Linux-Tagebuch #14 – Zusammenfassung und Fazit

In dieser mehrteiligen Beitragsreihe versuche ich mich aus Sicht eines Windows PC-Nutzers dem Linux-Desktop als Betriebssystem zu nähern. Dabei möchte ich dieses als Linux-Anfänger selbst besser kennen lernen und zu verstehen versuchen. Im letzten Beitrag ziehe ich ein Fazit. Zu Teil 1…

Etwa ein halbes Jahr war ich mit Ubuntu-Linux auf meinem Rechner im Alltag unterwegs. Ich fasse meine Erfahrung zusammen und versuche ein Fazit zu ziehen.

Im März 2020 hatte ich mir zwischen dem Support-Ende von Windows 7 und der Veröffentlichung von Ubuntu 20.04 vorgenommen, Linux auf dem Desktop wieder eine Chance zu geben (ich hatte es in der Vergangenheit schon einmal mit wenig Erfolg versucht) und – für mich selbst als Lerneffekt und hoffentlich für andere als Stütze – die einzelnen Schritte und Erkenntnisse dabei zu dokumentieren und auf meinem Blog festzuhalten. Als langjähriger Windows-Nutzer sind meine Erfahrungen und Kompetenzen natürlich von diesem geprägt, deshalb war es mir wichtig, das Herangehen an das „andere“ Betriebssystem aus der Perspektive eines Windows-Nutzers zu führen, außerdem wollte ich mir einen ganzheitlichen Eindruck schaffen. Das heißt, nicht nur die Nutzung (bzw. den Desktop) selbst zu betrachten, sondern eben alles was dazu gehört, wenn man auf Linux umsteigen will. Deshalb habe ich mir zu Beginn auch über einige grundlegenden Aspekte und Besonderheiten von Linux Gedanken gemacht und die eigentliche Partitionierung und Installation des Betriebssystems genauer beleuchtet. Das könnte insbesondere für fortgeschrittenere Nutzer interessant sein, die ihre Linux-Installation individuell anpassen oder Linux und Windows parallel installieren wollen. Eine Liste mit allen Linux-Tagebucheinträgen findet ihr hier in der Themenübersicht meines Blogs.

Die out-of-the-box Erfahrung

Zur Zeit als Windows 7 erschien und ich zum ersten Mal mit Linux in Berührung kam, war für mich persönlich ein großes Plus bei der Installation des Linux-Desktops die Tatsache, dass dieses samt Standardanwendungen meist „out-of-the-box“ funktioniert hat (sofern die Hardware unterstützt wurde). Dieser Punkt hat, so finde ich, bei Windows 10 und jetzt aktuell bei Windows 11 etwas an Bedeutung verloren. Bei beiden Windows-Versionen habe ich nun schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass diese sich, bis auf ein paar Ausnahmen, bereits bei der Installation oder über Windows Update ziemlich gut mit Treibern eindecken können. Insgesamt bleibt der erste Start bei Linux aber trotzdem recht unkompliziert. Die erkannten Geräte funktionieren sofort, es ist bereits alles eingerichtet und ich muss mich erstmal nicht um irgendwelche Treiber sorgen. Für viele „normale“ Anwendungsszenarien sind bereits ausgereifte und mich ansprechende Programme vorinstalliert, wie ein schneller PDF-Reader oder Multimedia-Software. Das sind alles Dinge, die ich mir sonst bei Windows erst einzeln zusammen suchen muss. Bei der ersten Installation, die ich im Rahmen dieses Tagebuchs vorgenommen habe, musste ich mich noch um den Drucker und die Soundkarte kümmern, wie ich hier berichtete. Im zweiten Anlauf, bei meinem Tuxedo Notebook, hat alles funktioniert. Klar, das Gerät ist ja auch für Linux konfiguriert.

Die Sache mit der Hardware

So verschieden Windows und Linux in ihrer Bedienung auch sein mögen, eine Gemeinsamkeit haben die beiden Betriebssysteme meiner Meinung nach auf jeden Fall: Wenn die Hardware richtig unterstützt wird, läuft alles wie Butter. Wenn nicht – dann hat man möglicherweise ein Problem. Wenn ich daran zurückdenke, wie oft ich in der Vergangenheit bei Notebooks mit dem Linux-Treiber für den WLAN-Chip rumgemacht und am Ende trotzdem keinen stabilen Empfang hatte. Oder das zum Teil komplizierte und umständliche Umschalten der Grafik bei Hybrid-Notebooks (zwischen integrierter und dedizierter GPU). Oder die vergeblichen Mühen, den WLAN-Drucker richtig einzurichten. Aber auch unter Windows kenne ich solche Probleme. Beim Umstieg auf Windows 10 hatte ich bei einem älteren Notebook das Problem, dass ein alter Intel IMEI Treiber in Zusammenhang mit Windows 10 immer wieder zum Absturz geführt hat. Oder das Windows Update ständig einen inkompatiblen Treiber drüber installiert hat. Während man bei Windows manchmal Glück hat und die Sache mit einem Treiber-Rollback über Windows Update erledigt ist, oder man noch einen Treiber im Internet findet (wie am Beispiel der Creative Soundkarte), habe ich in meinen Stunden mit Linux eher die Erfahrung gemacht, dass es bei Problemen schnell sehr technisch wird, was zur Herausforderung werden kann. Nicht jeder hat die Zeit, Lust oder vielleicht auch die Erfahrung um stundenlang durch Foren und (englische) Dokumentationen zu streifen und beispielsweise über Shell-Befehle oder das Kompilieren von Treibern eine individuelle, vielleicht auch nur halbgare Lösung zu basteln.

Es scheint – unabhängig vom Betriebssystem – einfach am zeitsparensten und nervenschonensten zu sein, wenn man von vorne hinein entweder ein für die Betriebssystem-Generation ausgelegtes Gerät gekauft, oder eben genauestens prüft, ob das Gerät zu 100% unterstützt wird. Darauf bin ich im dritten Linux-Tagebuch-Eintrag eingegangen.

Was die Performance des Betriebssystems auf meinem Notebook angeht, so konnte ich bei der Benutzung keinen großen Unterschied zu Windows 10 feststellen. Zwar bin ich bei Windows einen Tick früher auf dem Desktop, dafür müssen aber erst noch Hintergrundanwendungen (Dienste) nachgeladen werden. Bei Ubuntu erscheint der Desktop gefühlt erst, wenn alle Hintergrundprogramme gestartet sind. Dass der Rechner mit der Zeit langsamer wird, konnte ich bei mir nicht beobachten. Unter Ubuntu waren mit mehreren virtuellen Arbeitsflächen, geöffnetem Chrome, Webex, PDF-Reader etc. im Schnitt 5,3 Gb (32%) des Arbeitsspeichers belegt. Unter Windows 11 sind es bei einem ähnlichen Szenario jetzt ca. 6,2 Gb (39%), wobei das schwer zu vergleichen ist. Was mir während meiner Zeit mit Ubuntu allerdings positiv aufgefallen ist: Der Computer scheint generell etwas ruhiger zu arbeiten. Nach dem Booten habe ich eine viel geringere Festplattenaktivität als unter Windows („habe fertig“). Ich habe es auch daran gemerkt, dass die Lüfter seltener aufgedreht haben. Ich vermute, dass es hauptsächlich daran liegt, dass bei der Standardeinrichtung von Ubuntu erstmal wesentlich weniger Dienste im Hintergrund laufen, als z.B. bei Windows 10 (Ich denke da an OneDrive, den Store, Cortana, die Telemetrie, …). Ein Punkt, den man im Zusammenhang mit der Performance noch erwähnen kann: Unter Linux sind die Tätigkeiten zur Systempflege als leistungserhaltende Maßnahme (siehe hier) weniger relevant, da z.B. ein Großteil der Anwendungen über den Paketmanager verwaltet werden und das Dateisystem nicht so fragmentiert. Gesparte Zeit und Mühe, sozusagen.

Linux hat meinen Workflow verändert

Nun möchte ich noch zu einem Punkt kommen, der mir besonders wichtig ist. Und zwar habe ich nach einem halben Jahr gemerkt, wie die Benutzung von Linux meine Arbeitsabläufe im Alltag positiv verändert hat, weil es mir ermöglicht bestimmte Aufgaben effizienter zu erledigen. Das hängt natürlich mehr mit der Benutzeroberfläche GNOME zusammen, die ist aber schließlich auch ein Teil von Linux. Richtig gemerkt habe ich das erst, als ich wieder auf Windows umgestiegen bin. Und zwar daran, dass ich oft mehr Klicks brauche, um das Gleiche zu erreichen! Während ich bei meiner letzten Windows-Installation noch mehr mit gruppierten Ordnern und Verknüpfungen auf dem Startbildschirm gearbeitet habe, sieht das die Benutzung von GNOME eher nicht so vor (das ist allerdings UI spezifisch). Stattdessen habe ich mir die Favoriten auf die Startleiste gelegt, weitere Programme mittels Supertaste (Win) und Stichwort gestartet und den Dateiexplorer Nautilus auf Ein-Klick-Bedienung umgeschaltet. Mit dem an Android erinnernden Startmenü bin ich dagegen nicht warm geworden.

