Datenträgerbereinigung: 9 Tools im Vergleich

Jeder kennt sie, viele nutzen sie: Tools zur Beseitigung von überflüssigen Dateien auf dem Computer, auch Junk-Files oder liebevoll Datenmüll genannt. Die klassische „Datenträgerbereinigung“ gibt es ja schon seit Windows 95. Seitdem hat es viele Programme gegeben, welche dem Nutzer eine Beschleunigung des PCs durch das Löschen dieser Daten versprochen haben. Auch wenn durch die zunehmende Rechenleistung, die Verbreitung von größeren Datenträgern und schnellen SSD-Speichern in Heim-PCs diese Programme etwas an Bedeutung verloren haben, sind sie noch immer präsent und können auch bei einem modernen PC noch für einen zügigeren Systemstart und mehr Speicherplatz sorgen.

Lange Zeit habe ich den bewährten Klassiker CCleaner verwendet, bis dieser aufgrund des Verhaltens seines Entwicklers Piriform etwas in Verruf geraten ist. [1] [2] Alternativen scheint es offenbar ja wie Sand am Meer zu geben, so dass ich in letzter Zeit oft zwischen Programmen hin- und hergependelt bin.

Jetzt wollte ich einfach mal wissen, wo die Unterschiede liegen und welches Programm bei mir den meisten Speicherplatz freiräumt!

Nach etwas Recherche im Netz habe ich mir die populärsten kostenlosen Tools heruntergeladen und ausprobiert. Während die Grundfunktion der Programme – das Löschen von Junkdateien – überwiegend identisch ist, gibt es größere Unterschiede beim weiteren Funktionsumfang, der Bedienung und den Konfigurationsmöglichkeiten. cleanmgr+ ist eine relativ neue Software, welche sich als Erweiterung der in Windows integrierten Datenträgerbereinigung (cleanmgr) sieht, die wohl nicht mehr weiterentwickelt wird. [3] Sowohl für den CCleaner (als CCEnhancer) als auch für BleachBit gibt es Community-basierte Regeln in Form einer quelloffenen winapp2.ini [4], mit der 1000+ weitere Programme bereinigt werden können. Hier die Links zu der entsprechenden Software…

In einer Tabelle habe ich den für mich interessanten Funktionsumfang zwischen den verschiedenen Programmen verglichen. Die Spalte System bezeichnet hier die Basisfunktion: Löschen von temporären Dateien, Papierkorb, Thumbnails usw., Browserspuren bezieht sich auf das Löschen von Cache, Verlauf usw. verschiedener Browser (außer IE). Außerdem habe ich berücksichtigt, ob das Tool überflüssige Dateien weiterer Programme erkennt, fehlerhafte oder verwaiste Registry-Einträge findet* und das sichere Löschen von Dateien oder freiem Speicherplatz unterstützt.

*Der Nutzen von Registry Cleanern ist umstritten. [5] **benutzt habe ich den integrierten Drive Cleaner u. Internet Cleaner von Ashampoo UnInstaller 8, welches ich besitze. Die Funktion scheint identisch zu sein mit der aus dem kostenlosen Ashampoo WinOptimizer FREE.

Bei einigen der Programme geht der Funktionsumfang weit über den für mich interessanten Teil der Datenträgerbereinigung hinaus. So bieten die Programme Wise Disk Cleaner, Clean Master, Glary Utilities und IOBit Advanced SystemCare noch weitere Features zum Thema Betriebssystem-Tuning, welche mir aber zu tief ins System eingreifen und mich hier auch nicht interessieren. Einige der Programme – darunter auch der CCleaner – besitzen (zumindest in der kostenpflichtigen Version) einen Hintergrund-Dienst, der auch automatisch und regelmäßig Aufgaben erledigen soll. Die Benutzeroberflächen unterscheiden sich zum Teil stark von einander, am besten verschafft ihr euch selbst einen Einblick…

Kommen wir nun zum interessantesten Teil, wie viel Speicherplatz räumen die oben aufgeführten Programme denn nun frei? Mein Windows hat inzwischen einige Updates hinter sich und ich habe es bewusst seit einiger Zeit nicht mehr „aufgeräumt“. Ich habe die aufgeführten Programme mein System analysieren lassen unter der Maxime „alles außer Formulardaten, Passwörter und sonstige Anwendung- und Benutzereinstellungen“. Die unterschiedlichen Ergebnisse habe ich in einem Balkendiagramm festgehalten. Vorweg: An der Spitze steht BleachBit mit aktivierten Community-Regeln (winapp2.ini) mit insgesamt 33,4 Gb Datenmüll. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Windows Datenträgerbereinigung im erweiterten Suchmodus finden kann! Bei IOBit Advanced System Care Free und Kcleaner Free konnte ich aus der Programmoberfläche nicht eindeutig nachvollziehen, wie sich die Daten zusammenstellen.

