langsam ist, oder wenn man fürchtet, der Download könnte irgendwann nicht mehr möglich sein. Dazu im Hauptfenster auf Steam und dann auf Spiele sichern und wiederherstellen klicken.

Das Ganze funktioniert auch „inoffiziell“, indem man das Spiel nach dem erstmaligen Start einfach aus dem Steam-Verzeichnis herauskopiert, unter

C:\Program Files (x86)\Steam\steamapps\common

Bei der Wiederherstellung am neuen Rechner muss man lediglich den Download des Spiels über Steam initiieren und das Programm dann direkt beenden. Das Spielverzeichnis wird dann in den obigen Zielort zurückkopiert und überschrieben. Beim nächsten Start von Steam wird der Ordnerinhalt dann validiert und der Download ist direkt abgeschlossen. Das funktioniert natürlich nur, wenn ihr Steam auch installiert habt und das Spiel sich in eurer Steam-Bibliothek befindet.

Origin (EA)

Im Online-Modus auf ein heruntergeladenes Spiel mit Rechtsklick > Spiel verschieben (in das Backupverzeichnis). Zum Wiederherstellen an einem späteren Zeitpunkt oder auf einer neuen Installation Rechtsklick auf das nicht heruntergeladene Spiel, dann über Spiel suchen > Datenverzeichnis auswählen. Mehr Details dazu direkt bei EA…

Uplay (Ubisoft)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Den gewünschten Spielordner einfach eigenständig aus dem Uplay-Verzeichnis herauskopieren:

C:\Program Files (x86)\Ubisoft\Ubisoft Game Launcher\games

Zum Wiederherstellen den Ordner zurück an die gleiche Stelle in das Uplay-Verzeichnis kopieren. Anschließend im Launcher auf das Spiel klicken und dieses per lokalisiere das installierte Spiel auswählen.

Battle.net (Blizzard)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Ähnlich wie bei Steam kopiert man das Spiel in das Backupverzeichnis. Beim späteren Wiederherstellen oder übertragen auf einen anderen Computer muss zunächst der Download des betroffenen Spiels über den Launcher begonnen werden. Dann wird das Programm sofort geschlossen (auch in der Taskleiste!). Jetzt kopiert man die gesicherten Spieldaten in das neue Verzeichnis, bei World of Warcraft wäre das zum Beispiel

C:\Program Files (x86)\World of Warcraft

Wenn der Launcher erneut gestartet wird, verifiziert dieser die gefundenen Dateien und das Spiel sollte in wenigen Minuten bereit sein.

Daten online sichern

Ist nicht genug Speicherplatz für ein vollständiges Backup vorhanden, ihr habt keinen externen Datenträger oder wollt eine zweite Sicherung machen, bieten sich auch Online-Speicher und Cloud-Dienste an. Der Speicherplatz ist zwar sehr begrenzt, aber für die wichtigsten Daten sollte es reichen. Eine kleine Übersicht…

Anbieterkostenloser Speicherplatzmaximale Dateigrößemaximale DateianzahlDesktop-Sync-Client
Google Drive15 Gb5 Tb / 50 Mb (Google Docs)unbegrenztLink
Microsoft OneDrive5 Gb100 Gb150 000 pro OrdnerLink
Amazon drive5 Gb2 Gb / 50 Gb (App)?Link
DropBox2 Gb50 Gb?Link
MediaFire10 Gb20 Gb?
MEGA15 Gbunbegrenzt?Link

Ich würde jedem davon abraten, blind persönliche Dokumente, Fotos oder sonstige sensible Daten in eine solche Cloud hochzuladen, ohne sie zuvor zu verschlüsseln, oder sich zumindest Gedanken über den Datenschutz des jeweiligen Anbieters gemacht zu haben. Weiterführende Beiträge von mir zum Thema rechtliche Aspekte und Verschlüsselung in der Cloud.

Die Wahl des richtigen Datenträgers

Wer Daten nicht nur für den Tausch des Rechners, sondern auch längerfristig sichern möchte, sollte die Haltbarkeit von Datenträgern beachten. Der Wikipedia-Artikel über Langzeitarchivierung ist dabei sehr informativ. Auszugsweise eine paar beispielhafte Angaben zur Datenbeständigkeit bei entsprechender Lagerung (lichtgeschützt, kühl, trocken):

  • CD/DVD/BRD (gepresst): 50/100/85 Jahre
  • CD/DVD/BRD (selbstgebrannt): 5-10/30/50 Jahre
  • Festplatten: 10-30 Jahre
  • Flash-Speicher (USB-Sticks, Speicherkkarten, SSDs): 10-30 Jahre

Je nach zu sichernder Datenmenge kommt auch nicht jeder Datenträger in Frage, da es auch große Unterschiede bei der Übertragungsgeschwindigkeit gibt!

So braucht das Brennen oder Zurückkopieren aller Daten auf mehrere Blu Ray Discs (je 25 Gb) mit einem entsprechenden Brenner meist mehrere Stunden – und DVDs oder gar CDs sind da noch viel langsamer. Per SATA angeschlossene Festplatten haben – je nach Modell – die höchste Übertragungsrate, während per USB angeschlossene Festplatten oder Flash-Speicher durch die USB-Verbindung je nach USB-Generation deutlich langsamer sind.

Windows 10: Blockierten Download trotzdem ausführen

Gerade habe ich mir eine Software aus dem Internet geladen, aber die Windows Sicherheit (ehemals Defender SmartScreen) kennt die Datei nicht und blockiert mir die Ausführung. An für sich ist das ja kein Problem, den Download-Hinweis kennt man schon seit Windows Vista, aber im aktuellen Windows-Fenster ist die Möglichkeit, der Meinung des Betriebssystems zu widersprechen, besonders schlau versteckt.

Ja, ich bin mir sicher.

