Windows 10: Neuen Edge-Browser ausprobieren

Ein kurzer Einblick in Microsoft’s neuen Edge Browser.

So wirklich „neu“ im Browsermarkt ist Microsoft Edge ja nicht mehr. Allerdings hat Microsoft vor geraumer Zeit entschieden, den Browser auf Basis der Chromium-Engine neu zu entwickeln [1]. Anwender profitieren dadurch vor allem von einer besseren Webseiten-Kompatibilität, der guten Chromium-Geschwindigkeit und vor allem potentieller Unterstützung von Chromium-Addons. Seit kurzem gibt es eine neue Testversion auszuprobieren, die ich gerne vorstellen möchte.

Quelle: microsoftedgeinsider.com

Während ich in den letzten Monaten den Eindruck gewonnen habe, dass es eher etwas ruhig im Wettkampf des Browserangebotes geworden ist (Chrome mit weitem Vorsprung), stehen nun doch einige Ereignisse an, die berücksichtigt werden sollten. So möchte Google angeblich in Chrome demnächst die Funktionalität von Werbeblocker-Addons auf technischer Ebene deutlich einschränken. [2] Außerdem möchte Mozilla unabhängiger von Werbepartner werden und wird deswegen wahrscheinlich noch dieses Jahr eine kostenpflichtige Abo-Version von Firefox mit Premiumangeboten wie VPN einführen. Bisher angebotene Funktionen sollen aber nicht darunter fallen. [3] Und auch der Opera-Abkömmling Vivaldi hat sich meiner Meinung nach inzwischen von einem Nischenprodukt zu einem echten Geheimtipp entwickelt. [4]

Bisher gab es nur inoffizielle Previews von „Edge 2.0“ zu sehen, seit kurzem bietet Microsoft aber einen offiziellen Download der Testversion an. Zu haben ist der Browser entweder über einen „Beta“ (bald), „Dev“ oder „Canary“ Build-Kanal, welche – ähnlich des Windows Insider Programms – unterschiedlich häufig aktualisiert werden. Die experimentelle Version ist laut Microsoft nur für Windows 10 verfügbar und lässt sich über den Microsoft Edge Insider Channel herunterladen (Englisch).

Die Installation bietet nicht viele Optionen und geht flott von der Hand, der erste Start fühlt sich schon halb vertraut an, da die Grundstruktur des Layouts noch den Chromium-Unterbau erkennen lässt.

Außerdem lässt Microsoft Edge einem bereits die Wahl, ob man Daten aus dem „alten“ Edge übernehmen oder doch lieber von vorne Anfangen möchte. Auch gibt es direkt einen Dialog zur Anpassung der Startseite. Wählt man den personalisierten, „informativen“ News Feed, wird MSN News (USA) geladen. Der generelle Seitenaufbau geschieht bei mir sehr flott – wie man es eben von Chrome kennt – und es kam bei mir im Testzeitraum zu keinen Darstellungsproblemen oder Abstürzen.

Startet man den Browser auf Windows 10 mit einem aktivem Microsoft-Konto, wird man automatisch mit diesem angemeldet. Die Verknüpfung kann auch direkt in der Navigationsleiste mit dem Profilbutton eingesehen und verwaltet werden. Weiterhin kann man individuell angepasst Offline- oder Gastprofile erstellen. Die Einstellungsreiter wirken aufgeräumt und scheinen optisch an die Einstellungen-App von Windows 10 angepasst worden zu sein. Insgesamt macht der Browser schon einen sehr guten Eindruck auf mich, da freut man sich auf mehr! Besonders gefällt die Kombination aus Microsoft Branding sowie Integration ins Betriebssystem und die Vorteile der Chromium Engine. Als langjährigen Firefox-Nutzer gab es für mich bisher schlicht keinen Grund, Microsoft Edge zu nutzen, aber mit der Fertigstellung der neuen Version werde ich mir den Browser wohl noch einmal anschauen.

Auf bleepingcomputer.com ist übrigens nachzulesen, dass Edge als erster Browser mit Chromium-Unterbau von Hause aus DRM geschützte Medien (WideVine und PlayReady) wiedergeben und somit z.B. Netflix in 2K oder sogar 4K Auflösung streamen kann. Das macht den Browser sicher für viele Nutzer um einiges interessanter.

Microsoft Edge mit drei offenen Tabs (Newsfeed, Outlook und Tagesschau) belegt bei mir im Arbeitsspeicher 136 Mb (Firefox 330 Mb), die finale Installationsgröße 544 Mb auf der Festplatte.

Weitere Interessante Informationen: Microsoft Edge & Chromium: Hintergründe zur Open-Source-Integration

Windows 10 1809: Desktop-Neuerungen im Oktober-Update 2018

1809_01

Seit Dienstag, dem 02. Oktober 2018 ist das nächste große Windows 10 Update 1809, auch Oktober 2018 Update oder Redstone 5 genannt, zum Download verfügbar und bringt einige Neuerungen für Desktop-PC-Nutzer mit. Die Aktualisierung erfolgt wieder in mehreren „Roll-Outs“, so dass es nicht bei jedem Benutzer gleich von Windows Update angezeigt und heruntergeladen wird. Wer das Upgrade forcieren oder selber durchführen möchte, kann das mit dem aktuellen Microsoft Media Creation Tool machen.

Ich habe das neue Update bereits getestet und möchte euch hier die wichtigen praktischen Veränderungen vorstellen, die sich im täglichen Umgang mit dem Desktop ergeben und den unmittelbaren Umgang mit Windows beeinflussen.

