USB-Stick plötzlich schreibgeschützt – reparieren / wiederherstellen

USB-Flashsspeicher sind treue Begleiter, oft über Jahre hinweg. Vor kurzem hatte ich allerdings den Fall, dass mir Microsoft Windows plötzlich sagte, der USB-Stick sei „schreibgeschützt“ – Kopieren von neuen Daten nicht mehr möglich. Ich habe die Datenträger-Einstellungen geprüft, einen physischen Schreibschutz-Schalter hat der Datenträger auch nicht (habe ich schon lange nicht mehr gesehen). Also, was ist los?

Um es vorweg zu nehmen: Der USB-Stick war defekt (bei genauerem hinschauen fiel mir dann auf, dass auch einige der vielen dort gespeicherten Daten beschädigt waren). Nach gut 10 Jahren hat er wohl einfach ausgelebt. Etwas überrascht hat es mich dann schon. Allerdings mehr Tatsache, dass die Zeit so schnell vergangen ist, als dass der Speicher versagen könnte. Dabei hätte ich eigentlich damit rechnen können, wenn man die Haltbarkeit von verschiedenen digitalen Speichermedien genauer betrachtet. [1] Auch die (un)unterbrochene Stromversorgung solcher Flash-Speicher (wie auch bei der SSD) ist ein wichtiger Faktor. [2] Mit 10 Jahren Lebensdauer war der (günstige) Stick also gut dabei!

„Beschädigt“ ist aber nicht gleich defekt und das oben beschriebene Szenario kann auch in anderen Fällen auftreten. Deshalb möchte ich euch hier vier Punkte vorstellen die ihr probieren könnt, wenn euer USB-Stick auf einmal schreibgeschützt ist und man nichts mehr kopieren kann.

Wenn ein Datenträger als „schreibgeschützt“ gilt, können Daten nur gelesen werden (read-only). Das Verändern (Verschieben, Löschen oder Umbenennen) der vorhandenen oder das Kopieren von neuen Daten ist nicht mehr möglich. [3]

1. Datenträger-Attribute prüfen

Ältere USB-Sticks haben manchmal noch einen Hardware-Schalter an der Seite versteckt, mit dem der Schreibschutz ein- und ausgeschaltet werden kann (auch bei SD-Karten!). Das Speichermedium kann auch jederzeit über das Betriebssystem (Software) als „schreibgeschützt“ markiert und somit Änderungen blockiert werden. Das könnt ihr prüfen, in dem ihr den USB-Stick in den PC steckt und mit einem Rechtsklick die Eigenschaften öffnet. Dort entfernt ihr den Haken bei „schreibgeschützt“ und klickt auf Übernehmen. Das war’s!

2. Schreibgeschützt-Attribut mit diskpart löschen

diskpart ist ein in Windows integriertes Programm zum Verwalten von Datenträgern und Partitionen. Mithilfe dieses Programms können wir das Schreibgeschützt-Attribut des USB-Sticks löschen (auch, wenn bei Schritt 1 das „Schreibgeschützt“ Kästchen in den Eigenschaften nicht da war!) Dazu nächst die Eingabekonsole von Windows als Administrator öffnen: Das Startmenü anklicken, cmd eingeben und „Als Administrator ausführen“ (im Feld rechts) bzw. zunächst rechtsklicken. In der Konsole gebt ihr der Reihe nach folgende Befehle ein …

diskpart
list disk
select disk (Nummer des USB-Sticks erkennbar u.A. an der Größe)
attributes disk clear readonly

Mit etwas Glück sollte es nun wieder funktionieren.

3. Datenpartition überprüfen und reparieren

Vielleicht ist das Dateisystem des USB-Speichers beschädigt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn der Datenträger wiederholt während dem Betrieb einfach vom PC getrennt wurde, nach einem Stromausfall oder nach einer unterbrochenen Bearbeitung des Dateisystems (Partitionierung, Formatierung).

Mit dem in Windows integrierten Programm checkdisk [4] können wir das Dateisystem des USB-Sticks auf Fehler überprüfen und ggf. auch reparieren.

Dazu wieder die Eingabekonsole als Administrator starten (siehe Punkt 2) und folgenden Befehl eingeben (D durch den Laufwerksbuchstaben eures USB-Sticks ersetzen (siehe unter „Dieser PC“):

chkdsk d: /f /r /x

Parameter f und r versuchen, Fehler zu finden und zu reparieren, x sperrt den Datenträger während des Vorgangs.

