Windows 10 installieren – Schritt für Schritt

In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ihr Windows 10 auf eurem Rechner neu installiert. In vier ausführlichen Abschnitten führe ich euch Schritt für Schritt durch die Installation.

Eine Neuinstallation von Windows 10 kann notwendig sein, wenn sich das Betriebssystem nach einem fehlerhaften Update, Virusinfekt oder Hardware-Tausch nicht mehr richtig starten und reparieren lässt. Oder, wenn ihr euch einen neuen Rechner mit einem anderen (oder älteren) Betriebssystem gekauft habt und Windows 10 darauf aufspielen wollt, seit ihr hier ebenfalls richtig! Eine Neuinstallation anstatt einem Upgrade [von Windows 7] kann auch Sinn machen, wenn der Computer schon älter ist, viele Daten vorhanden sind und ihr einfach noch einmal ohne Ballast „von vorne“ anfangen wollt.

Die Option, euer Betriebssystem mithilfe des Upgrade Assistant von Microsoft direkt auf Windows 10 zu aktualisieren oder zurückzusetzen, werde ich hier nicht besprechen.

Voraussetzungen

Eine Checkliste mit Dingen, welche geklärt sein sollten, bevor ihr euch an die Neuinstallation eures Betriebssystems wagt. Ihr benötigt…

  • Eine gültige Windows 10 Lizenz, als Product Key oder mit eurem Microsoft-Konto verknüpft. Habt ihr keine, müsst ihr diese zunächst käuflich erwerben. Laut verschiedener Internet-Medien funktioniert das kostenlose Upgrade von Windows 7 mithilfe des Windows 10 Update-Assistenten noch, wenn ihr direkt ohne Neuinstallation aktualisiert. [1]
  • Einen USB-Datenträger mit mind. 8 Gb Speicherplatz. (<10€). Theoretisch ist eine Installation auch mit gebrannter Setup-DVD möglich. Das aktuelle 64-Bit-Datenträger-Abbild ist allerdings 5,1 Gb groß und passt somit nicht mehr auf eine DVD. Die letzte „passende“ Version ist Update 1809 (2018) mit 4,5 Gb Dateigröße, welche zum Beispiel bei ZDNet heruntergeladen werden kann (Direktlinks am Ende des Artikels). Nach der Installation muss Windows 10 dann über Windows Update nachträglich aktualisiert werden. Der zweite Datenträger kann für Sicherungen, Gerätetreiber und Programme verwendet werden (siehe unten unter „Vorbereitungen“).
  • Das offizielle Microsoft Media Creation Tool zum Herunterladen und Kopieren der Installationdateien auf einen USB-Datenträger. Das Abbild kann alternativ z.B. bei winfuture.de heruntergeladen werden, ihr benötigt dann allerdings ein Programm, welches euren USB-Stick „bootfähig“ macht (damit die Installation gestartet wird), zum Beispiel Rufus für USB-Sticks oder IMGBurn für DVDs. Das Tool von Microsoft übernimmt diese Arbeit für euch.
  • Einen Computer, der die Mindestanforderungen an Leistung mitbringt, die für Windows 10 benötigt wird. Die offiziellen Systemvoraussetzungen sind hier zu finden und vergleichbar mit denen von Windows 7. Kurz gesagt: Lief auf eurem Rechner Windows 7 ohne Probleme, wird auch Windows 10 zurecht kommen. [2]
  • Einige Stunden freie Zeit (die Installation selbst ist schnell erledigt!) und die Bereitschaft, sich etwas genauer mit dem eigenen Rechner auseinanderzusetzen.

Vorbereitung

Es sinnvoll, zuvor eine Datensicherung all eurer persönlichen Dateien auf dem Rechner gemacht zu haben. Wie das geht, habe ich vor kurzem ausführlich in diesem Beitrag beschrieben. Im Installationsschritt, in dem der Datenträger partitioniert und formatiert wird, werden alle bisherigen Daten gelöscht.

Installationsmedium erstellen

Das MediaCreationTool.exe starten und den Anweisungen folgen. Abhängig davon, ob ihr einen 64-Bit oder noch einen 32Bit (x86) Rechner besitzt, wählt die richtige Version. Eure Architektur könnt ihr unabhängig von der Windows-Version unter Systemsteuerung\System und Sicherheit\System nachschauen. Der Download kann einige Zeit in Anspruch nehmen!

