Supportende: Windows 7 richtig absichern

Es ist soweit, am 14. Januar 2020 endet der offizielle Support für Windows 7 [1]. Das Betriebssystem ist 2009 erschienen. Vor 10 Jahren! Was ist 2009 passiert? In diesem Beitrag möchte ich Möglichkeiten aufzeigen, wie man einige Sicherheitsrisiken in Windows 7 minimiert, wenn man das bewährte Betriebssystem noch einige Zeit weiter nutzen möchte.

Ein Abschied auf Raten

Das ist zwar bereits in wenigen Tagen, aktuell besitzt Windows 7 allerdings noch einen weltweiten Marktanteil von 27% (Stand: Dezember 2019) [2]. Es sieht also eher nicht danach aus, als ob mit dem Ende der Updates gleich jeder auf die aktuelle Generation 10 umsteigen wird. Auf der anderen Seite bedeutet das meiner Meinung nach* aber auch nicht sofort, dass Windows 7 gefährlich ist und nicht mehr benutzt werden darf. Mit einigen Tricks lässt sich der Umstieg noch etwas hinauszögern!

Die aktuellen Windows-Installationen im Vergleich. Gelb ist Windows 7, das System wird noch aktiv genutzt. Quelle: gs.statcounter.com

Was also tun?

Wegducken und hoffen, dass es einen nicht erwischt? Keine Gute Idee. Oberstes Gebot sollte das Schließen von Sicherheitslücken sowie das Abschalten von Schwachstellen im Betriebssystem sein. Denn das sind die Haupt-Einfallstore von Malware, Spyware und alles was man sonst nicht haben möchte. Fünf Schritte für mehr Sicherheit!

1. Alle Windows Updates installieren

Ja, bei Windows 7 hat man tatsächlich noch die Freiheit! Stellt auf jeden Fall sicher, dass ihr alle Windows-Updates bis dato erwischt habt. Windows Update findet ihr unter Systemsteuerung / System und Sicherheit.

Ist euch das einzelne Installieren von Updates zu lästig, ihr habt eine langsame oder keine Internetanbindung oder habt Windows 7 frisch installiert, bieten sich sich die kostenlosen, gebündelten Update-Packs von winfuture.de an. Sie lassen sich auch prima auf einen Datenträger brennen und zusammen mit der Setup-DVD des Betriebssystems aufbewahren.

2. Anwendungen prüfen und aktualisieren

Das zweite Einfallstor für Malware neben Sicherheitslücken in Windows bildet veraltete und unsichere Software. Alle Installierten Programme findet ihr unter Systemsteuerung / Programme. Macht euch Gedanken darüber, welche Software ihr tatsächlich benutzt. Sicher sind einige Programme dabei, die vor Ewigkeiten mal installiert und dann nie wieder aufgerufen wurden. Dann solltet ihr im Internet prüfen, ob die installierte Programmversion aktuell ist. Meist wird die Version in der Liste der Software oder aber im Programm direkt angezeigt (vielleicht auch im Über das Programm/Hilfe-Bereich).

Ist euch das zu lästig, kann ich euch das Programm Sumo (5 Mb) empfehlen. Ein kostenloses Tool, welches für alle auf dem PC gefundenen Programme prüft, ob die Version aktuell ist. Die automatische Update-Funktion gibt’s zwar nur in der Pro-Version, das Prüfen der Programmversion reicht aber für unsere Zwecke vollkommen aus.

3. Sicherheitsrisiken abschalten

Anstatt mit dem Registry-Editor einzelne Lösungen zu basteln, nutzen wir das bekannte Tool XP-Antispy (funktioniert bis Windows 7). Damit lassen sich gezielt einige Windows-Funktionen und Dienste deaktivieren, die nur ein unnötiges Sicherheitsrisiko darstellen (mal angenommen, dass ihr das Feature nicht nutzt!). Das Programm als Administrator starten, Backup bestätigen und der Reihe nach folgende Optionen wählen:

Windows Media Player

  • Freigabe der Medienbibliothek verhindern

Diverse Einstellungen

  • Explorer: Remote-Desktop-Unterstützung ausschalten
  • Scripting-Host deaktivieren
  • Kein AutoPlay für Datenträger
  • Keine LAN Manager Hashes generieren

Internet Explorer

  • Integrierte Windows-Authentifizierung deaktivieren
  • ActiveX Steuerelemente deaktivieren
  • Integrierten Popupblocker einschalten
  • Phisingfilter aktivieren
  • Auf gesperrte Serverzertifikate prüfen
  • Auf gesperrte Zertifikate von Herausgebern prüfen
  • HTTPS Webseiten nicht zwischenspeichern

Dienste

  • Dienst für Fehlerberichterstattung deaktivieren
  • Universal Plug and Play (UPNP) Service deaktivieren
  • ctfmon.exe deaktivieren

hosts Datei als schreibgeschützt sperren

Über die hosts Datei löst Windows IP-Adressen in Hostnamen auf. Es ist theoretisch möglich, über eine Manipulation dieser Datei den nichts ahnenden Nutzer auf eine gefälschte oder andere Webseite umzuleiten. Deshalb sollte diese Datei am besten schreibgeschützt sein. Sie findet sich im Windows-Verzeichnis unter

C:\Windows\System32\drivers\etc

Rechtsklick auf die Datei, als schreibgeschützt markieren. Beim Klick auf <Übernehmen> Die Administratoraufforderung bestätigen.

Data Execution Prevention (DEP) maximieren

Die DEP ist ein Sicherheitsmechanismus, welcher bereits seit Windows XP ins System integriert ist. Er soll das Ausführen von schädlichem Code im Speicher verhindern. Mehr Details dazu erfahrt ihr in diesem Artikel von ipswitch (Englisch): Understanding Data Execution Prevention in Windows

Die „Datenausführungsverhinderung“ ist die kleine Schwester des Donauschifffahrtkapitäns

Standardmäßig ist diese Funktion nur für einige Programme aktiviert, mit wenigen Klicks lässt sich DEP für alle Anwendungen einschalten und so die Sicherheit erhöhen. Die Einstellung ist zu finden unter

Systemsteuerung -> System -> Erweitert -> Leistungsoptionen -> Datenausführungsverhinderung

hier kann DEP für alle Anwendungen aktiviert werden. Sollte es dadurch zu (eher seltenen) Anwendungsfehlern kommen, können dort auch Ausnahmen definiert werden.