Die Überprüfung dauert je nach Geschwindigkeit und Größe des Datenträgers einige Sekunden bis mehrere Minuten. Sollte das Dateisystem unbeschädigt sein, erhaltet ihr recht schnell eine entsprechende Zusammenfassung (Bild 1). Ist das Dateisystem beschädigt, werden entsprechend Fehlermeldungen ausgegeben (Bild 2). Diese können unter Umständen auch repariert werden, allerdings nur, wenn davor das Problem mit dem Schreibschutz behoben wurde. Ist das nicht der Fall, probiert chksdk ohne Parameter „read only“ auszuführen, um zumindest herauszufinden, ob Fehler vorliegen. Das Reparieren war bei meinem physisch beschädigtem USB-Stick leider nicht mehr möglich.

4. Beschädigte Dateien retten

Ihr habt wichtige, persönliche Daten auf dem USB-Datenträger? Vielleicht lies sich ja das Problem mit dem Schreibschutz bei euch durch Punkt 1 oder 2 beheben. Bei mir war das leider nicht der Fall, da der USB-Stick defekt war. Mein nächster Schritt war also instinktiv zu „retten, was noch zu retten ist“. Ausgehend davon, das einige Sektoren (und damit in diesem Fall Bilder) defekt sind, andere aber vielleicht noch funktionieren. Jetzt hatte ich aber das Problem, dass der Windows Explorer mir beim Öffnen der darauf befindlichen Ordner entweder den Zugriff verweigert hat, oder sich der Kopiervorgang ins unendlich hinausgezögert hat. Kurz: Ich konnte die Dateien nicht runterkopieren.

Hier helfen Programme, die sich auf die Wiederherstellung gelöschter oder beschädigter Daten spezialisiert haben. Diese können solche Lesefehler einfach „ignorieren“ und so zumindest Teilfragmente wiederherstellen. Ich habe dafür die installationsfreie, portable Version von Recuva benutzt (das Programm ist vom Hersteller von CCleaner, es klappt aber sicher auch mit anderen Tools).

Beim ersten Start den „Wizard“ einfach schließen, im Hauptfenster dann zunächst oben rechts auf „Options…“ klicken. Hier könnt ihr zum einen die Sprache (Language) auf Deutsch stellen, zum anderen ist aber wichtig, dass ihr im Reiter „Actions“ die Einstellung „Scan for non-deleted files (for recovery from damaged or reformatted disks)“ anhakt. Wenn ihr nun die Suche für den betroffenen Datenträger startet, werden neben gelöschten Dateien auch noch die Vorhandenen angezeigt, diese können dann ausgewählt und an einen anderen Speicherort (hoffentlich) extrahiert werden.

Ein hellgrüner Kreis steht für nicht-gelöschte Dateien, normal-grün für gelöscht aber in gutem Zustand, gelb für beschädigt aber wiederherstellbar und rot für unwiederherstellbar.

5. Datenträger formatieren

Das ist die Holzhammer-Methode, die ihr nur durchführen solltet, wenn sich auf dem USB-Stick keine wichtigen Daten befinden oder ihr diese bereits gesichert habt. Beim Formatieren werden alle Daten vom Datenträger gelöscht und ein neues Dateisystem eingerichtet. Mit eingehängtem Datenträger unter „Dieser PC“ einen Rechtsklick auf das entsprechende „USB-Laufwerk“ machen und „Formatieren…“ auswählen. Wählt „Gerätestandards wiederherstellen“ und „Schnellformatierung“. Wenn der USB-Speicher nicht beschädigt ist, dauert dies nur wenige Sekunden und wird ebenfalls das Problem mit dem Schreibschutz beheben!

Ich hoffe, ich konnte euch damit weiterhelfen. Wenn ihr noch Fragen oder Vorschläge zu diesem Beitrag habt, hinterlasst mir doch einen Kommentar! Falls euer letzter USB-Stick Kauf schon mehrere Jahre zurück liegt, werdet ihr übrigens feststellen, dass diese inzwischen deutlich günstiger geworden sind. So kostet ein 64Gb USB 3.0 Stick aktuell knapp 10€ im Handel.