Unter Windows 10 hatte ich damals schon angefangen, mit mehreren virtuellen Desktops zu arbeiten (ich habe nur einen Bildschirm). Bei meinem Umstieg auf Ubuntu kam dann der Laptop dazu, wo der Bildschirm noch kleiner war. Da war an die Arbeit mit mehreren Fenstern auf einem Desktop nicht mehr zu denken, weshalb ich die virtuellen Desktops umso intensiver genutzt habe. Dank GNOME Erweiterung konnte ich mit dem Mausrad flott durch die einzelnen Arbeitsflächen springen, so dass ich im Prinzip für jede Anwendung (im Vollbild) einen Desktop genutzt habe (siehe hier). Daran musst mich mich zunächst gewöhnen, aber dann bin ich gut zurecht gekommen.

Nun habe ich unter Windows 11 auch virtuelle Desktops, aber irgendwie will es nicht so flott klappen wie unter Ubuntu. Ich denke, dass liegt vor allem daran, dass ich nicht mit dem Mausrad durchscrollen kann (hier kann man sich einen Ersatz basteln). Außerdem kann ich mir die Desktop-Vorschau in der Übersicht (Win+Tab) nicht per Klick anschauen, sondern muss die Maus draufsetzen und warten, bis ich die Vorschau präsentiert bekomme. Das kostet Zeit.

Unter Windows 11 ist ja noch das neue Kontextmenü hinzugekommen (der Rechtsklick), was ich auf den ersten Blick als optisch ansprechend und vor allem schön aufgeräumt empfand. Nach den ersten Tagen habe ich allerdings feststellen müssen, dass ich meistens trotzdem etwas aus dem klassischen Menü benötige (Unter dem Punkt „Weitere Optionen anzeigen“), was einen Klick mehr bedeutet. Was ich auch vermisse, ist die Option, im Dateiexplorer mit Tabs arbeiten zu können, aber das ist vermutlich Geschmackssache.

Fazit

Mit einem abschließenden Fazit zu meinen Erfahrungen mit dem Linux-Desktop, mit dem ich selbst zufrieden bin, habe ich mich schwergetan. Nun ist es so, dass ich ja selbst im Informatik-Bereich unterwegs bin und meine Meinung daher sicher – zumindest ein Stück weit -voreingenommen sein wird. Ich bin der Ansicht, dass der (Ubuntu) Linux Desktop im Jahr 2022 eine großartige Alternative zu Windows oder Mac ist. Das Betriebssystem wirkt auf mich als Anwender deutlich ausgereifter, als es noch bei meinem letzten „Versuch“ vor einigen Jahren der Fall war. Der Linux Desktop (hier GNOME), hat mir auch einige wertvolle Inspirationen für einen effektiven Workflow gegeben. Das vergangene halbe Jahr hat mich Ubuntu durchs Studium begleitet. Die Tools, die ich für die Softwareentwicklung benötigt habe, gab es entweder auch für Linux oder sie waren als webbasierte Anwendung plattformunabhängig zu nutzen. Die pandemiebedingte Online-Lehre und Teamarbeit ließ sich mit Cisco Webex, Zoom und Discord für Linux problemlos umsetzen, auch wenn man bei dem (Web) Client im Vergleich zur Windows-Variante vielleicht einige funktionale Abstriche in Kauf nehmen muss. Die größte Herausforderung bestand für mich bei der Zusammenarbeit im Team v.a. mit Windows (u.U. unterschiedliche Dateiformate oder Software).

Der Grat zwischen Einsteigerfreundlichkeit und Expertenwissen bei der Bedienung des Betriebssystems ist meiner Meinung nach allerdings schmal. Während sich die alltäglichen Tätigkeiten am PC problemlos mit der Software aus den offiziellen Repositorien erledigen lassen, wird es bei besonderen Anforderungen, wie Abhängigkeiten zu (proprietärer) Software, oder spezifischer Hardware schnell technisch. Da kommt man nicht umher, sich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen, selbst zu recherchieren und eben mit dem Terminal zu arbeiten. Das mag sicher nicht jedem liegen, ich habe es als Herausforderung gesehen – und es hat Spaß gemacht. Letzten endlich kommt es auf den Einsatzzweck an. Ich denke zwei für zwei Zielgruppen geht das Rezept auf: Menschen, die nur die absoluten Basics benötigen (etwas Surfen, Office, Mail) und „Poweruser“, die sich sowieso gut mit der Materie auskennen. Alles dazwischen, könnte schwierig werden. Besonders, wenn man auf kommerzielle Software angewiesen ist.

Wie es einem bei einem „harten“ Umstieg von Windows auf Linux so gehen kann, hat Linus Tech Tips auf YouTube unterhaltsam gezeigt. Ich freue mich schon auf die Veröffentlichung von Ubuntu 22.04 LTS am 21. April 2022 und bin gespannt auf die zahlreichen Verbesserungen und neuen Funktionen.

Dies war der letzte Beitrag zur Themenserie „Linux-Tagebuch“. Ich bedanke mich bei euch fürs Lesen! Eine Liste mit allen Linux-Tagebucheinträgen findet ihr hier in der Themenübersicht meines Blogs. Wenn euch die Beiträge gefallen haben, freue ich mich, wenn ihr euch in der rechten Seitenleiste im Newsletter eintragt, die Seite teilt oder weiterempfehlt!

Linux-Tagebuch #12 – Sicherheit, Firewall und Virenscanner

In dieser mehrteiligen Beitragsreihe versuche ich mich aus Sicht eines Windows PC-Nutzers dem Linux-Desktop als Betriebssystem zu nähern. Dabei möchte ich dieses als Linux-Anfänger selbst besser kennen lernen und zu verstehen versuchen.  Zu Teil 1…

In diesem Beitrag möchte ich meine Gedanken festhalten, die ich mir zum Thema „Sicherheit“ bei der Benutzung von Ubuntu 20.04 LTS als Betriebssystem gemacht habe. Ich bin sicherlich kein Experte auf dem Fachgebiet, aber der ein oder andere Kniff lässt sich als Normal-Nutzer meiner Meinung nach dennoch leicht umsetzen.

Das Sicherheits-ABC

Wie auch bei Windows gelten unter Ubuntu die gleichen Grundregeln für die Sicherheit im Umgang mit dem Computer. Man sollte stehts…

  • das System aktuell halten,
  • sichere und unterschiedliche Passwörter wählen,
  • möglichst auf ungeprüfte Fremdquellen (wie PPAs) verzichten,
  • vorsichtig mit Mail-Anhängen sein,
  • Programme nicht mit mehr Rechten starten, als für en Anwendungszweck notwendig,
  • Downloads und Skripte nicht gedankenlos ausführen,
  • Sensible Daten getrennt speichern oder verschlüsseln

Die Liste ließe sich bestimmt beliebig ergänzen, das soll auch gar nicht der Schwerpunkt dieses Beitrags sein. Hier findet ihr übrigens eine interessante Sammlung aus dem ubuntuusers Wiki dazu. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal anmerken, dass ihr während der Installation von Ubuntu die Möglichkeit habt, euren Datenträger zu verschlüsseln, dies kann insbesondere bei Notebooks, die häufig unterwegs sind, sinnvoll sein. An einfachsten ist es, diese Entscheidung bereits bei der Installation von Ubuntu / bei der Partitionierung der Festplatte zu treffen.

Ein für mich besonderes Risiko stellen die Programme dar, die eine Schnittstelle zum Internet sind, wie zum Beispiel der Browser. Da bietet es sich doch an, gleich ein paar sicherheitsrelevante Add-Ons zu installieren. Ich nutze dafür gerne uBlock Origin, Privacy Badger und HTTPS Everywhere. Die gibt es sowohl für Firefox als auch für Chrome(ium). Für Mails benutze ich unter Ubuntu Mozilla Thunderbird, hier habe ich den Junk-Filter entsprechend eingerichtet. Dieser kann auch „trainiert“ werden, in dem man selber Spam markiert. [2] Außerdem ist es empfehlenswert, HTML für Mails zu deaktivieren, wenn man nicht darauf angewiesen ist. Das erhöht den Datenschutz und die Sicherheit. [3]

Firewall einrichten

Euer Rechner befindet sich höchstwahrscheinlich hinter einem Router, der eingehende Verbindungen nicht ohne weiteres an euren PC durchlässt. Ihr habt also schon eine einfache Hardware-Firewall. [4] Welche Programme wie mit dem Internet kommunizieren dürfen und welche Ausnahmen gelten, lässt sich noch besser mit einer Software-Firewall regeln. Die kann außerdem von Vorteil sein, wenn man mal in einem fremden Netzwerk (wie einem öffentlichen Hotspot) unterwegs ist.

Unter Ubuntu 20.04 ist bereits die Software-Firewall ufw (uncomplicated firewall) vorinstalliert, aber standardmäßig nicht aktiv. Diese könnt ihr mit wenigen Schritten starten und einrichten.

sudo ufw enable (oder ... disable, um wieder auszuschalten!)
sudo ufw default deny incoming
sudo ufw default allow outgoing

Damit startet ihr ufw und die Vorgabe für unbekannte Verbindungen soll sein, diese nach außen (ins Internet) zuzulassen, aber eingehende Verbindungen erst einmal zu blockieren. Ufw startet damit auch automatisch beim nächsten Systemstart. Danach könnt ihr den Status der Firewall mit

sudo ufw status

überprüfen, bereits angelegte Ausnahmen (z.B. für P2P oder ssh) werden hier angezeigt. Wenn man keine besonderen Anforderungen hat, war’s das eigentlich schon. Ufw lässt sich über das Terminal umfangreich konfigurieren. Wie das geht und wie ihr anwendungs- oder portspezifische Ausnahmen hinzufügt, lest ihr hier bei heise.