***Laut Clean Master Free hätte mein PC dank dem Papierkorb ein Reinigungspotential von 903,4 Gb (!), was einfach nicht stimmt, bzw. sich auch nicht mit den anderen Programmen deckt. Dies würde die Grafik verfälschen, deswegen habe ich dem Clean Master für den Papierkorb die gleiche Datenmenge wie bei den anderen Programmen angezeigt angerechnet.

Fazit

Natürlich ist es mein subjektiver Eindruck. Ich habe meine eigenen Erwartungen an ein solches Programm und auch die Ergebnisse im Diagramm oben sind in Abhängigkeit meines Rechners entstanden, aber: BleachBit sticht für mich als klarer Favorit heraus. Zwar kommt der etwas bekanntere CCleaner mit aktiviertem CCEnhancer bei der Datenmenge fast auf das gleiche Ergebnis, BleachBit hat allerdings drei wesentliche Vorteile: Erstens reagiert die Benutzeroberfläche deutlich flotter (mit aktivieren CCEnhancer hängt die UI von CCleaner deutlich nach), zweitens spart man sich den Shareware-Kram mit dem Hintergrunddienst und zu guter Letzt ist BleachBit quelloffen [6] und frei von sonstigen Telemetrie- und Werbebestandteilen. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass man mit solchen Programmen, besonders mit den aktivierten Community-Regeln (winapp2.ini), unter Umständen mehr löscht als einem lieb ist. Zum einen mag die große Anzahl an Reinigungsoptionen für einen Einsteiger verwirrend sein, zum anderen sind diese auch z.T. schlecht dokumentiert und so kann es schnell vorkommen, dass ungewollt Programmeinstellungen und Passwörter gelöscht werden.

Wer also weniger Ahnung hat und einfach nur „etwas mehr“ Speicherplatz freiräumen will, ist vielleicht mit dem WiseCleaner (von mir als zweite Empfehlung) besser beraten. Das Programm bildet einen guten Kompromiss zwischen Reinigungsleistung und Usability. Es erkennt deutlich mehr als die klassische Datenträgerbereinigung und stellt das Ergebnis übersichtlich und nachvollziehbar dar. Gleichzeitig wirkt das Programm nicht mit unnötigen Funktionen überladen sondern beschränkt sich aufs Wesentliche.

Was ist eure Erfahrung mit solchen Programmen? Nutzt ihr ein ganz anderes? Hinterlasst doch einen Kommentar unter diesem Beitrag!

Die Kunst, persönliche Daten zu organisieren

In diesem Beitrag habe ich mich damit beschäftigt, wie man seine eigene Dateisammlung besser ordnen, aufräumen und archivieren kann.
Vor kurzem habe ich vor einer Windows-Neuinstallation eine neue Backup-Festplatte eingerichtet und mir in diesem Zuge Gedanken gemacht, welche Dateien überhaupt der Sicherung wert sind und ob man diese nicht noch besser ordnen könnte. Schon seit die ersten Disketten im Haushalt waren, haben wir angefangen, Daten zu archivieren. Klar, das ist schon lange her. Heute müssen wir uns um Speicherplatz zum Glück keine Sorgen mehr machen. Da kann man allerdings auch schnell den Überblick verlieren, wenn man zum Beispiel alles nur unsortiert in einem Ordner ablegt…