Backup in der Cloud #02: Dateien verschlüsseln

[…] Zum Schutz der eigenen Privatsphäre sollten die auf die Cloud hochgeladenen Daten stehts verschlüsselt sein. Nicht nur, weil man nie weiß, in welchen Händen die Daten gelangen, oder ob euch mal die Zugangsdaten entwendet werden: So durchsucht z.B. Microsoft bei OneDrive auch mit Bots systematisch die OneDrive-Konten seiner Benutzer auf nicht regelkonforme Inhalte, wie ihr zum Beispiel hier nachlesen könnt. Mit diesen vier Tools geht das Verschlüsseln eurer Daten ganz einfach von der Hand:

++ 7-Zip ++ VeraCrypt ++Cryptomator ++ deja-dup ++

Das bekannte Packprogramm 7-Zip bietet beim Komprimieren auch eine Verschlüsselung des Archivinhaltes inklusive der Dateinamen mit AES-256 an. Wer bei großen Dateimengen nicht stundenlang warten möchte und genug Speicherplatz zur Verfügung hat, reduziert einfach die Kompressionsstärke. Zur Website ->

VeraCrypt ist der inoffizielle Nachfolger des bekannten Tools TrueCrypt und gilt als „sicher“. Erstellte Container können mit gängigen Verschlüsselungsstandards sicher, auch kombiniert verschlüsselt werden. Der Container wird anschließend über das Hauptprogramm eingebunden und als virtuelles Laufwerk dargestellt. Die Methode ist bei vielen kleineren Dateimengen eher etwas arbeitsaufwendig. Zur Website ->

Das aus Deutschland stammende quelloffene Tool Cryptomator erfreut sich zunehmender Popularität. Im Programm können wie u.a. bei VeraCrypt verschlüsselte Container angelegt werden, die aber (und das ist das neue) automatisch in Teilcontainer aufgesplittet werden, so dass kein unflexibles „Monsterarchiv“ entsteht. Außerdem werden bei einer Aktualisierung des Containerinhaltes immer nur die betroffenen Teilcontainer geändert, so dass auch nur diese neu hochgeladen werden müssen, was Zeit und Traffic spart. Das Tool kann zudem bequem in die gängigen Uploader-Ordner von OneDrive, Dropbox usw. eingebunden werden. Zur Website ->

Das unter Debian-Linux und Derivaten wie Ubuntu verbreitete Programm deja-dup (Duplicity), auch als Datensicherung bekannt, nutzt schon lange einen ähnlichen Ansatz wie Cryptomator. Der zu sichernde Inhalt wird auf Wunsch verschlüsselt und automatisch in ca. 25 mb große Teile aufgesplittet. Die Daten können neben einer lokalen Sicherung auch automatisch mit einem Netzwerklaufwerk, Amazon Cloud oder einem WebDAV-Dienst synchronisiert werden. Die Verwendung von deja-dup ist sehr einfach, bei mir kommt es jedoch zu Problemen, da auf Grund der kleinen Dateiteilgrößen von 25Mb schnell das Dateianzahllimit auf meinem Cloud-Speicher erreicht ist.* Deja-dup ist in den gängigen Paketquellen enthalten, ansonsten ist es hier zu finden.

*Werksseitig bietet deja-dup wenig Einstellungsmöglichkeiten. So lässt sich auch nicht die Splitgröße der Backups einstellen. Auf launchpad gibt es eine angepasste Version, die eine Veränderung dieser Größe zulässt. Der Code kann via bazar empfangen und mit cmake kompiliert werden.

Backup in der Cloud #01: Rechtliche Aspekte

Sehr populär geworden sind kostenlose Online-Speicherdienste wie Dropbox, OneDrive (ehemals Microsoft SkyDrive), GDrive, iCloud und so weiter. Durch günstigere Betriebskosten und steigenden Konkurrenzdruck ist der durchschnittlich kostenlos verfügbare Speicherplatz in den letzten Jahren stark gestiegen. So bietet Google Drive aktuell 15Gb Speicherplatz kostenlos an.

Gerade bei kleineren Dateimengen, oder zumindest zum temporären Auslagern von selten genutzten Daten sind die Angebote aus meinen Augen durchaus attraktiv. Wer jedoch dem Anbieter nicht blind seine möglicherweise sensiblen Daten anvertrauen möchte, hat einiges zu beachten. Im Web habe ich dazu drei interessante Links aufgegriffen:

Letztendlich muss man es selber verantworten können, in welche Hand man seine sensiblen Daten übergibt (wenn überhaupt!). Bei kostenlosen Angeboten kann man sich natürlich immer fragen, aus welchen Aspekten sich dies für den Anbieter überhaupt lohnt, beziehungsweise wo da eventuell ein Haken stecken könnte. Schließlich sind es auch Unternehmen, die Umsatz generieren wollen.

Wer professionell sichern möchte, sollte einen kostenpflichtigen Anbieter mit Serverstandort in Deutschland (damit Deutsche/EU-Datenschutzrichtlinien gelten!) wählen (z.B. Strato). In jedem Fall lohnt sich eine Verschlüsselung der Daten. Dazu gibt es eine große Auswahl an Möglichkeiten, auf die ich im nächsten Blog-Artikel noch eingehen werde!