Das gesamte Fluent-Design der Windows 10 Benutzeroberfläche wurde weiter verbessert. Die dezenten Transparenzeffekte und Fade-In-Animationen sind jetzt in noch mehr Fenstern der System-Apps zu finden. Die nun etwas breitere Cortana-Suchleiste zeigt bei einer Websuche noch detaillierte Ergebnisse an und lässt einen Download direkt aus dem Fenster zu. Die auffälligste Neuerung: Der Windows Explorer unterstützt jetzt den dunklen Modus.

Die Cloud schlägt zurück: Die App-Variante der Datenträgerbereinigung, Storage Sense, kann nach Zustimmung jetzt auch selten genutzte Dateien z.B. bei geringem Speicherplatz oder nach definiertem Zeitabstand, in die Microsoft Cloud auslagern. Sicher praktisch, wenn man nur eine kleine SSD hat. Außerdem gibt es das bekannte Kopieren und einfügen (Strg+C) jetzt auch als Onlinevariante, synchronisiert zwischen allen Microsoft-Geräten. Plagiate waren nie einfacher. Wer gerne Smartphone und PC verbindet, kann mit der neu installierten „Your Phone“ App („Ihr Smartphone“) noch mehr Daten als bisher austauschen. In Zukunft sollen sich wohl auch Smartphone-App-Inhalte so auf dem PC abbilden lassen.

In der Einstellungs-App gibt es ebenfalls neue Funktionen. Auf der Startseite werden Tipps angezeigt und es wurden diverse Einträge umsortiert. Das ausgegliederte Windows Security Center heißt jetzt einfach nur noch „Windows Sicherheit„. Der Installationszeitpunkt von Windows Updates soll automatisch intelligenter gewählt und im ausgebauten „Gaming Modus“ gänzlich unterbunden werden. Außerdem zeigt Windows nun mehr Details zu Bluetooth-Geräten an. Zudem ist jetzt Swiftkey bei virtuellen Tastaturen immer dabei und bei einem vollständigen Zurücksetzen des PCs wurde die Möglichkeit, Nutzerdaten aus der vorherigen Installation zu migrieren, erweitert. Sehr praktisch ist auch, dass der Task-Manager jetzt den geschätzten Stromverbrauch von Apps und Prozessen anzeigt.

1809_03

Der mitgelieferte Browser Microsoft Edge wurde ebenfalls in vielen Details verbessert. Tabs werden nun stärker schattiert und es gibt mehr Fluent-Effekte und Symbole im Menü. Der Umgang und Drucken mit PDFs und die dazugehörige Werkzeugleiste wurde ausgebaut. Grundsätzlich soll man sich jetzt mit Windows Hello auf Webseiten anmelden können.

Die Anruf- und Messaging-App Skype wurde überarbeitet und präsentiert sich in einem schlichten, aber eleganten Design. Wer regelmäßig das Snipping-Tool zum Erstellen von Screenshots nutzt, wird nun aktiv auf die Nachfolge-App „Ausschneiden und Skizzieren“ verwiesen und der entsprechende Hotkey Win + Shift + S wurde ebenfalls angepasst. Und wer es noch nicht vermisst hat: Aus Notepad lässt sich direkt eine Bing-Suche starten!

Fazit: Mir gefallen die Änderungen am Desktop gut – auch wenn sie hauptsächlich kosmetischer Natur sind – und sie verleihen Windows 10 noch mehr eigenständigen Charakter. Im Vergleich zu Anfang 2015 hat sich schon gewaltig was getan. Wer den Rechner nur selten anschaltet, mag sich an den regelmäßig erscheinenden, großen Systemupdates (mehrere Gigabytes) und die einhergehenden Veränderungen stören. Auch für IT-Administratoren muss der Aufwand enorm sein. Abgesehen davon ist es eine tolle Sache, dass Windows 10 kontinuierlich weiterentwickelt und auch auch verbessert wird. Bei Windows 7 als Hauptsystem bleibe ich trotzdem noch, solange es geht (Bericht Windows 7 unter AMD Ryzen).

Einen vollständigen Changelog zum Update gibt’s zum Beispiel auf winfuture.de

 

 

Microsoft Apps ausprobiert – auf Android (fast) komplett

wplumiadeadWindows Phone ist tot, lange lebe Windows Mobile! [1] [2] Schade eigentlich, dabei habe ich Microsoft’s Smartphone-Ökosystem sehr geschätzt. Es war von Anfang an professionell und pragmatisch gehalten. Besonders gefallen haben mir die enge Verzahnung ab Windows 10 (UAP) und die Softwareausstattung lauffähig „as is“, ohne von ein dutzend Drittanbieter abhängig zu sein, um tägliche Aufgaben erledigen zu können. Gut, wenn man sein Smartphone nur gelegentlich, eben als verlängerter Arm zum PC braucht. Leider hat’s dann mit dem Durchbruch doch nicht so geklappt.

„Windows Phone“ auf Android-Basis?

Inzwischen hat Microsoft seine App-Präsenz unter Android stark ausgebaut und ich wollte endlich einmal testen, ob man sich mit all den Diensten praktisch ein „Windows Phone“ auf Android einrichten kann, ohne Dienste von Google oder Drittanbietern nützen zu müssen.

Dreh- und Angelpunkt ist dabei der Microsoft Launcher (ehem. Arrow Launcher) [3] , der sich seit geraumer Zeit wachsender Beliebtheit erfreut. Der Launcher ist sehr umfangreich und ersetzt den des Herstellers (z.B. TouchWiz von Samsung) komplett. Dabei präsentiert er sich sehr unaufdringlich und lässt die Benachrichtigungen von Android unverändert. Grundsätzlich bietet auch er eine frei konfigurierbare Startfläche und hat im linken Fenster eine Art „News-Feed“ – mit Wetter, Terminen, Ereignissen und Nachrichten – der auf das eingerichtete Outlook-Konto zugeschnitten ist. (Auf die Datenschutzaspekte möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da es vergleichbar mit Google ist und wenn man keine Daten teilen möchte, lieber ganz auf ein Smartphone verzichten sollte).