Vier Gründe, warum sich eine gute Datenorganisation lohnt…

  • Den Überblick behalten – Mit einer guten Ordnerstruktur weiß man jederzeit, wo sich welche Dateien, zumindest ungefähr, befinden. So spart man sich die Suchfunktion und das Durchblättern von vielen Suchergebnissen.
  • Datengruppen trennen können – Den Ordner mit Projekten von der Arbeit, auf der anderen Seite die Bilder vom letzten Urlaub unterscheiden können. Bei Bedarf sind die Daten schnell z.B. mit dem Arbeitsrechner synchronisiert.
  • Backups und Synchronisierung – auf einen Blick erkennen, welche Daten wichtig, zu sichernd sind und welche Daten auf einen Neuen PC übertragen werden müssen. Bei einheitlicher Datenstruktur können mehrere verschiedene Endgeräte gleichzeitig das Backup bedienen.
  • Langzeitarchivierung – Gut geordnet findet man sich selbst oder jemand anderes auch in 10 Jahren noch zurecht.
datentraegerber01Ob als einmaligen „Frühjahrsputz“ oder als Routine – Natürlich kostet es etwas Zeit, aber es ist lohnenswert durch die Datensammlung zu kramen und überflüssige, veraltete und doppelte Dateien zu löschen und die Datenstruktur zu verbessern.

Die Ordner- und Dateistruktur

Man kann Sammlungen mit Programmen wie Picasa, der neuen Microsoft Foto App oder z.B. iTunes und Songbird für Musik verwalten. Ich rate allerdings davon, da ich der Meinung bin, dass letzten endlich die Dateistruktur essentiell ist. Es ist auch das, was bleibt, wenn man z.B. mit dem Backup auf einen anderen Computer oder Betriebssystem umsteigt oder die entsprechende Orga-Software nicht mehr benutzt und weiterentwickelt wird.
Wohlbedachte Ordnerstrukturen können helfen, Dateien schnell in die passende Kategorie abzulegen, genau wie in die Ablagefächer eines Schreibtisches. Bei mir hat sich folgende Struktur eingelebt, wobei das mein persönlicher Geschmack ist…
ordnerstruktur
  • Sich ein Root-Verzeichnis suchen: Die Daten auf der Windows-Partition ablegen, oder doch lieber auf einer eigenen Partition oder Festplatte?
  • Eine einheitliche Ordner-Benennung macht es leichter. Das kann zum Beispiel Benutzername >Dateityp > Jahr > Schlagwort.
  • Vor der Verzeichnistiefe nicht scheuen – Wenn „Präsentation Uni 3 Semester Klaus Max Anna 2009.docx“ neben „PowerPoint Vorläufig Physik Dr Weber 2010.ppx“ liegt, geht im Explorer schnell die Übersicht verloren. Da macht es Sinn, mehrere Subordner zu erstellen.
  • Um das Hauptarchiv „sauber“ zu halten, kann man Dateien auch nach Arbeitsprozess sortieren: In Arbeit / unsortiert – Final / Aktuell – Archiv
  • Die Windows Medienordner müssen nicht genutzt werden. Die voreingerichteten „Eigene Dateien“ Profilordner zu verschieben, ist nicht ohne weiteres möglich und macht häufig Probleme. Da macht es mehr Sinn, die Dateien extern zu speichern. Seit Windows Vista können mit der Bibliotheksfunktion auch verschiedene physische Quellen logisch verknüpft und gemeinsam angezeigt werden (siehe unten).
  • Mit Verknüpfungen arbeiten, um Doppelgänger und verteilte Dateispeicherorte zu vermeiden: Einfach Rechtsklick auf die entsprechende Datei > Senden an… > Desktop (Verknüpfung erstellen). Die Verknüpfung verweist auf den eigentlichen Standort der Datei, der so nicht verändert wird.
  • Windows- und Programmdateien nicht mit Mediendateien vermischen. Ältere Programme laden Einstellungsdateien gerne unter „Eigene Dokumente“ bzw. C:/Users/Documents ab.
  • Finale und archivierte Word-Dokumente sollten auch im PDF-Format gespeichert werden. So stellt man sicher, dass diese später auch ohne Microsoft Word und auf anderen Geräten problemlos angezeigt und z.B. gedruckt werden können.

Mehrere Dateien automatisch umbenennen

 Eine systematische Dateibenennung erleichtert später das Wiederfinden.
Windows Explorer kann mehrere Ordner oder Dateien nach einem Namensschema benennen. Diese dazu markieren und den ersten Eintrag Rechtsklick > Umbenennen.
umbenennen
button_2k button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Wer mehr Kontrolle oder individuelle Nummerierungsoptionen möchte, schaut sich am besten die kostenlose Software „Bulk Rename Utility“ an (Englisch): http://www.bulkrenameutility.co.uk/Main_Intro.php
Mit dem Tool können eigene, spezielle Nummerierungsschemas automatisch mit Datum oder beliebigen Informationen ergänzt werden.