Außerdem ist es von großer Hilfe, einen zweiten Datenträger parat zu haben, auf den vorab bereits einige Treiber und Programme kopiert werden können. Das spart Zeit und Nerven.

Gerätetreiber…

Treiber sind wichtige Systemdateien oder Programme, welche die Schnittstelle zwischen Hardware, Betriebssystem und Software herstellen. Sie sind für den ordentlichen Betrieb von Windows 7 und die bestmögliche Leistung unabdingbar. [3] Grundsätzlich müsst ihr euch in den meisten Fällen keine Gedanken darüber machen, da Windows 10 die neuesten Treiber bereits parat hat, bzw. automatisch aus Windows Update bezieht. Das trifft auf die meisten „Fertig-PCs“ und aktuelle Notebooks zu. Eine Ausnahme stellen hier manche Hardware-Konstellationen dar, für die es besser ist, den Treiber gesondert direkt vom Hersteller herunterzuladen und nach der Installation von Windows manuell zu installieren. Als Beispiel möchte ich hier Notebooks mit Hybrid-Grafiklösung (integrierte Prozessor GPU + dedizierte Grafikeinheit), externe WLAN-Sticks oder Touchscreens nennen. Aber auch bei High-End oder Gaming-PCs kann es sinnvoll sein, die Software vom Hersteller zu beziehen, da diese unter Umständen mehr Funktionen bietet als die pragmatische Version aus Windows Update (z.B. einen besonderen Energiesparplan, wenn ich da an meinen AMD Ryzen Prozessor denke).

Die eigene Zusammenstellung von Gerätetreibern setzt voraus, dass ihr wisst, welche Hardware in eurem Rechner steckt. Seit ihr euch nicht sicher, könnt ihr diese Informationen zum Beispiel mit dem kostenlosen Tool Speccy auslesen. Einige Links…

…und Software

Der Klassiker: Windows ist installiert, WLAN geht nicht, Treiber ist parat aber kann nicht installiert werden, da Windows das RAR-Archivformat nicht kennt. Deshalb lieber vorsichtshalber das kostenlose Pack-Programm 7-Zip herunterladen.

Je nach Bedarf gleich noch den Lieblings-Browser sowie, falls gewünscht, einen anderen Virenschutz und weitere unverzichtbare Software vorbereitend herunterladen.

Die Installation

Das Setup starten

Nun seid ihr bereits an der – meiner Meinung nach – größten Hürde der Intallation angekommen: Die Installation von dem vorbereiteten Medium zu starten.

Also, USB-Stick einstecken, Computer vollständig neustarten. Wenn anschließend das Setup von Windows 10 startet, könnt ihr den Rest dieses Abschnittes überspringen!

Wenn euer Gerät neuer als 2013 ist [Windows 8 vorinstalliert war] und/oder ein Notebook ist, wird euer System wahrscheinlich durch Secure Boot geschützt sein. Secure Boot ist eine Funktion, welche mit der zeitgemäßen UEFI Firmware eingeführt wurde und verhindern soll, dass Malware sich schon vor dem eigentlichen Windows-Start [die Infos, welche vor dem Windows Logo auf dem Bildschirm erscheinen] ins System einnistet [3]. Die technischen Details sind eigentlich nicht so wichtig, die Tatsache spielt aber hier eine Rolle, da sich dann unter Umständen die Installation vom USB-Stick (oder DVD) nicht starten lässt. Der Rechner schaut dann sozusagen direkt auf die Festplatte und ignoriert andere Optionen. Gewusst wie, lässt sich das Problem zum Glück einfach umgehen:

Direkt nach dem Einschalten eures Gerätes werden für einen kurzen Augenblick Details des Herstellers oder zum System angezeigt. Wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr irgendwo einen Hinweis „Press xxx zu enter SETUP…“ erkennen können. Sollte dies nicht der Fall sein, probiert es einfach mit den Tasten F2, F11 oder Entf, drückt die Taste zügig bevor das Windows-Logo erscheint, bis ihr im UEFI oder BIOS Setup eures Gerätes angelangt seid.

