Windows 7 (oder 8, Vista, XP) in VirtualBox verschieben

Ihr habt einen alten Rechner mit Windows 8, 7, Vista oder XP von dem ihr euch nicht trennen könnt? Sei es, weil ihr auf ein altes Programm angewiesen seit, eine Backup-Möglichkeit sucht oder einfach der Erinnerung halber. Mit dieser Anleitung könnt ihr eure gesamte Windows-Installation einlesen, in eine virtuelle Festplatte konvertieren und auf einem anderen Rechner im VirtualBox-Fenster starten. Konserviert für die Ewigkeit! 🙂 Ich habe das Programm disk2vhd bereits 2015 einmal auf meinem Blog vorgestellt, es aber bisher nie ausprobiert. [1] Für diesen Beitrag habe ich mein altes Acer Aspire Notebook (ca. 2010) mit Windows 7 in eine knapp 33Gb große VHD-Datei umgewandelt.

Dazu benutzen wir das kostenlose Tool disk2vhd aus der Sysinterals-Sammlung von Microsoft [2]. Für das Ausführen später benötigt ihr das kostenlose Virtualisierungsprogramm VirtualBox. Empfehlenswert ist außerdem ein größerer externer Datenträger (z.B. eine Festplatte), auf dem ihr das Abbild speichern könnt.

etwas Vorbereitung

Damit das Einlesen („das Konservieren des Systems“) möglichst schnell geht und das Datenträger-Abbild so klein wie möglich wird, profitiert ihr davon, vor dem nächsten Schritt zunächst ungebrauchte Anwendungen und Dateien vom Rechner zu entfernen, eine Datenträgerbereinigung zu machen und das Laufwerk zu defragmentieren. Wie das geht, habe ich unter anderem in diesem Beitrag beschrieben!

disk2vhd konfigurieren

Nun starten wir das zuvor heruntergeladene Tool diskvhd. Dieses ist recht übersichtlich und es gibt nur wenig zu beachten:

  • Den Windows-Datenträger (C:) bzw. die System-Partition auswählen.
  • Der Zielort für das zu erstellende Abbild sollte nicht ebenfalls darauf liegen. Nehmt am besten ein anderes Laufwerk oder einen externen Datenträger. Stellt sicher, dass genügend Speicherplatz frei ist. Wichtig: Ein älterer USB-Stick mit FAT32 Formatierung kann maximal 4GB pro Datei speichern, bietet sich also nicht an.
  • Entfernt den Haken von „Use Vhdx“, damit das Abbild später von Oracle VirtualBox geöffnet werden kann. Eine spätere Konvertierung des Dateityps ist mühselig.
  • Der Prozess kann je nach Festplattenbelegung und Rechnerleistung einige Minuten bis Stunden in Anspruch nehmen!

VirtualBox Maschine einrichten

Wurde der Vorgang erfolgreich abgeschlossen, habt ihr nun ein mehrere Gigabyte großes VHD-Abbild eures Rechners. Im Host-System (wo der virtuelle Rechner dann ausgeführt wird) startet ihr nun das zuvor installierte VirtualBox und legt eine neue Maschine an (über den Button „Hinzufügen“). Wählt das passende Betriebssystem (und Architektur!) und bei der Festplatte unbedingt „Vorhandene Festplatte verwenden“ und dann das Abbild.

Bevor in nun den virtuellen PC zum ersten Mal startet, könnt ihr über das VirtualBox-Interface noch allgemeine Einstellungen vornehmen, wie die verwendete Menge an Arbeitsspeicher oder die Aktivierung der Unterstützung für z.B. USB 3.0 und 3D-Beschleunigung (welche die VirtualBox-Erweiterungen erfordern, können über die Webseite gesondert heruntergeladen werden). Welche der Einstellungen die richtigen für euch sind, hängt davon ab, wie viel Leistung euer Host-Rechner abgeben kann und wie viel das Gastsystem benötigt. Faustregel: Bei Windows 10 sollten mindestens 4Gb RAM für’s Hostsystem übrig bleiben. Bei mir lief der virtuelle PC mit 2 von 6 CPU Kernen und 2 von 16 Gb RAM bereits sehr flott (Gastsystem Windows 7). Das Gastsystem sollte für die Grundfunktionen mit 1Gb (Windows XP) oder 2Gb (Windows Vista oder neuer) Arbeitsspeicher klarkommen.