Microsoft Enhanced Mitigation Experience Toolkit (EMET) installieren

EMET ist ein Sicherheitsprogramm von Microsoft, welches einen zusätzlichen Schutz vor Exploits einführt. Es „härtet“ Programme ab, indem es bekannte Sicherheitslücken schützt.** Das Programm wird installiert und einmalig für eine Auswahl von Programmen eingerichtet, danach läuft es unauffällig im Hintergrund. In der Regel ist davon nichts zu merken, in seltenen Fällen kann es zu Programmfehlern kommen, ist mir aber bisher nicht vorgekommen. Download bei heise.de (Download über heise-Server wählen)

Nach der Installation im Einrichtungs-Dialog die Recommended Settings wählen. Das Aktiviert den Schutz automatisch u.a. für den Internet-Explorer, Java und Adobe Reader (Programme, welche häufig Attacken ausgesetzt sind!). Anschließend könnt ihr noch manuell Programme über das Hauptfenster hinzufügen, welche bei euch in Kontakt mit dem Internet stehen bzw. Dateien daraus öffnen. Das heißt: Andere Browser, Dokumentreader oder Mediaplayer.

4. Malwareschutz und Firefall

Hier gibt es ein paar Dinge zu beachten. Zunächst sollte euch bewusst sein, dass mit dem Ende von Windows 7 ebenfalls die Sicherheitsprogramme Microsoft Security Essentials / Defender eingestellt werden [3], ihr müsst also auf den Virenschutz eines Drittanbieters ausweichen. Egal ob Avast, Avira oder Co., Auswahl gibt es genug! Kostenloser Virenschutz 2019 im Funktionsvergleich

Wenn der Rechner hinter einem aktuellen Router steckt, ist keine zusätzliche Firewall-Software erforderlich („Hardware-Firewall“). Wollt ihr etwas mehr Kontrolle über den Internetzugriff eurer Programme, schaut euch das noch eher unbekannte Tool Malwarebytes Firewall Control an.

Die meiste Schadsoftware landet über einen kompromittierten Browser auf dem Rechner. Es ist wichtig, dass der Browser (nicht Internet Explorer!) aktuell und am Besten ein Werbeblocker wie uBlock Origin installiert ist. Die Möglichkeit der Master-Passwort-Verschlüsselung für Formulardaten sollte genutzt werden.

5. Drittanbieter-Software nutzen

Wenn Windows 7 keine Updates mehr erhält, bedeutet das nicht nur, dass das Betriebssystem ad acta gelegt wird, sondern ebenfalls die damit ausgelieferten Microsoft-Programme! Ab jetzt solltet ihr also einen Bogen um den Internet Explorer sowie den Windows Media Player machen. Hier bieten sich Alternativen wie Firefox, Chrome oder Opera und der bekannte VLC Media Player an.

Die Unterstützung für Microsoft Office 2010 wird im Oktober 2020 eingestellt. [4]

Außerdem solltet ihr besonders anfällige Software, wie zum Beispiel das Java Browser Plugin sowie den Adobe Reader und Flash Player (wird ebenfalls 2020 eingestellt! [5]), sicherheitshalber nicht installieren. Die meisten Websites haben inzwischen schon auf HTML5 umgestellt, so dass der Flash Player nicht mehr benötigt wird und Firefox unterstützt nativ die Anzeige von PDF-Dokumenten, ansonsten gibt es noch kostenfreie Alternativen, wie SumatraPDF oder NitroPDF Reader.

Ihr seit noch unsicher, ob ihr auf Windows 10 aktualisieren wollt? In den kommenden Wochen werde ich noch Beiträge Zum Thema Update und Linux als Alternative veröffentlichen!

Info: Einige Screenshots stammen aus meinem Windows 10 System, da ich nicht zu jedem Zeitpunkt Windows 7 zur Verfügung hatte.

*Für die Sicherheit seiner Daten ist jeder selbst verantwortlich! Backup machen nicht vergessen!

**Der Support für EMET wurde 2018 eingestellt und unter Windows 10 wird es nicht mehr benötigt, für Windows 7 ist es aber geeignet!

Schritt für Schritt zur Windows-Datensicherung

Sicher habt ihr schon einmal den Heim-PC ausgetauscht oder z.B. nach einem Upgrade Windows neu eingerichtet. Früher oder später habt ihr gemerkt, dass ihr mit dem Kopieren des „Eigene Dateien“ oder Profilverzeichnisses noch längst nicht alle Daten erwischt, die ihr gerne gesichert haben möchtet, wie z.B. Software-Lizenzen oder Programm-Einstellungen. Doch dafür muss man kein teures Backup-Programm kaufen! In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ich ein PC-Backup mache und an welchen Orten im System sich das Herumstöbern lohnt...

  1. Profildaten – Dokumente, Bilder, Videos und Musik
  2. Product Key und Softwarelizenzen
  3. Liste der installierten Programme
  4. Browserdaten und Passwörter
  5. WLAN Zugangsdaten
  6. Programmeinstellungen
  7. Spielstände
  8. Online-Backup
  9. Die Wahl des richtigen Datenträgers

Persönliche Profildaten sichern

Kommen wir zunächst zum Offensichtlichen. Hieß bis Ende der XP-Ära noch „Eigene Dateien“, jetzt ist es einfach der Benutzerordner: Per Klick auf den Datei-Explorer und Zugriff über die Bibliotheken der Seitenleiste, oder über die Verknüpfung zum Benutzerprofil-Ordner gelangt jeder zu seinen gespeicherten Dokumenten, Musik, Videos usw. – inklusive der auf dem Arbeitsplatz abgelegten Dateien. Wer statt einzelnen Aktionen lieber alles auf einmal mitnehmen möchte, findet seinen Profilordner bereits seit Windows Vista unter

C:\Users\NAME\ (im Explorer "Benutzer")

Viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Hier habe ich noch einige Tipps zum Backup:

  • Die über die Seitenleiste des Datei-Explorers angezeigten Links „Bilder“, „Dokumente“ usw. sind Verknüpfungen zur Dateibibliothek des Benutzers. Je nach Einrichtung kann die Bibliothek auch Dateien anzeigen, welche nicht im tatsächlichen Benutzerverzeichnis abgespeichert sind. Die verknüpften Pfade können mit einem Rechtsklick auf das jeweilige Bibliotheks-Icon abgerufen werden.
  • Herrscht im Profilordner ein heilloses Durcheinander, macht es vielleicht Sinn, die Daten vor dem Sichern neu zu ordnen. Das erleichtert bei einem späteren Abruf das Zurechtfinden. In diesem Blogbeitrag von 2018 habe ich mir dazu Gedanken gemacht und gebe praktische Tipps.
  • Eine zuvor ausgeführte Datenträgerbereinigung löscht unter Umständen überflüssige Dateien, verkleinert die zu sichernde Datenmenge und verkürzt so den Kopiervorgang. Mehr dazu…
  • Für ein regelmäßige, auf Wunsch automatisierte Datensicherung bestimmter Ordner bietet sich das schlanke und kostenlose Tool FreeFileSync an, welches ich in diesem Beitrag vorgestellt habe. Es bietet auch die Funktion, bei der Sicherung einen Dateifilter anzuwenden, um z.B. desktop.ini oder die Albumicons im Musikordner auszulassen.