Mit einer Wisch-Geste nach unten öffnet man die geräteweite Suche bzw. zeigt sich häufig benutzte Programme an, mit einem Wisch nach oben öffnet man das App-Menü. Hier lassen sich – in Erinnerung an Windows Mobile – die installierten Apps auch vertikal nach dem Alphabet sortieren, was mir sehr gefällt. Mit den Buchstabenkürzeln am Rand kann schnell an die passende Stelle gesprungen werden. Es werden einem viele Optionen geboten, den Launcher individuell zu konfigurieren, unter anderem können auch unerwünschte Apps „ausgeblendet“ werden. Als Standard-Suchmaschine ist natürlich Bing.de eingerichtet, es lassen sich damit auch QR-Codes und Audios „suchen“.

Ein weiteres, wichtiges Feature: Die seit dem Fall Creators Update 2017 eingeführte Funktion, Windows 10 mit dem Smartphone zu verknüpfen, wird über den Launcher realisiert. Einmal dort mit dem Microsoft-Konto angemeldet, können Benachrichtigungen geräteübergreifend empfangen und weitere Synchronisationsoptionen genutzt werden.

outlookDie Outlook-App [4] bildet den zweiten großen Baustein der Microsoft-Apps. Hier können kontobezogen E-Mails abgerufen, Kontakte und der Kalender verwaltet werden. Dabei orientiert sich das Design und der Aufbau der App eng an dem Design von Microsoft’s Outlook.com. Emails werden auf Wunsch automatisch sortiert, es lassen sich Zweitadressen einrichten und auch das Verwalten der Kontakte und des Kalenders geht flott von der Hand, auch wenn meiner Meinung nach das Kalenderlayout (im Vergleich zum Google Calendar) etwas lieblos wirkt. Der Kalender unterstützt auch den Import von Termindaten anderer Kalender.

edge2
Den unter Windows 10 eingeführten Edge-Browser gibt es nun seit Ende 2017 endlich auch für Android und iOS zu haben. Schön, eine weitere Alternative zu Chrome! Das Technik-Grundgerüst baut auf der bewährten Chrome-Engine Blink auf, so dass keine Kompatiblitätsprobleme mit Webseiten zu erwarten sind. Designtechnisch orientiert sich der Browser klar an seinem Desktop-Pendant (inklusive Hell/Dunkel-Modus), bietet sonst aber auch wenig mehr als Standardkost an Funktionen. Unterstützung für Add-Ons gibt es (vorläufig) nicht. Dafür läuft der Browser erstaunlich flott. Neben den üblichen Synchronisierungsoptionen bietet die App auch die praktische Funktion, das Lesen der aktuellen Webseite auf dem Desktop PC fortzusetzen (was eine aktive Kopplung mit Windows 10 voraussetzt).  Dazu gibt es eine extra Leiste am unteren Ende des Bildschirms, wodurch die Bedienung gefühlt flotter von der Hand geht, da man weniger Menüs aufrufen muss. Außerdem können Webseiten als Verknüpfung auf dem Homescreen abgelegt werden. Diese werden dann praktischerweise im App-Manager des Smartphones auch als eigenständige Anwendung angezeigt und können so beendet werden, was ein installieren vieler Webseiten-Apps somit überflüssig macht.

cortanaDie persönliche Assistentin Cortana wurde mit Windows 10 eingeführt. Seit einiger Zeit gibt es diese auch für Smartphones zu haben, allerdings vorerst nicht in Deutschland [5]. Sie kann derzeit manuell ohne Probleme als APK-Datei installiert und eingerichtet werden, funktioniert aber nur auf Englisch. Sie unterstützt die Spracheingabe sowohl von der App aus direkt als auch vom Sperrbildschirm und integriert sich, einmal installiert, in den News Feed des Microsoft Launchers. Die Funktionen sind im Moment vergleichbar mit Google Now. Im Test haben bei mir die „Grundfunktionen“ wie das Versenden von SMS allerdings nicht so zuverlässig funktioniert.

 

Das Pendant zu Google Drive lautet OneDrive (ehem. SkyDrive) und ist seit Windows 10 schon als Dienst vorinstalliert. Einmal als App installiert, hat man auch die Möglichkeit, geschossene Fotos automatisch mit der Cloud zu synchronisieren, so dass man das Smartphone zum Bilderabgleich bequemerweise nicht mehr mit dem PC verbinden muss. Auch die anderen Outlook bzw. Office Apps wie OneNote nutzen den Speicher des OneDrive-Kontos. Zum Start gibt’s lediglich 5Gb freien Speicher kostenlos, dieser lässt sich aber durch verschiedene Maßnahmen schnell vergrößern. Zum Beispiel bekommen Nutzer eines Samsung-Gerätes kostenlos 100Gb, durch Empfehlungen an Freunde gibt es ebenfalls Bonis. Wer Office 365 (oder 2016) besitzt, bekommt automatisch 1 Terabyte Speicherplatz. Beworben werden die kostenpflichtigen Upgrade-Optionen als „Premium“:

onedrivepremium

Wer MS Office mag und nutzt, wird sich über sämtliche Office-Apps freuen: Word, Excel, OneNote, PowerPoint und Sway sind verfügbar. Bis auf Sway lassen sich die Apps in einer Basis-Version nach Anmeldung mit dem Microsoft-Konto kostenlos und uneingeschränkt nutzen. Auch das direkte Freigeben (Teilen) der Dokumente ist möglich. Dann können Teilnehmer auch (im Sinne von Google Docs) Dokumente gemeinsam bearbeiten. Desktop-Nutzer können auf Word Online über outlook.com im Browser von überall zugreifen.