Erster Start & VirtualBox-Additions installieren

Ich konnte mit meinem konvertierten Betriebssystem direkt starten und mich anmelden. Windows sollte mit der „geänderten Hardware“ klarkommen und einfach die Standard-Gerätetreiber für die grundlegende Funktionalität laden (z.B. „Microsoft Basic Display Adapter„).

Bluescreen beim Start? Fehlercode notieren und in Google eingeben, vielleicht ist ein bestimmter Gerätetreiber schuld. Ich würde auf jeden Fall mal versuchen, wie unten beschrieben in den abgesicherten Modus von Windows zu gelangen, dort kann dieser über den Geräte-Manager dann ggf. deinstalliert und die VirtualBox-Treiber installiert oder Windows „repariert“ werden.

Nun können wir noch die Gasterweiterung (VirtualBox Guest Additions) installieren. Das ist ein Treiber für’s Gastsystem, welcher eine bessere Geschwindigkeit und die Nutzung aller VirtualBox-Funktionen (wie 3D-Beschleunigung) garantiert. Dieser lässt sich allerdings nur im abgesicherten Modus ohne geladene Systemtreiber installieren. Dazu öffnen wir im Gastsystem die Einstellungen-App, navigieren zu Update und Sicherheit / Wiederherstellung und wählen „Jetzt neu starten“.

Die einfache Variante für Windows XP, Vista, 7 oder 8: Windows neu starten, wiederholt die Taste (Shift +) F8 drücken, bis ihr zu einem Bildschirm mit „erweiterten Startoptionen“ gelangt. Dort dann den abgesicherten Modus (ohne weitere Eigenschaften) wählen.

Bei Windows 10 geht ihr so vor:

Optionen auswählen - Problembehandlung - Erweiterte Optionen - Starteinstellungen - Neustart

und wählen in den Startoptionen dann die Taste 4) Abgesicherten Modus aktivieren.

Hat Windows dann wieder gestartet, klicken wir im VirtualBox-Fenster oben auf das Menü „Geräte“ und „Gasterweiterung einlegen“. Im Gastsystem öffnen wir mit einem Doppelklick auf das CD-Laufwerk nun das Installationsprogramm. Alternativ kann das CD-Verzeichnis aufgerufen und die Setup.exe eigenständig gestartet werden. Wir klicken uns durch das Installationsprogramm und wählen Gerätetreiber installieren? Zulassen und Oracle vertrauen. Anschließend startet ihr Windows neu und

Beispiel aus meinem letzten Artikel zu VirtualBox

Die Einrichtung ist abgeschlossen! Wenn ihr fertig seid, empfehle ich euch, im offenen Fenster oben im Menü unter „Maschine“ einen Sicherungspunkt zu erstellen. So könnt ihr, egal was ihr gemacht habt, einfach und schnell zum Zeitpunkt nach der Installation bzw. einem vorherigen Punkt zurückkehren.

Noch ein Tipp zum Schluss: Wollt ihr die Windows-Lizenz der virtualisierten Windows-Installation (Gastsystem) auf einem richtigen Gerät weiter nutzen, kann es zu Problemen mit der Aktivierung bei Microsoft kommen. Da man mit VirtualBox auch Sicherungspunkte erstellen und diese jederzeit zurücksetzen kann, muss die virtuelle Installation nicht aktiviert werden.