Softwarelizenzen anzeigen

Das Wichtigste ist der Windows-Lizenzschlüssel, auch Product-Key genannt. Dieser wird für alle Windows-Versionen benötigt. Windows 10 stellt hier eine Ausnahme dar, insofern ihr Windows 10 mit einem Microsoft-Konto verknüpft habt (was automatisch passiert, wenn ihr euch bei der Einrichtung ein Online-Konto erstellt bzw. euch mit diesem angemeldet habt).

Bei älteren Rechnern findet ihr auf der Rückseite des Gehäuses einen Certificate of Authenticity (COA) Aufkleber mit der Produkt- und Seriennummer. Sollte sich dort keiner befinden, kann der Produktschlüssel bereits auf Hardware-Ebene (im BIOS/UEFI) eingespeichert sein oder muss einfach aus der Registrierung der aktivierten Windows-Kopie ausgelesen werden.

Dazu bietet sich das kostenlose Programm Licencecrawler von Martin Klinzmann an. Es zeigt zum Beispiel auch Lizenzschlüssel von Microsoft Office und weiteren Programmen an. Es ist besser, am Ende einen Abgleich mit der Liste der auf dem PC installierten Programme zu machen um sicher zu gehen, dass man nichts übersehen hat (via Systemsteuerung / Einstellungen-App).

Liste installierter Software

…was habe ich überhaupt alles für Programme auf meinem Rechner?

Typischerweise genügt hier ein Blick in die Systemsteuerung (Programme) bzw. die Einstellungen-App (Apps). Es ist möglich, sich über die Eingabeaufforderung (sowohl in Windows 7 als auch 10) eine Liste der regulär auf dem Computer installierten Software auflisten zu lassen. Das kann hilfreich sein, wenn man die Programme auf einer frischen Windows-Installation erneut einrichten will. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und den folgenden Befehl eingeben:

 wmic /output:"C:\Programmliste.txt" product get Name, Version

Das Programm generiert eine Programmliste.txt im Hauptverzeichnis des Laufwerks C.

Browserdaten, Lesezeichen und mehr

Die Browserdaten werden zum Großteil im Profilordner des Benutzers gespeichert. Es ist dennoch sinnvoll, Browserprofile separat zu sichern, da sie so auch auf einen anderen Arbeitsplatz übertragen und außerdem bei einer Wiederherstellung des Benutzerordners nicht zwingend automatisch wieder übernommen werden. Mal abgesehen von der Möglichkeit, die Profildaten über einen Account beim Hersteller Online zu synchronisieren. Vor der Sicherung unbedingt den Browser-Cache bereinigen, das verkleinert die Backup-Größe erheblich! Was sollte ich alles sichern? Lesezeichen, Add-Ons (sofern unterstützt) und Formulardaten gehören hier auf die Checkliste.

Internet Explorer

Der Internet Explorer ist recht eng mit Windows „verzahnt“, deswegen müssen wir an verschiedenen Orten schauen und können nicht einfach einen „Profilordner“ kopieren. Die Lesezeichen können als HTML-Dokument exportiert und so auch von anderen Browsern wieder importiert werden. Diese Funktion findet sich rechts oben im Favoriten-Menü.

Der Speicherort für Webseitendaten und Verlauf befindet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Windows\INetCache

kann aber auch in den Internet Explorer Einstellungen unter Allgemein / Browserdaten / Einstellungen / Dateien anzeigen lokalisiert werden.

Die Passwörter und Formulardaten können über den Registrierungseditor (regedit im Startmenü eingeben) exportiert werden. Dazu muss der Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\IntelliForms\FormData

aufgerufen und per Rechtsklick als *.reg Dateityp exportiert werden. Später kann dieser durch einen Doppelklick auf das Backup wieder zur Registrierung hinzugefügt werden.

Microsoft Edge (Windows 10)

Die Profildaten inklusive Favoriten von Microsoft Edge (nicht von der neuen Chromium-Version von 2019!) befinden sich in folgendem Verzeichnis:

C:\NAME\cedri\AppData\Local\Packages\Microsoft.MicrosoftEdge_8wekyb3d8bbwe\AC\MicrosoftEdge\User\Default

Wollt ihr lediglich die Favouriten sichern, reicht es die Export-Funktion über die Programmeinstellungen (via […] Menü rechts oben) zu nutzen:

Die Benutzerdaten des neuen Microsoft Edge Chromium, welcher ab 2020 über Windows Update verteilt werden wird und jetzt schon getestet werden kann, findet ihr unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\MicrosoftEdge\User\Default

Mozilla Firefox

Die Profildaten von Firefox sind im Anwendungsverzeichnis %appdata% (via „Ausführen“ Win + R) zu finden. Der volle Pfad lautet

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles

Wahrscheinlich findet ihr dort mehrere Profilordner. Welchen Firefox aktuell benutzt, findet ihr heraus, indem ihr in der Adresszeile des Browsers about:profiles eingebt. Dort könnt ihr auch direkt das Verzeichnis öffnen.

Wenn ihr ein altes Profil wiederhergestellt habt, müsst ihr in der profiles.ini Datei, welche sich im selben Verzeichnis befindet, den Eintrag StartWithLastProfile auf 0 ändern. Beim nächsten Start von Firefox könnt ihr das Profil als Standard auswählen und starten.

Lesezeichen können im Hamburger-Menü rechts oben über Bibliothek / Lesezeichen / Lesezeichen verwalten als Datei exportiert werden. Unabhängig vom Backup der restlichen Daten können die Lesezeichen dann in andere Browser importiert werden.