Etwas praktischer und – naja – hübscher ist die grafische Frontend gufw für ufw. Damit lassen sich der Status und die Regeln wesentlich komfortabler verwalten. Der Funktionsumfang entspricht ungefähr dem, wie man es von der Windows-Firewall kennt.

Insofern ufw bereits installiert ist, holt ihr euch gufw einfach dazu

sudo apt install gufw

Virenscanner einrichten

Wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt, liest man früher oder später, das „Computerviren“ unter Linux keine große Rolle spielen. Das liegt unter anderem an der geringen Verbreitung [auf dem Desktop], aber bestimmt auch an der strengeren Benutzerrechte-Architektur. [1] Wahrscheinlich ist es eher meiner jahrelangen Windows-Nutzung geschuldet (Luke Filewalker hat mich damals unter Windows ME vor dem ein oder anderen Schädlich bewahrt), aber auch unter Linux wollte ich gerne einen Virenschutz parat haben, mit dem ich zumindest on demand die wichtigsten Daten (Home-Verzeichnis, Downloads etc.) scannen kann. Das populärste Beispiel dafür ist das quelloffene ClamAV. Vielleicht habt ihr schon einmal davon gehört, auch unter Windows ist der Virenscanner zu haben, wie ich 2014 schon einmal berichtete.

ClamAV lässt sich recht einfach installieren

sudo apt-get install clamav clamav-freshclam

und auch umfangreich konfigurieren, was beispielsweise das Updateverhalten, die Aktion bei Erkennung und das Logging angeht. Darauf möchte ich aber in diesem Beitrag nicht eingehen. Das könnt ihr z.B. hier nachlesen. Scans auf eine Datei oder ein Verzeichnis können im Terminal mit dem Befehl clamscan ausgeführt werden. Auch eine grafische Benutzeroberfläche gibt es (clamtk), die man sich dazuinstallieren kann, aber ich konnte damit nicht viel anfangen.

inoffizielle Signaturen

Ich möchte euch an dieser Stelle gerne noch etwas anderes zeigen: ClamAV kann um „inoffizielle“ Malware-Signaturen ergänzt werden, um die Erkennungsrate zu verbessern. Hier am Beispiel der SaneSecurity Signatures. [5] Das erhöht zwar potentiell die Chance für Falschmeldungen (false positives), das war bei mir aber bisher nur unter Windows der Fall.

Die Einrichtung dieser Signaturen besteht aus mehreren Installationsschritten, die ich hier aufgrund des Beitragsumfangs nicht einzeln durchgehen werden, aber auf der offiziellen github Seite ist eine ausführliche Schritt-für-Schritt Installationsanleitung für Ubuntu (auch für andere Distributionen).

Skript für manuelle Überprüfung

In meinem Anwendungsszenario, also einer Dual-Boot Installation mit Ubuntu als Produktivsystem und Windows 10 als Backup, wollte ich in unregelmäßigen Abständen Dateien überprüfen, die ich mit Windows-Rechnern gemeinsam bearbeite oder versende. Es ist bei mir also nicht notwendig, dass sich die Virensignaturen mehrmals am Tag selbstständig aktualisieren, das erhöht nur unnötig die Serverlast des Anbieters und verursacht Betriebskosten.

Um das Aktualisierungsintervall der Signaturen zu ändern, könnte ich die Konfigurationsdatei unter

/etc/clamav/freshclam.conf

anpassen (z.B. mit nano im Terminal!). Ich habe mich aber einfach dazu entschieden, den Dienst freshclam nicht beim Systemstart zu laden, weil er sowieso bei einem manuellen Aufruf zuerst beendet werden müsste. [6]

sudo update-rc.d clamav-freshclam disable

Die SaneSecurity Signaturen werden nicht automisch aktualisiert, sondern nur über den Aufruf des gerade installierten Skripts clamav-unofficial-sigs.sh.

Dann habe ich mir folgendes bash-Skript zusammenbastelt, das ich bei Bedarf ausführe. Ich möchte es hier mit euch teilen! 🙂 Es aktualisiert zunächst manuell und „still“ die Virendatenbank, führt dann einen Scan des Benutzerverzeichnisses durch und gibt ggf. Funde aus (es wird nichts unternommen!). Ihr könnt es euch als *.sh Skript speichern. Nach dem Anpassen eurer Dateipfade müsst ihr die Datei dann noch mit chmod als ausführbar markieren und ihr könnt die Datei wie eine Anwendung per Mausklick starten. Allerdings als root, da sonst das Aktualisieren der Signaturen nicht funktioniert.

#!/bin/bash
echo "Cedric's ClamAV Scanner-Skript 1.0"
if (( $EUID != 0 )); then
    echo "Bitte mit erhöhten Rechten starten!"
    exit
fi
echo -n "Aktualisiere ofizielle Signaturen... "
#sudo killall freshclam
freshclam --quiet --no-warnings
echo "OK"
echo -n "Aktualisiere inoffizielle SaneSec Signaturen... "
/usr/local/sbin/clamav-unofficial-sigs.sh -s
echo "OK"
#echo "EINGABE, um Scan zu starten"
#read
echo -n "Startzeit: "; date +"%T"
echo "Überprüfe /home ... "
clamscan --infected --recursive ~

Linux-Tagebuch #5 – Welche Distribution nehmen?

In dieser mehrteiligen Beitragsreihe versuche ich mich aus Sicht eines Windows PC-Nutzers dem Linux-Desktop als Betriebssystem zu nähern. Dabei möchte ich dieses als Linux-Anfänger selbst besser kennen lernen und zu verstehen versuchen. Zu Teil 1…

Im ersten Teil meines Tagebuches sprach ich von der „hohe[n] Fragmentierung durch die vielen verschiedenen Distributionen“ als Hürde beim Umstieg auf den Linux-Desktop zu Hause. Unter den Begriff fallen die gängigen Betriebssysteme wie Debian, Ubuntu, Fedora oder Arch Linux. Im Grunde genommen handelt es sich um zurechtgeschnürte und vorkonfigurierte Software-Pakete, welche zusammen mit dem Linux-Kernel veröffentlicht werden (lat. distribuere: ver-, austeilen, zuteilen).

Die Qual der Wahl

Von solchen Distributionen gibt es eine ganze Menge, wenn man sich dazu mal die Grafik auf Wikimedia oder die Liste der aktuell beliebtesten Distributionen auf distrowatch anschaut. In diesem Beitrag sollte es also darum gehen, wie ich mich für eine Distribution entschieden habe. Auf die einzelnen Betriebssysteme werde ich nicht eingehen, da mir da die praktische Erfahrung fehlt und es von solchen Empfehlungen bereits genügend im Netz zu finden gibt.

Die verschiedenen Auflagen von Linux können sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, tatsächlich gibt es aber zum Teil erhebliche funktionelle Unterschiede zwischen den einzelnen Distributionen. Deshalb sollte man sich gerade als Anfänger genauestens überlegen, mit „welchem Linux“ man einsteigen will. Ich persönlich stand nun schon mehrfach vor der Entscheidung und bin zu dem Entschluss gekommen, dass bei mir vor allem drei Faktoren bei der Auswahl eine wichtige Rolle spielen:

Auf diese drei Punkte möchte ich im folgenden Beitrag genauer eingehen.

Die Zielgruppe

Manche Linux-Betriebssysteme sind für ein bestimmtes Hardware-Setup oder einen spezifischen Einsatzzweck gedacht, richten sich speziell an Einsteiger oder Fachexperten (z.B. Arch); setzen also weniger oder mehr Fachwissen voraus, müssen weniger oder mehr konfiguriert und gepflegt werden.

Es gibt Distributionen, welche bevorzugt für den täglichen Einsatz am heimischen Desktop PC geeignet sind (z.B. Ubuntu, Linux Mint, Elementary OS, Manjaro). Andere Distributionen werden wiederum gerne als Linux-Server gewählt, z.B. Red Hat Enterprise Linux (RHEL) oder Debian (Ubuntu) Server. Manche Systeme sind auch für eine bestimmte Situation maßgeschneidert, wie z.B. Knoppix (als Linux Live System) oder Tails (Sicherheit, Privatsphäre und Anonymität).