Windows 10 in VirtualBox einrichten

Windows 10 lässt sich als virtuelle Maschine prima mit VirtualBox ausprobieren. Man kann damit gefahrlos das aktuelle Betriebssystem von Microsoft kennenlernen und es ist allemal einfacher, als sich Windows 10 parallel zu Windows 7 auf die Platte zu ziehen und den Bootloader entsprechend zu konfigurieren. Außerdem kann man so prüfen, ob alle essenziellen Anwendungen auch im neuen Windows laufen. So geht dann der Umstieg im kommenden Jahr viel flotter von der Hand. Oder natürlich, ihr nutzt ein ganz anderes Betriebssystem wie Linux und wollt auf Windows nicht ganz verzichten, dann ist dies sicher einer der möglichen Ansätze.

Wie das geht möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen.

Die Einrichtung ist unkompliziert und schnell erledigt, ihr solltet allerdings sicherstellen, dass euer Rechner genügend Leistung zur Verfügung stellen kann: Ihr benötigt einen aktuelleren Mehrkern-Prozessor mit Virtualisierungstechnik (Intel-VT, AMD-V), mindestens 4Gb Arbeitsspeicher sowie einige Gigabytes an freiem Speicherplatz auf der Festplatte.

Zunächst laden wir uns die aktuelle Version des Microsoft Upgrade Tools (Update 1809) herunter. Mit wenigen Klicks lädt uns dieses das gewünschte Windows 10 ISO-Datenträgerabbild herunter. Für VirtualBox reicht hier die x86 Bit Version. Welche Version hier wählt ist eigentlich egal, da ihr diese in der virtuellen Maschine nicht aktivieren werdet, so könnt ihr auch die Pro-Variante ausprobieren, wenn ihr sonst „Home“ nutzt. Alternativ kann das das Windows 10 Setup auch direkt z.B. bei CHIP bezogen werden.

Außerdem benötigt ihr die aktuelle Version von VirtualBox sowie das kostenlose Extension Pack (Download auf der selben Seite) um alle Funktionen nutzen zu können. Dieses müsst ihr zum Installieren mit VirtualBox öffnen oder unter Datei/Einstellungen/Zusatzpakete hinzufügen.

Wenn ihr alle Vorbereitungen getroffen habt, erstellt ihr zunächst eine neue virtuelle Maschine mit Windows 10 (32Bit), übernehmt die vorgeschlagenen Einstellungen mit einem Klick auf „weiter“. Anschließend wählt ihr das eben eingerichtete System aus und klickt auf das Zahnrad „Ändern“. Hier nehmen wir jetzt einige Einstellungen vor:

  • Allgemein: Aktivieren der bidirektionalen Zwischenablage sowie Drag’n’Drop für den späteren Komfort.
  • System: Windows 10 benötigt mindestens zwei Gigabyte freien Arbeitsspeicher (RAM). Solltet ihr über deutlich mehr Verfügen, könnt ihr der 32-Bit Variante auch bis zu 4GB zuteilen, es sollten aber für euer Hostsystem 2Gb übrig bleiben, da es sonst zu Geschwindigkeitseinbusen, Rucklern und Abstürzen kommen kann. Außerdem könnt ihr, wenn gewollt, dem Gastsystem einen zweiten Prozessorkern zuteilen, damit dieses schneller arbeitet. Prüft zum Schluss ob im Reiter „Beschleunigung“ auch die eurem System entsprechende Virtualisierungstechnik aktiviert ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müsst ihr diese wahrscheinlich erst im UEFI bzw. BIOS aktivieren. Die Erklärung hierfür würde den Beitragsrahmen sprechen, ist aber einfach bei Google zu finden. Es geht auch ohne, aber dann wird das Gastsystem sehr langsam sein.
  • Anzeige: Aktiviert die 2D- und 3D-Beschleunigung, damit die Benutzeroberfläche später flüssig reagiert und erhöht den Grafikspeicher auf das zumutbare Maximum (Das hängt von eurem VRAM ab, im Zweifelsfall belasst die vorgeschlagene Menge).
  • Massenspeicher: Ins emulierte SATA-CD-Laufwerk legen wir die heruntergeladene Windows 10 Setup ISO ein und entfernen den Haken bei „Live CD“.
  • USB: Unterstützung für USB 3.0 aktivieren für die beste Übertragungsrate.
  • Gemeinsamer Ordner: Wir legen zusätzlich einen Ordner im Hostsystem fest, auf den das Gastsystem später zugreifen kann und wählen „Automatisch einbinden“, damit es dann als Netzwerklaufwerk unter „Dieser PC“ erscheint. Das kann z.B. euer Download-Ordner sein und erleichtert den Zugriff auf gemeinsam genutzte Daten enorm.