Google Chrome

Finden sich ebenfalls im Anwendungsverzeichnis %localappdata%. Der vollständige Pfad:

 C:\Users\NAME\AppData\Local\Google\Chrome\User Data\Default 

Zur Wiederherstellung der Daten einfach den Default Ordner wieder in das frische Installationsverzeichnis kopieren.

WLAN Zugangsdaten

Gerade wenn man mit dem Notebook viel unterwegs ist, mag man mehrere verschiedene WLAN-Netzwerke nutzen und hat unter Umständen nicht mehr alle Zugangsdaten parat. Mit diesem Befehl können alle auf dem PC eingerichteten Netzwerkverbindungen inklusive Passwort eingesehen und gespeichert werden. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen („cmd“ im Startmenü tippen, darauf Rechtsklick!) und Folgendes eingeben:

netsh wlan export profile key=clear folder=C:\

Der Befehl generiert eine Textdatei im Hauptverzeichnis des Laufwerks C für jedes gespeicherte Netzwerk. Wer es übersichtlicher mag, kann anstelle von folder=C:\ im Befehl auch einen bestimmten Ordner auswählen, dieser muss allerdings zuvor erstellt werden, sonst kommt es zu einem Fehler.

Programmeinstellungen und Spielstände

In diesem Abschnitt gehe ich auf Sicherungsmöglichkeiten bei einigen Anwendungen ein, die ihr vielleicht benutzt. Dazu gehören zum Beispiel Konfigurationseinstellungen oder Datenbanken.

Microsoft Office Einstellungen

Programmeinstellungen von Microsoft Office können über die Registry exportiert, gesichert und so auch wiederhergestellt werden. Das betrifft Optionen wie Programmverhalten, Layout und generelle Einstellungen, nicht aber den Aktivierungsstatus oder die Lizenz.

Dazu öffnet ihr den Registrierungseditor (im Startmenü „regedit“ eingeben und bestätigen!). Im Falle von Microsoft Office 2016 navigiert ihr zu folgendem Schlüssel

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\<Application>\Preferences 
Exemplarisches Beispiel, ich habe Microsoft Office nicht installiert.

Auf den Preferences Schlüssel (in der linken Spalte der „Ordner“) macht ihr einen Rechtsklick und wählt Exportieren aus. Im neuen Dialog die *.reg Datei benennen und als solche speichern.

Bei einer frischen Windows-Installation richtet ihr nun zunächst euer Microsoft Office ein und führt im Anschluss mit einem Doppelklick die zuvor gespeicherte Preferences.reg aus, um die Daten in die Registry zu übernehmen.

Wichtig: Der angegebene Pfad gilt nur für Microsoft Office 2016, nicht aber für andere Programmversionen, auch wenn das Prinzip gleich bleibt. Eine Angabe der richtigen Schlüssel seit Office 2002 findet ihr auf dieser Webseite.

LibreOffice / OpenOffice Einstellungen

Nutzt ihr das kostenfreie Office-Paket LibreOffice oder OpenOffice und habt im Programm einige Anpassungen (Layout oder Benutzeroberfläche) vorgenommen, kann sich ein Backup der Benutzerdaten lohnen. Dies betrifft einzelne ODT-Textdateien nicht, wohl aber die Module Writer, Calc usw.

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\LibreOffice\x\ (x aktuelle Version)

Windows Media Player Mediathek

Die Mediathek enthält eine Datenbank der auf dem PC gefundenen Musik (welche im Programm unter Musik angezeigt wird) samt dazugehörigen Meta-Informationen und Tags. Das Neueinlesen kann je nach Umfang sehr lange dauern und benötigt eine aktive Internetanbindung, weshalb sich ein Backup lohnen kann. Die Daten finden sich unter

C:\Users\NAME\AppData\Local\Microsoft\Media Player

Apple iTunes Mediathek

Die iTunes Mediathek kann gesichert und später wiederhergestellt oder auch auf einen anderen PC übertragen werden. Zuvor müssen Mediatheksdaten unter Umständen erst zusammengelegt werden. Der Verzeichnispfad ist typischerweise

 C:\Users\NAME\Music\iTunes\iTunes Media 

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung hierzu findet ihr direkt bei Apple.

Adobe Photoshop / InDesign

Tastaturkürzel, Anpassung der Arbeitsfläche, Druckeinstellungen – all diese Konfigurationsoptionen kosten Zeit und Mühe. Sie lassen sich ebenfalls sichern und später bzw. bei einer anderen Installation wiederherstellen. Das Verzeichnis für die Benutzereinstellungen findet sich normalerweise unter

C:\Users\NAME\AppData\Roaming\Adobe\Adobe Photoshop (über %appdata% im Explorer erreichbar)

Spielstände Allgemein

Wenn ihr in eurer Freizeit gerne etwas zockt und eure Spielstände behalten wollt (wenn sie nicht z.B. über Steam synchronisiert werden), findet ihr diese gerade bei älteren Spielen im Benutzerverzeichnis unter Dokumente (Documents), oft auch im Unterordner My Games. Neuere Spiele legen ihre Spielstände auch gerne mal im Anwendungsverzeichnis %appdata% unter /Roaming ab (z.B. Stardew Valley).

Steam (PC Client)

Der Spiele-Client Steam bietet eine Funktion zur externen Sicherung von heruntergeladenen Inhalten an. Meiner Meinung nach lohnt sich so eine Sicherung, wenn der Download sehr groß war und die Internetverbindung langsam ist, oder wenn man fürchtet, der Download könnte irgendwann nicht mehr möglich sein. Dazu im Hauptfenster auf Steam und dann auf Spiele sichern und wiederherstellen klicken.

Das Ganze funktioniert auch „inoffiziell“, indem man das Spiel nach dem erstmaligen Start einfach aus dem Steam-Verzeichnis herauskopiert, unter

C:\Program Files (x86)\Steam\steamapps\common

Bei der Wiederherstellung am neuen Rechner muss man lediglich den Download des Spiels über Steam initiieren und das Programm dann direkt beenden. Das Spielverzeichnis wird dann in den obigen Zielort zurückkopiert und überschrieben. Beim nächsten Start von Steam wird der Ordnerinhalt dann validiert und der Download ist direkt abgeschlossen. Das funktioniert natürlich nur, wenn ihr Steam auch installiert habt und das Spiel sich in eurer Steam-Bibliothek befindet.