Auch sollte die Entwicklungs-Politik der jeweiligen Distribution betrachtet werden: Manche Distributionen verfügen über sog. rolling releases, werden also laufend weiterentwickelt und aktualisiert, andere Ableger legen mehr Wert auf Stabilität (z.B. Debian), die Nachfolger erscheinen periodisch. Die neueste Version („cutting edge software“) kann sich allerdings im alltäglichen Betrieb als instabiler oder unzuverlässiger erweisen. Hier möchte ich als Beispiel die einzelnen Veröffentlichung von Ubuntu zwischen den LTS-Versionen (long term support) nennen, welche in der Vergangenheit gerne genutzt wurden, um neue Systemkomponente zu testen. Diese Veröffentlichungen haben dann meist einen kürzeren Lebenszyklus, wie folgende Grafik zeigt (Bildquelle: Wikipedia):

Auch ein nicht zur vernachlässigender Faktor sollte die Software-Philosophie sein, die hinter jeder Distribution steckt. Genauer gesagt geht es um die Integration von proprietärer, also nicht quelloffener Software in der Distribution. Das spielt vor allem bei der Auswahl der Geräte-Treiber eine Rolle. Distributionen wie Ubuntu oder Elementary OS stellen die Barrierefreiheit („Accessibility“) an erste Stelle und integrieren dafür z.T. proprietäre Treiber, damit sich das Betriebssystem möglichst einfach und reibungsfrei einrichten lässt. Andere Distributionen lehnen proprietäre („restricted“) Software gänzlich ab (z.B. Fedora). Hier muss man je nach Hardware unter Umständen Umwege oder Funktionseinschränkungen in Kauf nehmen.

Die Benutzeroberfläche

Während man bei Windows den Explorer und das klassische Startmenü hat, teilen sich die Linux-Distributionen eine Auswahl an mehr oder weniger populären Benutzeroberflächen (auch Desktop, GUI oder Fenster-Manager). Bekannte Beispiele dafür sind die Projekte GNOME, KDE, xfce, Cinnamon oder Unity. Diese verfolgen verschiedene „Bedienungkonzepte“ und Unterscheiden sich zum Teil erheblich in punkto Bedienkomfort, Anpassbarkeit, Systemanforderungen und Einsatzzweck. Eine kurze Übersicht findet ihr bei itfoss (engl.). Normalerweise gibt es für eine für die Distribution voreingerichtete Benutzeroberfläche, die darüber hinaus noch speziell für das System angepasst wurde. Meistens lässt sich der Fenster-Manager nach der Installation zwar problemlos ersetzen, als Einsteiger ist es aber definitiv einfacher, sich zu Beginn für eine Benutzeroberfläche zu entscheiden. Manche Distributionen bieten auch „Flavours“ mit verschiedenen Deskops an, wie bei Ubuntu mit Xubuntu, Kubuntu usw.

Beispiel: Der populäre GNOME 3 Desktop setzt eher auf plastische, touch-ähnliche Elemente. Gut bei Sehschwäche! 😉

Der passende Fenster-Manager ist aus eigener Erfahrung eine sehr subjektive Sache. Da macht es schon Sinn, den entsprechenden Desktop z.B. in einem Live-USB System oder in einer virtuellen Maschine zu testen oder sich zumindest ein Showcase-Video dazu auf YouTube anzuschauen.

Die Dokumentation

Auch wenn Linux mit wenigen Mausklicks installiert ist, sollte man – aus eigener Erfahrung – gerade als Anfänger darauf achten, dass man eine Distribution mit gut dokumentierten Hilfestellungen [im Netz] wählt. Gemeint ist damit sowohl die allgemeine Bedienung und Konfiguration des Systems, wie auch spezifischere How-To’s zur Lösung von Problemen, bei der z.T. distributionsspezifische Software oder -Terminalbefehle zum Einsatz kommen. Bei der immensen Auswahl an Distributionen ist es daher meines Erachtens sinnvoll, bei einer der populäreren Distributionen zu bleiben. Dort profitiert man auch von der lebendigen, deutschsprachigen Community wie z.B. auf ubuntuusers. Das macht die Sache wesentlich einfacher, wenn man mal auf ein Problem stößt und Unterstützung benötigt.

Meine Wahl…

Ich habe meinen ersten Kontakt zu Linux über eine Debian-basierte Distribution gemacht und fühle mich vertraut damit. In der Vergangenheit habe ich gerne den MATE-Desktop genutzt, der den „alten“ GNOME 2 Desktop weiter pflegt und ein eher konservatives Aussehen und Bedienkonzept besitzt. Ich habe mit dem noch vergleichsweise jungen elementary OS geliebäugelt, welches auf Ubuntu basiert, aber einen eigenen Desktop und Software im Stile von MacOS mitbringt.

Habt ihr schon einen Favoriten? Speziell für diese Blog-Beitragsserie werde ich mir wohl die LTS-Version von Ubuntu 20.04 auf meinem Rechner installieren. Ich dachte mir, dass ich mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen und Tipps eine breitere Leserschaft erreiche, da Ubuntu doch recht bekannt ist. Außerdem lassen sich die Handgriffe auf andere Ubuntu/Debian-basierte Derivate übertragen!

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag bei der Entscheidungsfindung weiterhelfen. Hier sind noch ein paar nützliche Links:

  • Die 6 einsteigerfreundlichsten Distributionen auf itsfoss (engl.).
  • Die 10 beliebtesten Linux-Distributionen 2020 auf TecMint (engl.).
  • Übersicht über die Haupt-Distributionen auf distrowatch.
  • Per Fragenbogen zur passenden Distribution finden auf distrochooser.

Welche Linux-Distribution nutzt ihr Privat? Was war maßgebend für eure Entscheidung? Wie erfahren seit ihr im Umgang mit dem Betriebssystem? Schreibt doch einen Kommentar unter diesen Beitrag!

Linux-Tagebuch #1 – Linux auf meinem Desktop-PC

Bildquelle Header: pixabay / Pinguin Tux; by Larry Ewing, Simon Budig, Anja Gerwinski

Am 14. Februar 2020 wurde der Support für Windows 7 eingestellt. [1] Das ist sicher ein Grund, warum sich viele PC-Nutzer wieder mit der Frage der persönlichen Wahl des Betriebssystems auseinandersetzen müssen. Gut, die meisten werden wohl einfach auf Windows 10 aktualisieren, oder eben ein neues Gerät kaufen. Aber vielleicht kann sich der eine oder andere ja auch nicht mit Microsoft’s aktuellem Betriebssystem anfreunden, so geht Windows 10 ja doch neue Wege. [2] Ein weiteres Argument wäre, dass Linux und die dazugehörige Software völlig kostenlos ist und als relativ sicher gilt, so würde man sich eventuell entstehende Upgrade-Kosten sparen. Da relativ zeitgleich mit dem Aus von Windows 7 im April 2020 die nächste LTS-Version¹ von Ubuntu Linux und seinen Derivaten erscheinen [und von den Online-Medien aufgegriffen werden] wird, bietet es sich doch an, noch einmal eine Auge auf die Windows-Alternative zu werfen. Was ist überhaupt Linux?

Inzwischen sind über 10 Jahre vergangen, seit mir mit OpenSuSE 11 (der grüne Gecko) zum ersten Mal eine Linux-Distribution auf dem Rechner gelandet ist. Das alternative Ökosystem zu Microsoft und Apple hat mich fasziniert, aber wegen fehlender Hardwareunterstützung und mangelnder Expertise bin ich irgendwie nie so richtig warm geworden mit dem Betriebssystem. Zuletzt hatte ich 2017 testweise für einige Wochen Ubuntu MATE 16.04 auf meinem Laptop installiert gehabt.

Schon mehrfach bin ich über die (vielleicht auch nicht ganz ernst gemeinte) Ankündigung „das Jahr des Linux-Desktops“ gestolpert [3] [4]. Also das Jahr, in dem Linux auf dem Desktop PC in Sachen Popularität endlich zu seinen ewigen Rivalen Windows und macOS aufschließen soll. Ein kurzer Blick auf die Betriebssystem-Statistik von statcounter lässt davon aber – aktuell – nichts erkennen. [5]

Trotzdem ist Linux auf dem Vormarsch, wenn ich an Android oder Chrome OS denke. Warum also nicht auf dem Desktop? Diese Frage ist deutlich komplizierter zu beantworten, als ich zunächst angenommen hatte – und Gründe scheint es verschiedene zu geben: Unter anderem wird die hohe Fragmentierung durch die vielen verschiedenen Distributionen genannt (kein einheitliches Bild für den Außenstehenden), die Hürde durch notwendige IT Kenntnisse oder einfach die Tatsache, dass Linux nicht bzw. kaum vorinstalliert auf neuen Rechnern ausgeliefert wird.

Wer sich gerne dazu belesen möchte, findet hier einige Meinungen (auf Englisch)

Why is Linux Not More Widely Used Than It Is? | Top 10 Reasons Why Desktop Linux Failed

¹ long term release ist eine Ausgabe mit besonderem Fokus auf Stabilität und einem verlängerten Support- und Updatezeitraum von 5 (anstatt 2) Jahren.