Der Schutz des unwissenden Nutzers mag zwar gut gemeint sein, aber die Art, wie der „Trotzdem ausführen“ Button versteckt ist, erweckt in mir das Gefühl, von Microsoft nicht für voll genommen zu werden. Klickt man auf „Weitere Informationen“, taucht der Button mit einem zusätzlichen Hinweis schließlich auf. Aber spätestens seit der Adclick-Ära hüte ich mich doppelt auf Links zu klicken, die mir nicht zielführend erscheinen. Die Art und Weise, wie dieses Menü konstruiert wurde, erscheint so schon fast vorsätzlich und der Nutzer, der weiß was er tut, fühlt sich unter Umständen vor den Kopf gestoßen. Wie deaktiviert man diese Meldung also?

Überprüfung deaktivieren

Die einfachste und schnellste Möglichkeit besteht darin, die automatische Windows Smartscreen-Überprüfung für Apps und Dateien zu deaktivieren. Dazu öffnet man die Einstellungen-App und navigiert zu Update & Sicherheit / Windows-Sicherheit / Schutzbereiche: App- & Browsersteuerung. Im sich darauf öffnenden Fenster kann nun unter Apps & Dateien überprüfen der Dienst deaktiviert werden.

Wer die zahlreichen auf dem PC installierten Programme kennt, kann das meiner Meinung nach auch getrost deaktiviert lassen.

Blockierung unterdrücken

Mit dieser Registry-Änderung wird Windows zukünftig heruntergeladene unsignierte Anwendungen nicht mehr als solche klassifizieren (und vor der Ausführung warnen).

Dazu den Registry-Editor öffnen (Win+R „regedit“) und zu folgendem Pfad navigieren:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Attachments

Wenn der Schlüssel wie im obigen Pfad beschrieben noch nicht existiert, müsst ihr ihn zunächst erstellen. Dann fügt ihr einen neuen DWORD 32-Bit Wert „SaveZoneInformation“ mit dem Wert 1 hinzu. Anschließend muss Windows neu gestartet werden.

Meldung „Unbekannter Herausgeber“ deaktivieren

Ist die Anwendung nicht digital signiert bzw. kein Publisher in den Dateiinformationen hinterlegt, wird vor der Ausführung darauf hingewiesen. Wird wie in Schritt eins die Überprüfung von Apps durch den Smartscreen deaktiviert, wird zwar ersterer Hinweis nicht mehr eingeblendet, aber dafür erscheint ein anderer Hinweis, den wir schon aus Windows 7 kennen:

Das ist oft bei kleinen, selbst kompilierten Programmen oder „Mods“ der Fall. Diese Meldung lässt sich ebenfalls deaktivieren.

Dazu öffnen wir wieder den Registry-Editor (s. oben) und begeben uns zu folgendem Pfad:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Associations

Dort wird ein neuer String-Wert (Zeichenfolge) erstellt mit den Namen „LowRiskFileTypes“, dieser enthält folgenden Wert (als sicher zu klassifizierende Dateiendungen):

.zip;.rar;.nfo;.txt;.exe;.bat;.vbs;.com;.cmd;.reg;.msi;.htm;.html;.gif;.bmp;.jpg;.avi;.mpg;.mpeg;.mov;.mp3;.m3u;.wav

Wenn der Eintrag bereits existiert, könnt ihr einfach die Liste hier übernehmen, oder lediglich die Dateiendung hinzufügen, welche in Zukunft als „kein Risiko“ klassifiziert werden soll. Anschließend muss Windows neu gestartet werden.

Die Einstellungen wurden unter Windows 10 Pro 1903 getestet. Grundsätzlich solltet ihr natürlich heruntergeladene Dateien immer mit einem Virenscanner auf Malware prüfen und nur ausführen, wenn ihr wisst, was sie tut.

Windows 10 Klassisch – Look & Feel wie Windows 7

Wie man die vorinstallierten Apps löscht, das altbekannte Startmenü einrichtet und den Desktop mit ein paar Tricks anpassen kann.

Windows 10 mit seiner – im Vergleich zum Vorgänger – ausgereifteren Metro-Kachel-Oberfläche bietet so viele neue Funktionen und Extras, vorinstallierte Apps und Online-Funktionen, die man vielleicht gar nicht benötigt oder nutzen will. Sei es, weil man kein Outlook.com-Konto besitzt, sich an der bunten und überladenen Oberfläche stört oder es einfach aus Datenschutzaspekten meiden will. Im folgenden Beitrag versuche ich Stück für Stück herauszufinden, inwiefern es möglich ist, nicht benötigte Funktionen von Windows 10 zu deaktivieren und das Verhalten von Anmeldung, Startmenü und Explorer so anzupassen, wie es unter Windows 7 (oder noch früher) war. Übersichtlich, schlicht und mit weniger Ballast.

Damit man sich die Idee praktisch vorstellen kann – und für einen vorher nachher Vergleich – zunächst folgenden Screenshot mit den Punkten, die ich ändern möchte. Wie der Desktop am Ende aussieht, seht ihr am Ende des Beitrags!

In dieser Schritt-für-Schritt Anleitung nehmen wir einige Änderungen an Systemdateien und -Einstellungen vor. Dies geschieht auf eigene Gefahr. Zur Sicherheit solltet ihr ein Backup von wichtigen Daten machen sowie einen System-Wiederherstellungspunkt anlegen, um Änderungen rückgängig machen zu können. Anleitung getestet unter Update 1809.

1. Vorinstallierte Apps entfernen

Windows 10 bietet eine Vielzahl von Anwendungen an, die über den Microsoft Store installiert und verwaltet werden können. Leider werden mit der Einrichtung von Windows 10 jede Menge Apps von Partnern wie Fitbit über Xing und Candy Crush mitgeliefert, die ich gar nicht brauche und möchte. Eigentlich benötige ich überhaupt keine Apps aus dem Store, da ich meine Programme lieber als konventionelle Datei herunterlade. Das einzelne Löschen der Apps über die Systemsteuerung ist mühsam und nicht alle lassen sich freiwillig deinstallieren.