Fazit: Die Palette an Apps von Microsoft unter Android ist bereits sehr vielseitig, wer hauptsächlich dessen Dienste nutzt, wird ausreichend bedient. Auch ohne den Kauf von Office 365 lassen sich alle Kernfunktionen produktiv nutzen. Dreh- und Angelpunkt bleibt der Microsoft Launcher, der viele zentrale Funktionen sinnvoll vereint. Die Verzahnung der Outlook.com Dienste wirkt durchdacht und die Verknüpfung mit Windows 10 funktioniert gut, auch wenn es hier meiner Meinung nach Ausbaupotential gibt.

Die Idee eines „Windows Phone“ lebt also weiter, nur anders als gedacht…

 

 

Windows 10 und Windows 7 im Vergleich (2018) – Muss ich schon umsteigen?

w7vs10
Seit dem Erscheinen von Windows 7 sind inzwischen 9 Jahre vergangen. Nun hat Microsoft am 01. Februar 2018 auch noch angekündigt, dass Office 2019 nur noch auf Windows 10 laufen wird. Sollte ich auf Windows 10 wechseln, oder kann das noch warten? Profitiere ich überhaupt von den Neuerungen, die Windows 10 mit sich bringt? Im folgenden Beitrag suche ich Argumente für und gegen einen Umstieg auf Windows 10 im Jahr 2018. Oft steckt der Haken nämlich im Detail.
StatCounter-windows_version-ww-monthly-201702-201802Laut statcounter hat Windows 10 im Dezember 2017 zum ersten Mal mehr Nutzeranteile als Windows 7. Zurecht wird Windows 7 nachgesagt, es bahnt sich an das neue Windows XP zu werden. Denn nicht jeder ist von den Änderungen in Windows 10, wie den erzwungenen Updates, fragwürdigem Datenschutz und dem App-Store begeistert. Andererseits muss man Windows 10 auch eingestehen, dass sich seit dem Release einiges getan hat und es inzwischen ein durchaus rundes Bild abgibt.

Gründe, bei Windows 7 zu bleiben:

  • Der offizielle Supportzeitraum von Windows 7 läuft noch bis Januar 2020! Das heißt, bis dahin wird Windows 7 weiterhin mit Sicherheitsupdates versorgt. Das sind noch zwei Jahre. Und angesichts der Tatsache, wie viele Großkunden weiter auf Windows 7 setzen, ist zu vermuten, dass es wie bei Windows XP noch weiter inoffizielle Updates geben wird.
  • Soft- und Hardwarekompatibilität. Für ältere Rechner und Hardware gibt es unter Umständen keine kompatiblen Treiber für Windows 10. Netzwerkkarten, Drucker und Hybrid-Grafiklösungen sind häufig davon betroffen. Schließlich ist die Hardware in der Regel für die jeweilige Windows-Generation zum Zeitpunkt des Erscheinens optimiert. Außerdem können ältere Programme und Anwendungen auf Windows 10 aus verschiedenen Gründen unter Umständen nicht mehr funktionieren. Wer die Kompatibilität vorher überprüfen will, kann das mit dem Microsoft Media Creation Tool (ehem. Upgrade Advisor) tun.
  • Kein spürbarer Geschwindigkeitsvorteil! Im Gesamteindruck, vor allem bei Gaming-Benchmarks gibt es keine gravierenden Leistungsunterschiede. Lediglich der Bootvorgang geht bei Windows 10 wegen der neuen Fast-Startup-Funktion schneller. [1] [2] [3]
  • Keine Desktop-Experimente: Windows 7 hat den Aero-Desktop perfektioniert, gibtw7gruende01ein rundes Bild ab und läuft sehr stabil. Dagegen muss man sich in Windows 10 seit der Veröffentlichung über verschiedene Unstimmigkeiten, wie der Parallelexistenz von Einstellungs-App und Systemsteuerung ärgern. Die Apps und der Windows Explorer wirken wie zwei getrennte Welten. Und bei jedem Content-Update sind mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder Änderungen mit dabei. Konzentrierter Arbeiten, ohne durch das nervige Actioncenter abgelenkt zu werden: [1]
  • Mehr Freiheit bei Updates und Treibern – Bei Windows 7 kann noch selber entschieden werden, welche Windows Updates oder Treiber von Windows Update heruntergeladen und installiert werden. Bei Windows 10 können Updates nur noch „geschoben“ werden, früher oder später werden sie (ungefragt) installiert. Spezielle Hardware-Treiber werden einfach durch Windows Update überschrieben, weil sie aktueller seien. [1]
  • DirectX 12 wenig genutzt – Windows 10 bringt die neueste DirectX-Hardware-Schnittstelle mit, die theoretisch noch bessere Leistung und z.B. Grafikeffekte ermöglicht. Allerdings ist hier die Auswahl noch sehr gering, betrifft eher aktuelle Spiele und DirectX ist wohl nicht in jeder Situation schneller. [1] [2]
  • Kein Online-Zwang und Datenschutz. Beim Einrichten von Windows 10 wird man nahezu dazu genötigt, sich ein Online-Konto zu erstellen. Spätestens auf dem Desktop wird klar, dass man ohne ein Online-Konto viele der neuen Funktionen von Windows 10 gar nicht nutzen kann, geschweige denn Apps zu beziehen. Hat man sich angemeldet, werden auch alsbald schon fleißig Telemetrie-Daten gesammelt und an Microsoft geschickt. Davor hat auch schon die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gewarnt.  [1] [2] [3]
  • Kein Vorteil durch Apps – Für meinen Geschmack steckt der Microsoft App Store noch in den Kinderschuhen und spielt bei der Nutzung von Windows 10 eher eine untergeordnete Rolle. (Fast) alle Apps gibt es auch als reguläre Software über das Internet zu beziehen. Nun, da Windows Mobile gescheitert ist, spielt die „Universal-Plattform“ momentan auch keine zentrale Rolle. Hinzu kommt, dass sich viele „Junk Apps“ im Store finden. [1] [2] [3]