Dann macht der Umstieg auf Linux Sinn

Dabei liegen die Argumente für einen Umstieg auf Linux doch auf der Hand, oder? Wer an der Sache interessiert ist, findet im Internet schnell genügend Inspiration, warum sich ein Wechsel auf Linux lohnen kann. Auf der sehr schön gestalteten Seite von Abhishek’s It’s FOSS (engl.) werden die Hauptargumente genannt. Ich habe diese und noch einige weitere in folgender Tabelle zusammengefasst:

Argumente für den Umstieg auf LinuxHürden und mögliche Gegenargumente
1. Linux ist frei herunterladbar und open source – keine versteckten Kosten.
2. Es gibt unzählige, kostenlose Programme, welche mit dem Betriebssystem mitgeliefert werden oder einfach und schnell nachinstalliert werden können. Populäre Beispiele sind LibreOffice, VLC oder Firefox
3. Linux gilt als viel sicherer wie Windows. Es ist normalerweise kein zusätzlicher Virenschutz erforderlich.
4. Linux startet schnell und soll besonders auf älteren Geräten flott laufen.
5. Linux ist hoch anpassbar. Es gibt kaum etwas, was man nicht verändern kann. Schon bei der Auswahl der Linuxdistribution fängt es an.
6. Datenschutz. Keine Nutzerdaten-Telemetrie, Werbung oder erzwungene Online-Verknüpfung (im vgl. zu Windows 10)
7. Es gibt eine große Vielfalt an Dokumentationen, Hilfestellungen und eine lebendige Community im Internet.
8. Immer bessere Gaming-Unterstützung dank native Releases, Steam für Linux und Proton. [6]
1. Schlechte Unterstützung von manchen Hardware-Konstellationen oder -Funktionen.
2. Bisherige Windows-Software (auch Spiele) läuft nicht auf Linux oder es gibt keinen passenden Ersatz.
3. Bei Problemen sind meist fortgeschrittene IT Kenntnisse notwendig, oft kommt das Terminal zum Einsatz.
4. Ein Großteil der frei im Internet zugänglichen Dokumentationen und Hilfestellungen sind in Englischer Sprache verfasst und richten sich meistens an Menschen, welche versierter im Umgang mit Linux sind.
5. (ergibt sich aus Punkt 1-4) Die Bereitschaft, sich mit seinem Betriebsystem aktiv auseinanderzusetzen, um die Einrichtung und ggf. Probleme selbst lösen zu können.

Mann könnte sich also vorstellen, dass Menschen, welche ihren Computer für alltägliche Dinge wie Surfen, E-Mail, Musik und Videos benutzen, wohl mit einem fertig eingerichteten Linux gut zurechtkommen würden. [7]

Wenn man sich allerdings etwas genauer mit dem Prozess des Umstiegs beschäftigt, wird man früher oder später auf Hürden oder vielleicht auch Probleme stoßen, die man zuerst nicht wahrgenommen hat.

Ein Selbstversuch

Anfang April erscheint Ubuntu 20.04. Ich nutzte die Gelegenheit und setze mich noch einmal mit dem Thema „Linux auf einem Desktop PC (oder Notebook)“ auseinander. Da ich mich selbst höchstens als Linux-Einsteiger einschätzen würde, möchte ich in den kommenden Beiträgen von meinen Erfahrungen vom Umstieg, Einrichtung und Umgang mit Linux auf meinem PC berichten und versuche herauszufinden, was an den oben genannten Pro- und Kontra-Argumenten dran ist. In den nächsten beiden Beiträgen wird es um die Hardwarekompatibilität und Distributionswahl gehen.

Habt ihr schon Erfahrung mit dem Umstieg von Windows auf Linux gemacht? Hinterlasst doch einen Kommentar unter diesem Beitrag!

Windows 10 Klassisch – Look & Feel wie Windows 7

Wie man die vorinstallierten Apps löscht, das altbekannte Startmenü einrichtet und den Desktop mit ein paar Tricks anpassen kann.

Windows 10 mit seiner – im Vergleich zum Vorgänger – ausgereifteren Metro-Kachel-Oberfläche bietet so viele neue Funktionen und Extras, vorinstallierte Apps und Online-Funktionen, die man vielleicht gar nicht benötigt oder nutzen will. Sei es, weil man kein Outlook.com-Konto besitzt, sich an der bunten und überladenen Oberfläche stört oder es einfach aus Datenschutzaspekten meiden will. Im folgenden Beitrag versuche ich Stück für Stück herauszufinden, inwiefern es möglich ist, nicht benötigte Funktionen von Windows 10 zu deaktivieren und das Verhalten von Anmeldung, Startmenü und Explorer so anzupassen, wie es unter Windows 7 (oder noch früher) war. Übersichtlich, schlicht und mit weniger Ballast.

Damit man sich die Idee praktisch vorstellen kann – und für einen vorher nachher Vergleich – zunächst folgenden Screenshot mit den Punkten, die ich ändern möchte. Wie der Desktop am Ende aussieht, seht ihr am Ende des Beitrags!

In dieser Schritt-für-Schritt Anleitung nehmen wir einige Änderungen an Systemdateien und -Einstellungen vor. Dies geschieht auf eigene Gefahr. Zur Sicherheit solltet ihr ein Backup von wichtigen Daten machen sowie einen System-Wiederherstellungspunkt anlegen, um Änderungen rückgängig machen zu können. Anleitung getestet unter Update 1809.

1. Vorinstallierte Apps entfernen

Windows 10 bietet eine Vielzahl von Anwendungen an, die über den Microsoft Store installiert und verwaltet werden können. Leider werden mit der Einrichtung von Windows 10 jede Menge Apps von Partnern wie Fitbit über Xing und Candy Crush mitgeliefert, die ich gar nicht brauche und möchte. Eigentlich benötige ich überhaupt keine Apps aus dem Store, da ich meine Programme lieber als konventionelle Datei herunterlade. Das einzelne Löschen der Apps über die Systemsteuerung ist mühsam und nicht alle lassen sich freiwillig deinstallieren.

Zum Entfernen der ungewollten Apps gibt es mehrere Möglichkeiten. In einem früheren Beitrag habe ich beschrieben, wie man mit PowerShell-Befehlen radikal alle Apps vom System löschen kann. Im Prinzip muss man nur als Administrator folgenden Befehl ausführen um für den aktuell angemeldeten Benutzer alle Apps inklusive des Microsoft Stores zu löschen:

Get-AppXPackage | Remove-AppxPackage

Da dabei allerdings auch Systemanwendungen entfernt werden, rate ich auf einem produktiv genutzten System eher zu einem der verfügbaren kostenlosen Programme zur Verwaltung solcher Apps. Ich habe im Beispiel den O&O AppBuster benutzt. Es listet einem alle installierten Apps auf und ermöglicht eine Sammeldeinstallation nach vorheriger Auswahl. Auch das Erstellen eines Systemwiederherstellungspunktes sowie die Möglichkeit einer späteren Neuinstallation der gelöschten Apps wird angeboten. Finde ich praktisch. Das Programm benötigt keine Installation, einfach ausführen, alle Benutzer-Apps anhaken und löschen. Der AppBuster ingoriert systemrelevante Apps und den Microsoft Store, so dass die Funktionalität von Windows nicht beeinflusst und zu jeder Zeit Apps nachinstalliert werden können. Einige Apps wurden von diesem Tool bei mir übrig gelassen (ausgerechnet Candy Crush), die verbliebenen Apps konnte ich jedoch normal über Einstellungen / Apps & Features bzw. über das Startmenü mit einem Rechtsklick entfernen.

Der OneDrive-Synchronisationsclient (die Wolke im Tray) wird bei jedem Systemstart auch ohne Anmeldung geladen und lässt sich über die konventionelle Softwareliste Einstellungen / Apps & Features / (ganz unten) Verwandte Einstellungen – Programme und Features deinstallieren.

Als Ersatz für Groove Music ist ja bereits der Windows Media Player in der letzten Version mit allen Funktionen installiert, es muss lediglich die Verknüpfung auf den Desktop gezogen bzw. der WMP als Standard-App (in den Einstellungen) für Multimediadateien eingerichtet werden. Die klassische Windows-Fotoanzeige gibt es in Windows 10 leider nicht mehr. Habt ihr die Fotos-App von Microsoft ebenfalls deinstalliert, bietet sich als schlanke Bildanzeige das kostenlose Programm ImageGlass an.

2. Startmenü, Suche und Cortana anpassen

Nach dem Entfernen der Apps sieht das Windows 10 Startmenü (hier mit zurechtgerücktem Kachel-Feld) schon wesentlich aufgeräumter aus.

Wem jetzt das Startmenü noch nicht „griffig“ genug ist, sollte sich OpenShell Menu anschauen, den inoffiziellen Nachfolger des inzwischen nicht mehr weiterentwickelten ClassicShell als hochanpassbares Ersatz-Startmenü. Den Download findet ihr u.A. auf der offizellen Webseite (Setup.exe zum Installieren unter nightly builds). Bei der Installation darauf achten, dass nur das OpenShell Menu installiert wird, die anderen Sachen abhaken (für den Dateiexplorer verwenden wir ein anderes Tool!) Nach der Installation wird beim nächsten Klick auf das Startmenü das Anpassungs-Fenster von OpenShell angezeigt. Mit der Option „Windows 7 style“ gefällt mir das Startmenü schon viel besser. Unter Skins hat man noch die Möglichkeit, verschiedene Aussehen für die Oberfläche (ganz klassisch, wie 7, 8 oder 10) auszuwählen. Das Menü reagiert flott und wirkt nicht künstlich aufgesetzt.

Das OpenShell-Menü hat seine eigene Suchfunktion für Programme und Dateien. Cortana soll in den kommenden Update ja sowieso wieder von der Windows-Textsuche getrennt werden. Vorerst reicht es also im Suchfeld der Startleiste via Rechtsklick / Cortana diese auszublenden.