Origin (EA)

Im Online-Modus auf ein heruntergeladenes Spiel mit Rechtsklick > Spiel verschieben (in das Backupverzeichnis). Zum Wiederherstellen an einem späteren Zeitpunkt oder auf einer neuen Installation Rechtsklick auf das nicht heruntergeladene Spiel, dann über Spiel suchen > Datenverzeichnis auswählen. Mehr Details dazu direkt bei EA…

Uplay (Ubisoft)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Den gewünschten Spielordner einfach eigenständig aus dem Uplay-Verzeichnis herauskopieren:

C:\Program Files (x86)\Ubisoft\Ubisoft Game Launcher\games

Zum Wiederherstellen den Ordner zurück an die gleiche Stelle in das Uplay-Verzeichnis kopieren. Anschließend im Launcher auf das Spiel klicken und dieses per lokalisiere das installierte Spiel auswählen.

Battle.net (Blizzard)

Hier gibt es keine offizielle Backup-Funktion. Ähnlich wie bei Steam kopiert man das Spiel in das Backupverzeichnis. Beim späteren Wiederherstellen oder übertragen auf einen anderen Computer muss zunächst der Download des betroffenen Spiels über den Launcher begonnen werden. Dann wird das Programm sofort geschlossen (auch in der Taskleiste!). Jetzt kopiert man die gesicherten Spieldaten in das neue Verzeichnis, bei World of Warcraft wäre das zum Beispiel

C:\Program Files (x86)\World of Warcraft

Wenn der Launcher erneut gestartet wird, verifiziert dieser die gefundenen Dateien und das Spiel sollte in wenigen Minuten bereit sein.

Daten online sichern

Ist nicht genug Speicherplatz für ein vollständiges Backup vorhanden, ihr habt keinen externen Datenträger oder wollt eine zweite Sicherung machen, bieten sich auch Online-Speicher und Cloud-Dienste an. Der Speicherplatz ist zwar sehr begrenzt, aber für die wichtigsten Daten sollte es reichen. Eine kleine Übersicht…

Anbieterkostenloser Speicherplatzmaximale Dateigrößemaximale DateianzahlDesktop-Sync-Client
Google Drive15 Gb5 Tb / 50 Mb (Google Docs)unbegrenztLink
Microsoft OneDrive5 Gb100 Gb150 000 pro OrdnerLink
Amazon drive5 Gb2 Gb / 50 Gb (App)?Link
DropBox2 Gb50 Gb?Link
MediaFire10 Gb20 Gb?
MEGA15 Gbunbegrenzt?Link

Ich würde jedem davon abraten, blind persönliche Dokumente, Fotos oder sonstige sensible Daten in eine solche Cloud hochzuladen, ohne sie zuvor zu verschlüsseln, oder sich zumindest Gedanken über den Datenschutz des jeweiligen Anbieters gemacht zu haben. Weiterführende Beiträge von mir zum Thema rechtliche Aspekte und Verschlüsselung in der Cloud.

Die Wahl des richtigen Datenträgers

Wer Daten nicht nur für den Tausch des Rechners, sondern auch längerfristig sichern möchte, sollte die Haltbarkeit von Datenträgern beachten. Der Wikipedia-Artikel über Langzeitarchivierung ist dabei sehr informativ. Auszugsweise eine paar beispielhafte Angaben zur Datenbeständigkeit bei entsprechender Lagerung (lichtgeschützt, kühl, trocken):

  • CD/DVD/BRD (gepresst): 50/100/85 Jahre
  • CD/DVD/BRD (selbstgebrannt): 5-10/30/50 Jahre
  • Festplatten: 10-30 Jahre
  • Flash-Speicher (USB-Sticks, Speicherkkarten, SSDs): 10-30 Jahre

Je nach zu sichernder Datenmenge kommt auch nicht jeder Datenträger in Frage, da es auch große Unterschiede bei der Übertragungsgeschwindigkeit gibt!

So braucht das Brennen oder Zurückkopieren aller Daten auf mehrere Blu Ray Discs (je 25 Gb) mit einem entsprechenden Brenner meist mehrere Stunden – und DVDs oder gar CDs sind da noch viel langsamer. Per SATA angeschlossene Festplatten haben – je nach Modell – die höchste Übertragungsrate, während per USB angeschlossene Festplatten oder Flash-Speicher durch die USB-Verbindung je nach USB-Generation deutlich langsamer sind.

Windows XP absichern

winXP01Inzwischen sind seit dem offiziellen Supportende von Windows XP SP3 im April 2014 schon über zwei Jahre vergangen. Im März 2016 hatte Windows XP in Deutschland noch einen Marktanteil von 3,4% (vgl. Windows 7: 38%, Windows 10: 21%, Linux: 2,6% | Quelle: de.statista.com), was zeigt, dass das inzwischen 15 Jahre (!) alte Betriebssystem noch auf einigen Rechnern anzutreffen ist, mal abgesehen von verschiedenen Großkunden (Geldautomaten, Behörden), welche für teures Geld noch bis 2019 mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Da aber seit April 2014 für Privatanwender keine Sicherheitsupdates mehr verfügbar sind, bestehen mit danach entdeckten Sicherheitslücken für potentielle Angreifer und Schädlinge viele Eintrittsmöglichkeiten!

Sicher sind es nicht nur die „einsamen Wölfe“, die ein Update des Betriebssystems ablehnen, es kann auch andere Gründe haben. Ich habe hier zum Beispiel einen alten Acer Aspire 5315 Laptop (ca. 2008), da läuft XP einfach super drauf. Sicher, ursprünglich mit Windows Vista bzw. 7 im Handel, aber mit 2Gb RAM läuft Windows XP einfach viel schneller. Und dann wäre da noch das unglaubliche Nostalgiegefühl, das entsteht, wenn man nach Jahren mal wieder Windows XP startet und einen alten Spieleklassiker darauf installiert…

Hier nun einige Tipps, wie man sich mit Windows XP weitestgehend absichern kann (von der Verwendung mit sensiblen Passwörtern oder gar Online-Banking rate ich ab).

1. Aktuelle Software benutzen

Die in Windows XP enthaltene Onboardsoftware nicht benutzen oder am besten gleich über Bord werfen. Damit gemeint ist der Internet Explorer 8, Windows Media Player 11, Outlook Express, Office, Movie Maker, Remote Desktop, (…). All die Software wird in den vorliegenden Versionen nicht mehr aktualisiert und ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko, da über infizierte Multimediadateien Schadcode eingeschleust werden kann. Als Alternative bieten sich Firefox (Chrome unterstützt 32Bit nicht mehr!), Thunderbird, LibreOffice, VLC Media Player und andere kostenlose Software an – Auswahl gibt es da genug.