Gründe, auf Windows 10 zu wechseln:

  •  Aktuellste Technik und Windows-Insider – Windows 10 ist die aktuellste Betriebssystem-Architektur von Microsoft. Wer also gerne neue Funktionen ausprobiert, oder immer die aktuellste Software nutzen will, wird sich unter Windows 10 wohl fühlen. Wer sich sogar aktiv in die Entwicklung von Windows 10 einbringen will, kann mit dem Windows-Insider-Programm und dem Feedback Hub schon vorab neue Funktionen testen, Vorschläge und Fehler melden. [1] [2]
  • Neue Hardware – Neue PC-Hardware ist für die zukünftige Betriebssystemgeneration, also Windows 10, optimiert. Wer die neueste Grafikkarte oder Prozessor nutzen und die beste Geschwindigkeit damit z.B. bei Gaming herausholen will (z.B. bei einem Upgrade oder PC-Zusammenstellung), sollte auf Windows 10 setzen. Die aktuellen AMD Zen (Ryzen) und Intel Kabylake Prozessorgeneration unterstützen Windows 7 übrigens offiziell nicht, die Installation auf Umwegen ist aufwendig. [1]
  • Universal-Apps und Online-Funktionen – Mit den Outlook-Konto können Eigene Dateien und App-Daten geräteübergreifend (auch zwischen Smartphone und PC) synchronisiert werden. Dies ist zum Beispiel bei Outlook Mail, Kalender, OneOnte, OneDrive und Edge usw. möglich. Wer es mag, kann seine Suche durch Cortana unterstützen lassen. Außerdem lassen sich über den Store Schnittstellen wie WhatsApp, Netflix oder die Xbox App nutzen. [1]
  • Exklusive Software. Hält sich noch in Grenzen, gibt es aber. So wird Office 2019 nur noch für Windows 10 erscheinen. Immer mehr AAA-Spiele können auch über den Store bezogen werden. Außerdem kann man auf Windows ausschließlich über den Microsoft Edge Netflix-Inhalte in 4K streamen. [1] [2]
Fazit: Auch wenn aktuelle Benchmarks nur einen verschwindend geringen Unterschied in der allgemeinen Performance von Software unter Windows 10 gemessen haben, wird sich neue Hardware und Hardwaretreiber an den Standards von Windows 10 orientieren und entsprechend dafür optimiert sein. Wer also die neueste Generation von Technik nutzen möchte, wird vermutlich besser bei Windows 10 aufgehoben sein. Außerdem besticht Windows 10 durch einen deutlich flotteren Startvorgang. Wer hingegen von Cortana, Edge und Co. nicht angetan ist, muss sich vorerst noch keine Gedanken machen, denn Windows 7 wird noch bis 2020 mit Updates versorgt und auch darüber hinaus ist noch nicht alles geklärt.

Windows 10 Fall Creators Update – Desktop-Neuerungen im Überblick

Am 17. Oktober 2017 hat Microsoft begonnen, das Fall Creators Update, Version 1709, auf Windows 10 Geräten in Deutschland zu verteilen. Im folgenden Bericht möchte ich auf die wichtigen Neuerungen im Desktop-Bereich eingehen.

Habe ich das Update 1709 schon?

Die installierte Windows-Version wird unter [Start] / Einstellungen / System / Info angezeigt.

FCU_01

Sollte das Update noch nicht installiert worden sein, wechselt im Einstellungsmenü ins Register Windows Update und prüft dort auf Aktualisierungen. Alternativ besucht man

https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10

, dort kann man das Update über den Button „Jetzt aktualisieren“ erzwingen (funktioniert am besten im Microsoft Edge Browser), oder man lädt sich mit dem Media Creation Tool ein aktuelles Datenträger-Abbild für herunter.

 

Fluent Design und angepasstes Startmenü

Mit dem Update hat Microsoft das sog. „Fluent Design“ im Windows Desktop implementiert (löst damit inoffiziell „Metro“ ab). Das neue System soll die einheitliche App-Darstellung geräteübergreifend vereinfachen und für neue Funktionen bereitmachen. Es wird ein Schwerpunkt auf helle und dunkle Elemente, Tiefenwirkung und Bewegung bei Animationen gesetzt. bei der Optik gesetzt. Auf dem Desktop-PC sind vorerst nur wenige Änderungen zu sehen, weitere sollen aber im nächsten Update kommen. Am ehesten fallen die visuellen Änderungen in der Windows Foto-App auf. Im Bereich der Fenster, App-Rahmen und im Startmenü  ist die Transparenz etwas „körniger“ geworden.

FCU_03

Das Startmenü lässt sich nun nicht mehr nur wie bisher in Kachel-Maßen horizontal und vertikal in der Größe verändern, sondern nun frei, auch diagonal angepasst werden. Die Scroll-Bar in der App-Liste wurde angepasst, sie ist jetzt wesentlich schmaler, bis man mit der Maus darüber fährt.

 

 

Verbesserter Taskmanager

fcu_04Der Taskmanager („Froschgriff“ [ugs.]; Strg+Alt+Entf), der unter Windows sowieso schon viel besser als der Vorgänger ist, kann nun auch Leistungsdaten über Grafikkarte bzw. GPU-Einheit auslesen und anzeigen. Das ist vor allem beim Benchmarken interessant, oder wenn man sehen möchte, wie sehr ein Spiel oder Prozess die Grafikkarte beansprucht.