Eine genaue Beschreibung wird hier schwierig, da sich die Oberfläche von Hersteller zu Hersteller unterscheidet! Manchmal lässt sich jetzt direkt wählen, von wo gebootet werden soll (der USB-Stick!). Ansonsten: Findet und deaktiviert (disabled) die Option „Secure Boot“ bzw. „Sicherer Systemstart“. Anschließend sucht ihr den Menüpunkt „Boot Option“ bzw. „Startreihenfolge“, stellt dort sicher, dass in der Liste [UEFI] USB* über dem Windows-Datenträger [UEFI] *Name des Festplattenherstellers* HHD/SSD steht. Über das Menü oder mit F10 die Änderungen speichern und den Rechner neustarten. Sollte es aus irgendeinem Grund danach zu Problemen kommen, könnt ihr über selbiges Menü mit „load default settings“ die vorherigen Einstellungen wiederherstellen. Hat nicht geklappt? Schaut doch mal hier

Version und Lizenzschlüssel

Ein kostenloses Upgrade von Windows 7 oder 8 (mit gültigem Product Key) ist aktuell immer noch möglich [4]. Das geht allerdings nicht bei einer Neuinstallation, ihr müsst zunächst unter dem bisherigen Windows mithilfe des offiziellen Microsoft Windows 10 Update Assistant ein vollständiges Upgrade durchführen. Erst wenn das System auf Windows 10 aktualisiert und bei Microsoft aktiviert wurde, wird der alte Lizenzschlüssel auch von Windows 10 (im Setup der Neuinstallation) akzeptiert.

Hat das Setup gestartet, wählt ihr zunächst eure Sprache und anschließend „Jetzt installieren“.

Auch im Hinblick auf euren Lizenzschlüssel (Product Key) ist es wichtig, dass ihr nun die richtige Version (meist Home oder Pro) von Windows zur Installation auswählt, sonst lässt sich die Kopie später nicht aktivieren. Die Version könnt ihr zum Beispiel an der Originalverpackung ablesen.

  • Habt ihr einen (neuen) Product Key parat, gebt diesen nun ein.
  • Bei vielen neueren Notebooks ist der Product Key im Gerät selber hinterlegt, so dass ihr keinen Lizenzschlüssel eingeben müsst.
  • Ihr könnt den Product Key von Windows 7 oder 8.1 hier ebenfalls zur Aktivierung, insofern mit diesem zuvor ein Upgrade gemacht wurde (s.o.).
  • Habt ihr den Schlüssel (auf diesem Gerät) bereits mit einem Microsoft Login (Online-Konto) genutzt, ist dieser mit eurem Konto verknüpft und ihr könnt den Schritt überspringen. [5]
  • Unabhängig davon, ob ihr ein „normales“ Offline-Konto nutzen wollt oder nicht, könnt ihr den Schlüssel auch später eingeben.

Festplatte vorbereiten und Daten kopieren

Bis zu diesem Zeitpunkt könnt ihr die Installation noch abbrechen, ohne das Änderungen am Computer vorgenommen worden sind.

Wählt in jedem Fall benutzerdefiniert: Nur Windows installieren aus. Im Dialog „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geht es nun an die Aufteilung des auf der Festplatte verfügbaren Speichers. Das Fenster unterscheidet zwischen Laufwerken (die Festplatte oder SSD) und Partitionen (logische Unterteilung innerhalb von Laufwerken). Hier müsst ihr acht geben, was in eurem Computer vorhanden ist.

  • Ist nur ein Laufwerk – Festplatte oder SSD – vorhanden (und es soll „alles plattgemacht“ werden) mithilfe der Buttons alle angezeigten Partitionen löschen, bis nur noch nicht zugewiesener Speicherplatz übrig ist. Mit Neu wird der gesamte verfügbare Speicher automatisch passend auf Windows neu [in entsprechende Partitionen] aufgeteilt.
  • Habt ihr sowohl SSD und Festplatte im Rechner (bei neueren Geräten wahrscheinlich) sollte Windows der Geschwindigkeit wegen immer auf der SSD installiert werden. Das entsprechende Laufwerk also ausfindig machen und wie im ersten Schritt löschen und neu einrichten. Die Festplatte kann als zweiter Datenträger theoretisch so belassen werden (Daten und Programme darauf bleiben erhalten!). Seit ihr mit der Aufteilung des Speicherplatzes zufrieden und wollt lediglich die Daten weg haben, wählt „formatieren“.
  • Wenn ihr ein Notebook besitzt, kann es sein, dass auf einem der Laufwerke eine Recovery-Partition vorhanden ist. Sie kann bedenkenlos gelöscht werden, ihr solltet dabei aber wissen, dass danach eine Wiederherstellung des „Auslieferungszustandes“ nicht mehr möglich ist. Es sei denn, ihr habt nach dem Kauf [mithilfe der Herstellersoftware und diesen Daten] eine Recovery DVD erstellt.
  • Ist alles paletti, die Primär-Partition auswählen, formatieren und dann mit der Installation fortfahren!