Wer Cortana lieber deaktivieren will, öffnet den Registrierungseditor (Windows-Taste + R „regedit“) und navigiert im Verzeichnisbaum der Registrierung zu folgendem Schlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\PolicyManager\current\device\

Dort dann mit Rechtsklick im rechten Fensterbereich ein „Neuer Schlüssel“ mit dem Namen „Experience“ erstellen. Im Experience-Schlüssel erstellen wir über Rechtsklick einen neuen DWORD(32) Eintrag mit dem Namen „AllowCortana“ und dem Wert 0 (deaktiviert). Nun ist bei einem Klick auf das Suchfeld Cortana nicht mehr aktiv.

Um außerdem die Websuche (im Windows-eigenen Suchfeld) zu deaktivieren, müssen unter

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Search

der Wert „BingSearchEnabled“ sowie „CortanaConsent“ auf 0 gesetzt werden. Auch hier nicht vorhandene Einträge mittels neuem DWORD(32) Wert anlegen. Nach einem Neustart ist das Suchfeld „offline“.

Wenn ihr nicht mit dem Registrierungseditor arbeiten wollt oder einfach und schnell automatisch alle gerade genannten Änderungen umsetzen wollt, habe ich eine fertige *.reg Datei geschrieben, die nur von meiner Webspace heruntergeladen und ausgeführt werden muss. Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen.

3. und 4. Benachrichtiungsfenster, Aktivitäten-Timeline und Soziale Kontakte ausblenden

Die neue Windows 10 „Timeline“ Funktion (der neue Button neben dem Startmenü) zeichnet alle Nutzungsaktivitäten des Rechners auf und stellt sie chronologisch dar. Das mag zwar ganz praktisch sein, man kann es aber auch aus Datenschutzaspekten kritisch sehen und wenn man es sowieso nicht braucht auch gleich deaktivieren. Dazu öffnen wir wieder den Registrierungseditor und navigieren zu folgendem Pfad:

HKEY_LOCAL_MACHINE/Software/Policies/Microsoft/Windows/System 

Dort erstellen wir mit Rechtsklick einen neuen DWORD(32)-Eintrag Namens „EnableActivityFeed“ mit dem Wert 0. Danach fungiert der Button lediglich zur Verwaltung von mehreren virtuellen Desktops.

Der „soziale Kontakte“ Button (My People App) links neben den Tray-Symbolen funktioniert im Zusammenhang mit dem Outlook.com oder anderen synchronisierten Konten und dient als Schnellzugriffsfeld für das Verfassen von Nachrichten. Wer das nicht braucht, klickt mit Rechtsklick auf das Icon und auf „ausblenden“.

Das „Action Center“ sammelt Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen am rechten Bildschirmrand und erinnert stark an das Dropdownmenü für selbige in Android. Wer das nicht mag, kann es auch deaktivieren. Dann werden Pop-Up Meldungen regulär eingeblendet, bleiben aber nicht mehr im Action Center hängen und warten auf Aufmerksamkeit.

im Registrierungseditor unter folgender Adresse

 
HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Explorer

einen neuen DWORD(32) Eintrag mit dem Namen „DisableNotificationCenter“ und Wert 1 erstellen.

Um euch auch hier die Arbeit zu ersparen, habe ich für die Anpassungen an der Timeline und dem Benachrichtigungscenter wieder eine REG-Datei zum Ausführen bereitgestellt, welche die Änderungen automatisch übernimmt. Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen.

5. klassische Systemsteuerung nutzen

In Windows 10 wurde die klassische Systemsteuerung (control) durch die „Einstellungen“ App ersetzt, die zwar nach und nach mit neuen Funktionen versehen wird, aber trotzdem noch wesentlich weniger bietet wie die Systemsteuerung. Wer bereits das OpenShell Menü installiert hat, hat vielleicht bemerkt, dass einem das Programm einen sehr bequemen Zugriff auf die Einträge der Systemsteuerung bietet. Wer trotzdem einen Schnellzugriff auf die Systemsteuerung haben möchte, kann folgendes tun:

In der Programmsuche des Startmenüs „control“ eingeben und zum angezeigten Programm – der alten Systemsteuerung – eine einfache Desktopverknüpfung erstellen.

Wer OpenShell Menü nicht nutzt und – wie es bis zur Vergangenen Windows-Version noch möglich war – die Systemsteuerung mit einem Rechtsklick auf den Startbutton / Einstellungen aufgerufen hat (jetzt öffnet sich dort die Einstellungen App), kann das ebenfalls ändern. Dazu in die Dateiexplorer-Adressleiste folgenden Pfad eingeben:

%LocalAppdata%\Microsoft\Windows\WinX\Group2

Im dortigen Ordner werden Verknüpfungen ebendieser Rechtsklick-Funktionen angezeigt. Dort wird die „Systemsteuerung“ Verknüpfung gelöscht und die eben erstelle Verknüpfung zur klassischen Systemsteuerung hineinverschoben. Jetzt ist es wichtig, die Verknüpfung in „4 – Control Panel“ umzubennen, damit es funktioniert (es wird automatisch wieder der Name Systemsteuerung angezeigt).

6. Windows Explorer anpassen

In den Ordner- und Suchoptionen des Datei Explorers (Über das Datei-Menü im Explorer-Fenster erreichbar) ändern wir die Einstellungen „Datei Explorer öffnen für: Dieser PC“ um beim Aufrufen des Explorers z.B. aus der Schnellstartleiste direkt beim „Arbeitsplatz“ zu landen und nicht in den Bibliotheken. Außerdem im Reiter „Ansicht“ den Haken bei „Benachrichtigungen des Synchronisationsanbieters“ entfernen, damit keine Werbung für z.B. Office oder OneDrive im Explorer angezeigt wird.

Als nächstes laden wir uns das kostenlose Tool OldNewExplorer herunter. Das Programm benötigt keine Installation und ist unkompliziert in der Handhabe. Das Tool modifiziert das Aussehen des Dateiexplorers, damit dieser mehr wie in Windows 7 aussieht. Nach dem Ausführen setzen wir noch einen Haken bei „Use command bar instead of Ribbon“ und passen die Einstellungen entsprechend wie in folgendem Bild an. Hier direkt noch ein Bild-Vergleich mit Laufwerk C: (1) Das Fenster in Windows 7; (2) Das modifizierte Fenster in Windows 10; (3) Das original Windows-Fenster (mit geöffnetem Ribbon-Menü)

Weitere Verbesserungen zum Datei Explorer findet ihr in den Registry-Tricks am Ende des Beitrags!

7. Benutzeranmeldung und Sperrbildschirm

„Drücken Sie eine beliebige Taste, um die Windows 10 Anmeldeinformationen anzuzeigen.“

Der meiner Meinung nach überflüssige, an Smartphones angelehnte Sperrbildschirm vor dem Anmelden lässt sich zum Glück relativ unkompliziert deaktivieren. Im Registrierungseditor ändern wir unter

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization

den Wert „NoLockScreen“ zu 1. Sollte der Schlüssel „Personalization“ noch nicht bestehen, muss er erst neu angelegt und der Eintrag als DWORD(32) erstellt werden.

8. Weitere Registry-Tricks

Ich habe noch einige weitere, kleinere Verbesserungen zusammengefasst, welche sich allesamt durch den Registrierungseditor umsetzen lassen. Diese habe ich in einer Registry-Datei gespeichert so dass diese bequem in das Zielsystem übernommen werden können.

  • Im Rechtsklick-Kontextmenü von Dateien und Ordner den Eintrag „In Ordner kopieren/verschieben…“ hinzufügen
  • Die Zeit, die Windows auf eingefrorene Prozesse und Anwendungen wartet, ist kürzer
  • Windows beendet beim Herunterfahren noch offene Programme schneller
  • Kein automatisches Überprüfen und Hinweisen auf zu wenig Speicherplatz in der Systempartition
  • Bei fehlerhaften Verknüpfungen nicht nach dem Dateiziel suchen
  • im „Öffnet mit…“ Kontextmenü von Dateien nicht das Internet durchsuchen
  • Schnelleres Einblenden von Untermenüs in Explorer-Kontextmenüs
  • Erweiterte Adware-Erkennung beim Windows Defender [1]

Die Änderungen findet ihr hier zum Download: Windows10_ExplorerDesktopTweaks.reg
Dazu entweder den Text kopieren, im Notepad Editor einfügen und als xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien) speichern oder Rechtsklick auf den Link / Ziel speichern unter … xxx.reg (Dateityp: Alle Dateien), ausführen und bestätigen. Im Anschluss explorer.exe oder den Computer neu starten!

9. Hintergründe und Icons

Und zum Schluss: Mit einem Set von Windows 7 Systemhintergründen für den Desktop lässt sich Windows 10 noch weiter anpassen! Wollt ihr das Hintergrundbild auch im Anmeldebildschirm sehen, muss in den Einstellungen unter Personalisierung die Option „Hintergrundbild des Sperrbildschirms auf Anmeldebildschirm anzeigen“ aktiv sein.

So sieht’s zum Schluss aus.

Ich finde den neuen „Flat Look“ der Systemicons eigentlich ganz hübsch. Wollt ihr lieber die aus Windows 7 bekannten Symbole und Dateibilder nutzen, solltet ihr euch folgende englischsprachige Anleitung auf howtogeek.com anschauen. Dazu kommt wieder der Registry Editor zum Einsatz.