Außerdem zeigt der Prozess-Manager nun auch detailiert an, wieviel Speicher die in Microsoft-Edge geöffneten Webseiten verbrauchen. Um diese Informationen zu sehen, muss man nach dem Öffnen erst auf „> Mehr Details“ klicken.

 

Kontakte – Aktionen in der Taskleiste und direkte Dateifreigabe

fcu_05

Wer mit einem Microsoft Konto bei Windows angemeldet ist und die Online-Funktionen des Outlook-Dienstes auch entsprechend nutzt, wird sich darüber besonders freuen. Per Klick auf den neuen Button können Kontakte aus dem Outlook-Adressbuch (Mail) oder

FCU_06

verknüpften Diensten wie Skype direkt angewählt werden. Je nach App können dann direkt von dort spezifische Aktionen gewählt werden, zum Beispiel direkt per Drag & Drop eine Datei per Outlook-Mail teilen, oder einen Skype-Chat starten. Es ist auch möglich, einzelne Kontakte direkt an die Leiste anzupinnen.

Außerdem gibt es im Kontextmenü von Dateien und Ordnern („Rechtsklick“) nun eine direkte „Freigabe“ Option, die folgenden Dialog öffnet und das Teilen an Kontakte ermöglicht.

Windows Update Bandbreite einschränken

Windows 10 lädt im Hintergrund automatisch Windows und App-Updates herunter. Ist zusätzlich die Option in den Einstellungen aktiviert, werden Updates auch nach dem P2P-Prinzip von anderen Nutzern empfangen und -gesendet. Man kann Windows Update nun vorgeben, wie viel Prozent % der Internet-Bandbreite maximal für diese Aktivitäten genutzt werden dürfen, damit besonders bei langsameren Internet-Anschlüssen andere Dienste (Streaming) nicht behindert werden. Dazu navigiert zu: Update und Sicherheit / Windows Update / Erweiterte Optionen / Übermittlungsoptimierung / Erweiterte Optionen /

Verbessertes Windows Security Center

Das Windows Security Center (Schildsymbol in der Taskleiste), eine Kombination aus dem bekannten Virenscanner von Microsoft (ehem. MSE) und der allgemeinen Geräteüberwachung, hat neue Funktionen erhalten. Unter „App- und Browsersteuerung“ gibt es nun neue „Optionen zum Exploit-Schutz“. Diese sollen vor Exploitattacken durch Malware schützen (dies gab es zuvor nur durch Extra-Software Microsoft EMET). Weitere Informationen dazu stellt Microsoft in einem eigenen Artikel bereit. So soll Windows nun noch sicherer sein.

Verknüpfung mit dem Smartphone

Inzwischen hat Microsoft ja „zugegeben“, dass es mit Windows Phone wohl erstmal vorbei ist (engl. Artikel hier). Jetzt gibt es eine neue Funktion in der Einstellung-App, um das Handy (diesmal Android oder iOS) mit dem eigenen Windows 10 PC zu verknüpfen um z.B. Benachrichtigungen aufs Smartphone zu erhalten oder leichter Dateien geräteübergreifend zu nutzen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass auf dem Smartphone die „Microsoft App“, also der Microsoft-Launcher installiert und man angemeldet ist. (Das ging schon davor mit OneDrive, ist jetzt aber offiziell).

Ach, wo ist eigentlich Paint?

FCU_02

Eigentlich nur mal schnell ein Bild zuschneiden? Mit dem Fall Creators Update wird das traditionsbehaftete Paint.exe nicht mehr standardmäßig mit Windows ausgeliefert, es soll Platz machen für die modernere 3D Paint App. Ist das altgewohnte Paint nicht mehr installiert, kann es über den Windows App Store noch bezogen werden.

 
Weitere interessante Änderungen

  • Bei Notebooks und Akkugeräten kann man in den Energieoptionen (Batteriesymbol) der Taskleiste nun mit einem Schieberegler direkt das Energiesparverhalten von Apps verändern (gibt es parallel zu den bestehenden Energiesparplänen)
  • Microsoft Edge kann nun noch mehr Funktionen von PDFs wiedergeben, automatisch vorlesen und außerdem EPUP-Formate anzeigen
  • Cortana zeigt nun auch vollständige Bing-Suchergebnisse in der Suchleiste an, anstatt wie bisher nur Suchvorschläge. Die Einstellungen der Cortana-App wurden in die systemweite Einstellungs-App integriert.

 

Microsoft hat die Neuerungen in einem unterhaltsamen Video auf YouTube vorgestellt und mit Bespielen und Interviews erläutert:

 

Tipps zur Anpassung von Windows 10

win10tip2

Windows 10 ist seit dem 29. Juli 2015 für alle Nutzer erhältlich. In diesem Beitrag habe ich für euch 10 interessante Tipps zur Einrichtung von Windows 10 zusammen getragen. Analog zu den regelmäßig erscheinenden „10 Things to do after Installing Ubuntu“ könnte dieser Beitrag also auch heißen:

++ 10 things to do after installing Windows 10 ++

Hauptsächlich handelt es sich hier um kleine Einstellungen bzgl. der Benutzeroberfläche, aber auch wer sich über diverse „neue Funktionen“ oder den Lockscreen ärgert, wird hier fündig. Auch wenn in Windows 10 zunächst noch viele Einstellungsmöglichkeiten fehlen oder versteckt sind, sollte es dem Benutzer dennoch ermöglicht werden, sich sein Betriebssystem auf seine individuellen Bedürftnisse im Detail anzupassen!