Zum Entfernen der ungewollten Apps gibt es mehrere Möglichkeiten. In einem früheren Beitrag habe ich beschrieben, wie man mit PowerShell-Befehlen radikal alle Apps vom System löschen kann. Im Prinzip muss man nur als Administrator folgenden Befehl ausführen um für den aktuell angemeldeten Benutzer alle Apps inklusive des Microsoft Stores zu löschen:

Get-AppXPackage | Remove-AppxPackage

Da dabei allerdings auch Systemanwendungen entfernt werden, rate ich auf einem produktiv genutzten System eher zu einem der verfügbaren kostenlosen Programme zur Verwaltung solcher Apps. Ich habe im Beispiel den O&O AppBuster benutzt. Es listet einem alle installierten Apps auf und ermöglicht eine Sammeldeinstallation nach vorheriger Auswahl. Auch das Erstellen eines Systemwiederherstellungspunktes sowie die Möglichkeit einer späteren Neuinstallation der gelöschten Apps wird angeboten. Finde ich praktisch. Das Programm benötigt keine Installation, einfach ausführen, alle Benutzer-Apps anhaken und löschen. Der AppBuster ingoriert systemrelevante Apps und den Microsoft Store, so dass die Funktionalität von Windows nicht beeinflusst und zu jeder Zeit Apps nachinstalliert werden können. Einige Apps wurden von diesem Tool bei mir übrig gelassen (ausgerechnet Candy Crush), die verbliebenen Apps konnte ich jedoch normal über Einstellungen / Apps & Features bzw. über das Startmenü mit einem Rechtsklick entfernen.

Der OneDrive-Synchronisationsclient (die Wolke im Tray) wird bei jedem Systemstart auch ohne Anmeldung geladen und lässt sich über die konventionelle Softwareliste Einstellungen / Apps & Features / (ganz unten) Verwandte Einstellungen – Programme und Features deinstallieren.

Als Ersatz für Groove Music ist ja bereits der Windows Media Player in der letzten Version mit allen Funktionen installiert, es muss lediglich die Verknüpfung auf den Desktop gezogen bzw. der WMP als Standard-App (in den Einstellungen) für Multimediadateien eingerichtet werden. Die klassische Windows-Fotoanzeige gibt es in Windows 10 leider nicht mehr. Habt ihr die Fotos-App von Microsoft ebenfalls deinstalliert, bietet sich als schlanke Bildanzeige das kostenlose Programm ImageGlass an.

2. Startmenü, Suche und Cortana anpassen

Nach dem Entfernen der Apps sieht das Windows 10 Startmenü (hier mit zurechtgerücktem Kachel-Feld) schon wesentlich aufgeräumter aus.

Wem jetzt das Startmenü noch nicht „griffig“ genug ist, sollte sich OpenShell Menu anschauen, den inoffiziellen Nachfolger des inzwischen nicht mehr weiterentwickelten ClassicShell als hochanpassbares Ersatz-Startmenü. Den Download findet ihr u.A. auf der offizellen Webseite (Setup.exe zum Installieren unter nightly builds). Bei der Installation darauf achten, dass nur das OpenShell Menu installiert wird, die anderen Sachen abhaken (für den Dateiexplorer verwenden wir ein anderes Tool!) Nach der Installation wird beim nächsten Klick auf das Startmenü das Anpassungs-Fenster von OpenShell angezeigt. Mit der Option „Windows 7 style“ gefällt mir das Startmenü schon viel besser. Unter Skins hat man noch die Möglichkeit, verschiedene Aussehen für die Oberfläche (ganz klassisch, wie 7, 8 oder 10) auszuwählen. Das Menü reagiert flott und wirkt nicht künstlich aufgesetzt.

Das OpenShell-Menü hat seine eigene Suchfunktion für Programme und Dateien. Cortana soll in den kommenden Update ja sowieso wieder von der Windows-Textsuche getrennt werden. Vorerst reicht es also im Suchfeld der Startleiste via Rechtsklick / Cortana diese auszublenden.

Wer Cortana lieber deaktivieren will, öffnet den Registrierungseditor (Windows-Taste + R „regedit“) und navigiert im Verzeichnisbaum der Registrierung zu folgendem Schlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\PolicyManager\current\device\

Dort dann mit Rechtsklick im rechten Fensterbereich ein „Neuer Schlüssel“ mit dem Namen „Experience“ erstellen. Im Experience-Schlüssel erstellen wir über Rechtsklick einen neuen DWORD(32) Eintrag mit dem Namen „AllowCortana“ und dem Wert 0 (deaktiviert). Nun ist bei einem Klick auf das Suchfeld Cortana nicht mehr aktiv.

Um außerdem die Websuche (im Windows-eigenen Suchfeld) zu deaktivieren, müssen unter

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Search

der Wert „BingSearchEnabled“ sowie „CortanaConsent“ auf 0 gesetzt werden. Auch hier nicht vorhandene Einträge mittels neuem DWORD(32) Wert anlegen. Nach einem Neustart ist das Suchfeld „offline“.

Wenn ihr nicht mit dem Registrierungseditor arbeiten wollt oder einfach und schnell automatisch alle gerade genannten Änderungen umsetzen wollt, habe ich eine fertige *.reg Datei geschrieben, die nur von meiner Webspace heruntergeladen und ausgeführt werden muss. Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen.

3. und 4. Benachrichtiungsfenster, Aktivitäten-Timeline und Soziale Kontakte ausblenden

Die neue Windows 10 „Timeline“ Funktion (der neue Button neben dem Startmenü) zeichnet alle Nutzungsaktivitäten des Rechners auf und stellt sie chronologisch dar. Das mag zwar ganz praktisch sein, man kann es aber auch aus Datenschutzaspekten kritisch sehen und wenn man es sowieso nicht braucht auch gleich deaktivieren. Dazu öffnen wir wieder den Registrierungseditor und navigieren zu folgendem Pfad:

HKEY_LOCAL_MACHINE/Software/Policies/Microsoft/Windows/System 

Dort erstellen wir mit Rechtsklick einen neuen DWORD(32)-Eintrag Namens „EnableActivityFeed“ mit dem Wert 0. Danach fungiert der Button lediglich zur Verwaltung von mehreren virtuellen Desktops.