2. Risiken abschalten

Unter diesen Punkt fallen verschiedene Aspekte. Zum einen sollte der Autostart von Datenträgern deaktiviert werden. Dazu

als Admin Ausführen (WinTaste+R) öffnen und gpedit.msc eingeben. Unter Computerkonfiguration -> Administrative-Vorlagen -> System kann der Autostart deaktiviert werden.

Weitere empfehlenswerte Systemeinstellungen wie das Deaktivieren des Scripting-Hosts sowie der uPnP-Untersützung und der Remote-Desktop-Funktion könnt ihr bequem mit dem altbekannten Tool XPAntiSpy durchführen.

Außerdem solltet ihr besonders anfällige Software, wie zum Beispiel das Java Browser Plugin sowie den Adobe Reader und Flash Player, sicherheitshalber nicht installieren. Die meisten Websites haben inzwischen schon auf HTML5 umgestellt, so dass der Flash Player nicht mehr benötigt wird und Firefox unterstützt nativ die Anzeige von PDF-Dokumenten, ansonsten gibt es noch kostenfreie Alternativen, wie SumatraPDF oder NitroPDF Reader.

Es ist empfehlenswert, die hosts Datei unter

C:\WINDOWS\system32\drivers\etc

mit Adminrechten als schreibgeschützt zu markieren. Dadurch verhindert ihr, dass Malware diese einfach manipulieren und möglicherweise DNS-Anfragen umleiten kann. Die hosts-Datei ist im Normalfall leer (außer dem Infotext).

3. Date Execution Prevention (DEP) maximieren

DEP ist ein nützliches Sicherheitsfeature, welches das Ausführen von Schadcode im Arbeitsspeicher verhindern soll. Standardmäßig ist diese Funktion nicht immer aktiviert. Unter

Systemsteuerung -> System -> Erweitert -> Leistungsoptionen -> Datenausführungsverhinderung

kann DEP für alle Anwendungen aktiviert werden. Dies erhöht die Sicherheit. Sollte es dadurch zu (eher seltenen) Anwendungsfehlern kommen, können dort auch Ausnahmen definiert werden.

4. zusätzlicher AV-Schutz, Firewall

Natürlich ist Prävention am besten, trotzdem sollte ein aktueller Virenscanner an Bord sein. Während Avira keinen Support mehr für Windows XP bietet, funktioniert die kostenlose Antivirensoftware von AVG, Avast und Bitdefender noch. Außerdem schadet es nie, noch eine Alternative wie das ressourcenschonende ClamWin an Board zu haben. In einem anderen Beitrag habe ich bereits beschrieben, wie man sich zusätzlich mit portablen Sicherheitstools schützen kann. Stellt außerdem sicher, dass die Windows Firewall aktiviert ist (Systemsteuerung). Die meisten aktuellen Firewalls unterstützen kein Windows XP mehr, aber es gibt eine kostenlos Alternative, um den Schutz zu verbessern:

button_2k button_xp Ghostwall Firewall ist kompakt, übersichtlich, ressourcensparend und rückwärtskompatibel mit Windows XP, 2000.

5. Eingeschränktes Benutzerkonto einrichten

Das User Account Control (UAC), welches seit Windows Vista an Bord ist, gibt es unter Windows XP nicht, standardmäßig ist ein Administratorkonto aktiv. Es ist sehr empfehlenswert, sich nach dem Einrichten von Windows und der Installation der ganzen Software ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Benutzerrechten einzurichten. Unter diesem Konto hat man keinen Zugriff auf wichtige Systemeinstellungen und Windows-Systemdateien. Sollte sich der Rechner dann infizieren, fällt der Schaden geringer, bzw. nur auf das Konto bezogen aus, da durch die eingeschränkten Zugriffsrechte schlimmeres verhindert werden kann.

6. Alle Updates installieren, Windows Update Hack

button_download3 Nach der Installation von Windows XP solltet ihr sicherstellen, dass das Service Pack 3 sowie alle nachfolgenden Updates installiert sind. Am einfachsten geht es das mit einem Update-Pack z.B. von WinFuture. Besonders nach einer Neuinstallation kann man damit viel Zeit sparen! Beachtet außerdem, dass es z.B. für nachträglich installierte Laufzeitumgebungen wie das .NET Framework auch Sicherheitsaktualisierungen gibt, die ebenfalls über Windows Update bezogen werden sollten.

Und noch ein Trick: Es kursieren im Internet Anleitungen, wie man mit einem Registry-Hack weiterhin Windows Updates erhalten kann, obwohl diese nicht mehr für Endanwender gedacht sind (also auf eigenes Risiko!). Dabei wird die Bezugsquelle für Updates in der Registrierung geändert.

7. Verschlüsselung von wichtigen Daten und Backups

In Bezug auf die potentielle Anfälligkeit von Windows XP ist es empfehlenswert, sensible Daten zu verschlüsseln und sie so vor Diebstahl zu schützen. Sowohl Mozilla Firefox als auch Thunderbird bieten in den Einstellungen eine Verschlüsselung der gespeicherten Formulardaten mithilfe eines Masterpassworts an.

Mit dem kostenlosen Nachfolger von TrueCrypt, VeraCrypt können verschlüsselte Datenträger und Dateien erstellt und wichtige Daten so vor fremdem Zugriff geschützt werden.

Es sollten regelmäßig Datensicherungen gemacht werden. Windows bietet unter Zubehör -> Systemanwendungen bereits ein Sicherungsprogramm an, ansonsten gibt es genug Freeware-Angebote im Internet. Mit dem kostenlosen Tool Cryptomator können Backups verschlüsselt und in kleinere Dateihäppchen aufgeteilt werden, um sie bequem auf Onlinespeicher hochladen zu können.

8. EMET 4.1

In vielen Artikeln von 2014 wird Microsofts Tool EMET als Sicherheitsfeature empfohlen. Es „härtet“ viele Anwendungen gegen häufige Angriffsarten von Malware ab. Leider gibt es die letzte Version, welche Windows XP noch unterstützt, nämlich 4.1, nicht mehr offiziell als Download. Ich konnte an dieser Stelle keinen Link finden. Wenn ihr es dennoch auftreiben könnt, freue ich mich über einen Hinweis!