1. Datenschutz, Sync, Offline-Konto – Registry-Tweaks

win10tip1Das Windows 10 standardmäßig nach Hause telefoniert, ist ja inzwischen durch fast alle Medien gegangen (1, 2, 3), Microsofts neue „Opt-Out“ Strategie darf durchaus kritisiert werden. Wer wert auf Datenschutz legt, muss daher ein paar Optionen ändern. Zunächst gilt es, die Befugnisse zum Senden von div. Daten in der Einstellungsapp unter Datenschutz zu deaktivieren. Besondere Beachtung sollte hier die Werbe-ID, der SmartScreen-Filter (jede URL wird an Microsoft gesendet) sowie die Verbesserung von Texteingaben (wird ebenfalls an Microsoft gesendet) und die allgemeine Feedback-Funktion.

Außerdem synchronisiert Microsoft per Standard viele Einstellungen zu Apps, Systemeinstellungen, Kennwörter, Browserverlauf mit dem Microsoft-Konto (wenn angemeldet), dies könnt ihr in den Konto-Optionen der Einstellungsapp deaktivieren.

Wer kein Microsoft-Konto (Live bzw. Outlook) besitzt oder dessen Funktionen nicht nutzt, sollte besser auf ein Offline-Konto umsteigen, dann sind diverse Synchronisierungeinstellungen erst gar nicht aktiv. Diese Einstellung findet ihr ebenfalls unter den Konto-Einstellungen.

Wer es sich bequem machen oder auf Nummer sicher gehen möchte, findet hier ein von dem User MQUADRAT erstellen Batch-Script, dass alle Einstellungen in der Registry automatisch vornimmt. Dazu einfach den Code im Editor als *.bat speichern und als Admin ausführen. Beachtet aber, dass danach einige Apps aufgrund der Restriktionen nicht mehr funktionieren. Vorher einen Wiederherstellungspunkt erstellen!

2 Cortana ist gut, die Sprachsteuerung (noch) besser

Cortana kann im Moment noch nicht zum „steuern“ des Computers sowie zum Diktieren von Texten benutzt werden. Weiterhin dient dazu die Sprachsteuerung (Sprachsteuerung im Start eintippen), wie in den vorherigen Windows-Versionen. Cortana kann also getrost deaktiviert werden.

3. Kleineres Suchfeld

In der Anfangskonfiguration nimmt das Suchfeld neben dem Startbutton viel Platz in Anspruch. Mit einem Rechtsklick kann die Größe des Suchfeldes angepasst oder dieses ganz ausgeblendet werden. Die Suche funktioniert auch weiterhin über das Startmenü.

win10tip3

4. Autom. Treiberupdate deaktivieren

In Windows 10 lädt Windows Update ohne Nachfrage automatisch neue Treiber für Hardware herunter. Bei mir hat das zu Abstürzen geführt. Das lässt sich natürlich auch umgehen. Wie das geht, habe ich in einem vorherigen Beitrag schon beschrieben: „Wie bereits bekannt wurde, lassen sich die automatischen Windows Updates nicht ohne weiteres deaktivieren. Was aber möglicht ist – und das ist in diesem Fall das Interessante – ist eine Deaktivierung der automatischen Windows Update-Treiberaktualisierung. Dies erledigt ihr in der Systemsteuerung unter System > Erweitert (Systemeigenschaften) > Hardware > Geräteinstallationseinstellungen. Falls Windows 10 also eure eigenen Treiber überschreibt, könnte ihr so Probleme vermeiden.“

Mit dem offiziellen Tool „wushowtohide“ können Updates auch (vorübergehend) ausgeblendet werden: https://support.microsoft.com/de-de/kb/3073930

5. Lockscreen deaktivieren

Lockscreen am Desktop-Computer? Nein. Um diesen dauerhaft zu deaktivieren, müsst ihr in der Registry (Win+R, regedit) im Pfad

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization

einen neuen REG_DWORD (32 Bit) namens „NoLockScreen“ mit dem Wert 1 erstellen. Gibt es keinen Schlüssel „Personalization“, müsst ihr diesen anlegen.

6. Automatische Anmeldung

In der neuen Konto-Steuerung gibt es keine Option zur automatischen Benutzeranmeldung. Dazu startet ihr netplwiz über die Eingabeaufforderung und könnt dort einen Nutzer auswählen und das Passwort speichern. Zeit gespart!

7. Edge richtig konfigurieren

Microsoft Edge ist der offizielle Nachfolger des Internet Explorers. Wirklich viel zu bieten hat dieser ehrlich gesagt noch nicht (keine Addons, wenig Einstellungen), aber er ist wirklich, wirklich schnell. Für einfache Aufgaben ist er sicherlich geeignet. Einige Einstellungen sollten aber angepasst werden: DoNotTrack sollte aktiv sein und Drittcookies deaktiviert. Damit schränkt man die Funktionalität der Online-Werbung zugunsten der Privatsphäre ein, da es bisher keinen Werbeblocker gibt. Wer kann, sollte außerdem den Flash Player deaktivieren, viele Videoportale unterstützen inzwischen auch HTML5. Die Seitenvorhersage sowie der SmartScreen-Filter senden alle von euch besuchten URLs an Microsoft (!), sollten daher besser deaktiviert werden. Edge unterstützt natürlich auch andere Standard-Suchanbieter als Bing, diese werden allerdings erst angeboten (in den Optionen aufgelistet), nachdem man deren Suchseite zum ersten mal besucht hat.

 

8. Schnellzugriff Anpassen

win10tip4Nichts Neues, aber wer viele Daten verwaltet, tut sich mit dem Windows Explorer deutlich einfacher, wenn der Schnellzugriff angepasst ist. Die Ordner können einfach mit einem Rechtsklick entfernt, sortiert oder hinzufügt werden. Diese Funktion hat übrigens nichts mit den Standard-Bibliotheken zu tun, diese können separat verwaltet werden (Dieser PC). Die angezeigten „häufig verwendeten Dateien“ können ebenfalls deaktiviert werden, wenn nicht gewünscht.