Konto und weitere Einrichtung

Die Installation von Windows wir nun abgeschlossen. Ihr legt Sprache und Tastaturlayout fest, erstellt euch ein Konto und müsst u. A. einige Fragen zum Datenschutz beantworten. Einige Tipps dazu habe ich unterhalb der Screenshots zusammengefasst. Damit ihr euch vor der Installation bereits ein Bild davon machen könnt, sind hier alle Schritte zu sehen:

  • Der Sprachassistent Cortana kann getrost deaktiviert werden. Auf Deutsch bietet dieser am PC sowieso kaum Funktionen. Vor kurzem wurde Cortana in den Microsoft-Store verschoben und ist nicht mehr fest mit Windows verzahnt. [6]
  • Im Schritt „Bei Microsoft anmelden“ benutzt ihr euer Microsoft-Konto (z.B. von outlook.com). Der Product Key von Windows 10 wird mit eurem Microsoft-Konto verknüpft (Stichwort: digitale Lizenz).
  • Wollt ihr ein klassisches Windows-Benutzerkonto, wählt ihr das etwas versteckte Feld „Offlinekonto“ und bestätigt die „eingeschränkte Erfahrung“. (lol!)
  • Die Anmeldung mit dem Microsoft-Konto ist (nur) erforderlich, wenn ihr Onlinedienste wie Microsoft-Store, Mail und OneDrive oder die geräteübergreifende Synchronisation nutzen wollt.
  • Wer auf Datenschutz bedacht ist, sollte sämtliche Telemetrie-Optionen sowie die „gerätübergreifende Benutzererfahrung“ bei der Einrichtung ausschalten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sich in der Vergangenheit mit dem Thema beschäftigt und gibt eine Einschätzung zum Datenschutz unter Windows 10 sowie eine Handlungsempfehlung (für Fortgeschrittene!) dazu ab.

Erste Schritte

Die eigentliche Installation von Windows 10 ist nun abgeschlossen, Glückwunsch! Im Idealfall funktioniert alles wie erwartet, so dass die Einrichtung nun fortgesetzt werden kann.

  • Über die Einstellungen-App / Update und Sicherheit solltet ihr Windows nun zunächst aktualisieren, um die neuesten Sicherheitsupdates zu erhalten. Im gleichen Vorgang findet Windows 10 auch passende, noch fehlende Treiber- und Hilfssoftware für eure Hardware.
  • Mithilfe des vorbereiteten Datenträgers (Abschnitt: Gerätetreiber) werden ggf. weitere Treiber und Software installiert (z.B. aktueller Grafikkartentreiber, Druckersoftware)
  • In der Einstellungen-App könnt ihr das weitere Aussehen und Verhalten von Windows nach euren Vorlieben einstellen.
  • Ob für alle angeschlossenen Geräte Treiber installiert wurden, kann im Geräte-Manager geprüft werden. Es ist wichtig, dass die angezeigte Hardware korrekt eingerichtet ist, damit alle Funktionen auch wie gedacht genutzt werden (z.B. Stromsparprofile, Tastaturlayouts). Dazu im Startmenü „Geräte-Manager“ eingeben.

Das war’s soweit zum Thema. Wenn ihr noch Fragen zum Beitrag, zur Installation oder weiteren Einrichtung von Windows 10 habt, hinterlasst doch einen Kommentar!

Windows beschleunigen, schneller starten, optimieren (1/2)

Am 21.03.2021 habe ich diesen Beitrag überarbeitet und für Windows 10 optimiert.

Bei der Nutzung von Windows fallen über Zeit Datenspuren an. Programme kommen hinzu, Updates werden installiert und der PC wird träge, startet langsamer. Vor allem ältere Rechner mit wenig Arbeitsspeicher und konventionellen Festplatten werden dadurch ausgebremst.