Der „soziale Kontakte“ Button (My People App) links neben den Tray-Symbolen funktioniert im Zusammenhang mit dem Outlook.com oder anderen synchronisierten Konten und dient als Schnellzugriffsfeld für das Verfassen von Nachrichten. Wer das nicht braucht, klickt mit Rechtsklick auf das Icon und auf „ausblenden“.

Das „Action Center“ sammelt Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen am rechten Bildschirmrand und erinnert stark an das Dropdownmenü für selbige in Android. Wer das nicht mag, kann es auch deaktivieren. Dann werden Pop-Up Meldungen regulär eingeblendet, bleiben aber nicht mehr im Action Center hängen und warten auf Aufmerksamkeit.

im Registrierungseditor unter folgender Adresse

 
HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Explorer

einen neuen DWORD(32) Eintrag mit dem Namen „DisableNotificationCenter“ und Wert 1 erstellen.

Um euch auch hier die Arbeit zu ersparen, habe ich für die Anpassungen an der Timeline und dem Benachrichtigungscenter wieder eine REG-Datei zum Ausführen bereitgestellt, welche die Änderungen automatisch übernimmt. Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen.

5. klassische Systemsteuerung nutzen

In Windows 10 wurde die klassische Systemsteuerung (control) durch die „Einstellungen“ App ersetzt, die zwar nach und nach mit neuen Funktionen versehen wird, aber trotzdem noch wesentlich weniger bietet wie die Systemsteuerung. Wer bereits das OpenShell Menü installiert hat, hat vielleicht bemerkt, dass einem das Programm einen sehr bequemen Zugriff auf die Einträge der Systemsteuerung bietet. Wer trotzdem einen Schnellzugriff auf die Systemsteuerung haben möchte, kann folgendes tun:

In der Programmsuche des Startmenüs „control“ eingeben und zum angezeigten Programm – der alten Systemsteuerung – eine einfache Desktopverknüpfung erstellen.

Wer OpenShell Menü nicht nutzt und – wie es bis zur Vergangenen Windows-Version noch möglich war – die Systemsteuerung mit einem Rechtsklick auf den Startbutton / Einstellungen aufgerufen hat (jetzt öffnet sich dort die Einstellungen App), kann das ebenfalls ändern. Dazu in die Dateiexplorer-Adressleiste folgenden Pfad eingeben:

%LocalAppdata%\Microsoft\Windows\WinX\Group2

Im dortigen Ordner werden Verknüpfungen ebendieser Rechtsklick-Funktionen angezeigt. Dort wird die „Systemsteuerung“ Verknüpfung gelöscht und die eben erstelle Verknüpfung zur klassischen Systemsteuerung hineinverschoben. Jetzt ist es wichtig, die Verknüpfung in „4 – Control Panel“ umzubennen, damit es funktioniert (es wird automatisch wieder der Name Systemsteuerung angezeigt).

6. Windows Explorer anpassen

In den Ordner- und Suchoptionen des Datei Explorers (Über das Datei-Menü im Explorer-Fenster erreichbar) ändern wir die Einstellungen „Datei Explorer öffnen für: Dieser PC“ um beim Aufrufen des Explorers z.B. aus der Schnellstartleiste direkt beim „Arbeitsplatz“ zu landen und nicht in den Bibliotheken. Außerdem im Reiter „Ansicht“ den Haken bei „Benachrichtigungen des Synchronisationsanbieters“ entfernen, damit keine Werbung für z.B. Office oder OneDrive im Explorer angezeigt wird.

Als nächstes laden wir uns das kostenlose Tool OldNewExplorer herunter. Das Programm benötigt keine Installation und ist unkompliziert in der Handhabe. Das Tool modifiziert das Aussehen des Dateiexplorers, damit dieser mehr wie in Windows 7 aussieht. Nach dem Ausführen setzen wir noch einen Haken bei „Use command bar instead of Ribbon“ und passen die Einstellungen entsprechend wie in folgendem Bild an. Hier direkt noch ein Bild-Vergleich mit Laufwerk C: (1) Das Fenster in Windows 7; (2) Das modifizierte Fenster in Windows 10; (3) Das original Windows-Fenster (mit geöffnetem Ribbon-Menü)

Weitere Verbesserungen zum Datei Explorer findet ihr in den Registry-Tricks am Ende des Beitrags!

7. Benutzeranmeldung und Sperrbildschirm

„Drücken Sie eine beliebige Taste, um die Windows 10 Anmeldeinformationen anzuzeigen.“

Der meiner Meinung nach überflüssige, an Smartphones angelehnte Sperrbildschirm vor dem Anmelden lässt sich zum Glück relativ unkompliziert deaktivieren. Im Registrierungseditor ändern wir unter

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization

den Wert „NoLockScreen“ zu 1. Sollte der Schlüssel „Personalization“ noch nicht bestehen, muss er erst neu angelegt und der Eintrag als DWORD(32) erstellt werden.

8. Weitere Registry-Tricks

Ich habe noch einige weitere, kleinere Verbesserungen zusammengefasst, welche sich allesamt durch den Registrierungseditor umsetzen lassen. Diese habe ich in einer Registry-Datei gespeichert so dass diese bequem in das Zielsystem übernommen werden können.

  • Im Rechtsklick-Kontextmenü von Dateien und Ordner den Eintrag „In Ordner kopieren/verschieben…“ hinzufügen
  • Die Zeit, die Windows auf eingefrorene Prozesse und Anwendungen wartet, ist kürzer
  • Windows beendet beim Herunterfahren noch offene Programme schneller
  • Kein automatisches Überprüfen und Hinweisen auf zu wenig Speicherplatz in der Systempartition
  • Bei fehlerhaften Verknüpfungen nicht nach dem Dateiziel suchen
  • im „Öffnet mit…“ Kontextmenü von Dateien nicht das Internet durchsuchen
  • Schnelleres Einblenden von Untermenüs in Explorer-Kontextmenüs
  • Erweiterte Adware-Erkennung beim Windows Defender [1]

Die Änderungen findet ihr hier zum Download: Windows10_ExplorerDesktopTweaks.reg
Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen. Im Anschluss explorer.exe oder den Computer neu starten!