 

Musik-Bibliothek sortieren, Tags ergänzen und Dupletten löschen

audioexpert

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 Dazu habe ich die Shareware „AudioExpert“ von Ulrich Decker genutzt. Die kostenlose Version kann eine Musiksammlung von bis zu 5000 Titeln verwalten, was für eine durchschnittliche Ansammlung wie die meiner vollkommen ausreichend ist. Nach der Installation wählt man den Speicherort der Musikbibliothek. Nun hat man die Option, in einem neuen Verzeichnis oder im bestehenden die Musik nach Album, Interpret usw. einheitlich umzusortieren. Gleichzeitig erkennt das Programm beim Suchlauf auch doppelt vorhandende Dateien, ergänzt Metadaten aus dem Internet und gleicht auf Wunsch die Lautstärke aller Titel an (Normalisierung).

button_xp button_vi button_7 button_8 button_10 MusicBrainz Picard ist ein weiteres, kostenloses Programm (GPL-Lizenz) zum Ergänzen von Musik-Tags (Medieninformationen) der bestehenden Sammlung. Zur Webseite >>

wmp_bibWer den gängigen Windows Media Player nutzt (ab Windows XP) kann auch die integrierte Bibliotheksverwaltung nutzen. Wenn nicht bereits aktiviert, findet man unter „Organisieren > Optionen… > Medienbibliothek“ die entsprechenden Optionen zum Abruf von Metadaten. Wenn dann der WMP geöffnet ist, werden automatisch Informationen ergänzt. Albumcover werden übrigens nicht in der Musikdatei gespeichert, sondern sind als versteckte Bilddatei (*.jpg) im gleichen Verzeichnis zu finden. Wie man FLAC-Audiodateien rippt, in die Musikbibliothek integriert und diese anschließend neu einliest, habe ich hier beschrieben.

Übrigens: Mit dem bekannten und kostenlosen CCleaner können unter Extras Dateiduplikate jeder Art aufgespürt und gelöscht werden.

Bibliothek-Funktionen und Schnellzugriff des Windows Explorer nutzen

Seit Windows Vista können Dateikategorien in Bibliotheken angezeigt werden. Das bedeutet, auch wenn die Dateien sich eigentlich an unterschiedlichen Speicherorten befinden, werden alle zentral dort aufgeführt und können verwaltet werden. Die Bibliotheken sind standardmäßig im Explorer-Fenster integriert, über einen Rechtsklick können diese konfiguriert und andere Speicherorte (z.B. von einer zweiten Festplatte) integriert werden. Eine bequemere Schnellübersicht gibt es nicht!

bilbiotheken

 

Der Schnellzugriff in der linken Spalte des Windows Explorer spart viele Klicks, wenn man häufig auf den selben Ordner zugreifen muss. Dazu einfach den entsprechenden Ordner links in die Schnellzugriffleiste (Über „Dieser PC“ im Screenshot oben) ziehen.

Cloud-Speicher integrieren

wichtigachtung Kostenlose Online-Speicher gibt einige zur Auswahl, diese bieten meist auch einen recht übersichtlichen kostenlosen Speicherplatz an und sind besonders praktisch, wenn man Dateien teilen oder kurzzeitig Daten ins Internet auslagern möchte. Trotzdem sollte man, so finde ich, nicht auf das (kostenlose) Angebot der Anbieter vertrauen. Diese behalten sich nämlich in den AGBs meist das Recht vor, die Nutzungsbedingungen zu ändern, d.h. auch kurzfristig Daten zu löschen oder gar das Konto zu sperren. Von daher sollte man diese Dateien immer doppelt, nicht nur in der Cloud sichern.

Wer Online-Speicher von Google oder Microsoft nutzt, kann den entsprechenden Hintergrunddienst nutzen, um Dateien automatisch zu synchronisieren bzw. in den Datei Explorer „einzubinden“, so dass man wie vom Windows Explorer gewohnt darauf zugreifen kann:

Google Drive für Windows: https://www.google.com/drive/download/

OneDrive für Windows (bei Windows 10 schon vorinstalliert): https://onedrive.live.com/about/de-DE/download/

In diesem Beitrag habe ich einige Beispiele genannt, wie man seine Cloud-Daten kostenlos sicher verschlüsseln kann.