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In diesem Beitrag möchte ich euch verständlich und kompakt zeigen, welche effektiven Möglichkeiten es gibt, eure Windows-Installation aktuell zu halten, Datenmüll aufzuräumen und die Geschwindigkeit zu verbessern. Der erste Teil befasst sich mit den „Basics“, dem aktualisieren der Software und dem Entfernen von Datenmüll, im zweiten Teil gehe ich auf weitere Tricks zur Optimierung der Geschwindigkeit ein. Gleich zu Teil 2…

1. Windows aktuell halten

Softwareupdates beheben Fehler, schließen Sicherheitslücken und enthalten Verbesserungen, welche der Geschwindigkeit des Betriebssystems und dem allgemeinen Nutzungserlebnis zugute kommen. Deshalb ist es ratsam, stets Windows und die installierten Treiber, Programme und Software aktuell zu halten.

Unter Windows 10 führt Windows Update aus, um sicherzustellen, dass Windows aktuell ist. Am komfortabelsten geht das über die Einstellungen – App Windows Update.

Für ältere Windows-Systeme: Bis einschließlich Windows 8 sind sogenannte Service Packs, gebündelte Softwareupdates verfügbar. Wenn man z.B. nach einer Neuinstallation viel Zeit sparen will, ist es ratsam, zunächst das aktuellste Service Pack zu installieren und dann mit den regulären Updates fortzufahren. Außerdem gibt es von Drittanbietern gebündelte Update-Packs, die viel Zeit sparen können. Das Internetportal Winfuture bietet kostenlos solche gebündelten Update Packs zum Download an.

2. Aktuelle Gerätetreiber-Software

Mit der  Zeit veröffentlichen Hardware-Hersteller (z.B. Nvidia oder Realtek) neue Treiber -Software für ihre Komponenten. Diese werden vom Windows-Betriebssystem zur optimalen Nutzung der verbauten Technik benötigt. Besonders Nutzer aktueller Hardware profitieren davon, da oft die Leistung noch nachträglich verbessert, oder eben Treiber für neue Spiele optimiert werden. Auch werden manchmal Sicherheitslücken gestopft, wie 2008 mit Meltdown/Spectre [1]. Die entsprechenden aktuellen Treiber findet ihr in der Regel immer auf der Webseite der Hersteller. Wenn ihr einen Laptop oder einen „Fertig-PC“ habt, bietet meist der Vertreiber auch eigene Treiber-Downloads für das Modell an. Links bekannter Hersteller:

Es gibt auch die Möglichkeit, Treiber über Windows Update zu beziehen. Allerdings sind diese nicht immer die aktuellsten und können unter Umständen bei speziell aufeinander abgestimmter Hardware zu Problemen führen. Ich würde daher grundsätzlich die Treiber vom Hersteller bevorzugen. Wenn ihr euch bei diesem Schritt aber unsicher fühlt, seit ihr unter Windows 10 mit dem Angebot aus den optionalen Windows Updates auf der sicheren Seite!

3. Programm-Updates

Nicht zuletzt sollte die auf eurem Rechner installierte Software aktuell sein, besonders die mit dem Internet in Verbindung stehenden Programme: Der Browser, Mail-Programme, Virenschutz, PDF-Reader etc.. Sicherheitslücken in diesen Programmen sind eine Einfallspforte für Schadsoftware auf dem eigenen System!

Unter Einstellungen / Apps und Features könnt ihr gegebenenfalls nachschauen, welche Version aktuell installiert ist und diese mit der vom Hersteller angebotenen vergleichen. Es gibt auch Programme, die euren PC auf veraltete Software untersuchen und automatisch Updates vorschlagen oder gleich installieren. Ein bekanntes Programm ist SUMo, welches in seiner kostenlosen Version zumindest über veraltete Software informiert. Aber Achtung: Von solchen „Update“-Programmen gibt es jede Menge Murks im Internet!

Windows 10-Apps aus dem Microsoft-Store werden in der Regel automatisch aktuell gehalten.