9. Hintergründe und Icons

Und zum Schluss: Mit einem Set von Windows 7 Systemhintergründen für den Desktop lässt sich Windows 10 noch weiter anpassen! Wollt ihr das Hintergrundbild auch im Anmeldebildschirm sehen, muss in den Einstellungen unter Personalisierung die Option „Hintergrundbild des Sperrbildschirms auf Anmeldebildschirm anzeigen“ aktiv sein.

So sieht’s zum Schluss aus.

Ich finde den neuen „Flat Look“ der Systemicons eigentlich ganz hübsch. Wollt ihr lieber die aus Windows 7 bekannten Symbole und Dateibilder nutzen, solltet ihr euch folgende englischsprachige Anleitung auf howtogeek.com anschauen. Dazu kommt wieder der Registry Editor zum Einsatz.

PS: Der Rechner ist langsam? In diesem zweiteiligen Tutorial erfährst du, wie Windows schneller gemacht werden kann.

Praktische System-Tools für mehr Kontrolle

– 18 Software-Tipps –

… welche das Arbeiten mit Windows erleichtern, nützliche Funktionen einführen und mehr Kontrolle über das Betriebssystem und die laufenden Prozesse geben. Sie können größtenteils ohne Installation ausgeführt werden.

button_vi button_7 button_8 ProcessExplorer (SI)

tools_taskmanEine verbesserte Version des klassischen Task-Managers. Zeigt zusätzliche Informationen zu Prozessen und geladenen DLLs an (was steckt hinter svchost?) und gibt detailiert Auskunft über Systemressourcen.  Ersetzt auf Nachfrage den normalen Taskmanager. (Läuft auch unter Windows 10, da ist der mitgelieferte Task-Manager allerdings schon stark verbessert worden und ebenbürtig.)  >> Zur Webseite

button_vi button_7 button_8 button_10 RamMap (SI)

Zeigt übersichtlich und in Echtzeit die Belegung des Arbeitsspeichers (RAM) durch Anwendungen, Prozesse, Treiber und durch das Windows-System an. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 DiskView (SI)

Zeigt ausführlich in einem graphischen Fenster die Speicherbelegung der gewählten Festplatte an, wie man es von manchen Defragmentierungsprogrammen kennt. Zur Analyse von einzelnen Datenblöcken können per Klick Infos angezeigt werden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 TCPView (SI)

tools_tcp

Listet prozessbezogen alle ein- und ausgehenden TCP-Internetverbindungen auf. Ermittelt den Port und die Zieladresse. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 PendMoves MoveFile (SI)

Windows verfügt über einer „MoveFileEx-API“, um gerade genutzte oder gesperrte Dateien beim nächsten Systemstart zu modifizieren bzw. zu löschen. Am ehesten kennt man das von der typischen Meldung „Starten Sie das System neu, um die Deinstallation abzuschließen.“ Mit dieser einfachen Kommandozeilen-Anwendung kann man solche Operationen selber planen, zum Beispiel bei einer gerade nicht löschbaren Datei. Dazu wird die Exe über die Konsole (cmd) geöffnet und mit dem Befehl movefile gesteuert. Genau Benutzung siehe Beschreibung. >> Zur Webseite

 

button_vi button_7 button_8 button_10 Disk2vhd (SI)

disk2vhdErlaubt das einfache Speichern einer Windows-Systempartition bzw. -Festplatte als virtueller Datenträger im laufenden Betrieb. Kann anschließend in VirtualBox (nach Umkonvertierung) oder Virtual PC (max. 127Gb) eingebunden werden. Mehr Details: Davon habe ich bereits in einem gesonderten Beitrag berichtet… >> Zum Beitrag & Download

SI: Die folgenden Programme stammen aus den Windows Sysinternals, eine Sammlung von Anwendungen des Microsoft-Entwicklers Mark Russinovich.

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 regshot

Vorher-Nachher Schnappschuss der Windows-Registry machen und automatisch vergleichen lassen. Das Ergebnis wird in einer txt oder html Datei gespeichert. So kann z.B. bei einer Systemänderung oder Installation nachvollzogen werden, welche Registrierungsschlüssel eingetragen wurden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Networx

tools_networxÜberwacht und erstellt Statistiken von gesamten Netzwerkverkehr, ähnlich wie auf dem Smartphone. Seit Windows 10 gibt wird dieses Feature zwar schon mitgeliefert, das Programm bietet aber wesentlich mehr Informationen, lässt sich ausgiebig konfigurieren und zeigt den Datenverbrauch in übersichtlichen Balkendiagrammen an. Leider Shareware, das Programm muss installiert werden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 WifiGuard

Überwacht das WLAN/Heimnetzwerk, zeigt verbundene Geräte an. Verschiedene Optionen zum anpingen und testen der Firewall. Gibt Alarm bei unbekannten Geräten. Kostenlose Version zeigt max. 5 Geräte an. >> Zur Webseite

button_allos RJL Product Key Viewer

Zeigt den benutzten Windows Product Key / Lizenzschlüssel an. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Teracopy

tools_teracopy

Ersetzt den Windows Kopierprozess. Kopiert vor allem größere Dateizahlen und -mengen insgesamt schneller, Kopiervorgänge lassen sich pausieren/später fortsetzen, validieren und mehrere Kopiervorgänge in einer Warteschlange einreihen. Ich empfehle die Version 2.3, sie ist übersichtlicher und zudem mit Windows XP kompatibel. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Windows-Firewall Tools

Mit den zwei kleinen Programmen TinyWall und WFN kann man unkompliziert die Windows Firewall erweitern, ein- und ausgehende Verbindungen kontrollieren und sein System so sicherer machen. Wie das geht, habe ich bereits in einem anderen Beitrag beschrieben >> Zum Beitrag

button_7 button_8 button_10 Zugriff auf alle Einstellungen – GodMode

Mit dem berüchtigten „Godmode“ kann man auf viele zusätzliche Systemeinstellungen zugreifen, die so nicht in den Einstellungen zu finden sind. Alle Optionen werden übersichtlich in einem Ordnerfenster aufgelistet. Dazu an einem belieben Ort einen neuen Ordner (Rechtsklick) erstellen und beim Umbenennen folgendes eingeben:

GodMode.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}

 

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 5 Virenscanner to Go

malwareportable6Virenscanner ohne Installation auf dem USB-Stick oder einfach als Zweitmeinung: Ein paar extra Anti-Malware-Tools sind immer praktisch. >> Dazu habe ich einen eigenen Artikel veröffentlicht

Außerdem: Mit dem kostenlosen Virustotal Uploader für Windows können über das Kontextmenü (Rechtsklick) einzelne Dateien auf virustotal.com hochgeladen und in der Cloud von allen gängigen Virenscannern geprüft werden. Praktisch, um letzte Zweifel auszuräumen. >> Zur Webseite

tools_tcpoptibutton_allos TCP Optimizer

Ein Klassiker. Optimiert die Browser- und Windows Netzwerkeinstellungen optimal für den vorhanden Internetanschluss/die verfügbare Bandbreite (Mbps). Gerade bei langsameren Verbindungen oder älteren Systemen kann so eine Beschleunigung der Datenübertragung erreicht werden. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 CPU-Z

Klein aber nützlich: Zeigt wichtige Informationen wie ID, Spannung, Taktrate und Temperatur zum Prozessor, aber auch allgemeine Systeminfos zu Mainboard, Arbeitsspeicher (RAM) und Grafikkarte an. Verfügt über integrierte Benchmarks. >> Zur Webseite

button_7 button_8 button_10 XMedia Recode

tools_xmediarecode

Praktisches All-In-One Konvertierungsprogramm für Audio- und Videomedien. Rippt auch CDs, DVDs und BluRays. Kostenlos und werbefrei, von einem deutschen Entwickler. >> Zur Webseite

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Explorer++

Kostenloser Ersatz für den Windows Explorer. Schlank gehalten, bietet viele praktische Funktionen wie das Arbeiten mit Tabs, Lesezeichen, Konsole öffnen, eine Vielzahl von Hotkeys, Datei- und Attributevorschau. Optimal, wenn man viel mit Dateien arbeitet. Eine Installation ist nicht notwendig. >> Zur Webseite

 

Tipp: Die portablen Anwendungen auf einen USB-Stick oder CD kopieren und immer parat haben!

Windows beschleunigen, schneller starten, optimieren (2/2)

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power_arrow3

Im zweiten Teil meiner Anleitung über das Beschleunigen von Windows geht es nun um die optimalen System-Einstellungen, Tricks und Kniffe für die Registrierung. Nicht alle Tipps sind für jedes System geeignet, deshalb sind die Beiträge entsprechend markiert. Bevor ihr zur Tat schreitet, solltet ihr die ersten Schritte aus dem vorherigen Beitrag angewendet haben.

Energiesparplan anpassen

Stellt sicher, das Windows nicht die Leistung des Computers durch einen ausgewogenen oder sparsamen Energieplan einschränkt. Dadurch werden bei vielen Rechnern nähmlich CPU und Grafikkarte niedriger getaktet. Vor allem bei Notebooks ist das häufig der Fall. Unter

w_energieopt

button_vi button_7 button_8 button_10 Systemsteuerung\System und Sicherheit\Energieoptionen

button_9x button_2k button_xp Systemsteuerung\Energieoptionen

könnt ihr diese Einstellungen aufrufen. Am bequemsten ist es, den Energiesparplan „Höchstleistung“ auszuwählen. Dieser kann dann auf Wunsch noch individuell angepasst werden (z.B. Standby und Bildschirmtimeout).

Design und Desktop-Effekte anpassen

button_vi button_7 Windows Vista und 7 haben das beliebte und schön anzuschauende Aero-Transparentdesign eingeführt. Diese Effekte können aber gerade ältere Rechner, darunter vor allem Notebooks mit integrierter GPU zusätzlich belasten und dadurch ausbremsen. Wer darauf verzichten kann, sollte zumindest den Transparenteffekt deaktivieren, oder gleich auf das „klassische Design“ wechseln (unter Windows 10 nicht mehr verfügbar!).

w7classic

Dazu führt auf dem Desktop einen Rechtsklick aus und wählt „Anpassen“.  Alternativ findet ihr die Option über die Systemsteuerung / Darstellung und Anpassen. Dort wählt ihr dann das Basis Design (deaktiviert die Transparenz) oder eben das „klassische Design“.

Nun passen wir noch die Desktop-Effekte an. Einerseits lassen sich bei aktiviertem Aero-Design noch Ressourcen freigeben (Animationen und z.B. Mausschatten, Kantenglättung), andererseits lässt sich durch das

w_effekte

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Deaktivieren von Animationen, Effekten (Minimieren, Maximieren, Menüs) das Arbeitstempo zusätzlich beschleunigen. dazu navigiert in der Systemsteuerung unter

System / Erweitert / Leistung: Einstellungen / Visuelle Effekte

Dort habt ihr die Möglichkeit, die Desktop-Effekte nach euren Wünschen anzupassen. Am effektivsten ist es, alle Effekte zu deaktivieren. Wem das zu Aufwändig ist, oder wer einfach die normalen Animationen behalten, aber alles etwas „beschleunigen“ will, kann folgende Änderungen über die Registrierung vornehmen.

button_info Dazu öffnet den Registrierungseditor (über Ausführen (Win+R) oder Suche „regedit“ eingeben), sucht den entsprechenenden Pfad im Adressbaum links und ändert den genannten Wert. Wenn ihr euch dabei unsicher seit, solltet ihr zunächst einen Wiederherstellungspunkt von Windows erstellen, das geht über die Systemsteuerung / System / Sichern und Wiederherstellen.

button_download2 Ihr könnt auch am Ende des Beitrags eine fertige Konfigurationsdatei mit allen hier genannten Tricks herunterladen und diese übernehmen.

regedit2

HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Desktop

MenuShowDelay = 8

Verkürzt die Einblendedauer von allen Desktop-Menüs.

HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Mouse

MouseHoverTime = 8

Verkürzt die PopUp-Einblendedauer bei Mausaktionen.

Such- und Indizierungsdienst deaktivieren

wsearchbutton_allos Der Windows-Search Dienst indiziert während dem Betrieb laufend alle Dateipfade auf dem Datenträger, damit diese bei Bedarf schnell gefunden werden können. Wer die eingebaute Windows-Suchfunktion für Dateien selten oder gar nicht benutzt (oder weiß, wo er suchen muss), kann Ressourcen einsparen und den Dienst deaktivieren.

Zunächst einmal deaktivieren wir die Indizierungseinstellung für alle Datenträger. Dazu im Arbeitsplatz bzw. „Dieser  PC“ das entsprechende Laufwerk mit Rechtsklick anklicken, dann „Eigenschaften“. Dort entfernen wir den Haken für die Laufwerksindizierung.

Nun deaktivieren wir den Windows Search Dienst. Dazu öffnet die Dienste-Anwendung. Entweder über das Startmenü „Dienste“ eintippen oder über Systemsteuerung / Verwaltung / Dienste öffnen. Dort den Eintrag „Windows Search“ suchen, mit Doppelklick öffnen und als Startoption „manuell“ übernehmen. Fertig!

Auslagerungsdatei vergrößern

Bei Rechnern mit wenig Arbeitsspeicher lagert Windows bei Platzmangel Daten aus dem Arbeitsspeicher auf der Festplatte aus, in die so genannte „Auslagerungsdatei“ (paging file). Außerdem wird der Arbeitsspeicherinhalt beim Windows-„Ruhezustand“ in darin gespeichert. Oft wird diese Datei aber zu sparsam bemessen. Vor allem bei weniger wie 4GB RAM kann durch zuweisen von mehr Speicherplatz eine Leistungssteigerung erreicht werden. Dazu navigiert zu

button_9x button_2k button_xp button_vi button_7 button_8 Systemsteuerung / System / Erweiterte Einstellungen / Systemeigenschaften: Erweitert: Leistung… / Erweitert / Virtueller Arbeitsspeicher: Ändern…

button_10 „control“ (im Start eingeben) / System und Sicherheit / System / Erweiterte Einstellungen / Systemeigenschaften: Erweitert: Leistung… / Erweitert / Virtueller Arbeitsspeicher: Ändern…

auslagerugnsdatWindows unterscheidet zwischen der Mindestgröße (InitialSize) und Maximalgröße (MaximumSize) der Datei. Wer über genug Festplattenspeicher verfügt, sollte eine einheitliche Größe wählen, um die Formatierung (im gegenteiligen Sinne der „Defragmentierung“) der Festplatte zu vermeiden.

Als Faustregel für die Größe gilt: Ungefähr die doppelte Menge des physikalisch verfügbaren Arbeitsspeichers (RAM) sollte reserviert werden. Also bei

RAM (Mb) -- > Dateigröße (Mb)
1024  --> 2046
2046 --> 4096
4096 --> 8192
8192 --> 16384

Alternativ kann folgender Befehl über die Konsole (cmd) als Administrator ausgeführt werden:

wmic pagefileset where name=“C:\\pagefile.sys“ set InitialSize=2048,MaximumSize=2048

  • Beachtet, dass u.a. bei System mit mehreren Datenträgern (SSDs!) die Auslagerungsdatei nicht auf dem C: Datenträger liegen kann.
  • Bei sehr alten Computern mit FAT32-Dateisystem (Windows 98, manchmal noch 2000) liegt das Dateigrößenlimit technisch bedingt bei 4GB.

Schnelleres Beenden und Herunterfahren

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Windows gibt nicht reagierenden Anwendungen, Prozessen und Diensten eine gewisse Zeit, um wieder zu reagieren (respond). Wenn ein Programm sich aber aufgehängt hat, passiert meist nicht mehr viel. Diese Zeit lässt sich ohne Gefahr abkürzen. Dazu können im genannten Registry-Pfad folgende Werte verändert werden (wie oben mit regedit beschrieben).

HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Desktop

AutoEndTasks = 1
HungAppTimeout =1000
LowLevelHooksTimeout = 1000
WaitToKillAppTimeout = 2000

Außerdem lässt sich mit einer weiteren Änderung die Zeit, die Windows Prozessen beim Herunterfahren oder Abmelden zum Beenden lässt, verkürzen. Damit lässt sich die nervige Meldung „Es wird auf folgende Programme gewartet…“ umgehen:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control

WaitToKillServiceTimeout = 2000

Nach einem Neustart sind die Änderungen aktiv!

Diverse Registry-Tricks

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer

LinkResolveIgnoreLinkInfo = 1
NoResolveSearch = 1
NoResolveTrack = 1
NoInternetOpenWith = 1
NoLowDiskSpaceChecks = 1

Nicht vorhandene Schlüssel unbedingt im DWORD-Format erstellen!

LinkResolveIgnoreLinkInfo – Verhindert, dass Windows nach fehlenden Verknüpfungszielen sucht.
NoResolveSearch – Verhindert, dass Windows nach fehlenden Anwendungen sucht.
NoResolveTrack – Verhindert, dass Windows nach fehlenden Anwendungen sucht.
NoInternetOpenWith – Deaktiviert den Dialog „Suche nach verfügbaren Programmen im Internet“ um direkt zur lokalen Programmauswahl zu kommen
NoLowDiskSpaceChecks – Deaktiviert die automatische Überprüfung der Speicherkapazität der Festplatte

Nach einem Neustart sind die Änderungen aktiv!

Sperrbildschirm und Benutzer-Anmeldung überspringen

netplwiz…und direkt auf dem Desktop landen. 

button_2k button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Dazu startet ihr netplwiz über die Eingabeaufforderung (Win+R) und könnt dort einen Nutzer auswählen, den Haken bei „Benutzer müssen Benutzernamen und Kennwort eingeben“ entfernen und auf Übernehmen klicken. Nun das Passwort bestätigen und speichern. Zeit gespart!

button_10 Ab Windows 10 wird man zusätzlich mit, einem bei Desktop-PCs vollkommen überflüssigen, Sperrbildschirm konfrontiert. Dieser lässt sich mit einer Änderung in der Windows Registrierung deaktivieren:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization

Dort einen neuen REG_DWORD (32 Bit) namens „NoLockScreen“ mit dem Wert 1 erstellen. Gibt es keinen Schlüssel „Personalization“, müsst ihr diesen anlegen.