Automatische Backups und Speichermedien

Regelmäßige Sicherungen der persönlichen Daten sind unabdingbar. Aber wie macht man das möglichst automatisch und mit wenig Zeitaufwand? Ich benutze dafür die Freeware FreeFileSync. Das Programm macht (auf Wunsch automatisch) einen Datenabgleich mit dem Backup-Medium und kopiert nur die neuen und aktualisierten Dateien. Dabei können auch Filtermethoden angewandt werden. Mehr dazu…

ffs

Von Backups auf der gleichen Festplatte ist dringend abzuraten, denn bei einem Hardware-Defekt ist alles futsch. Inzwischen sind größere USB-Sticks erschwinglich geworden, so dass diese sich bei durchschnittlichen Datenmengen gut anbieten. Außerdem gibt es natürlich noch die Möglichkeit, CDs zu brennen, externe Festplatten oder Heimnetz-NAS zu nutzen.

Ich habe mich für eine externe Festplatte, allerdings im herkömmlichen Format mit SATA-USB-Adapter entschieden (in meinem Falle von Anker). Das finde ich wesentlich praktischer: Erstens weil im Schnitt günstiger, zweitens kann man die Festplatten abnehmen, tauschen oder sicher verstauen und man kommt drittens nicht in Versuchung, die Festplatte überall hin mitzunehmen, wo sie Schaden nehmen könnte (meine vorherherige WD Elements ist so schnell kaputt gegangen!)

Nicht außer Acht lassen sollte man die unterschiedliche Haltbarkeit von Datenträgern. Der Wikipedia-Artikel über Langzeitarchivierung ist dabei sehr informativ. Auszugsweise eine paar Angaben zur Daten-Beständigkeit bei entsprechender Lagerung:

  • Diskette: 10-30 Jahre
  • CD/DVD/BRD (gepresst): 50/100/85 Jahre
  • CD/DVD/BRD (selbstgebrannt): 5-10/30/50 Jahre
  • Festplatten: 10-30 Jahre
  • Flash-Speicher (USB-Sticks, Speicherkkarten, SSDs): 10-30 Jahre

Windows beschleunigen, schneller starten, optimieren (1/2)

Bei der Nutzung von Windows fallen über die Zeit Datenspuren an. Programme kommen hinzu, Updates werden installiert und der PC wird träge, startet langsamer. Oft werden vor allem ältere Windows-Systeme mit Single-Core-Prozessoren und wenig RAM ausgebremst durch ungünstige System-Einstellungen. Im Internet gibt es dutzende verschiedene Tipps und Tricks, die den Computer schneller machen sollen und „Tuning“ Programme versprechen, das Allheilmittel für alle Probleme zu sein, doch machen am Ende nur noch mehr kaputt.

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In diesem Beitrag möchte ich übersichtlich, strukturiert und kompakt darstellen, welche effektiven Möglichkeiten es gibt, Windows soweit zu optimieren, dass Windows zügiger bootet, Programme schneller starten oder kurz gesagt: wir ihr das maximale aus eurem Windows-System herausholt. Damit es übersichtlich bleibt, habe ich den die Maßnahmen in drei Teile aufgeteilt, erstens das Aktualisieren, zweitens das Aufräumen, drittens das Optimieren von Windows (letzteres im zweiten Teil).

Windows 10 hat in diesen Dingen schon wesentliche Fortschritte gemacht und leidet nicht mehr so stark an den alten „Kinderkrankheiten“, mit denen man noch unter XP zu tun hatte, was nicht auch zuletzt an der neuen, schnelleren Hardware liegt. Da sich dieses How-to aber explizit auch an ältere PCs richtet (denn dort lässt sich am meisten rausholen) habe ich bei jedem Tipp noch ein Hinweis für die gedachte bzw. geeignete Windows-Version hinzugefügt.