Im Folgenden spreche ich vom Hostsystem (hier läuft VirtualBox) und dem Gastsystem, welches wir emulieren. Das Gastystem verbraucht nur so viel Festplattenkapazität wie es tatsächlich benötigt, aber VirtualBox wird diesem dennoch eine feste Größe vorgaukeln. Weist ihr dem Gastsystem zu viel Arbeitsspeicher (RAM) zu, kann sich euer PC aufhängen. Wenn ihr die Maschine startet und eine Eingabe macht, wird die Maus und Tastatur im Fenster „eingefangen“, ihr könnt diese mit der STRG-Taste wieder „befreien“.

Ist das geschehen, startet ihr die virtuelle Maschine. Das Setup von Windows 10 wird geladen und die Installation beginnt. Ihr folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm, überspringt die Eingabe des Product Keys und wählt bei der Installationsoptionen nicht „Upgrade“, sondern „Angepasst“. Ihr landet im Partitionsmanager, wo ihr mit Klick auf „Neu“, „Übernehmen“ und „Formatieren“ die Systempartitionen erstellt. Nach dem Kopieren der Daten und einem Neustart geht es weiter mit der Einrichtung und Anpassung. Was ihr dabei wählt, ist euch überlassen. Bei der Benutzereinrichtung wählt ihr „Offlinekonto“. Nach nicht einmal 20 Minuten landen wir so auf dem Desktop. Mehr Details seht ihr in der Bilderstrecke…

Nun müssen wir noch die Gasterweiterung (VirtualBox Guest Additions) installieren. Das ist ein Treiber für’s Gastsystem, welcher eine bessere Geschwindigkeit und die Nutzung aller VirtualBox-Funktionen (wie 3D-Beschleunigung) garantiert. Dieser lässt sich allerdings nur im abgesicherten Modus ohne geladene Systemtreiber installieren. Dazu öffnen wir im Gastsystem die Einstellungen-App, navigieren zu Update und Sicherheit / Wiederherstellung und wählen „Jetzt neu starten“.

Im darauf folgenden Fenster hakeln wir uns nun etwas umständlich durch zu:

Optionen auswählen - Problembehandlung - Erweiterte Optionen - Starteinstellungen - Neustart 

und wählen in den Startoptionen dann die Taste 4) Abgesicherten Modus aktivieren.

Hat Windows dann wieder gestartet, klicken wir im VirtualBox-Fenster oben auf das Menü „Geräte“ und „Gasterweiterung einlegen“. Im Gastsystem öffnen wir mit einem Doppelklick auf das CD-Laufwerk nun das Installationsprogramm. Alternativ kann das CD-Verzeichnis aufgerufen und die Setup.exe eigenständig gestartet werden. Wir klicken uns durch das Installationsprogramm und wählen Gerätetreiber installieren? Zulassen und Oracle vertrauen. Anschließend startet ihr Windows neu und

et voilá, die Einrichtung ist abgeschlossen! Wenn ihr fertig seid, empfehle ich euch, im offenen Fenster oben im Menü unter „Maschine“ einen Sicherungspunkt zu erstellen. So könnt ihr, egal was ihr gemacht habt, einfach und schnell zum Zeitpunkt nach der Installation bzw. einem vorherigen Punkt zurückkehren.