Alternativ zu Windows XP bieten sich übrigens auch leichte Linuxdistros wie Ubuntu MATE, Xubuntu oder Knoppix an, wenn man auf die Windows-Plattform verzichten kann.

Internet Explorer: Keine (Sicherheits)Updates mehr für ältere Versionen

Aufgepasst: Ab heute wird Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr für ältere Versionen des Internet Explorers auf Windows mehr veröffentlichen. Betroffene Nutzer sollen auf die neueste Version aktualisieren, falls nicht schon geschehen. Da der offizielle Support für Windows XP bereits ausgelaufen ist, bedeutet das im Falle von Windows Vista SP2 den Internet Explorer 9, für Windows 7 und Windows 8.1 den Internet Explorer 11. Dieser sollte durch Windows Update auf die aktuellste Version gepatcht sein.

Klickt im Internet Explorer oben in der Menüleiste auf „Hilfe“ bzw. auf das Zahnradsymbol und anschließend auf „Info“, um zu erfahren, welche Version ihr benutzt.

Gibt es die aktuelle Version 9 oder 11 nicht für euer System, so solltet ihr auf einen alternativen Browser, wie Firefox, Chrome oder Opera ausweichen. Ansonsten kann ich euch empfehlen, die Sicherheitseinstellungen entsprechend anzupassen, wie ich bereits in einem Beitrag aus dem letzten Jahr beschrieben habe und eine Adblock-Filterliste zu aktivieren (Internet Explorer 10+).

Quelle: Microsoft

Der unterschätzte Internet Explorer

Der Internet Explorer ist für viele Menschen immer noch ein No-Go, am besten benutze man ihn nur zum Download von Firefox oder Chrome! Stimmt nicht ganz. Auch wenn schon der Nachfolger Edge im kommenden OS Windows 10 bereit steht und Microsoft den Namen Internet Explorer am liebsten beerdigen würde, darf man dem Internet Explorer 11 noch Aufmerksamkeit schenken. In der aktuellsten Version unterstützt er die neueste Technologie, startet sehr schnell (schneller als bei mir Firefox), unterstützt HTML5-Wiedergabe, Filterlisten, Registerkarten-Schnellauswahl und auch die Benchmarkergebnisse müssen sich nicht hinter denen der Konkurrenz verstecken.

Im folgenden Beitrag möchte ich euch einige Einstellungen und Kniffe zeigen, die das Surfen mit dem Internet Explorer noch schneller, angenehmer und produktiver machen.

Cookies und Datenschutz

ie11tweaks00Zunächst einmal wenden wir uns den sicherheitsrelevanten Optionen zu. Seit Windows 98 schon gibt es die Regelung für Sicherheit und Datenschutz in den Einstellungen des Internet Explorers. Standard ist hier „Mittelhoch“, was mit den Cookieregelungen anderer Browser vergleichbar ist. Nachteil dieser Einstellung ist aber, dass Langzeitverfolgung und Werbetracking durch Websites möglich ist. Ich empfehle euch daher, die Datenschutzregel auf „Hoch“ zu stellen, um die Verfolgung zu unterbinden. Dies mag mit einigen Seiten Probleme erzeugen, zum Beispiel bei Log-Ins, Email-Konten oder Captcha-Codes. In diesem Fall habt ihr die Möglichkeit, euch bekannte und häufig besuchte Seiten von der Regel auszunehmen. Diese tragt ihr einfach unter „Sites“ ein. Stellt außerdem sicher, dass die physische Standortermittlung deaktiviert und der Popupblocker aktiv ist.

Seitencache limitieren

ie11tweaks06In den Einstellungen lassen sich die Größe des Caches (zwischengespeicherte Seiten) sowie dessen Speicherdauer manuell regeln. Hier empfehle ich euch bei der Vorgabe 250Mb die Speicherdauer auf 14 Tage zu begrenzen. Habt ihr einen älteren Rechner mit einem langsameren Prozessor, ist es sinnvoll, zusätzlich den Speicher auf 50-100Mb zu reduzieren. Damit wird verhindert, dass der Cache zu gr0ß wird und den Browser eventuell langsamer starten lässt und träge macht.

Erweiterte Optionen konfigurieren, geschützter Modus

In den Einstellungen findet ihr unter „Erweitert“ noch einmal eine ganze Palette an Optionen. Hier kann ich euch noch folgende Empfehlungen geben:

  • „Vorgeschlagene Sites“ deaktivieren – Verhindert das der IE den Browserverlauf zur Analyse an Microsoft sendet
  • „Do-Not-Track“ – Aufforderung an besuchte Websites senden – Zusätzliche Maßnahme zur Verhinderung von Langzeitverfolgung
  • DOM-Storage deaktivieren – Deaktiviert sog. „Super-Cookies“, die größere Datenmengen im Browser speichern können (Datenschutzaspekt!). Dies kann auch Probleme mit Websites verusachen.
  • „Erweiterten geschützten Modus“ aktivieren – Neustart erforderlich. Soll die Sicherheit erhöhen, kann aber Probleme mit Websites verursachen.
  • „Integrierte Windows-Authentifizierung“ deaktivieren – Soll das Anmelden an Microsoft-Dienste erleichtern, es ist aber unklar welche Daten übertragen werden.
  • „Smartscreen-Filter“ aktivieren/deaktivieren – Ähnlich dem WOT-Addon aus Firefox, blockiert pot. schädliche Websites, sendet aber die Eingabe an Microsoft.

Plugins deaktivieren

Viele Programme installieren zusätzliche Browserplugins, die nicht benötigt werden und den Start des Browsers ausbremsen (wird sogar gemessen!). Nicht benötigte Plugins können deaktiviert werden.

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Auch wer viel Zeit auf YouTube verbringt, kann getrost den Flash Player deaktivieren, da auch mit HTML5 inzwischen eine Videowiedergabe möglich ist. Und das ohne Performanceeinbußen. Auch die automatische Rechtschreibprüfung lässt sich hier ein- und ausschalten.

Filterliste abonnieren / Adblocking

Im Internet Explorer gibt es die Möglichkeit, sogenannte Tracking-Schutz Filterlisten zu abonnieren. Dieses Feature ist vergleichbar mit Adblock Plus (benutzt die selbige Filterliste) und blendet Werbung aus, was das Surfen angenehmer macht und den Seitenaufbau wesentlich beschleunigt. Wie das geht habe ich bereits in einem früheren Post beschrieben.