4. Datenmüll löschen

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Generell empfiehlt es sich, gelegentlich nicht genutzte Software zu löschen, um Speicherplatz für andere Dinge freizugeben. Mit der Zeit entstehen am PC viele überflüssige Dateien, auch durch Programme. Diese können die Leistung von Windows bremsen und die Startzeit verlängern, besonders wenn der PC schon etwas in die Jahre gekommen und der Prozessor vielleicht nicht mehr so leistungsstark ist. Für konventionelle Festplatten gilt außerdem: Bei einer vollen, fragmentierten Festplatte erhöht sich die Zugriffszeit auf Dateien und auch die kontinuierliche Indizierung durch die Windows-Suche nimmt Rechenleistung in Anspruch, was den PC zusätzlich ausbremst!

Zunächst sollte man nicht länger benötigte Programme und Software über die Einstellungen / Apps und Features (bzw. Systemsteuerung/Software) löschen.

Tipp: Wer die neue, abgespeckte „App-Übersicht“ unter Windows 10 nicht mag, kann mit dem Befehl „control“ im Ausführen-Dialog (Win+R) das konventionelle Systemsteuerung-Fenster mit der Programmübersicht öffnen.

Habt ihr das erledigt, ruft ihr nun die in Windows integrierte Datenträgerbereinigung (genau so im Startmenü eingeben!) auf, alternativ gibt es noch das kostenlose Tool Cleanmgr+, welches noch etwas mehr Speicherplatz freigeben kann. Die Programme löschen keine persönlichen, eigenen Dateien (wie sie im Benutzerordner zu finden sind), sondern temporäre Dateien, wie Installationsreste oder Absturzberichte. Zunächst klickt ihr auf „Systemdateien bereinigen“, damit zusätzliche Einträge angezeigt werden. Hat das Programm erneut geladen, wechselt ihr in den Reiter „Weitere Optionen“ und klickt bei „Systemwiederherstellung und Schattenkopien“ auf „Bereinigen…“. Danach wechselt ihr ins Hauptfenster zurück, wählt dort alles außer Miniaturansichten aus (meine Empfehlung) und klickt auf OK. Je nach Geschwindigkeit des Computers und Zustand des Datenträgers kann der Löschvorgang einige Sekunden bis mehrere Minuten dauern.

Optional: Manchmal verbleiben von gelöschten Programmen, Spielen oder Testversionen noch „Dateileichen“ (Ordner, Einstellungen, Screenshots) übrig, die von keinem Reinigungsprogramm erkannt werden. Wer die Muse dazu hat, oder dringend Speicherplatz benötigt, kann diese per Hand aufspüren und entfernen. Typische Orte hierfür sind:

  • C:\Program Files (x86)\
  • C:\Program Files\
  • C:\ProgramData\
  • C:\Users\BENUTZERNAME\AppData\ (%appdata%)

Wichtig: Hier solltet ihr aber nur löschen, was ihr sicher nicht mehr braucht und bereits über die Systemsteuerung deinstalliert habt (kann sonst zu Fehlern führen!).

5. Festplatten und SSDs optimieren

Bei den Datenspeichern muss grundsätzlich zwischen einer Solid-State-Disk (SSD) und einer konventionellen Festplatte unterschieden werden. Erstere funktionieren ähnlich wie USB-Sticks und benötigen keine Defragmentierung (das zusammenführen von verstreuten Daten), da dies keine Auswirkung auf die Zugriffszeit auf der Dateien hat. SSDs werden von Windows 10 automatisch wöchentlich „optimiert“. Festplatten sollten regelmäßig defragmentiert werden. Windows 10 macht das zwar auch automatisch, gerade nach einer größeren „Aufräumaktion“ kann sich aber das gezielte Defragmentieren besonders lohnen. Das Windows-eigene Tool macht das sicherlich ausreichend, etwas effizienter können Drittanbieter-Programme sein. Ich benutze da gerne defraggler, von den Machern des CCleaners. (Achtung! Hier keine Werbung bei der Installation mitinstallieren!). Als Faustregel solltet ihr wissen: Eine Speicherbelegung von größer 60% (egal ob SSD oder Festplatte) wird euren PC zunehmend ausbremsen, da Windows u.a. auch für Updates noch zusätzlichen freien Speicherplatz benötigt. Das Defragmentieren lohnt sich ab ca. 5% Fragmentierungsgrad. Erwartet aber, besonders bei neueren PCs, keine großen Geschwindigkeitssprünge. Je nach Grad der Fragmentierung, Speichergröße und Computerleistung kann dieser Prozess einige Stunden in Anspruch nehmen.