I. Aktualisieren – Updates, Treiber und Software

Softwareupdates beheben Fehler, schließen Sicherheitslücken und enthalten Verbesserungen, welche der Geschwindigkeit des Betriebssystems und dem allgemeinen Nutzungserlebnis zugute kommen. Deshalb ist es ratsam, stehts Windows und die installierten Treiber, Programme und Software aktuell zu halten.

wu11.) Führt Windows Update aus, um sicherzustellen, dass Windows aktuell ist. Am komfortabelsten geht das über die Systemsteuerung bzw. Einstellungen / Windows Update. Bis einschließlich Windows 8 sind sogenannte Service Packs, gebündelte Softwareupdates verfügbar. Wenn man z.B. nach einer Neuinstallation viel Zeit sparen will, ist es ratsam, zunächst das aktuellste Service Pack zu installieren und dann mit den regulären Updates fortzufahren. Außerdem gibt es von Drittanbietern gebündelte Update-Packs, die viel Zeit sparen können.

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Das Internetportal Winfuture bietet kostenlos solche gebündelten Update Packs an. button_xp button_vi button_7 button_8

2.) Mit der  Zeit veröffentlichen Hardware-Hersteller (z.B. Nvidia oder Realtek) neue Treiber -Software für ihre Komponenten. Besonders Nutzer aktueller Hardware profitieren davon, da oft die Leistung noch nachträglich verbessert, oder eben Treiber für neue Spiele optimiert werden. Auch werden manchmal Sicherheitslücken gestopft, wie im aktuellen Meltdown/Spectre-Fall button_info. Wie ihr herausfindet, welche Hardware ihr besitzt, habe ich hier beschrieben. Die entsprechenden aktuellen Treiber findet ihr in der Regel immer auf der Webseite der Hersteller. Wenn ihr einen Laptop oder einen „Fertig-PC“ habt, bietet meist der Vertreiber auch eigene Treiber-Downloads für das Modell an. Links bekannter Hersteller:

Es gibt auch die Möglichkeit, Treiber über Windows Update zu beziehen. Allerdings sind diese nicht immer die aktuellsten und können bei bestimmten Hardware-Situationen (z.B. Hybrid-Grafiklösungen) zu Problemen führen.

button_vi button_7 button_8 Bis  einschließlich Windows 8 müssen diese in den Einstellungen von Windows Update unter „optionale Updates“ ausgewählt werden.

button_10 Windows 10 installiert automatisch, leider manchmal auch ungewollt, den vermeintlich aktellsten Treiber aus Windows Update.

3.) Nicht zuletzt sollte die auf eurem Rechner installierte Software aktuell sein, besonders die mit dem Internet in Verbindung stehende Programme: Der Browser, Mail-Programme, Virenschutz, PDF-Reader etc.. Sicherheitslücken in diesen Programmen sind eine Einfallpforte für Malwarebefall auf dem eigenen System!

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(Windows 10 Apps werden in der Regel automatisch aktuell gehalten.) In der bekannten Software-Liste der Systemsteuerung könnt ihr gegebenenfalls nachschauen, welche Version aktuell installiert ist. Möchtet ihr es bequemer machen, gibt es sog. „Updater“-Programme, die das System auf veraltete Software untersuchen und automatisch Updates vorschlagen oder gleich installieren. Ein bekanntes Programm ist das auf Java basierende

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Secunia Personal Software Inspector  (PSI)

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Das Programm ist kostenlos, werbefrei und kann für die meisten Programme auch gleich das passende Update automatisch herunterladen und installieren.

II. Aufräumen – Daten löschen und defragmentieren

datentraegerber01Generell empfiehlt es sich, gelegentlich nicht genutzte Software zu löschen, um Speicherplatz für andere Dinge freizugeben. Mit der Zeit entstehen am PC viele überflüssige Dateien, auch durch Programme. Diese können die Leistung von Windows bremsen und die Startzeit verlängern, besonders wenn der PC schon etwas in die Jahre gekommen und der Prozessor vielleicht nicht mehr so leistungsstark ist. Außerdem bedeutet eine volle, fragmentierte Festplatte auch, dass sich die Zugriffszeit auf Daten erhöht und auch die kontinuierliche Indizierung dieser nimmt Rechenleistung in Anspruch.

Programme deinstallieren

Zunächst sollte man nicht länger benötigte Programme und Software über die Systemsteuerung/Software deinstallieren. Wer die neue, abgespeckte „App-Übersicht“ unter Windows 10 nicht mag, kann mit dem Befehl „control“ im Ausführen-Dialog (Win+R) das konventionelle Systemsteuerung-Fenster öffnen.