Netzwerkeinstellungen optimieren

ie11tweaks08Wenn ihr eine schnelle (oder sehr langsame) Leitung benutzt und euch alles noch nicht schnell genug geht, könnt ihr eure Netzwerkeinstellungen noch systemweit angepasst auf eure Brandbreite mit dem Tool TCP Optimizer optimieren. Das kostenlose Tool findet ihr hier zum Download. Ihr startet das Programm als Administrator, wählt eure Bandbreite, klickt unten auf „Optimized“ und auf „Übernehmen“. Nach einem Neustart sind die Einstellungen aktiv. Sollte es zu Problemen kommen, könnt ihr die Einstellungen mit der automatisch erzeugten Backup-Datei rückgängig machen.

Hotkeys lernen

Ein paar Handgriffe auf der Tastatur machen einem das Leben einfacher und bequemer, diese sind

  • Strg+D Seite zu den Lesezeichen hinzufügen
  • Strg+T Neuen Tab öffnen
  • Strg+F Seite durchsuchen
  • Alt+Enter Vollbildmodus aktivieren
  • Strg+Shift+P Neues Privates-Fenster
  • Strg+Shift+T Zuletzt geschlossenen Tab öffnen

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser Anleitung weiterhelfen. Mir gefällt der IE in dieser Konfiguration für das alltägliche Surfen sehr gut, vor allem weil mein Firefox etwas träge geworden ist. 🙂

Windows 10 Technical Preview in Bildern

Der Desktop nach der Anmeldung. Da ist noch viel Platz!

Windows 10 – Der Desktop nach der Anmeldung. Da ist noch viel Platz!

Windows 10 ist die nächste Windows-Generation (und die letzte, denn danach soll Windows kontinuierlich aktualisiert werden). In der aktuellen Testversion sind bereits die meisten neuen Funktionen eingebaut. Im Vordergrund steht diesmal die „geräteübergreifende Erfahrung“, also die Zusammenarbeit mit anderen Geräten, wie Smartphones und der Xbox. Für Desktop-Nutzer aber viel interessanter ist, dass es wieder ein Startmenü und einen einheitlichen Desktop geben wird. Microsoft hat dazu die Kacheln aus Generation 8 mit dem klassischen Startmenü aus den Vorgängern vereint. Laut Microsoft soll Windows 10 frühestens ab Mai 2015, eher aber im Herbst 2015 erscheinen.

Ich habe Windows 10 bereits einige Tage getestet. Einige Features in der Vorschauversion fehlen noch oder sind unvollständig, aber das Ganze macht auf mich bereits einen sehr guten Eindruck: Die Benutzerfreundlichkeit von Windows 7 kombiniert mit den neuen Funktionen und der Geschwindigkeit von Windows 8.x.

Nun mag sich der eine oder andere fragen, wie sieht der Desktop aus? Ich habe euch einige Screenshots aus der Techical Preview vom Januar gemacht.

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Das Startmenü kombiniert nun Kacheln mit der konventionellen Programmliste und lässt sich auf Wunsch in Vollbild schalten. Die Kachelfläche lässt sich individuell einrichten.

w10 (7)Neben dem Startbutton findet sich nun (vorerst) separat das Suchfeld. Es werden verschiedene Quellen miteinbezogen. Die Sprachassistentin Cortana erhält dort noch Einzug.

 

 

 

 

 

w10 (1)Im rechten Bildschirm gibt es nun ein Benachrichtigungscenter, wie man es aus Smartphones kennt. Dort werden wichtige Informationen gesammelt angezeigt.

 

 

 

 

 

w10 (5)Die Einstellungen-App wurde überarbeitet und ist nun wesentlich übersichtlicher. Parallel dazu gibt es immer noch die klassische Systemsteuerung, was verwirrend ist, da man je nach Anforderung wechseln muss.

 

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Computer aka. Arbeitsplatz ist nun „Dieser PC“, die Bibliotheken heißen „Schnellzugriff“. Wie zu sehen ist, wurden zum Teil schon neue Symbole implementiert, die besser zur „flachen Optik“ der neuen Generation passt.

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Im Internet-Explorer ist bereits die Engine „Spartan“ aktiv, entsprechend schnell ist das Surfen. Sonst sind kaum Änderungen sichtbar. Der gelbe Smiley ist ein Feedback-Button.

Die Bilder stammen aus dem Windows 10 Technical Preview Build 9926. Jeder, der möchte, kann Windows 10 testen und Feedback geben.

Internet Explorer: Werbung blockieren mit EasyList

Der Internet Explorer ist inzwischen in der Version 11 verfügbar und hat die meisten Mankos der Vorgänger aufgebessert. Ebenso ist er wie seine Konkurrenz schlank und schnell geworden. Ein wesentlicher Kritikpunkt bleibt aber die beschränkte Erweiterbarkeit: Der IE bietet nach wie vor keine vollwertigen Add-Ons. Aber auch ohne diese gibt es die Möglichkeit, verschiedene Features nachzurüsten, wie zum Beispiel einen Werbeblocker:

Dazu navigiert ihr im Menü des Internet Explorers zu „Add-Ons verwalten“, dort könnt ihr dann unter „Tracking-Schutz“ eine Liste der Verfügbaren Filter online abrufen (Unter Windows 8 die Desktop-Anwendung benutzen). Oder einfach per Direktlink: http://www.iegallery.com/de-de/trackingprotectionlists

easylist

Der wohl am meisten heruntergeladene Filter ist „EasyList + Germany“, mit der Englische und Deutsche Werbung zuverlässig geblockt wird. Dies sind die gleichen Filterlisten, die auch Adblock Plus verwendet!

Zur Installation einfach auf „Hinzufügen“ klicken und bestätigen, der Filter wird automatisch aktiv. Nun könnt ihr nicht nur ungestörter Surfen, auch der Seitenaufbau und die -Performance verbessert sich dadurch erheblich.

Browserstart durch deaktivieren von Add-Ons beschleunigen

Der Add-On Manager (siehe oben) misst praktischerweise auch die Verzögerung der Startzeit, die sich durch einzelne Add-Ons ergibt. Ist diese besonders hoch, macht es Sinn Add-Ons zu deaktivieren, die nicht häufig gebraucht werden (z.B. das Java Plugin, oder Silverlight).