Wer noch Windows 7 nutzt: Auch die bordeigene Software von Windows 7 kommt mit SSDs zurecht, ihr solltet aber prüfen, ob Windows den Datenträger korrekt als SSD erkannt hat (und dementsprechend nicht defragmentiert!). Wie ihr das prüft, habe ich in diesem Beitrag beschrieben…

Für die weitere Planung gilt übrigens: Täglich genutzte Programme, welche schnell starten sollen, gehören auf die SSD. Selten genutzte Anwendungen, Spiele und persönliche Dateien gehören auf die Festplatte (insofern beides vorhanden ist). Dadurch soll die SSD geschont werden, welcher eine etwas kürzere Lebenszeit gegenüber der Festplatte bei vielen Schreibvorgängen nachgesagt wird (auch wenn es weit weniger dramatisch zu sein scheint [1]).

6. Autostart aufräumen

Je nach Menge der auf dem PC installierten Programme können sich Dienste und Autostart-Einträge – also Software, die mit Windows startet – anhäufen. Dies kann langsameren Rechnern zu schaffen machen, die Startzeit verzögern und belegt Arbeitsspeicher. Ich rede von diesen Programmen, wie sie häufig im Tray zu finden sind:

Ab Windows 10 verfügt der klassische Task-Manager (Strg+Shift+Esc) über eine integrierte Autostart-Verwaltung, wo die Einträge bequem (de)aktiviert (2) werden können. Dabei misst der Task-Manager auch noch die zuletzt benötigte Boot-Zeit. Praktisch!

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Häufig handelt es sich um zusätzliche Hintergrund-Anwendungen, welche unten rechts in der Taskleiste (dem Tray-Bereich) mitlaufen, aber nie benutzt werden. Die Programme können ja bei Bedarf auch manuell gestartet werden. Seit ihr euch nicht sicher, was das gelistete Programm macht, hilft euch Google weiter! Hier einige Beispiele, welche in der Regel ohne Probleme deaktiviert werden können:

  • Den Dropbox-, OneDrive- oder GoogleDrive-Dienst
  • Der LibreOffice Schnelllader
  • Der Adobe Schnelllader
  • JuSched – Java Updater
  • Anzeigehilfsdienste (z.B. von Intel oder Nvidia, sind optional, nur wenn man schnell auf spezielle Einstellungen zurückgreifen will)
  • Realtek etc. AudioManager (Windows hat bereits eine eigene Lautstärke-Regelung)
  • Drucker-Hilfssoftware
  • Zoom, Skype, ICQ und andere Messenger-Dienste
  • Spiele-Services wie Launcher, Origin oder Steam

Für Fortgeschrittene: Gebt im Ausführen-Dialog (Win+R) „mconfig“ ein, um den Windows-Systemstart zu verwalten. Dort habt ihr ebenfalls die Möglichkeit, nicht benötigte Autostart-Einträge zu deaktivieren. Außerdem können nicht benötigte Dienste wie die Windows Suche (dazu später mehr) abgeschaltet werden. Hier solltet ihr aber vorsichtig sein.

7. Werbesoftware (PUP), Adware, Spam und Toolbars erkennen und löschen

Der Klassiker: Beim Bekannten den angeblich langsamen Rechner gestartet … der Browser hatte 3 installierte Toolbars.

Manchmal schleicht sich Werbesoftware (PUP – potentiell unerwünschte Programme) wie Toolbars mit auf den Rechner, ohne dass man es gleich bemerkt. Teilweise durch Installations-Software (der CCleaner hat dadurch negative Schlagzeilen gemacht), oft werden Software-Testversionen aber schon bei einem neu gekauften PC vorinstalliert mitgeliefert (sog. Bloatware). Diese Programme können den PC auch mutwillig ausbremsen, um eine „Besserung“ vorzuschlagen, oder durch aufdringliche Pop-Ups stören.

adwcleaner

Den Rechner gelegentlich auf solche Software zu untersuchen, kann also nicht schaden. Dazu empfehle ich das kostenlose Tool Adwcleaner, welches keine Installation benötigt und direkt gestartet werden kann.


Das war’s auch schon! Im zweiten Teil des Beitrags erfahrt ihr, welche weiteren Einstellungen und Tricks es gibt, um Windows noch etwas schneller zu machen und das Maximale aus eurer Hardware herauszuholen
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