PS: Der Rechner ist langsam? In diesem zweiteiligen Tutorial erfährst du, wie Windows schneller gemacht werden kann.

f.lux macht das Lesen am PC angenehmer

Abends wenn es dunkel wird…

Auch 2014 habe ich fl.ux schon einmal vorgestellt. Sehr nützlich, wenn jetzt in der kalten Jahreszeit die Tage kürzer werden!

f.lux variiert die Helligkeit sowie die Farbwärme des Bildschirms abhängig von der Tageszeit bzw. dem ortsabhängigen Sonnenauf- und Untergang. Die Übergänge sind dabei fließend und kaum zu bemerken.

flux1

Das Programm selber hält sich im Hintergrund (genauer gesagt in der Taskleiste) und ist nur wenige Megabytes groß. Die Menüführung ist übersichtlich aufgebaut, falsch machen kann man nichts. In den Einstellungen ist es möglich, einen geographische Ortsangabe zu hinterlassen, damit die Verlaufskurve (s.o.) realistischer angepasst werden kann. Per Klick auf das kleine Fenster wird eine 24h-Vorschau angezeigt. In der Praxis erweist sich vor allem das Lesen von Texten oder Stöbern im Internet als deutlich angenehmer wie im normalen Zustand. Gelegentlich hat es bei mir in der Verbindung mit dem Windows UAC jedoch zu Darstellungsfehlern geführt, mit der Folge, dass der Bildschirm dann plötzlich wieder in voller Helligkeit aufgeblitzt ist, sehr unangenehm.

Website, Download (kostenlos): https://justgetflux.com/

Die Entwickler der Software haben sich auch mit dem Thema Schlaf auseinandergesetzt und ihre Ergebnisse HIER veröffentlicht, welche als Grundlage für das Programm dienen.

Windows 10: Apps entfernen, ClassicShell im Einsatz

[!] In einem vor kurzem veröffentlichten Artikel, habe ich bereits beschrieben, was man nach der Installation bzw. dem Upgrade von Windows 10 so alles machen kann! (Datenschutz, Sperrbildschirm deaktivieren, autom. Anmeldung, …)

w10clean1Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit, die mit Windows 10 mitgelieferten Standard-Apps (inklusive Store-App!) größtenteils zu deinstallieren. Klar, in der Systemsteuerung kann man einige deinstallieren, die Systemapps allerdings nicht. Abhilfe schaffen ein paar einfach Befehle, welche man über Powershell ausführt.

Vor dem Deinstallieren solltet ihr allerdings sicherheitshalber einen Wiederherstellungspunkt erstellen (unter Systemsteuerung/System/Computerschutz). Außerdem sollte man sich dessen bewusst sein, dass eventuell einige Features von Windows 10 nicht mehr richtig funktionieren können, zum Beispiel OneDrive. Vorher also eventuell Daten sichern, am besten man verwendet gleich ein lokales Konto („Offline“).

Die Powershell-Konsole öffnet ihr, indem ihr im Startmenü nach Powershell sucht. Dann aber als Administrator starten. Ihr habt verschiedene Möglichkeiten:

– Alle Apps des aktuell angemeldeten Benutzeraccounts entfernen

Get-AppXPackage | Remove-AppxPackage

– Alle Apps von allen Benutzeraccounts entfernen

Get-AppxPackage -AllUsers | Remove-AppxPackage

– Alle Apps von einem bestimmten <Benutzer> entfernen

Get-AppXPackage -User <Benutzer> | Remove-AppxPackage

Systemweit alle Apps deinstallieren, dh. bei nachträglich neu erstellten Nutzern sind die Apps ebenfalls nicht mehr vorhanden

Get-AppXProvisionedPackage -online | Remove-AppxProvisionedPackage -online

…Des weiteren gibt es auch die Möglichkeit, einzelne Apps zu deinstallieren oder wieder neu zu installieren. Die Befehle dazu findet ihr u.a. auf folgender Seite: http://www.howtogeek.com/224798/how-to-uninstall-windows-10s-built-in-apps-and-how-to-reinstall-them/

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Neu starten, fertig. Übrig bleiben nur die Essentials, sieht doch schon viel übersichtlicher aus! 🙂 Eine Garantie, dass die Apps nicht mit zukünftigen Windows Updates wieder auf dem Rechner landen, gibt es allerdings nicht.

Anschließend wird ein Ersatz für die gelöschten Apps benötigt. Ich liste hier nur einige kostenlose Beispiele auf:

Groove Musik, Videos: VLC Media Player, Windows Media Player (bereits installiert!), Media Player Classic

Photos: ImageGlass (als Windows Foto-Anzeige Ersatz!) ansonsten IrfanView oder GIMP.

Mail & Kalender: Mozilla Thunderbird, Webclients (z.B. IE-Taskverküpfung)

Office 365: LibreOffice, MS Office Web Apps (Word, Excel, PP.)

ClassicShell nutzen

w10clean4Das neue Startmenü ist zwar ganz ok, die Apps lassen sich allerdings nicht ausblenden oder das Startmenü sonst irgendwie anpassen (Schriftgröße, Struktur).

In früheren Blogbeiträgen bin ich im Rahmen des Desktop-Moddings auch schon auf den kostenlosen Startmenü-Ersatz ClassicShell eingegangen. Dieser ist seit dem letzten Update auch offiziell mit Windows 10 kompatibel und funktioniert bei mir schnell und reibungslos. Auch Anpassungen für den Explorer sind dabei. Das Startmenü lässt sich mit seinen Menüs individuell anpassen, man kann zwischen verschiedenen Designs, zum Beispiel Minimal, Windows 7 oder Metro (Modern) wählen. Apps können wahlweise in die Liste integriert, oder als separater Punkt aufgeführt werden (s.o.). Sieht gut aus!

Tipps zur Anpassung von Windows 10

05.04.2021 Wichtiger Hinweis: Der Beitrag ist veraltet! Schaut euch lieber meinen aktuelleren Beitrag zum erweiterten Anpassen von Windows 10 an.

win10tip2

Windows 10 ist seit dem 29. Juli 2015 für alle Nutzer erhältlich. In diesem Beitrag habe ich für euch 10 interessante Tipps zur Einrichtung von Windows 10 zusammen getragen. Analog zu den regelmäßig erscheinenden „10 Things to do after Installing Ubuntu“ könnte dieser Beitrag also auch heißen:

++ 10 things to do after installing Windows 10 ++

Hauptsächlich handelt es sich hier um kleine Einstellungen bzgl. der Benutzeroberfläche, aber auch wer sich über diverse „neue Funktionen“ oder den Lockscreen ärgert, wird hier fündig. Auch wenn in Windows 10 zunächst noch viele Einstellungsmöglichkeiten fehlen oder versteckt sind, sollte es dem Benutzer dennoch ermöglicht werden, sich sein Betriebssystem auf seine individuellen Bedürftnisse im Detail anzupassen!

1. Datenschutz, Sync, Offline-Konto – Registry-Tweaks

win10tip1Das Windows 10 standardmäßig nach Hause telefoniert, ist ja inzwischen durch fast alle Medien gegangen (1, 2, 3), Microsofts neue „Opt-Out“ Strategie darf durchaus kritisiert werden. Wer wert auf Datenschutz legt, muss daher ein paar Optionen ändern. Zunächst gilt es, die Befugnisse zum Senden von div. Daten in der Einstellungsapp unter Datenschutz zu deaktivieren. Besondere Beachtung sollte hier die Werbe-ID, der SmartScreen-Filter (jede URL wird an Microsoft gesendet) sowie die Verbesserung von Texteingaben (wird ebenfalls an Microsoft gesendet) und die allgemeine Feedback-Funktion.

Außerdem synchronisiert Microsoft per Standard viele Einstellungen zu Apps, Systemeinstellungen, Kennwörter, Browserverlauf mit dem Microsoft-Konto (wenn angemeldet), dies könnt ihr in den Konto-Optionen der Einstellungsapp deaktivieren.

Wer kein Microsoft-Konto (Live bzw. Outlook) besitzt oder dessen Funktionen nicht nutzt, sollte besser auf ein Offline-Konto umsteigen, dann sind diverse Synchronisierungeinstellungen erst gar nicht aktiv. Diese Einstellung findet ihr ebenfalls unter den Konto-Einstellungen.

Wer es sich bequem machen oder auf Nummer sicher gehen möchte, findet hier ein von dem User MQUADRAT erstellen Batch-Script, dass alle Einstellungen in der Registry automatisch vornimmt. Dazu einfach den Code im Editor als *.bat speichern und als Admin ausführen. Beachtet aber, dass danach einige Apps aufgrund der Restriktionen nicht mehr funktionieren. Vorher einen Wiederherstellungspunkt erstellen!

2 Cortana ist gut, die Sprachsteuerung (noch) besser

Cortana kann im Moment noch nicht zum „steuern“ des Computers sowie zum Diktieren von Texten benutzt werden. Weiterhin dient dazu die Sprachsteuerung (Sprachsteuerung im Start eintippen), wie in den vorherigen Windows-Versionen. Cortana kann also getrost deaktiviert werden.

3. Kleineres Suchfeld

In der Anfangskonfiguration nimmt das Suchfeld neben dem Startbutton viel Platz in Anspruch. Mit einem Rechtsklick kann die Größe des Suchfeldes angepasst oder dieses ganz ausgeblendet werden. Die Suche funktioniert auch weiterhin über das Startmenü.