Datenmüll löschen
Mit dem bekannten kostenlosen Tool CCleaner button_download2kann man prima überflüssige Dateien löschen. Das Programm erkennt dabei von Haus aus wesentlich mehr als die Windows-eigene Datenträgerbereinigung, auch von vielen Drittprogrammen und arbeitet dabei auch noch schneller. Standardmäßig sind schon einige Einträge markiert, mit denen man nichts falsch machen kann.

ccleaner

Wer sich traut, kann mit dem CCEnhancerbutton_download2 noch ein dutzend weitere mögliche Optionen zur Datenbereinigung ergänzen, bei denen man sich allerdings auskennen sollte. Außerdem hat man mit dem CCleaner die Möglichkeit, nach Datei-Duplikaten zu suchen und ungültige Einträge in der Registrierung zu löschen. Dabei solltet ihr euch aber genau anschauen, was ihr anhakt. Manche Optionen löschen nämlich auch Anwendungseinstellungen, was ziemlich ärgerlich sein kann.

Habt ihr die überflüssigen Dateien bereinigt, könnt ihr im Reiter „Registry“ noch nach verwaisten und überflüssigen Registrierungs-Einträgen suchen. Laut Hersteller soll sich dies auch positiv auf die Geschwindigkeit auswirken.

Dateileichen manuell aufspüren

Oft verbleiben von gelöschten Programmen oder Testversionen noch Dateireste (Ordner, Einstellungen, Screenshots) übrig, die von keinem Reinigungsprogramm erkannt werden. Wer die Muse dazu hat, oder dringend Speicherplatz benötigt, kann diese per Hand aufspüren und entfernen. Typische Orte hierfür sind:

  • C:\Program Files (x86)\
  • C:\Program Files\
  • C:\ProgramData\
  • C:\Users\BENUTZERNAME\AppData\ (%appdata%)

Hier solltet ihr aber nur löschen, was ihr sicher nicht mehr braucht und bereits über die Systemsteuerung deinstalliert habt (kann sonst zu Fehlern führen!).

Festplatten und SSDs optimieren

Wurde der Datenträger bereinigt, empfiehlt es sich anschließend eine Defragmentierung durchzuführen. Dabei werden auf der Festplatte verstreute Dateifragmente enger zusammengeführt – und so die Zugriffszeit darauf verkürzt, was sich beim Start und Laden von Programmen bemerkbar machen kann. SSDs und Flash-Speicher benötigen keine Defragmentierung. Die Windows-eigene Defragmentierungssoftware (Unter Zubehör) erledigt diese Aufgabe ordentlich. Je nach Fragmentierungsgrad, Speichergröße und Computerleistung kann dieser Prozess einige Stunden in Anspruch nehmen. Am effektivsten ist es, die Defragmentierung regelmäßig auszuführen bzw. zu planen (z.B. monatlich).

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Wer etwas mehr Kontrolle und Anwendungsoptionen sucht, sollte sich den Defraggler – vom gleichen Hersteller wie der CCleaner – oder andere kostenlose Alternativen anschauen. Und ja, die Software von Piriform hat es mir angetan, aber sie hat drei essentielle Vorteile: Kostenlos, schlicht und werbefrei.

Ab Windows 7 unterstützt die Windows-eigene Defragmentierungssoftware auch das Optimieren von SSDs mittels TRIMM. Dieser Schritt sollte regelmäßig durchgeführt werden und stellt sicher, dass eure SSDs in Form bleiben.

Autostart aufräumen

Je nach installierter Software können sich einige Dienste und Autostart-Einträge – also Software, die mit Windows startet – anhäufen. Dies kann älteren Rechnern zu schaffen machen, die Boot-Zeit verzögern und belegt Arbeitsspeicher.

button_10 Ab Windows 10 verfügt der Task-Manager (Strg+Alt+Entf) über eine integrierte Autostart-Verwaltung (1), wo die Einträge bequem (de)aktiviert (2) werden können. Dabei misst der Task-Manager auch noch die zuletzt benötigte Boot-Zeit. Praktisch!

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button_9x button_2k button_xp button_vi button_7 button_8 Gebt im Ausführen-Dialog (Win+R) „mconfig“ ein, um die Systemstart zu verwalten. Dort habt ihr die Möglichkeit, nicht benötigte Autostart-Einträge (z.B. unnötige Systemtrays) zu deaktivieren. Alternativ können die Autostart-Einträge auch über kostenlose Tools wie den oben bereits erwähnten CCleaner verwaltet werden (unter Extras).