9. Mehrere Desktops nutzen, neue Hotkeys

In Windows 10 gibt es nun endlich die Möglichkeit, mehrere Desktops parallel zu betreiben (Juhu!). Das ist praktiziertes Multitasking. Dazu einfach unten auf die Taskansicht und das „+“ klicken. Oder ihr benutzt den Hotkey Strg+Win+D. Zum Wechseln zwischen den Desktops dann Strg+Win+Pfeiltasten Eine ganze Reihe nützlicher neuer Hotkeys findet ihr übrigens auf dieser Seite.

10. Godmode einrichten

Diese Funktion gab es schon in den vorherigen Windows-Versionen, soll an dieser Stelle aber noch einmal genannt werden. Wenn ihr einen neuen Ordner mit dem exakten Namen GodMode.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C} erstellt, wird dieser zum „Godmode“. Darin findet ihr nun über 200 zusätzliche Einstellungensmöglichkeiten. Im Wesentlichen sind dies Shortcuts zu vorhandenen Optionen in der Systemsteuerung, aber eben viel besser sortiert und man findet vielleicht auch etwas, das man sonst vergeblich gesucht hätte.

Viel Spass mit Windows 10! 🙂

Windows 10 ist jetzt verfügbar

w10upgradeLange haben wir warten müssen… – Microsoft veröffentlicht heute offiziell (zum 29.07.2015) die nächste Generation von Windows. Hier möchte ich noch einmal kurz die wichtigsten Fakten zum Release bzw. fürs Upgrade nennen. Die große Hoffnung in Windows 10 sehe ich darin, dass Microsoft versucht hat, die besten Funktionen aus Windows 7 (Usability) und Windows 8 (swiftness) in die neue Ausgabe zu vereinen und die Community vermehrt am Entstehungsprozess teilhaben hat lassen (Windows Insider Programm). Außerdem bringt Windows die neuesten technischen Entwicklungen unter der Haube mit, sowie neue Features wie Cortana und Edge, …

Als eher konservativer Windows-Nutzer hoffe ich außerdem, dass man wieder mehr Kontrollmöglichkeiten über das System hat und sich der neue Hybrid-Desktop produktiver bedienen lässt als im Vorgänger. Aber das wird sich zeigen. 🙂

Wie das Upgrade abläuft

  • Heute erscheinen Windows 10 Home Edition und Pro (x86 und x64), während Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education erst ab dem 1. August verfügbar sein werden. Für Windows 10 Mobile gibt es noch keinen festen Termin.
  • Die Systemanforderungen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen von Windows 8, genaue Angaben habe ich bereits in einem vorherigen Artikel genannt.
  • Das Upgrade erfolgt entweder direkt aus Windows heraus (erfordert KB3035583), dabei können Eigene Dateien, Programme etc. mitgenommen werden, oder
  • per offizieller ISO, dann ist auch eine komplette Neuinstallation möglich. Hierzu hat Microsoft allerdings noch keine Details genannt, oder *
  • per Datenträger aus dem Handel (je nach Version ab 83€), welche ebenfalls am gleichen Tag bei verschiedenen Online-Händlern erscheinen (DVD, USB-Stick).
  • Das Upgrade wird wellenartig veröffentlicht um die Serverlast zu verteilen und Probleme rechtzeitig zu erkennen, so dass unter Umständen einige User noch etwas warten müssen.
  • Mit dem in Update KB3035583 enthaltenden Tool könnt ihr überprüfen, ob euer PC bereit ist für Windows 10 und ob es eventuell nicht kompatible Hardware oder Programme gibt

w10upgrade2

 

  • Microsoft hat bereits einen Day-One-Patch angekündigt, die Größe beträgt 500Mb, nach Installation sind es ca. 1Gb.
  • Die Anmeldung mit einem Microsoft-Account ist nicht obligatorisch, man hat weiterhin die Möglichkeit, ein lokales Konto zu erstellen.

Backups und Treiber

Auch wenn das Upgrade-Tool verspricht, eure Daten bei Installation mitzunehmen, empfehle ich euch eine Datensicherung. Am besten auf einen externen Datenträger. Wie ihr mit FreeFileSync einfach und schnell Backups von euren Daten erstellt, habe ich hier bereits beschrieben.

Auch ist es empfehlenswert, auf der Website eurer Hardwarehersteller nach den neuesten Treibern zu schauen und diese eventuell schon einmal herunterzuladen, falls es nach der Installation zu Problemen kommen sollte. Damit meine ich Grafikkarten-, Netzwerk- und Chipsatztreiber. Wie bereits bekannt wurde, lassen sich die automatischen Windows Updates nicht ohne weiteres deaktivieren. Was aber möglicht ist – und das ist in diesem Fall das Interessante – ist eine Deaktivierung der automatischen Windows Update-Treiberaktualisierung. Dies erledigt ihr in der Systemsteuerung unter System > Erweitert (Systemeigenschaften) > Hardware > Geräteinstallationseinstellungen. Falls Windows 10 also eure eigenen Treiber überschreibt, könnte ihr so Probleme vermeiden.

Für mehr Informationen zum eigentlichen Installationsprozess oder einigen FAQs hat winfuture.de einige gute Artikel parat, die ich euch empfehlen kann. Viel Spass mit Windows 10!

*Nachtrag: Inzwischen gibt es ein offizielles Windows 10 Media Creation Tool, mit dem man das Upgrade manuell erzwingen oder auch das ISO-Abbild des Setup-Datenträgers herunterladen kann. Alternativ gibt es die ISOs auch z.B. bei Chip.de.