 

Windows ReadyBoost nutzen

button_vi button_7 button_8 button_10 Für Einsteiger-Geräte wurde mit Windows Vista eine Funktion namens „ReadyBoost“ eingeführt. Man kann einen Flash-Speicher (USB-Stick) als zusätzlichen Arbeitsspeicher, oder eher „Prefetching-Cache“ einrichten. Vorraussetzung dafür ist ein „schneller“ USB 2.0+ Stick mit mind. 2GB verfügbarem Speicher. Mehr dazu (Wikipedia)

Wie einrichten? Passenden USB-Stick oder Karte mit dem Computer verbinden. Dann über den Dialog „Für Windows ReadyBoost verwenden“ oder im Arbeitsplatz / Dieser PC Rechtsklick auf den Flash-Speicher / Eigenschaften / ReadyBoost. Windows entscheidet automatisch, ob der Datenträger geeignet ist.

Mit folgender Änderung könnt ihr bei eingehängtem Datenträger ReadyBoost erzwingen, auch wenn euer Computer sagt, dass er zuschnell dafür sei (z.B. in einem virtuellen System):

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\rdyboost\AttachState

Dort denn entsprechenden Datenträger identifizieren und den Schlüssel von 2 auf 0 (DWORD) setzen.

Ich habe ReadyBoost noch nie in der Praxis erlebt. In Internetforen wird aber einer leichter Geschwindigkeitszuwachs bei Systemen mit weniger als 2GB RAM berichtet.

Windows 10 exklusive Einstellungen

button_10 Hier einige Tips, die nur unter Windows 10 funktionieren.

1.) Stellt sicher, dass unter Windows 10 „Fast Startup“ aktiviert ist, um das Hochfahren zu beschleunigen. Dazu in den Einstellungen bzw. der Systemsteuerung auf den Energiesparplan klicken und „Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll“. Hier ist die entsprechende Option zu finden:

w10fastatartup

2.) Mit diesem Registry-Eintrag werden die „Live-Tiles“ im Startmenü deaktiviert und nicht mehr laufend aktualisiert:

HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\CurrentVersion\PushNotifications

Neuer DWORD32 Schlüssel: NoTileApplicationNotification = 1

3.) Mit dem kostenlosen Tool W10Privacy kann man ungewünschte Telemetrie- und Appdienste deaktivieren. Gut für den Datenschutz und gibt Ressourcen frei.

5.) Mein Artikel Weitere Tipps zur Anpassung von Windows 10 enthält eine Anleitung, wie Einzelne oder alle Modern Apps entfernt werden können.

Alle Registry-Tricks herunterladen

button_download3 Ich habe die oben aufgeführten Windows-Registrierungsänderungen in einer fertigen *.reg Datei zusammengeführt, so dass ihr diese bequem herunterladen und einfach mit einem Doppelklick auf euer System übernehmen könnt. Benutzung auf eigenes Risiko!

Zum Download Rechtsklick auf den Link und „Ziel speichern unter…“.

Registry-Tweaks für Windows XP, Vista, 7 oder 8

Registry-Tweaks für Windows 10 (enthält Windows 10 exklusive Optionen)

Nun ist doch ein recht ausführliches Sammelsurium an Tipps zum Beschleunigen und Optimieren von Windows zusammengekommen. Wenn ihr noch weitere Vorschlage oder Fragen dazu habt, freue ich mich über eine Rückmeldung.

button_anfang

Adware-Schutz in Windows Defender aktivieren

windef_adware

Der Windows Defender bzw. die Microsoft Security Essentials, Microsofts kostenloser Viren- und Spywareschutz, den es bereits seit Windows XP gibt, erkennt nun auch Adware und unerwünschte Anwendungen (PUP) – wenn man selber Hand anlegt.

Mithilfe des Registrierungseditors (Regedit) navigiert man zu

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows Defender\MpEngine

Und erstellt dort einen neuen DWORD-Eintrag namens MpEnablePlus mit dem Wert true (1). Anschließend muss Windows neu gestartet werden.

Der Eintrag kann auch bequem mit folgendem kleinen Script hinzugefügt werden: Download von mir MpEnPlus_WinDefender_Adw.reg (Rechtsklick, Speichern). 🙂

Der Tipp funktioniert auf Windows 10. Gefunden auf heise.de.

Wo finde ich den Autostart?

autorun1

Gut, seit Windows 8 gibt es ja den verbesserten Task-Manager, welcher eine verbesserte Autostart-Verwaltung mit sich bringt. Dennoch fragt man sich vielleicht, wo Programme und Setups Autostart-Einträge hinterlegen.

> Vor dem Eingriff in die Registrierung empfiehlt es sich, einen Wiederherstellungspunkt anzulegen!

Im Startmenü können vom Benutzer bekanntlich Programmeinträge im Ordner „Autostart“ hinterlegt werden. Die essentiellen Einträge finden sich jedoch in der Registrierung (Win+R, regedit) unter den Schlüsseln

HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\

und für den gesamten Rechner unter

HKEY_LOKAL_MACHINE\…

beziehungsweise \RunOnce oder \RunServices

und können dort gelöscht werden. Neue Einträge können dort auch als Neuer Eintrag/Zeichenfolge (REG_SZ) mit Pfad zur Executable angelegt werden. Praktisch!

Mit dem Windows eigenen Tool msconfig (Ausführen) oder z.B. dem CCleaner können Einträge auch komfortabel verwaltet werden.

Bereits deaktivierte Einträge finden sich unter dem Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Shared Tools\MSConfig\startupreg

In folgendem Microsoft-Link findet ihr noch weitere mögliche Autostart-Pfade in der Registry (Seitenende): https://support.microsoft.com/de-de/kb/2647300