[!] Generell solltet ihr allerdings aufpassen und zuerst recherchieren, welche Einträge sich anbieten, da es sonst zu Problemen kommen kann. Problemlos deaktiviert werden können z.B.
  • Den Dropbox-, OneDrive- oder GoogleDrive-Dienst
  • Der LibreOffice Schnelllader
  • Der Adobe Schnelllader
  • JuSched – Java Updater
  • Anzeigehilfsdienste (z.B. von Intel oder Nvidia, sind optional, nur wenn man schnell auf spezielle Einstellungen zurückgreifen will)
  • Realtek etc. AudioManager (Windows hat bereits eine eigene Lautstärke-Regelung)
  • Drucker-Hilfssoftware
  • Skype, ICQ und andere Messenger-Dienste
  • Tray-Symbole von abgelaufenen Testversionen
  • Spiele-Dienste wie Update-Launcher bei MMOs, Origin oder Steam können auch erst mit dem Spiel gestartet werden

Viele Programme bieten auch in den internen Einstellungen die Möglichkeit an, den Hintergrund-Tray zu deaktivieren, oder nur während der Programmnutzung zuzulassen.

Vom Deaktivieren von Windows-Diensten (im msconfig-Reiter „Dienste“) rate ich generell ab, da dies regelmäßig zu Problemen führt, unübersichtlich und der Geschwindigkeitsvorteil praktisch nicht messbar ist. Wer es dennoch probieren möchte, findet hier eine Liste (engl.) von potentiell deaktivierbaren Diensten. button_7

Werbesoftware (PUP), Adware, Spam und Toolbars erkennen und löschen

 

Der Klassiker: Beim Bekannten den angeblich langsamen Rechner gestartet … der Browser hatte 6 installierte Toolbars. Manchmal schleicht sich Werbesoftware (PUP – potentiell unerwünschte Programme), Spamsoftware und Toolbars mit auf den Rechner, ohne dass man es bemerkt. Meist durch Installations-Software, oft wird derartiges aber schon mit einem neuen PC vorinstalliert mitgeliefert. Diese Programme können den PC auch mutwillig ausbremsen, um eine „Besserung“ vorzuschlagen.

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Ein gelegentlicher Scan nach solchen kann also nicht schaden, dazu empfehle ich das kostenlose Tool Adwcleanerbutton_xp button_vi button_7 button_8 button_10
adwcleaner


Im zweiten Teil des Beitrags erfahrt ihr, welche Einstellungsmöglichkeiten und Registry-Hacks es gibt, um Windows noch schneller zu machen und das maximale aus eurer Hardware herauszuholen! Dazu herunterscrollen oder Button klicken. 

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Wo finde ich den Autostart?

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Gut, seit Windows 8 gibt es ja den verbesserten Task-Manager, welcher eine verbesserte Autostart-Verwaltung mit sich bringt. Dennoch fragt man sich vielleicht, wo Programme und Setups Autostart-Einträge hinterlegen.

> Vor dem Eingriff in die Registrierung empfiehlt es sich, einen Wiederherstellungspunkt anzulegen!

Im Startmenü können vom Benutzer bekanntlich Programmeinträge im Ordner „Autostart“ hinterlegt werden. Die essentiellen Einträge finden sich jedoch in der Registrierung (Win+R, regedit) unter den Schlüsseln

HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\

und für den gesamten Rechner unter

HKEY_LOKAL_MACHINE\…

beziehungsweise \RunOnce oder \RunServices

und können dort gelöscht werden. Neue Einträge können dort auch als Neuer Eintrag/Zeichenfolge (REG_SZ) mit Pfad zur Executable angelegt werden. Praktisch!

Mit dem Windows eigenen Tool msconfig (Ausführen) oder z.B. dem CCleaner können Einträge auch komfortabel verwaltet werden.

Bereits deaktivierte Einträge finden sich unter dem Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Shared Tools\MSConfig\startupreg

In folgendem Microsoft-Link findet ihr noch weitere mögliche Autostart-Pfade in der Registry (Seitenende): https://support.microsoft.com/de-de/kb/2647300