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4. Autom. Treiberupdate deaktivieren

In Windows 10 lädt Windows Update ohne Nachfrage automatisch neue Treiber für Hardware herunter. Bei mir hat das zu Abstürzen geführt. Das lässt sich natürlich auch umgehen. Wie das geht, habe ich in einem vorherigen Beitrag schon beschrieben: „Wie bereits bekannt wurde, lassen sich die automatischen Windows Updates nicht ohne weiteres deaktivieren. Was aber möglicht ist – und das ist in diesem Fall das Interessante – ist eine Deaktivierung der automatischen Windows Update-Treiberaktualisierung. Dies erledigt ihr in der Systemsteuerung unter System > Erweitert (Systemeigenschaften) > Hardware > Geräteinstallationseinstellungen. Falls Windows 10 also eure eigenen Treiber überschreibt, könnte ihr so Probleme vermeiden.“

Mit dem offiziellen Tool „wushowtohide“ können Updates auch (vorübergehend) ausgeblendet werden: https://support.microsoft.com/de-de/kb/3073930

5. Lockscreen deaktivieren

Lockscreen am Desktop-Computer? Nein. Um diesen dauerhaft zu deaktivieren, müsst ihr in der Registry (Win+R, regedit) im Pfad

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization

einen neuen REG_DWORD (32 Bit) namens „NoLockScreen“ mit dem Wert 1 erstellen. Gibt es keinen Schlüssel „Personalization“, müsst ihr diesen anlegen.

6. Automatische Anmeldung

In der neuen Konto-Steuerung gibt es keine Option zur automatischen Benutzeranmeldung. Dazu startet ihr netplwiz über die Eingabeaufforderung und könnt dort einen Nutzer auswählen und das Passwort speichern. Zeit gespart!

7. Edge richtig konfigurieren

Microsoft Edge ist der offizielle Nachfolger des Internet Explorers. Wirklich viel zu bieten hat dieser ehrlich gesagt noch nicht (keine Addons, wenig Einstellungen), aber er ist wirklich, wirklich schnell. Für einfache Aufgaben ist er sicherlich geeignet. Einige Einstellungen sollten aber angepasst werden: DoNotTrack sollte aktiv sein und Drittcookies deaktiviert. Damit schränkt man die Funktionalität der Online-Werbung zugunsten der Privatsphäre ein, da es bisher keinen Werbeblocker gibt. Wer kann, sollte außerdem den Flash Player deaktivieren, viele Videoportale unterstützen inzwischen auch HTML5. Die Seitenvorhersage sowie der SmartScreen-Filter senden alle von euch besuchten URLs an Microsoft (!), sollten daher besser deaktiviert werden. Edge unterstützt natürlich auch andere Standard-Suchanbieter als Bing, diese werden allerdings erst angeboten (in den Optionen aufgelistet), nachdem man deren Suchseite zum ersten mal besucht hat.

8. Schnellzugriff Anpassen

win10tip4Nichts Neues, aber wer viele Daten verwaltet, tut sich mit dem Windows Explorer deutlich einfacher, wenn der Schnellzugriff angepasst ist. Die Ordner können einfach mit einem Rechtsklick entfernt, sortiert oder hinzufügt werden. Diese Funktion hat übrigens nichts mit den Standard-Bibliotheken zu tun, diese können separat verwaltet werden (Dieser PC). Die angezeigten „häufig verwendeten Dateien“ können ebenfalls deaktiviert werden, wenn nicht gewünscht.

9. Mehrere Desktops nutzen, neue Hotkeys

In Windows 10 gibt es nun endlich die Möglichkeit, mehrere Desktops parallel zu betreiben (Juhu!). Das ist praktiziertes Multitasking. Dazu einfach unten auf die Taskansicht und das „+“ klicken. Oder ihr benutzt den Hotkey Strg+Win+D. Zum Wechseln zwischen den Desktops dann Strg+Win+Pfeiltasten Eine ganze Reihe nützlicher neuer Hotkeys findet ihr übrigens auf dieser Seite.

10. Godmode einrichten

Diese Funktion gab es schon in den vorherigen Windows-Versionen, soll an dieser Stelle aber noch einmal genannt werden. Wenn ihr einen neuen Ordner mit dem exakten Namen GodMode.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C} erstellt, wird dieser zum „Godmode“. Darin findet ihr nun über 200 zusätzliche Einstellungensmöglichkeiten. Im Wesentlichen sind dies Shortcuts zu vorhandenen Optionen in der Systemsteuerung, aber eben viel besser sortiert und man findet vielleicht auch etwas, das man sonst vergeblich gesucht hätte.

Viel Spass mit Windows 10! 🙂

Windows 10 erscheint am 29. Juli 2015

Microsoft hat bekannt gegeben, dass Windows 10 am 29. Juli 2015 erscheinen wird. Inzwischen bekommen viele Menschen auch ein Upgrade-Angebot angezeigt, dank dem Update KB3035583 für Windows 7 SP1 und Windows 8.1.

w10upgrade

Dieses soll nach dem Release einen schnellen Umstieg auf Windows 10 ermöglichen, sogar ein „Preload“, wie man es sonst nur von Spielen kennt, soll es geben. Wie im Nachhinein bekannt wurde, ist das für ein Jahr kostenlos angebotene Upgrade hardwaregebunden, das heißt, das erworbene Upgrade kann später nicht auf einen neuen PC übertragen werden. Windows 10 hat folgende Systemvoraussetzungen:

Minimum sind ein 1-GHz-Prozessor, 1 GByte RAM (64 Bit: 2 GByte), 16 GByte Festplattenplatz (64 Bit: 20 GByte) sowie eine mindestens DirecX-9-taugliche Grafikkarte mit WDDM 1.0 Treiber. Der Monitor soll zudem mindestens eine Auflösung von 1024 x 600 bieten. Ob Windows Abweichungen nach unten toleriert, ist noch nicht bekannt – bislang ist das so, macht dann aber keinen Spaß. – heise.de

In den letzten Preview-Updates sind noch einmal einige Neuerungen hinzugekommen, die sich sehen lassen. So der Internet Explorer-Nachfolger Edge sowie eine verbesserte Version von Cortana, dem Start- und Info-Menü.

Wer sich das OS vor Release noch einmal anschauen möchte, kann weiterhin die Preview ausprobieren.

Weitere Informationen und Neuigkeiten rund um Windows 10 findet ihr auch unter heise.de und winfuture.de.

Windows 10 Technical Preview in Bildern

Der Desktop nach der Anmeldung. Da ist noch viel Platz!

Windows 10 – Der Desktop nach der Anmeldung. Da ist noch viel Platz!

Windows 10 ist die nächste Windows-Generation (und die letzte, denn danach soll Windows kontinuierlich aktualisiert werden). In der aktuellen Testversion sind bereits die meisten neuen Funktionen eingebaut. Im Vordergrund steht diesmal die „geräteübergreifende Erfahrung“, also die Zusammenarbeit mit anderen Geräten, wie Smartphones und der Xbox. Für Desktop-Nutzer aber viel interessanter ist, dass es wieder ein Startmenü und einen einheitlichen Desktop geben wird. Microsoft hat dazu die Kacheln aus Generation 8 mit dem klassischen Startmenü aus den Vorgängern vereint. Laut Microsoft soll Windows 10 frühestens ab Mai 2015, eher aber im Herbst 2015 erscheinen.

Ich habe Windows 10 bereits einige Tage getestet. Einige Features in der Vorschauversion fehlen noch oder sind unvollständig, aber das Ganze macht auf mich bereits einen sehr guten Eindruck: Die Benutzerfreundlichkeit von Windows 7 kombiniert mit den neuen Funktionen und der Geschwindigkeit von Windows 8.x.

Nun mag sich der eine oder andere fragen, wie sieht der Desktop aus? Ich habe euch einige Screenshots aus der Techical Preview vom Januar gemacht.

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Das Startmenü kombiniert nun Kacheln mit der konventionellen Programmliste und lässt sich auf Wunsch in Vollbild schalten. Die Kachelfläche lässt sich individuell einrichten.

w10 (7)Neben dem Startbutton findet sich nun (vorerst) separat das Suchfeld. Es werden verschiedene Quellen miteinbezogen. Die Sprachassistentin Cortana erhält dort noch Einzug.

 

 

 

 

 

w10 (1)Im rechten Bildschirm gibt es nun ein Benachrichtigungscenter, wie man es aus Smartphones kennt. Dort werden wichtige Informationen gesammelt angezeigt.

 

 

 

 

 

w10 (5)Die Einstellungen-App wurde überarbeitet und ist nun wesentlich übersichtlicher. Parallel dazu gibt es immer noch die klassische Systemsteuerung, was verwirrend ist, da man je nach Anforderung wechseln muss.

 

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Computer aka. Arbeitsplatz ist nun „Dieser PC“, die Bibliotheken heißen „Schnellzugriff“. Wie zu sehen ist, wurden zum Teil schon neue Symbole implementiert, die besser zur „flachen Optik“ der neuen Generation passt.

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Im Internet-Explorer ist bereits die Engine „Spartan“ aktiv, entsprechend schnell ist das Surfen. Sonst sind kaum Änderungen sichtbar. Der gelbe Smiley ist ein Feedback-Button.

Die Bilder stammen aus dem Windows 10 Technical Preview Build 9926. Jeder, der möchte, kann Windows 10 testen und Feedback geben.